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Jüdische Volksstimme · 1917-06-08 · Heft 10 (8.6.1917) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 10 (8.6.1917)
Date
1917-06-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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Nk. 10. 6iu 3. Vorabend fällt uns im Hofrauine der -alten Königsburg eine hundertköpfige Menge, in weißen Turbanen, auf, mit untergeschlagenen Meinen in weiten Reihen sitzend, dem Märchen- Erzähler lauschend, der bk Unglaubigsn geißelt und Anspielungen auf die- ,jetzige Zeit und politische Lage in Form von Märchen macht. Vom Megistan, der «alten Königsburg, gelangen, wir durch eine schmale Gasse ins Judenviertel, durchzogen von zahlreichen Quergassen, kennzeichnen das Judenviertel. Dabei darf man nicht Ml unser mittelalterliches Ghetto denken. Die Juden wohnen hier freiwillig abgesondert von den Mohammedanern. Längs der Straße, fallen uns große Wasserbehälter in Form von Teichen ׳auf. Knaben und Mädchen tragen m abgezogenen Mdderfellen res,p. in großen.Karaffen Wasser in iihre Wohnungen. Unwirkürlich müßte ich an Josef Israels Bild ״Rachel mit dem Wasser- ׳krug" denken, das die Einbandsdeckel zu Kahns s^Erez Israel" schmücket. Ein buntes, reges Le- Den spielt sich an den Straßen ab. Da kommt Karavanne gezogen, hier ein schwerbebadener Esel, dort springen Reiter heran. In dieses Gewirr mischt sich das Knarren der riesigen, gweirrädrigen Lastwagen. Hier wird Baumwolle verladen, dort werden Südfrüchte in den Hof getrager! —!ein Einfahrtstor besitzen die Häuschen der bucharischen Juden nicht. Hier tritt ein schwerbeladener Esel durch die Tür- Pforte vom, Hofraume aus auf die Straße, dort kommt ein Maultier-Kalravanne, deren Ankunft Der momentane Gesang ihrer Treiber ankündigt. Noch bunter und aufregender gestaltet sich das Leben am Marktplatze selbst. Im Zentrum des Judenviertels gelegen, werden hier aller- Hand Waren gekauft und verkauft. Hier ist der graoße Fleischmarkt, hier sind die Schlosser- Werkstätten., Schmieden und einige Kaufläden Hier spielt sich das Handelsleben im Kleinen ab, hier ist die Börse des Kleinhandels. Die größten Geschäfte befinden sich außerhalb ihres Wohnviertels, ebenso die großen Bank'Jnstitute. (Fortsetzung folgt.) Die Stockholmer Konferenz. nalen Forderungen des jüdischen Proletrariats und von den -veschiedenen sozialistischen Parteien Rußlands ist mit Sicherheit -anzunehmen, dajtz sie ihre allgemeinen Grundsätze nationaler Gleichberechtigung und Selbstverwaltung der rituell verköstigen. Haggadas und Gebetbücher wurden ausreichend verteilt. Keine eingelangte Anmeldung oder Bitte ging leer aus. Leider mußten auch manche zu Mat eittgelangtr oder der Verhältnisse halber unausführbare Wünsche un- Juden gegenüber nicht verleugnen werden. Die!erfüllt bleiben. Allen hochherzigen Spendern, Sozialisten der neutralen Länder schließlich insbesondere den löbl.-Vorstehungen der Gehaben bei der Haager Konferenz im Sommers meindrn und Körperschaften sei nviniens unserer 1916 durch den Mund ihres Vorsitzenden, Gewackeren jüdischen Krieger und Glaubensgenoffett P. I. Troslstra, gleichfalls erklärt, daß! nössischen Kriegsgefangenen herzlichst Dank ge- Vkl•!4 4SkA«« 1%Td «-* a!4 <444 A f A 11TJ «!44 i*H4C n4 t\ P . . 1 CVP.. C! . P -.. i .tV . r * 4. ... . _ W _ . C. / . f die Juden als nationale Minderheit auf die Rechte Anspruch haben, die die Internationale für alle Unterdrückten Völker fordert. Es ist «nunmeh die Aufgabe der Wischen sozialistischen und Arbeiterorganisationen, ihre Fraktionsdifferenzen in diesem! Augenblick Weltgeschichtlicher Entscheidungen zurückzustellen und,dem jüdischen Volke im Friedensprogramm der Internationale eine nationalen Rechte zu verbürgen. ' . , , . ‘ . Roeresponäenzen. Persönliches. Unser Gg., löge und Nationalökonom!, Oppenheimer wurde zum .Professor an der Berliner nannt. der -bekannte Sozio- Dozent Dr. Franz außerordentlichem- Universität ,er- Gg. Oberrabbiner Dr. Osias Thon hat vor Kurzem das 20jährige Jubiläum seiner Tätigsagt. An dieser Stelle sei vor allem allen den leitenden Herren der Landeszentrale für rituelle Soldatenverköstigung in Budapest (Brüder v Freudiger und H. Korrein) für die emsige, unverdrossene Mühewaltung und Förderung, ohne die speziell die Aktion «der Mazzotbeschafsung. wie sie gedacht und ausgeführt wurde, erfolglos geblieben wäre,, ans das Wärmste gedankt. Jsr. Militärseesorge des 20. Korpskommando, k. u. k. Feldvabbiner Dr. Adolf Altmann, Rabbiner und Prediger für Südtirol in Meran. — Paul Berger, Kassier, Schriftführer; Jako׳. Bermann, Beirat. Infolge Jnanspruchnab!׳ mit der Pessachaktion kommt der Gefertigte erst heute dazu folgende Liebesgaben für die ten im Felde dankend zu bestätigen: Hermann König, Wien, 1000 Zigaretten und 25 Stück Zi? garren, Malvida und Flora Grünwald, Gebetbüchlein, Psalmen und Pentatkuch, Rabb'. Bela Fischer, Zeitschriften, Gobetbüchlein, Psalmen, Haggadas, Feldrabb. Grünfeld, Poszony, Sol datenfeldbriefe. Um -weitere Spenden! besonders von Ritualien aller Art bittet: Feldrabbiner Dr. A. Altmcmn׳. Sendungen, Feldadresse: beim 20. keit in Krakau gefeiert. Die Gosiinnungsge-! ׳^'Vpskommando Feldpost 514, Amtssihadrc״ Die Jüdische Arbeiter-Korrespondenz im Haag schreibt: Das jüdische Proletariat erwartet daß die Stockholmer Konferenz bei der Bevatung über die natinaolen Probleme, deren Lösung unvepmeidlich geworden ist, den natio malen Forderungen des jüdischen Volkes, wie sie in dem Prograinmo des amerikanisch-jüdischen Kongresses, in den Beschlüssen des jüdischen Arbeiterkongresses in Newyork in der Denkschrift an die Internationale zum Ausdruck kommen, die gebührende Be-achtung zuwenden.wird. Wir dürfen Wohl von der Internationale verlangen, daß sie die jüdischen Minderheiten in verschie denen Ländern gegen gewaltsame Entnationa- Nsierung und ,nation!ale Entrechtungen wirsam Wützt, daß sie unfern arbeitsuchenden Massen vie Freiheit dex Ansiedlung und nationalen Konsolidierung im׳ und um Palästina sichert. Die Hoffnung ist begründet, daß sich die Mehr- Heit der sozialistischen Parteien «cmf diesen Standpunkt stellen wird. In England haben die Arbeiterpartei und zwar ohne Unterschied der Fraktion׳ und die Trades Union Kongresse -in wiederholten Resolutionen während «des Krieges!ihren Sympathien für die nationalen Forderungen des jüdischen Volkes Ausdruck gegeben. In den Vereinigten Staaten hat sich die Sozia- Wische Partei im Jahre 1915 den. Beschlüssen des allgemeinen jüdischen Arbeiterkongresses angeschlossen und die A!m!erioan Federation of Lavor hat besonders bei ihrer letzten Arbeiters internationale aufgefordert, den Schutz der Lamherg, Rechte des jüdischen Volkes zum Gegenstand der Verhandlungen bei Friedenskongvejtz zu machen, In Frankreich hat sich jüngst der Nationalrat der sozialistischen Partei für die!nationalen Minderheitsrechte der Juden in allen Ländern wo sie in größerer Zahl siedeln, ausgesprochen und es ist bekannt, daß auch die italienisschen Sozialisten diese Forderung nationaler Selbst- Verwaltung auf die Juden ausdehnen. Wir ha- Den Grund zur Annahme, daß beide Fraktionen der Sozialdemokratie Deutschlands« wie immer Ehre Ansichten in der Judenfrage sind, eine na״ tionale Entrechtung.der jüdischen Waffen Ostimropas nicht dulden werden. In Oesterreich waren die tschechischen und ukvcünischen Sozial- Demokraten stets aufrichtige Freunde der nationossen in Krakau haben zu Ehren des berühmten Knzelredners einen Garten auf seinen Namen im Herzelwald gestiftet. Meran, April 1917. Auf den Aufruf d-x Gefertigten in diesem Blatte und auf Grund Persönlicher Intervention sind folgende Spenden für die Mazzotversorgnung und rituelle Ausspeisung -der Wichen Soldaten und Kriegsgefangenen eingegangen: Jsr. Kultusgemeinde Wien, 1500, Chewra Kadischa, Wien, (für Kranke und Verwundete) 600, Jsr. Allianz in Wien (für Kiregsgefangene) 600, Agudos Israel, Wien, 200, -Ausschuß zur rituellen Beköstigung der jüd. Kriegsgefangenen etcan den Pessachfeiertagen 800, Landeszentrale für rittuolle Soldatenbeköstigung, Budapest 1000, Manfred Weiß, Budapest 300, Wiolfner Gyula es Da«rad, Budapest, 300, Orth, israel. Kultus gemeinde, Eperjes, 100, Neologe isr. Kultus gemeinde, Eperjes, 75, Neologe Chewra Kadischa, Eperjes, 50 Zoltan. Nltmann, Eperjes, Familie Türkl, Wien, je 200, Nandor Salzberger, Trient, Königswarterstiftung, Meran, je 100, Aron Hirsch, Berlin, 75, S. Frost, Wien, 5, Dr. Alfred Berger, Wien, 26, I. Kreppel, Wien 10, Ernst Wreba, Prag 10, Jakob Bodek, Grsdek, Ignaz Spiro, Krumau, 20, Sigm. Modisches Brüx, 20, Jakob Bermann, Meran, 20, Paul Berger, Meran, je 20, Gustav Katzenstein, Cassel 15, Dr. Ornstein für Brüder Hugo 0rn״ stein Rio de. Janeiro 150, Pauline Birnbaum!, Karlowac, 20, Heinrich Gutmann, Meran, 10, Frau S. Rosentower, Meran, 10, Sigismm׳^ Schwarz, Bozen, 50, Frau Dr. Rosa Hersch, der Milit. Seelsorge -in Meran. — Jolanka Petrselka s. A. Einen schweren Verlust hat der Hauptkassier der Wiener isr. Kultusgemeinde Herr Josef Peters-elka durch «das so jähe Ableben seiner Gattin Jolanka erlitten. Das Donnerstag, den 17. Mai 1917 stattfundene Begräbnis gestaltete sich zu einer imposanten Trauerkundgebung. Welcher Liebe und Verehrung.sich die Dahingeschiedene erfreute kann man nur ermessen, Wenn man die vielen Hunderte sah, die gekommen waren der Verblichenen die letzte Ehre, das letzte Geleite zu gebein׳. In Vertretung des Vorstandes der isr. Kultusgemeimdo erschienen Herr k. k. Landesschulrat Dr. Markus Spitzer und Vorsteher der ״Chewrcr Kadischa" S. Steiner und Karl Lemberger. Die Vorstandsmitglieder des Vereines für Krankenpflege und Unterstützung Handlungsangehöriger Israeliten Josef Mandl und Emanuel Morawetz. Vom Vereine ״Kosmos" Präsident Dr. Treulich sowie sämtliche Ausschußmitglieder. Sr. EhrW. Herr Rabbiner Dr. I. M. Bach und M. Kramer, Oberkantor Don Fuchs und M. B. Kaufmann u. v. a. Die Beamten der isr. Kultusgemeinde an der Spitze die Sekretäre Dr. Emil Adler udn. Emil Engel waren vollzählig erschienen. Nachdem! Oberkantor Josef Morgenstern mit dem Chore die Trauersänge in ergreifender Weife zelebriert hatte, schilderte Sr. EhrW. Herr Rabbiner Dr. M. Grünwald das Loben dieser edlen Frau und wies insbesondere auf ihre mütterliche Fürsorge hin, die sie als Verwalterin des Jeiteles Stiftungshauses in der Steingasse den alten 2^H״NeWer" Meran, 10?“ Eduard" JmL'A°uen zuteil werden li«G Am G«Se sang Schlachtitz, Men, 10. Sofie Rie, Meran 10, E. Glück, Meran, 6, Anna Pick, Meran, Rosa Mändl, Meran, je 10, Jonas Mair-Beer, Meran, 25, Sigm. Jellinek, K. Barber, Orlau, 6, Jakob Neurath, Wien, 20, Marco Mandel, Meran, 10, Moviz Breda, Brünn, 10, Armin Eingedenk, Prinitz, 6, M. Joß, Prag, 10, Alb! ״ Meran, 5» Hugo Sachs, Mercm, 10, Albert Winterberg, Men, 6, Dr. Gezg Gcrra, Meran, 10, Jfaak Licht, Krakau, 6, W. Buchsbaum, Meran, 5, Mayer Stütze!, Meran, 2, Richard Hacker, 4, Ella 8llt, 5, Valerie Stöffel, Mödling, Jakob Karpeles, Wien, I.! Breuer, je 10, Alfred Heller, Wen, 12, Rudolf Kohn, 30, Josefins -Gueska, 10, Dr. M. Koref, Meran. 20 Kronen. Ungefähr 1000 jüdische (kranke und,gesunde) Soldaten Md Kriegsgefangenne iim Bereiche des 20. Korps samt Rayon 1. und 2. der Südwestfront wurden mit aus. streng ritueller Quelle bezogenen McMt ausreichend versehen. Eine große Anzahl erhielt volle rituelle Verköstigung während der ganzen Fesiidiauer -in Meran. An vielen Orten der Ed pe und der Front konnten sich die Soldaten Oberkantor Morgenstern nach das ״El mole rachamim" worauf der Wiener Synagogensänger-Verband das ״Schlafe Wohl" fang. Wenn ein Trost für den trauernden Gatten und seinen Kindern möglich ist, «dann! mögen sie ihn in dem Bewußtsein finden, daß eine große Schär guter Freund; innigen Antsik an dem schweren Verlust nimmt, den sie erlitten. ^ückerbefpeeckungen. Jomtowbücher in jiddischer Sprache Soeben sind im jüdischen Buch- und Kunstverlag, Redakteur M. Hickl, Wien. 8. Bez. Lercheng. 6, die Jomtowbücher, Schewuothausgabe in schöwr Ausstattung erschisnen. Band 1. enthalt Beiträge von Dr. Geyer. Dr. Nach, Birnbaum, D. Silberbusch, Eisig König, I. Witkower. Dr. Frankel, Jak. Mestel, Eisir Weinstein, JeHkä Lewi, Josef Holder, Nachum Sternheim, L. Schußheim, Jak. Schmul Taubes usw. — Preis

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