Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1917-06-27 · Heft 11 (27.6.1917) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 11 (27.6.1917)
Date
1917-06-27
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2621806-2621995-2622006--3630-2624843
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

3 entity mentions

Nr. 11. ״Attisch« 8«fWPtm1n«״ •!tu A ist ihre Moral, die sie ihren Wirtsvölkern zum! 5. Die Bevölkerung ist nur aus jenem Teil leM, Safed u. Liberias, die Waisen fürsorge, die Teile entlehnt haben. Wenn der Vadrr stm Kind der Bezirke von Jaffa und Gaza entfernt warverheiratet und es in der Ehe verarmt, glaubt et! dett. welche zur Kriegszone gehören; die EineS nicht unterstützen zu dürfen, weil er dadurch wohner derselben Bezirke, welche sich innerhalb gegen den Willen Gottes handelt, der es arm wissen will. Es ist arm. weil es nicht würdig ist, reich zu sein. Der Reiche ist ein. von Gott bevor« gugter und mustz man ihm deshalb Achtung ent gegenbringen. Ihr geistiges Oberhaupt ist der der Zone der militärischen Operationen befanden, wurden in ihren Wohnstätten mit der Freiheit belassen, sich hinzubegeben, wo es ihnen beliebt. Alle Israeliten aus der Umgehung von Jaffa, aus Telabek (Tel Awiw) und Jlis(?) Chacham, der gewöhnlich seine Studien in Jeruwurden iin, den jüdischen Kolonien in der Umfalem absolviert. Ebenso wird der Schochet in der? gebung von Tiberias, Haifa- und Sagd (?) heiligen Stadt ausgebildet und ist schon mit untergebracht. Niemand wurde nach den Dörfern 14. Jahren berechtigt den Beruf auszuüben. Für gewöhnlich kommt ihm auch die Funktion des Lehrers zu. Die bucharischen Juden repräsentieren den reinen semitischen Typus. Sie sind Von hohem, vornehmen Wüchse und kräftigem Körperbau. Sie haben große, schwarze, lebhafte Augen, schwarzes Haar, . dunkle Gesichtsfarbe und eine typisch siomitische Nase. Die r!eine jüdische Rasse scheint sich hier unter den günstigen klimatischen Verhältnissen am besten erhalten zu haben. Der bucharischs Jude ist ein Städtebewohner und zeigt ein viel intelligentes Aeußere und ist auch iin Tat kulturell höher stehend als der kaukasische Bergjude, der Ackerbau und Viehzucht betreibt. Schluß folgt. Eine Erklärung der türkischen Regierung. Von der Deutsch-Israelitisch Osmanischen Union erhalten wir nachstehende weitere Mitteilung: Die in der Depesche des Deputierten Carder irrigen Gerüchte über die Lage der Juden!in Palästina ist nunmehr eingetroffen. Durch Vermittlung der Türkischen Botschaft in Berlin hta die Deutsch-Israelitisch Osmanische Union eine von der Türkischen Regierung ausgehende ausführliche Erklärung erhalten, welche sich rn drei Teile gliedert. Der erste Teil ist der Frage der Räumung von Jaffa und Gaza gewidmet. Daran knüpft -sich eine Widerlegung der von der Ententopresse verbreiteten Behauptung daß die türkischen Behörden den heiligen - Stätten dev Christenheit gegenüber sich ungebührlich benommen hätten. Zum Schlüsse schlägt die türkische Regierung die Bildung von Besichtigungskomm.issi.onen vor, die die evakuierten Gegenden bereisen sollen, darunter einer Delegation von Vertretern der jüdischen Presse. Wir lassen.nun die Erklärung folgen: 1. Zur Räumung von Jaffa und Gaza. Da die Ententepresse anläßlich der durch das ׳ türkische Oberkommando angeordneten Räumung von Jaffa und Gaza tendenziöse Kommentare Veröffentlicht hat, legen wir Gewicht darauf, die Tatsachen, dem wirklichen Derhalt entsprechend, festzustellen, um die Lffentliche Meinung aufzuklären. 1. Jaffa und Gaza enbenso wie die Dörfer dieser Gegend sind einzig und allein aus militärischen Gründen geräumtworden, um zu derhüten, daß die an den Kämpfen nicht beteiligte Bevölkerung den Gefahren des Krieges ausgesetzt werde. Die Tatsache, daß Gaza heute infolge des Bombardements nichts als em Trümder Meeresküste gesandt, wo die Verproviantier rung ziemlich schwierig ist. Diejenigen, welche auf Kosten der Regierung verpflegt werden wollten, wurden nach Hama gebracht. Die Re׳ gierung hat für die Uebersiedlung und Berpslegung der Evakuierten 100.000 Ltq ausgegeben. Die Uebersiedlung wurde völlig kostenlos durch Militärzüge bewirkt. Gelegentlich eines!nächtlichen Flugzeugangriffes des Feindes wurden 50 Frau ein und Kinder in Ramlch,!einer außerhalb der Kriegszone gelegensn Ortschaft tot aufgefundein. Die Bevölkerung von Jaffa, welches außerhalb der Kriegszone geleen ist, würde noch viel erhebsicheren Unglücksfällen ausgesetzt sein, wem» sie nicht ׳entfernt worden, wäre. Es ergibt sich daraus in unzweifelhafter Weise, daß die Räumung eine Wohltat für die Bevölkerung der Kriegszone war. . 7. Alle Organenu. Mandelpflanzungen, sowie die Gemüsegärten ׳wurden im Besitze ihrer Eigentümer belassen. Die Bevölkerung hat selbst-Beauftragte gewählt, denen die Unter- Haltung und die Pflege dieser. Kulturen anvertraut wurde. 2. Die heiligen Stätten der Christenheit. 8. Alle heiligen Stätten der Christenheit von Jerusalem und der Umgegend׳ bilden den Gegenstand ständiger Wachsamkeit der Kaiserlich-Lürkischen Regierung und werden nach wie vor mit größter Ehrfurcht behandelt. Kein Zwischenfall hat sich unter den Christen seit drei Jahren geeign!et. Gelegentlich der letzten Festtage hat der griechische Patriarch in!der Synode eine Ansprache gehalten, inder er der Kaiserlichen Regierung für die der christlichen Kirche gewährte Unterstützung aufs Wärmste gedankt hat. Ebenso hat der maronitische Patriarch der Kaiserlichen Regierung den Ausdruck seiner tiefen Dankbarkeit für das besondere Wohlwollen zukommen lassen, das sie bewiesen hat, indem sie die Verpflegung der Maroniten des Libanon sicherte. Der lateinische und griechische Patriarch von Jerusalem haben Proteste formuliert, in denen sie die tendenziösen Gerüchte über das Verhalten der Türkischen Regierung gegenüber den heiligen Stätten widerlegen. Die׳ se Dokumente sind veröffentlicht worden. 3. Besichtigungskommissionen. 9. Es ist veranlaßt worden, daß dieKonsuln Ungarn zu Jerusalem persönlich die geräumten Gegenden besuchen und das Ergebnis ihrer Beobachtungen zur öffentlichen Kenntnis bringen. 10. Die Kaiserlich Türkische Regierung ist geneigt, zu gestatten, daß 2 deutsch-österreichischungarische Delegationen, die eine bestehend aus drei Vertretern der jüdischen Presse dieser Länder, unabhängig von einander das Hauptqnar- ■ßc&tttenW die Not-.jjer der türkischen Armee in Palästina besuchen, wendrgkert dieser Maßnahme war. I Diesen Delegation wird es freistehen, die heili- 2. Die Raumungsordre erstreckte sich auf gen Stätten der Christenheit zu besichtigen und Mohammedaner, Christen und Israeliten wurden von ihr betroffen. 3. Diejenigen Personen, welche sich der Landwirtschaft widmen, ebenso wie die Fabriksöesitzer und.ihre Angestellten, waren von die- Jer Maßnahme ausgenommen.; 4. Es wurde persönlich angekündigt, daß di« Personen, welche ihre Wohnungseinrichtung nnd ihren sonstigen beweglichen BGtz nach Jerusalem schicken oder auch in ihren Häusern zurücklassen wollten, gestattet ist, nach ihrem Beebenso alle jüdischen Kolonien zu besuchen. Das Oberkommando der kaiserlichen Armee wird diesen Delegationen keinen Beamten beigeben, der sie auf ihrer Rundreise zu begleiten hätte. Unterstützung der in Wien zurückgebliebenen bedürftigen Palästinenfer > und .verschiedener Wohlfahrtsanstalten und Schulen in Palästina weiterzuführon. Ebenso hat sie im Verein mit der ״Kriegsspitalshilfe" dem österr.-ung. Konsulate in Jerusalem Mittel zur Verfügung gestellt, in dem dortigen Rotschildspvtcvl Betten für Angehörige dar Monarchie zu belegen. Das Komitee in Jerusalem', von Rabbiner M. Grolß mustergültig geleitet, hatte die besondere Freude, jüdische Soldaten aus dam östorr.-ungarischeu Detachement, das an der Sinaifront mitkämpft, an jüdischen Festen zu bewirten. Die Hilfskommission beschränkt sich beiihren Bet-eiligungsn nicht auf einen bestimmten Kreis, sondern bietet weitherzig nach Möglichkeit allen BeoürsLigeu und auch den Drohobyczern und Ungarn Hilfe, worüber der Vorsitzende Berichte der k. k. Konsulate zur Verlesung bringen läßt. Hofrat Dr. Julius Schlag sprach über die Leistungen d. ״Kriegsspitalhilfe", d. es gelang, für 10.000 Kronen Medikamente nach Palästina zu schaffen, wo es an den allernotwendigsten Heil- und ärztlichen Hilfsmitteln gebrach. Die zustimmenden Gutachten Wiener und Berliner Hochschullehrer bestärkten, auf dem eingeschlageneu Woge, Unterstützung ärztlicher Institute in Palästina, Aussendung geprüfter Pflegerinnen usw. fortzufahren. Kultusvoesteher Hofrat Dr. Löwner regte an. mit der Wiener Kultusgemeinde gemeinsame Schritte zu erwägen, um den gesteigerten Anforderungen der Palästinahilfe gerecht zu werden. Rabbiner Steiinberg, Feldrabbiner Dr. Hausner und Bernhard Hofbauer befürworte- ׳die Agitation bei den K-ultusgemeinden Ga»- liziens. Es sprachen zuM Schluß noch Dr. Szabolczi, Oberabbiner Reich, Baden und Hofrat Dr. Schlag. Die bilden und der Krieg. Oberstleutnant Alois Eisenstädter, eines der angesehensten .Mitglieder der Ofener isvaelit. Gemeinde, ist zum Oberst befördert worden. — Unteroffizier Alfred Jaulus, Sohn des Militärseelsorgers Rabbiner Dr. Jaulus, erhielt das Hessische Kriegsehrenkreuz. — Feldrobb. Dr. Frankfurter und Feldrabb. Dr Link Wurden ,mit dem gold. Verdienstkreuz mit der Krone am> Bande der Dapserkeitsmedaille ausgezeichnet. Budapest. Die FeldraWimr Dav. v. Freudiger, Budapest, Adler, Komomn und Schreiber, Miskolc; wurden mit dem gold. Verdienstkreuz mit der Krone am Bande der Tapferkeits- Medaille ausgezeichnet. Krakam Die hiesige Gemeinde dürfte die einzige jüdische Gemeinde sein, die kriegsgefangene jüdische Soldaten in Massengräbern bestattete. Jüdische Regimenter in׳ Amerika. Wie der Newyork Herald meldet, besteht bei gewissen amerikanischen Regierungsstellen die Absicht, eigene jüdische Formationen unter dem Kommando ausschliDich jüdischer Offiziere aufzustellen. Gegen das -Projekt, das wahrscheinlich kriegsfeindliche Strömungen zionistischer Kreise paralysieren soll, macht sich jedoch eine starke Stimmung geltend, die insbes. von Newyorker Finanzkreisen getragen wird. Es ist daher we״ nig wahrscheinlich, daß! es zur Aufstellung der geplanten jüdischen Regimenter kommt. Hohe jüdische Offiziere in der östereichischungarischen Armee. Der Oberst Karl Schwarz eines östereichisch - ungarischen Jnfanterieregiments War vor eünigm Jahren, י trotz vollkomchener Rüstigkeit und Dienstfähigkeit, in dev Ruhestand getreten. Wie es hieß, aus ״konfessionellen" Gründen, weil ihm als Juden zu weite- >vem Vorrücken die Vvraussetzung fehlte. Ber Ausbruch des Weltkrieges ist Oberst Schwan so- ״Hilfskommission 1915" und Kriegsspitalhilfe für Palästina. ____,..״״״״. _ Zur Jahresbesprechung waren u. a. als sie^n"vorzugehen..^e'׳Jnvm Gäste Kultusvorsteher, Hofrat Dr. Löwner.fort zur ׳Dienstleistung eingerückt. Er ist heute gelassenen Haushaltungen wurden den Ortsin Vertretung der Wiener Kultusgemeinde und Generalmajor, kommandiert eine Schützenbrivehörden übergeben und die Regierungsbeamten Redakteur Dr. Szabolesi aus Budapest als Abgade und hat eben ״wegen vorzüglichen Verhakfind für de» Schutz dieses Eigentums persönlich gesandter des ungarischen Landeskomitees für tens vor dem Feinde" den hohen Leopolds-Orden verantwortlich. Das Oberkommando der türk.. Palästina erschienen.?erhalten. — Generalmajor a. D. Siwon Vogel hat durch ein amtliches Rundschreiben angeord-׳ Rabbiner Dr. Grunwald berichtete, daß der ist im Alter von 68 Jahren in Meran gestorben, net, daß Jeder, der sich der Plünderung schuldig Gesamtbetrag der bisher gesammelten Hilfs- General Vogel ist als gewöhnlicher Soldat mit machen würde, unverzüglich die durch das Gesetz gelber die erste Million überschritten hat. Nur 20 Jahren in die Armee eingetreten und hat vorgeschriebeue Strafe erleiden sollte. Bis jetzt dank energischer Bemühungen war es der Hilfseine ungewöhnlich nasche, glänzende Karriere ge׳ ist Krvoch kein Fall dieser Art vorgekomme«.! kammispon «möglich, ihr Mehlaktion in Jerusa- Macht. Er War Lehrer an der Kriegsschule m

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.