Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVIII (1917)
- Issue
- Heft 7 (23.4.1917)
- Date
- 1917-04-23
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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e*u< 2» ״Jüdische <ft. 7. se ein aus verschiedenen Nationen bestehende von irgend tvelcher Form des religiösen Staat zusammenzuhalten ist. Und warum sollte kenntnisses gewährt werden. den Ostjuden nicht recht sein, was anderen! Eine Assi׳m!ilierung der Juden nach Be- Völkern billig ist? Man! bestreik ihr besonderes Volkstum (siehe den Aufsatz des Herrn v. Rechenberg), weil die Identifizierung von und Nationalität nicht berechtigt, das ״Jiddisch" außerden! nur ein Dialekt, aber keine brauchbare Umgangssprache sei. Das erstere ist aber im Osten gar keime so seltene Erscheinung, die wirklichen Russen sind alle ׳miiteinander orthodox, die Polen katholisch. Protestantische Polen oder katholische Russen gibt es eigentlich überhaupt nicht. Und das ״Jiddisch"!ist sicherlich nicht mehr eiin Dialekt, als etwa das ״Vlämische" und das ״Schwyzerdütsch" oder das ״Burische" und Holländi schr." Der Berliner Universitätsprofessor Dr. Hermann L. Strack schreibt zum Beispiel im Vorwort zu seinem ״Jüdischen Wörterbuch": ״Das Jüdische, meist für ein verderbtes Deutsch gehalten, kann aüf den Namen einer Sprache mit mindestens demselben Recht Anspruch erheben, wie das Englische." Durch die historische Ent- Wicklung ist das ״Jiddisch" eben eine Sprache geworden, die von einigen Millionen Menschen gesprochen und verstanden wird. Das ist das Entscheidende. Ganz zu schweigen von der überaus zahlreichen jüdischen Litiovatur Polens und Rußlands, von dev das ״Berliner Tagblatt" mehrfach gute Proben gebracht hat. Auch die für das Ohr des Westeuropäers vorhandenen ästhätischen Mängel der Ostjüdischen Sprache können keinen Stichhaltigen Grund für ihre Minder- ,Wertigkeit abgoben. Man kann keinem Volke die west europäischem Muster (die mir, nebenbei be׳ merkt, für Westeuropa auch wünschenswert erscheint) kommt in Polen vorderhand gewiß nicht in Bertacht. Darüber sind alle wirklichen Kenner des Landes einig. Es bleibt daher gar nichts anderes übrig, als sowohl den Juden wie auch den anderen in Polen wohnenden Minderheiten eine wahre und echte Autonomie zugestehen. Eher wird man in Polen eine ruhige Entwicklung kaum erwarten dürfen, und für die auch in polnischen Bevölkerung -nicht gerade seltene ׳ .^!onal-chauvinistische Stimmung würde!eine solche nationale Autonomie der Minderheiten nicke", namentlich aber die ״London Nation" und der ״Manchester Guardian" widmeten sich bemerkenswertem Eifer der Vertretung׳ und Verbreitung dieser Gsdankenrichtung, die auch in die Presse anderer Länder und sogar der des vorrevolutionären Rußland überging. In den allerletzten Monaten aber scheint ein dritter Faktor hinzugekommen zu sein, der auch die Geschichte Palästinas mitzubestimmen haben dürfe. Seit dem Beginn der deutsch-amerikanischeu Spannung ist aus Gründen, die vorläufig mehr vermutet werden, in England eine nicht geringe Strömung zugunsten ,der Neutralisisrung Palästinas uniter dom Protektorate der Vereinigten Staaten von Amerika eingetreten. ,vlcye uano are Äumnonue «er wcmoeryeuen Unlängst äußerte sich der Kolonialoffiz er und von besanftiNend-regulicrender »rkung sem. UnterhauMitglied WÄ»k,°w°°i» qanz entschieden Dre politischen Wirkungen der National!- für eins solche Lösung der Palästinafrage, und tätenkampfe, di,e> sich an unseren Reichsgrenzen letzhin berichtet der bekannte gmer׳ Journalist vor d-m Kriege abgespielt haben, sind auch für! n!n»d ,politische Schriftsteller Norman Hapgood uns Deutsche während dieses Kampfes deut. in einer Londoner Korrespondenz an die ״Newlich geworden. Und gerade der geographisch nicht York Evening Sun," daß auch er eine Stimgünstig gebettete deutsche Nationalstaat hat viel mung in gewissen Kreisen Englands wahrgetriftige Gründe, sein Teil mit dazu beizutragen,׳ nommen habe, die für ein amerikanisches Prodaß es auf diesem Gebiet besser und ruhiger *׳ *״״ ־*״•יי׳**״- v• r— wird. Das neue Rußland hat seiner jüdischen Be völkerung bereits volle Gleichberechtigung nicht vorenthalten wird? Politische Imponderabilien standen zwar vor diesem Kriege eine ebenso bedeutsame Rolle in der Ebwicklung des russischdas im Wiederhergestellton» Frieden aufs neue tun wird. Auch von diesem Gesichtspunkte wäre es falsch, ihre berechtigten Wünsche nicht zu erfüllen. Niemand, der sich die Mühe gegeben hat. Sprache diktieren, man muß die jerntge ^}c polnischen Dinge kennen zu lernen, kann lassen׳, für den Grundsatz ״cu!us regio!ejus bezweifeln, daß die Juden die Anerkennung und li-ngua sind d!e Zeiten vorbei. Ganz und gar^ ^e1t Schutz ihrer nationalen׳ Rechte mit aller E a^eT׳ ^em ^1;e ^chst^ fur Inbrunst einer sich ihres Volkstums bewußten dre Absonderung der Juden.M die Schuhe zu Nation verlangen. Und das jüdische Volk in schieben. Grunde wirtschaftlicher und politischer Polen hat ein Recht darauf, daß auch ihm der h6׳ben diese AbsonderuiW lierbeigefichrt,, Weltkrieg die langersehnte Freiheit und den ihre Beseitigung wlv>> sie allmählich, verschwim (g|,ntritt in die am Fortschritt der Menschheit ,den machen. An dem Beispiel Galiziens, wo die Reihe der Nationen bringt. Das Polm als herrschende Natronialitat nahezu alle nur zum Besten der Juden selbst ^1e ^Eten, lassen sich diese h^nen, sondern auch! dem polnischen Staate zum ,Tatsachen am besten erkennen, und e^ muß unter ^^ile gereichen und im wohlverstandenou! In- ^^n Umstanden verhindert werden, daß das Dresse des deutschen Reiches liegen-. ״Die Neue ,neue Polen em zweites Galizren wird. .! Züricher Zeitung" (vom 8. April 1917) widmet Gerade gefährlich aber wurde es s-em, mit Dr. A. B. gezeichnete Leitartikel dem ,gewisse Zugeständnisse autonomer Art an Vor- ־ ־ Lektorat über Palästina — daß auch in diesem Falle für die jüdische, Kolonisation bestimmt sei ~ eher zu haben fei als für die Zuteilungdieses Landes an« England selbst. Haplgood dev« mutet, daß die Schwierigkeit einer Verstämdigung mit Frankreich über die Gebietsverteilung in Syrien einerseits, anderseits die bei den Engländern trotz allem noch vorhandene׳ Neigung, die Türkei eventuell zu schonen und sie nicht einer völligen Zerstückelung preiszugeben, hierbei! maßgebend gewesen sein mögen. Eine Neutralisierung Palästinas würde Frankreich und natürlich auch die Türkei sehr weniger empfindlich treffen, als dessen Einverleibung in das englische Kolonialreich, im übrigen aber genügeiu, um Englands Interessen im Orient vor unangenehmen Uoberraschungen zu schützen. Diesen Hypothesen Hapgoods mag noch Hinzuge- ׳ fügt werden, daß die Propaganda zugunsten einer Neutralisierung Palästinas unter amerikonischem» Protektorat nicht zum geringen Teil als ehrende Verlockung, für den großen Iransatlantischen Staat gedacht ist, um ihn, für die Sache der Entente völlig zu gewinnen«. Das allen Wjeltregionen Heilige Land zu beschützen — uninteressant zu beschützen —, diese Aussicht ist für- Lil fesseln stehende Absonderung zu em-et uuueuu/cu mu- *fiiMt »er* -chm und ohne Rücksicht auf die politisch-wirt- ' a •. ־j״x toor ״* in, g,״< ÄÄ Na landL' w« SIÄtSSÄwÄ Diskussion über die Zukunft Palästinas Segen., SSttSSHS L 8M» ttLSSS Die dm Kolonisation Palästinas »durch Pie Massen der Juden zustshenden Rechte müssen unabhängig 1»^^» ,^m°ES^tSweI°n^ en°A fiÄÄS־״ " ־* 4*״ Lea nimmt den Korb und verläßt das Zim- "^Esentlich unterstützt war, 1״Tnf ifr äußerte sich wohlwollend zum Plane der Grün- Siebst* Benjamin daß wir auch ohne dich bung einer ״jüdischen Republik" im historischen Li q׳ JL «״ sa§ Zimmer! Hieiuatlainde des jüdischen Volkes. Es wurden * Mckt lo^sÄ nickt logisch —* Haltung in dieser Angelegenheit und es kam so- Die Mutter hockt am Ufer des Teiches ui-r--weit, daß sogar manche Komitees protestantischder u. sagt den Segensspruch: ״El Towlis Kei-' christlicher Engländer zu den! ausgesprochenen!im". Dann taucht sie jedes Gefäß dreimal ins Zwecke gegründet wurden, um der englischen Re- Wasser. Sir tut es langsam, mit Lust und Lieb:? ™™'"״ Wrn gierung die Eroberung -Palästinas und dessen Zuweisung an die jüdischen! Kolonisationsgesellschäften dringend zu empfehlen. Man ging hierbei vom richtigen Gedanken aus, daß die Interessen Englands im Mittelmeergebiet nur durch eine friedliche. Entwicklung in Palästina gefördert werden können, diese Entwicklung selbst aber am besten von dm Eng» l-and zu Dank verpflichteten Juden herbeige- Die ist begeistert von der frommen Tat. Ein unendliches Glucksgefühl, göttliche Ruhe und Zufriedenheit erfüllen sie undmachen ihr Angesicht strahlen. Als -ein besonderes Glück betrachtet sie es, daß ihre Tochter bei ihr ist, daß sie an dem frommen Werke teilnimmt. O, das wird sie am kommenden Morgen ihrem seligen Manne er״ ^^Und Lea steht da. sicht ihr zu und — lächelt, führt werden würde. Bei den 'überwiegend auf Sie fühlt, was im Innern ׳der Mutter jetzt vor-!!biblisch-religiösem Standpunkte stehenden enggeht, aber — wie würde sich das ausnehmen, lischen Intellektuellen und Politikern gesellte wenn Benjamin jetzt hier stünde und jedes Gesich zu diesen praktischen Erwägungen noch das faß dreimal ins Wasser tauchte.. Verstohlen alte Land der Propheten wiederum semen urblickt sie zur kleinen Brücke, ob dort kein lachensprünglichm Besitzern, und Mar unter dem der Älckauer ttebt. Protektorate des bibelfreundlichsten aller Zw^Weltml Zwei Welten!!«c ״Times", ,Morning Post", ״Daily Ehroau Senator Stone ein russischer Jude. Wie das Lodzer ״Volsblatt" meldet ist Senator Stone, der Vorsitzende der Kommission für auswärtige Angelegenheiten im amerikanischen Senat, ein aus Odessa gebürtiger Jude. Sein Vater Jizchok Steinreich ist vor wenigen Jahren i»n Odessa gestorben während seine Mutter noch jetzt in Nordrußland lebt. Nach Absol- Vierung eines Odessaer -Gynmaisiums, hat vor oa. 30 Jahren der 18jährige Steinreich-Ston-e Rußland verlassen müssen um seine Universitätsstudien fortzusetzen. Nach Absolvierung einer Hochschule für Bodenkultur, ließ ׳er sich in Amerika naturalisieren und änderte seinen Namen in Stone um. 10 Jahre später nahm er <m> den Verhandlungen zum Abschluß eines amerikanisch-deutschen Handelsvertrages in Berlin teil. Dorthin hatte er auch damals seine Eltern berufen, die «er reichlich unterstützte. In der Zwischenzeit hatte er durch Hausteren Unterricht u. dgl. fortgebvacht, bis er nach Beendigung seiner Studien als Tarif-Jspektor im Handelsministerium ankam. Roosevelt berief ihm 1907 i׳n! die Kommission zum Abschluß von Handelsverträgen, mit der er auch nach Berlin kam. Hier soll er sich in einer Unterhaltunig mit Kaiser Wilhelm freimütig zur jüdischen Nation bekannt haben. In Berlin hat er auch für Kautskis ״Neue Zeit" mehrere Aufsätze über die Entwicklung der amerikanischen Eisenbahnen geschrieben. Sehr bedeutend sind seine Studien zur Arbeiter- Versicherung.