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Jüdische Volksstimme · 1917-08-10 · Heft 13 (10.8.1917) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 13 (10.8.1917)
Date
1917-08-10
Page
– (sequence 6)
Language
German
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<*״*/' '•;?;»'׳1 »‘r«< ״״* ”’w ff י־ S t'״’'*'',!'15-«"'־?** ecttt s. Friede der Asche des Verewigten, Ehre seinem Andenkenk Pternitz. (Auszeichnung.) Fähnrich Walter M. Kohn Sohn des Stärkefabrikanten Sigmund Kohn, Ptrnitz, schielt für tapferes Vechalten die bronzene TapferkeitSme-aille, nachdem er schon voriges Jahr mit dem goldenen Verdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Er steht seit 1915 im Felde. «udapeft. (Vermächtnis.)!Leopold Emil Kopstein hinterließ 800,000 Kronen zur Errichtung einer urologischen Abteilung am Spital der Israel. ReligionSgemeinde, 100,000 Kronen für Kriegswaisen am Knaben- und Madchenwaisenhaus, eine Bettstiftung von 30,000 K der Ehewra-Kadischa, 25,000 Kronen für Mutter- und Säuglingsschutz, 10,000 Kronen der sozialwiffenschaftl. Gesellschaft zur Prämiierung von Werken usw. usw. ׳ Budapest. (Eine FriedenSsynagoge.) Im 19. Bezirk und in einem Teile des 8. Bezirkes ist eine starke Bewegung zur Errichtung einer FriedenSsynagoge im Gange. Vor kurzem hat sich ein Exekutivkomitee konstituiert und einstimmig zum Präsidenten den Stadti repräsentanten Advokaten Dr. Josef FarkaS, den ReligionSlehrer der Gemeinde gewählt. Nach einer zündenden Ansprache des Präsidenten berichtete der Referent, daß der neue Tempel ein Zeichen der von den Angehörigen der jüdischen Konfession während des WeltkriegeS bewiesenen Opferwilligkeit sein und zum Gedachtnis der in der Verteidigung des Vaterlandes gefallenen jüdischen Helden den Namen FriedenSsynagoge tragen soll. Der Grundstein soll nach dem Friedensschlüsse im Laufe eines JahreS gelegt werden. Zu dem geschilder» ten Zweck wurde eine Sammlung eingeleitet. "די-״יןן»*.־*••״־־ * «.ttlßi»«- 1g mehr feine Weltanschauung als Wahrheit erkannt wir-, desto geringer wird die Zifsernfumme der Gegner. Es gibt heute wohl keinen Zionisten, der dem Achad-Haam»» schen KulturzioniSmuS nicht huldigen würde. Die Schaffung einer Universität in Jerusalem bedeutet ein Schritt weiter auf Achad-Haams Weg. Ex oriente luxk Vom jüdischen Palästina soll die gesamte Judenheit im Goluth kulturell beleuchtet werden. Das ist sein ZioniS» mus. Die Aufsätze »Die Renaissance des Geistes", »Wör» ter und Begriffe", »Die Zeit ist gekommen", »GoluS- Verneinung" und »Die Schwankenden" sind von riefen Gehalt und übersprudelnder GeisteSstärke. Die von ihm vertretenen Gedanken sind logisch durchdacht und schier unwiederlegbar. Eine wahre Apologie seiner Weltanschauung, eine Verneinung des Goluth, eine Bejahung, des Willens des Judentums. Wer das Judentum von Einst und Jetzt verstehen will, gehe zu Achad-Hüam in die Lehre, der entschieden am tiefsten in die jüdische Volkssprache Eindrang und sie am gründlichsten erfaßt hat. Datz die Uebersetzung sehr gut sein dürfte, dafür birgt uns schon der Name ״Torczyner". Dem Jüdischen Verlag gebührt Dank, datz er uns in so schwerer Zeit eine so schöne Spende jüdischen Geistes darreicht. Die Ausstattung und der Druck sind vorzüglich. Nur ver» missen wir das Bildnis Achad-HaamS, das beim ersten Band vorhanden ist. M. Reifer. Literatur. Neuösterreichische Blätter. Heft 2 dieser neuen «UM dernen vaterländischen Monatsschrift ist erschienen. — Aus dem interessanten Inhalte seien einige Artikel her» vorgehoben, u. zw.: »Ein österreichisches HauptkriegSziel." »Das demokrat. Neuösterreich auf dem Marsche";., zur Verlegung der Czernowitzer Universität greift Dr. S. Katzner das Wort, Abg. Zenker schreibt über die südslavische Frage, in wirtschaftlicher Bedeutung, Dr. Jo» Hannes Wertheimer über ״Weltpolitische' Erziehung", Diese neue in Karlsbad herausgegebene Monatsschrift hat in der gesamten Monarchie Aufsehen erregt, da sie allen Nationalitäten eine freie Aussprache ermöglicht. ^-Bezugspreis 2 Kronen vierteljährig. I G, ■ i: Hücftee&cfprccfiiingcn. Achad-Haam am Scheidewege. Zweiter Band. Aus dem Hebräischen von Dr. Harry Torczyner, Privatdozent an der k. k. Universität in Wien. Zweite Auflage. Jüd. Verlag, Berlin 1916. — Bedeutende Worte von einem grossen Juden ausgesprochen, für alle Zeiten paffend. Was Achad-Haams Prophetenblick voraussah und es für richtig erklärte, dorthin sind wir Sterbliche nach Jahren gelandet. Seine Weissagungen gingen in Erfüllung, seine Aussprüche wurden zu Axiomen in der zionistischeu Kulturbewegung. An den großen Religionsphilosophen unserer Geschichte reiht sich Achad-Haam würdig an. Er sucht seinJudentum in Einklang zu bringen mit der Darvinischen Vererbungstheorie. Er Hst das Wesen des jüdischen Volkes am tiefsten in unserer Zeit erfatzt. Er kennt keine Kompromisse. Wuchtig haut er drein. Er geht schonungslos vor. Er schneidet alles Faule vom jüdischen Organismus weg. Ueber Leichen zum Ziel! Eine Titanennatur, ein Uebermensch! Geistige Kulturzentren, grosse Individualitäten, Vollmenschen previgt uns Achad-Haam. Unbarmherzig geißelt er seine Gegner. Seine Sprache hat in sich etwas Heroisches und erinnert uns an die großen Propheten Israels. Hie Zahl seiner Widersacher schmilzt von Zeit zu Zeit zusammen. Je Das hebräische Wochenblatt ״Hamizpe" beginnt, mit nächstem Monat wieder in Krakau zu erscheinen- Der Bezugspreis beträgt im Vierteljahr 4 Kronen. Von Juli ab erscheint in Moskau ein hebräisch» pädagogisches Monatsjournal ״Darkenu" (Unser Weg). Das Journal sollte noch unter dem alten Regime er. scheinen, aber schon die erste Nummer ist von den MM litärbehörden unterdrückt worden. Hier beginnt auch, demnächst ein hebräisches Wochenblatt für Kinder unter dem Namen ״Schetilim" (Wege) zu erscheinen. Das namentlich durch W Essays Achad Haams berühmt gewordene hebräische Journal ״Hafchiloach" erscheint seit dem 1. Juli wieder in Odessa unter der Re» daktion von Dr. Josef Klausner. O Demnächst beginnt in Kiew eine neue Wochenschrift in jiddischer Sprache, ״Das Bott", zu erscheinen. An der. Spitze des Redaktionskollegiums steht der bekannte zionistische Publizist Ing. N. S. Shrkin. Briefkasten. I. Op.: Wir werden selbstverständlich noch auf die Tätigkeit der Flüchtlings-Zentralen zurückkommen. — Dr. Leopold F., Wie«. Warum die Kultusgemeinde in dieser Zeit nur die eine Sorge hat, den Friedhof, fragen auch wir. Wahrscheinlich weil sie sich als tote Körperschast betrachtet. — Fähnrich R. Auch in Wien geschieht viel Unrecht. Aber es muss anerkannt werden, dass Schwarz-Hiller für jede Beschwerde zugänglich ist undüberhaupt der einzige ist, der für die Flüchtlingsfrage volles Verständnis hat und seinen ganzen Einfluß z» Gunsten der Flüchtlinge geltend macht.

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