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Jüdische Volksstimme · 1917-04-23 · Heft 7 (23.4.1917) · page 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVIII (1917)
Issue
Heft 7 (23.4.1917)
Date
1917-04-23
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Nr. 7. ״Jüdische Bolksstirnnre" Seite 6 Die Hilfsaktion in Rußland. > Diese beiden Rechtsanwälte gehören zu den gen, das diese antisemitische Dokument in die hervorragendsten Männern der russischen Ad- Oeffentlichkeit getragen werde. Berensohn be- Aus den Berichten«, welche auf der ״Generalvokatur und der jüdischen Öffentlichkeit. jrensohn bemerkte ironisch, Rudnitzki wolle die Versammlung der jüdischen Spender in Petro zrad zugunsten der. jüdischen Kriegsopfer" am 12. Jänner erstattet wurden, ist zu entnehmen, daß die jüdischen Hilfskomitees bisher 138.000 jüdische Flüchtlinge registriet haben. Für diese wurden 26 Millionen Rubel verausgabt, woran die Regierung sich!mit 12 Millionen, das Komitee der Großfürstin Tatjana mit 1 Million beteiligten, während die übrigen 13 Millionen Spenden der jüdischen Bevölkerung Rußlands, Englands, Amerikas und Südafrikas darstellen. Am 26. Jänner fand in Petrograd eine Eine stürmische Sitzung im Warschauer Stadtrat. . alten russischen Verordnungen wieder Herstellen und sich auf die Autorität der russischen Schutz- . leute stützen. Rudnitzki erwiderte darauf, die Antwort des Kuratoriums sei ein bürgerliches Die Sitzung des Warschauer Stadtrates Tokuinvnt vor denr der Stadtrat Achtung haben an! Donnerstag, den 22. März, behandelte fast miisse. Prilutzki rief von seinem Platz' aus: ausschließlich jüdische Fragen und zeichnete sich ״Dieses ist kein bürgerliches sondern ein schänddurch eine Heftigkeit der Debatten aus, wie sieliches Dokument. Die Worte PrilutzkiS erregten bis jetzt im Warschauer Stadtvat noch unbe-seinen ungeheuren Sturm. Von verschiedenen Projekt eines Schulratz schlüge der jüdisch-nationalen Parteien bezüglich Massenversammlung bit j'ü'dischLn^^Beitrags-! dieser Gesetzesvorlage, der Bericht der Komzahler für das Hilfskomitee zugunsten der vom Mission über das Recht der ״Langgekleideten , Kriege betroffenen Juden statt. D׳e.r Vor->^n Stadtpark ״Lazienki" zu betreten, und die sitzende, Rechtsanwalt Schlioßberg, erstattete! Frage der jüdischen, Reservistenfrauen, dre man- Bericht über die Tätigkeit des Hilfskomitees! Als eines^ standesamtlrchen Trauscheines ke^ in den letzten Leinhalb Jahren. Wir entnehmen " " dem Bericht folgende interessante Angaben: Jnr ganzen wurden infolge der kriegeri. schon Ereignisse von ihren ständigen Wohnorten 450.000 Juden vertrieben, darunter figurierten allein die Gouvernements Kowno und Kurland rede begründete Prülutzki seine Bemerkung. Die Erklärung des Gartenkuratorijums, in der behauptet wird, daß die ״Langgekleideten" eine Schande für deil Stadtgarten sein würden, beleidige die Ehre voil 80 Proz. Juden, die ihr Tradition gelnäß lang gekleidet sind. Er könne daher seine Bemerkung nicht zurückziehen, datz Regierungsunterstützung erhalten. In der.erstensolche ausgesprochen antisemitische Ansicht Frage erlitten die Juden eine vollständige eine schändliche ist. Der Tumult im Saal vor- Niederlage. Die letzten beiden Fragen wurden ^größerte sich. Die ״Narodowzi" (Nationalisten) zugunsten der Juden entschieden. Die Debatte steten ׳von׳ Airtrag, Prilutzki für drei'Sitzungen aber, die sich an die Behandlung der zweiten des Stadtrates .auszuschließen. Farbsteiu per- __ __ ___ Frage knüpfte, erregte die Gemüter aufs äußer-langte eine nominelle Abstimmung. Mit einer mit 160.000 Juden. In jüdischen Hilfskomitees ste und charakterisiert am besten die Verhältnisse Mehrheit von Sti-nmien der Narodowzil und der wurden im ganzen 238.000 jüdische Flüchtlinge! m der Warschauer Stadtverwarltung.!Demokraten wurde Prilutzki für drei Sitzungen registriert. Der Unterschied ■,k״;aי* ׳״‘״-- i -T'/pr Aowadski las ־.־ ~ letzten Zahlen ist l fche Hilfskomitees Flüchtlinge registrieren, ״w».,־•״-״ ״ ■ . . .., - . -- --. — tees tatsächlich materielle Hilfe geleistet wird.! schlag, die seitens der Juden eingebracht wurden' unterbrochen. Es sei zu erwarten, — führte der 34 Prozent der registrierten jüdischen Flücht-!3ur Abstimmung. Zuerst wurde der Vorschlag Redner aus — daß der Auftrag der Kommission linge sind Kinder. Bis zum schulpflichtigen, Ar ״Volkspartei" Zur Abstimmung gestellt, der,einstimmig vom Stadtvat angenoinmen werde Alter gab es 19.000 Kinder, über das schul-! die Bildung einer jüdischen SchulkommissiuM und daß kein Miglied des Stadtrates sich er- Pflichtige Alter hinaus 38.000. 11 Proz. der! bestehend aus 3 Ratmännern, Vertretern der lauben wird, feinem Kollegen, einem süd.-orth. Flüchtlinge haben das sechzigsten Alter über-' drei jüdischen Parteien im Stadtrat (״Verelm- Ratmann, der zugleich mit ihm für das Wohl schritten. Auf jede jüdische Flüchtlingsfamilie' klung der jüdischen Ratmänner , Zionisten und des Landes tätig! ׳ist, das Recht auf freie Luft entfallen 4,3 Personen; 28 Proz. der jüdischen, Volkspartei) und je einem Vorsteher des^judiabzusprcchen. Herr Jlski, — wandte sich der Faniilien, also im ganzen 15.000 Familien,! scheu Schulvereins und des bundistrschm Arbei- Redner ain den Führer der Antisemiten — waren ohne Väter.. Diese Zahlen bekunden, daß terklubs, verlangte. Der Vorschlag wurde ab- >;Zcht .seiner Kleidung wegen, souderii seines die jüdische Flüchtlingsmasse noch lange Zeit gelehnt. Mit Ausnahme des extremen AsstMli«- Judentunis wegen suchen sie den Juden zu be- Hilfsbedürftig sein wird. Von unumgänglicher-lauten Natansohn, der gegen diesen Vorschlag leidigen. Das ist nur eine konsequente Fort- Notwendigkeit ist es, die kulturellen Jnstitutiostimmte,!enthielten sich alle jüdischen Ratmannor setzung Ihres antifeniitischen Progvammes. Sie nen aufrecht zu erhalten, die durch verschiedene! der Abstimmung. Der Antrag der Zionisten, der wollen den Juden nicht in die Arbeiterzünfte jüdische Organisationen zugunsten der Flücht-Aine jüdische Schulkommission, blß aus 1e einem ansiich,ilien, verweigern ihm das Recht die Schule lilige ins Leben gerufen wurden. So hat z. B.! Vertreter der drei jüdischen Parteien bestehend besuchen, an öffentlichen E,inrichtuugen nürmehr als 200 Schulen ׳eröffnet, in denen 32.000! verlangte, wurde ebenfalls abgelehnt. Für diezuwirken, deii Stadtgarten zu betreten! Kinder unterrichtet werden und Rahrun» be-, st» Vorschlag stimmten au^er den Ammstcm Was Sie den Dieben und dem Auswurf kommen. Dieselbe Gesellschaft erhält eine Reihe, auch der Ratmanner der.B«lksp«te> der , Gesellschaft gestatten, wollen sie den Juden von Kinderhorten, die 8000 Kindern Unter-orth, Ratmann Wegmeister.^Das gleiche ^8 ' verbieten. Hier handelt sich auch nicht nur um kunft gewähren. Für diese Zwecke sind noch sal hatte auch der Antrag de- ,oualisttschei» ,,Langgekleideten allem. Die Wächter hätten große Summen notwendig. Dabei muß beachtet mo»n Z>ch»>wskr tAbgeordneier der linken ch, 4s-• $0ן" auf,gepatzt, daß auch kein Jude, der eurowerden, daß auch den zahlreichen jüdischen In- S. und des ind. Bund ) auf Schaffung einer. ^,«udU ist, die Heiligkeit des Gartens validen und den Familien gefallener jüdischen. allg.Schulkomm1sswn unter BetcilMmg »ex, ^ine Anwesenheit entweihe. Jetzt wollt Krieger Hilfe geleistet werden mutz. Das jüdi-'der Vertreter der polnischeil uiid fudisch« Ar-. Sen 3u&en Mne Suft g^e». später Ich- Hilfskomitee bekonimt von der van der Re-,b-,ter°rgan>sati0nen. Auch der Kompromitzvor-, ^ch das Aufenthaltsrecht in dem gierung eingesetzten speziellen FlüchttiugKkomi-.'sch ag des Rabbuiers Dr. PosnanSkt,, die be-^ entziehen wollon, obwohl wir jetzt für fehlende Betrag von 800 vate Mittel aufgetrieben werden muß. Russisch-jüdische Hilfsaktion für Polen und ursprüngliche Gesetzesprojekt über die Schaffung gen der russischen Polizei. Eine neue Kraft ist im Wachsen begriffen: die Demokratie, der die Zukunft!des Landes gehört, fie wird das Andenken verachten, die auf diese Weise die jüdtchaffung einer 7-gliederigen Schulkommission Litauen. für Polen angenommen. Mit Erlaubnis des Finanzministerium bat •*, י.cI1n1 ^vettmann Nosset ^Veöe״ren yeracyren, oie aus oiew D5e!n - /-va SS -T ^minlnerlum yar, r1^ 5״cr das Recht der lcrnggetleideren Juden, b.׳ll׳i,dim׳n suckln bas udisch-Hilfskomitee m Petrograd an den^^ Stadtpark Lazienkt zu betreten. Bekanntlich M.tbmger^ zu^^»-lubMn rusiischen Gesandten m Stockholm den Betrag! di? -in einer Sitzuna des Stadt- . .yn *}!üT1 ׳afVtc Jtuo- U»R"bel B00.000 zu Gunsten der notleidendmj £om W. Dezember behandelt und be- •W* Bevölkerung in Polen und Litauen ub-erwiesen.!hrrfc Nerkot ausreckterbalten bleibh A?ru11 r; ö°m, ^vgryfe -Lierenwyns geirossen. Diese Gelder werden unter Beteiligung des H^D-m Stadtrat wurden daraufhin zwei Vor-' Berensohn antwortete darauf, daß er beve.1׳t sei, D..R. WrMl°n.°ws und «*י״ jüdischen Hilfskomitees verteilt werden. die Auslckrift ״Den Betrunkenen Lun-! 6eben. Mit ׳e.mer ueverwieguidm -Eyryeir Di- -rst-n Früchte d-r Jud-n-m.nzip.tio« i» L^ngg-kkidlt-n ist der Mntritt " 1S.5V nmSuwv» mi+nvapirfiript St.0MMig10N angenommen m . , boten" zu beiseitigen, der andere, unterzeichnet ^ufiiano.! von Ratmann Berensohn, die Morte: ״Langge- Einer telegraphischen Mitteilung voni 27.! kleidete" durch ״Schmutziggekleidete" zu ersetzen. März zufolge wurden M. M. Winawer und O.׳ Die Kommission war der Meinung, daß im O. Grusenberg in den russischen Senat berufen.! Jntevesse des Stadtgartens nur die Beseitigung M. M. Winawer war Abgeordneter der der schmutzig Gekleideten und nicht die Beleidiersten russischen Duma und Vorsitzender des gun-g der Juden liegt und hatte beschlossen, dem Verbandes zur Erreichung der Gleichberechti- Stadtrat den zweiten Vorschlag zur Annahme gung der Juden, lieber die jüdisch-nationalen vorzule,gen. Diese Rede des Berichterstatters Anschauungen dieses hervorragenden jüdischen erregte die llnzufriodenheit der antisemtMschen Politikers finden sich an einer anderen Stelle Ratmänner. Es wurde der Vorwurf erhoben, der heutigen Nummer der ״Jüdischen Volksdaß der Stadtrat kein Recht habe, «eine Frage stimme" interessante Mitteilung. von «neueni zu behandelii, die schon emmal vom Ossipowitsch Grusenberg hat sich durch seine Stadtrat untersucht uiid abgelehnt worden ist. stolze Verteidigung im, Beilis-Prozeß um das Ratmann Rudnitzki fovderte, die Antwort des Judentuni große Verdienste erworben. Er war Gartenkuratoriums, in der das Verbot für die Mitarbeiter der zinonistischen Zeitschrift ״Jelaiiggekleideten« Juden ״begründet" ist, vorzuwrejskaja Shisn" und wurde von den Zionisten lesen. Dieser Vorschlag wurde auch voii deni Zum Schluß der Sitzung wuride auch die Frage der jüdischen Reservistenfvauen, die keine standesamtlichen Trauscheine besitzen, erörtevt. Der Stadtvat beschloß, diesen Reservistensrauen vom 1. April ab die Regierungsunterstützung zu gewähren, falls «nur der Magistrat fieststellen wird, daß die religiösen Trauscheine in Ordnung sind. Chariaktevisch. ist, daß nach diesen stürmischen Debatten auch die Narodowzi — mit Ausnahme übrigens!des einen Herrn Jlski — für diesen Vorschlag gestimmt haben. Das Hilfswerk der amerikanischen Juden. In einer Sitzung des amerikanische-jüdischeir Hilfskomitees, die am 9. Februar ftatt* fand, wurde beschlossen, dah Joint Distribution Hilfsgelder, die sich «auf eine Million Dollar bewiederholt in Wilna als Kandiat für die Reichs- Antisemiten Jlski׳ und Prengowski unterstützt, liefen, sofort zu überweisen. Die jetzt überwie« duma aufgestellt. Die jüdischen Ratmänner erhoben Protest dagesenen Gelder werden wie folgt verteilt:

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