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Jüdische Volksstimme · 1917-08-10 · Heft 13 (10.8.1917) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 13 (10.8.1917)
Date
1917-08-10
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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^Mische vott-stiM«^ Seite s. *-»■-■*»■* 1»"^—--— ■!»>-■•11 ■-.»<*•«. . -- ' — .1 ׳ I ... ,___ L«S Amerike. «r. 13. müsse jedoch zugegeben werden, dass die übergroße Mehrzahl der deutschen Juden sich Mühe gibt, diesen allgemein nen Zug ihrer Rasse zu überwinden und redlich für das deutsche Volk, das sie aufgenomen hat, einzustehen." — Haben die jüdischen Studenten Dürzburgs sich mit dieser »Entschuldigung" zufrieden gegeben? Jüdische Waisenkinder in Palästina. Wohl in, keiner Stadt der Welt hat sich die Kriegs« not in so erschütternder Gestalt gezeigt, wie in Jerusa« lem. Hier, wo auch im Frieden große Armut herrscht, mußte der Krieg bittere Not bringen. Am schlimmsten aber sind von der Tragödie unserer Zeit die Waisen« linder in Jerusalem betroffen, und es gibt für ein jüd. Gemüt nichts Schrecklicheres, als Kinder leiden zu sehen. Die »Jüdische Kindererziehungsanstalt" in Jerusalem richtet einen Aufruf an die jüd. Bevölkerung, in dem sie die große Not ihrer 116 Zöglinge in warmen Worten schildert, und wir zweifeln nicht daran, daß er in allen jüdischen Herzen Mitleid und Hilfsbereitschaft auslösen Wird. Ausweisung österreichischer Juden aus Posen und ' Oberschlesien. Die sozialdemokratischen Abgeordneten Bauer und Scheidemann haben an den Reichskanzler folgende Anfrage gerichtet: Seit längerer Zeit werden aus der Provinz Posen, in der letzten Zeit aber auch aus dem Regierungsbezirk Breslau die österreichischen Staatsangehörigen jüdischen Glaubens, ungeachtet ihrer jahrzehntelangen Ansässigkeit, tadellosen Führung und bestgeordneten Daseinsverhältnisse, ausgewiesen. Sind dem Reichskanzler diese Zustände bekannt? Denkt er dagegen einzuschreiten? Kriegswaisenfürsorge. Die Aktion der ״Agudas Jisroel" hinsichtlich der .Kriegswaisenfürsorge macht gute Fortschritte. Die gal. Statthalterei hat den Vorschlag der ״Aguda" akzeptiert und ist bereit, auf eigene Kosten ein jüdisches Kriegs- Waisenhaus zu eröffnen und auszuhalten, das in reli- Hiöser Hinsicht unter der Aufsicht der ״Aguda" stehen soll. Die ״Aguda" hat nur ihrerseits für die Mehrkosten die die rituelle Führung und die religiöse Erziehung erforderlich machen werden, aufzukommen. Damit ist die ganze Sache in das Stadium per Durchführung gelangt und dürfte hoffentlich gar bald in Angriff genommen werden. Das Krakauer Komite, dem die Führung der Angelegenheit übergeben werden soll, hat einen begeisterten Aufruf erlassen, dessen Wirkung keine sehr «rohe ist. Dem Komite gehören sämtliche Mitglieder des Kralauer Rabbinats sowie zahlreiche angesehene Bürger .orthodoxer Richtung an. Jüdisches Dezernat beim Oberbefehlshaber Ost. Aehnlich wie im Generalgouvernement Warschau fall nunmehr auch im VerwaltungKbereiche des Ober- Befehlshabers Ost ein besonderes Dezernat zur Bearbeitung der jüdischen Angelegenheiten errichtet werden. Wie verlautet, beabsichtigt man dem bekannten jüd. Maler und Radierer Herrüann Struck, der sich bisher im militärischen Dienste an der Ostfront befand, die Leitung des Dezernates zu übertragen. In Skala 24 Juden gehängt. ״B. Z. am Mittag" meldet aus Swckholm: Die »Rjetsch" berichtet, daß an der jüdischen Bevölkerung in Ostgalizien schwere Gewalttaten verübt wurden. Die Kosaken erklärten alle Juden für Anarchisten und Maximattsten. In dem Dorfe Skala wurden 24 Juden von Kosaken gehängt. Die Zuspitzung des Hasses zwischen Len einzelnen Korps und den Kosakeneinheiten hat beängstigende Formen angenommen. — Was sagt Amerika dazu? Bildung eines jüdischen Arbeiter- und SoldatenrateS in Moskau. Der »Nieuwe Rotterdamsche Courant" erfährt aus Moskau: In Moskau ist eine Bereinigung der jüdischen Soldaten, die in derruffischen Armee dienen, gebildet worden. Diese Bereinigung hat nun beschlossen, einen selbständigen jüdischen Arbeiter« und Soldatenrat in Rußland zu organisieren, der den Zweck verfolgen wird, die Interessen derjüdischen Soldaten zu verteidigen und den Kampf gegen den Antisemitismus in der Armee aufzunehmen. Die verschiedenen jüdische» Organisatio* nen haben versprochen, die Bestrebungen des jüdischen Arbeiter« und Soldatenrates zu unterstützen. Die hebräischen Lehrer der Schulen in Newhork beschlossen auf ihrer Sitzung vom 20. Mai, einen Streik zu erklären. Ihre Hauptforderung ist die Erhöhung des Gehaltes bis zu 20 Dollar die Woche. Die hebräische zionistische Presse unterstützt die Forderung der hebräischeu Lehrer. Die hebräische Kulturorganisatwn wählte eine Kommission von drei Mitgliedern (die Schriftsteller R. Dreini, M. Schenkin und A. Lubarski) mit dem Aufträge, die Forderungen der Lehrer durchzusetzen. — Die Statistische Abteilung des American Jewilh Comite versandte an alle Anstalten, Organisationen und führenden Personen der Vereinigten Staaten einen ausführlichen Fragebogen über die wirtschaftliche und kulturelle Lage de? jüdischen Gemeinden. (vormals Eduard Urban) Kaiser - Frans - Josef - Platz Nr. 18. Übernahme von Geldern zur gOnatlgon Var- — zlnaung. ----- ... ■ An- und Vorkauf von Losen ln allen möglichen ----- -. ■ - Kombinationen. --:a,..■.,:■:!■ Morrefponäenzen. Brünn. (Auszeichnung.) In nachträglicher Würdigung tapferen Verhaltens vor dem Feinde erhielt Oberleutnant Dr. Alfred Braun, das Militär-Verdienstkreuz .3Klasse mit der Kriegsdekoration und den Schwertern. Oberleutnant Dr. Braun hat im Jahre 1914 in Serbien gekämpft und wurde schwer verwundet. Genesen, meldete er sich, trotz seiner frontdienstuntauglichkeit, für den militärischen Kanzleidienst und wurde im Juli 1915 dem ..gemeinsamen Zentralnachweisbureau vom Roten Kreuz" in Wien zugeteilt, wo er noch heute in Berwendüng steht. Für vorzügliche Dienstleistung auf diesem Posten wurde er bereits im Mai v. I., mit dem Ehrenzeichen 2. Klasse für Verdienste um das Rote Kreuz mit der Kriegsdekoration ausgezeichnet und erst kürzlich durch das k. u. k. Kriegsministerium mittels Dekretes belobt. In seinem bürgerlichen Berufe ist Oberleutnant Dr. Braun Professor an der k.!.Deutschen Kaiser Franz Josef-Handclsakademie in Brünn. Brünn. Am 4. d., fand die 2. ordentl. General- Versammlung der hiesigen Ortsgruppe des Jüdrschen Handlungsgehilfenverbandes statt. Mit zäher Energie werden die Arbeiten von einer kleinen Anzahl von Kolleginnen und Kollegen geleitet, trotzdem seit Mobilisierungsbeginn alle männlichen Mitglieder, der bei Kriegsbeginn erst 8 Wochen alten Ortsgruppe, zur militärischeu Dienstleistung ein gerückt sind. Das schöne Vereinsheim im Zentrum der Stadt, Lichtensteinstraße 2, wurde zum Sammelpunkte für das jüdische Leben Brünns. — In mehr als 60 Vortrags-Abenden wurden alle aktuellen Fragen jüdischen Lebens und Wissens behandelt. — Die Biblwthek wurde ausgebaut, heute an 600 Bände, und steht den Mitgliedern aller jüdischen Organisationen gegen einen kleinen Beitrag zur Verfügung. Regelmäßige Unterrichtskurse im abgelaufenen Jahre wie Englisch, Stenographie und Deutsch wurden abgehalten. Ein Lesesaal ist jetzt in Einrichtung begriffen. Mit Rücksicht auf die letzthin in Brünn stattgefundenen Ereignisse wurde über Antrag des Kollegen Samuel Strauß folgende Resolution beschlossen: »Die heute tagende General-Bersammlung protestiert feierlichst namens der jüd. Angestellten Brünns gegen die an jüd. Flüchtlingen von organisierten Arbeitern begangenen Brutalitäten, die einen Schandfleck auf dem Banner des kämpfenden ProletariateS darstellen. Sie erklärt sich eins mit ihren be« leidigten und insultierten östlichen Brüdern und erblickt in diesem Vorgehen eine Beschimpfung des gesammten Judentums." — Die Entschließung wurde den zuständigen Stellen überreicht. Brünn. (Ortsgruppe des Jüd. Handlungsgehilfen- Verbandes, Liechtensteingafle 2.) Samstag, 12. August, 8 Uhr abends: Lokaleinweihung, geselliger Abend mit Borträgen. Regiebeitrag für den Lokalfond 30 h. ־■־*־ Alle Kollegen und Kolleginnen sowie deren Gaste find Herz« lichst willkommen. י. ׳'■" Wien. (Jda BorberS 7V, Geburtstag.) In voller geistiger und körperlicher Frische beging die bekannte jüdische Schriftstellerin Frau Barber Montag ihren 76. Geburtstag. Auf humanitärem Gebiete wirkte sie hervorragend, so im Wiener Ferienkywniverein, begrün« dete den Allgemeinen Studenten-Unterstühungsverein, die jetzige Mensa academiea, den Verein der Schriststel« lerinnen und Künstlerinnen, die Wiener Brockensammlung für jüdische Arme, die sie als Ehren-Prästdentin noch heute unermüdlich fördert. Groß ist die Zähl der dankbaren Verehrer und Leser der geistig hochstehenden Frau, die ihr ihre Glückwünsche darbrachten. Liesing Atzgersdorf. Die Segnungen humanitärer Fürsorge für die Orte Liesing—Atzgersdorf und Umgebung übt im stillen aber erfolgreichen Wettbewerb der dortselbst seit fünf Jahren begründete Verein edler opferfreudiger Frauen, der Frauen-Verein: »Nächsten, liebe". Wo sich Mangel, Not oder physische Prüfung von Krankheit offenbart, erschließt sich sonder Zgudern ein kleiner aber werktätiger Kreis hilfsbereiter Hände und warmfühlender Herzen, und im stillen Wohltun wird jährlich eine nach Tausenden zahlende Summe allen Hilfsbedürftigen, allen voran, den notleidenden schulbesuchenden Kindern hochherzig zugewendet. Jeder ein« zelne der Schaffenden edlen Gestalten trotzt allen Stürmen der großen. Prüfezeit, und gerade im allerletzten großen Fest des WohltunS haben sie allesamt und einmütig die große Tragkraft ihrer Hochherzigkeit erprobt. Es war ein unter äußerlich bedrückenden Verhältnissen gerade die letzte Feier der vollen Kinderbekleidung und lückenloser Ausstattung, ein Fest von unverwischbaren Eindrücken, und die stets rührige und im Wohltun un« ermüdliche Präsidentin, Frau Dr. Helene Hatschek konnte sich auf dem getreuen mitwirkenden Stab getrost verlassen, denn ihre Stellvertreterin Direkwrsgattin, Frau Melanie Donnebaum (Atzgersdorf) übte im Fernsein der Präsidentin alle die reichen Pflichten und Vorkehrungen, welche daS letzte Fest der Tempelwtzihe zu einem eindrucksvollen Sieg wahrer Menschenliebe emportrug. Die reichen Geldmittel durch die Sammeltätigkeit und Unermüdlichkeit der hochverdienten Frau Vice-Präsidentin Melanie Donnebaum in der beträchtlichen Summe von ca. 2000 Kronen aufgebracht, die unter schwierigen Umständen herbeigeschafften schönen tadellosen Kleidern und Schuhe, eingekauft durch Frau Jenny Grünhut (Wien), die schwer aus Serbien zu beschaffenden Gaben der Kindertafel, ein rühmliches Sam« melwerk der Schriftführerin, Schuh-Fabrikantensgattin Frau Hermine Langfelder, die den Edelmut der Frau Stein (Belgrad) zu interessieren wußte; eine reichliche Verteilung an Hilfsbedürftige, denen der Verein Nahrung, Geldmittel bot, waren die großen Verdienste der rührigen Leitung der Vicepräsidentin Frau Melanie Donnebaum, der Schriftführerin Frau Hermine Langfelder, der Kassierin GroßkaufmannSgattin Frau Paula Szmetana, die Nevisorinnen: Frau Helene Grün, Wien und Frau Emma Katz, Wien. Ueberdies haben künstlerische Darbietungen unter der artistischen Leitung des regsamen Veranstalters Herrn Porges, Mauer, eingeleitet durch eine schwungvolle befeuernde Festrede des Oberkantors I. Oesterreicher, diesem vergangenen Festabende das leuchtende Gepräge gegeben. Eine gemütliche Feier an der Festtafel an welcher, sonst schlichte Kaufleute des Ortes und Umgebung, wie' die Herren Schuhfabrikant David Langfelder, Präsident des Tempelvereines, Großkaufmann Hermann Szmetana, Tempelinspektor, Direktor Louis Donnebaum, Direktor S. Stranski beide letzten Vörsteher der isr. Kultusgemeinde in Mödling, in durchwegs begeisterten Tischreden den Zweck, die hohen Ziele des Vereines feierten, schwtz die Feier, deren Fortsetzung — wir wollen erhoffen und glauben — in glücklicherer Friedenszeit stattfinden möge. Ung.-Brod. Am 17. v. M. verschied unser langjähr. treues Gemeinde-Mitglied Herr Jonas Fuchs im 73. Jahre seines ausschließlich dem Wähle seiner Familie gewidmeten Lebens. Sein Leichnam wurde am 19. unter Beteiligung der gesamten Gemeinde zu Grabe getragen und betrauert dieselbe in dem Heimgegangenen einen biederen und rechtschaffenen Bürger, der stets in den Bahnen der Friedfertigkeit und Redlichkeit wandelte. Die Leichenrede hielt aus eigener Initiative als Freund der bei verschiedenen Familienanläffen geamtshandelt hatte, Se. Ehrw. Herr Dr. Simon Friedmann, Kultus« gemeinderabbiner aus Troppau, der in schlichten und herzlichen Worten die guten Herzenseigenschaften sowie die grenzenlose Hingabe und Familienfürsorge des Verstorbenen hervorhob, wobei kein Auge tränenleer blieb. ES erübrigt der Familie noch, Se. Ehrw. Herrn Rabbiner Dr. Friedmann den innigsten Dank zu sagen für seine persönliche Beteiligung am Leichenbegängnisse sowie für den warmdurchfühlten freundschaftlichen Nachruf; ferner gebührt auch der Dank der Familie dem Vorstände und den Mitgliedern der Ung.-Broder Chew« ra-Kadischa, welche alle zum Leichenbegängnisse notwen« digen Maßnahmen in musterhafter und entgegenkom« mender Wesie einleiteten« und dem Herrn Jakob H. Glück, Kaufmann in Ung.-Brod, der auch mit einigen Worten vom Verewigten m der Bahre Abtzhied nahm.

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