Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVIII (1917)
- Issue
- Heft 6 (5.4.1917)
- Date
- 1917-04-05
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2621806-2621995-2622001--3586-2624794- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Tunis 1× ep/1048155
OCR text
Gelte 4 ״Jüdische BolkSstimme" Nr. 6 län-er in der jüdischen׳ Welt besessen.. Die kandiesen als auch für alle! andere Kriegsfürsorge Aktionen einen gortzen Wohltätigkeitssinn und einen edlen patriotischen Eifer an den Tag legt, der ihr zur höchsten Ehre gereicht. Mazzoth für Galizien. Die galizische Statthalteroi hat der jüdischen Bevölkerung, 100 Waggons Weizen für Mazzoth zur Verfügung gestellt. Das Getreide wurde unter rabbinischer Aufsicht vermahlen u. die Mazzothbercitung ist bereits fertiggestellt. Die jüdische Kongreßbcwegnng in Montreal. Am 10. Januar fand in Montreal eine Konferenz des Executiv-Comitees,des Kongreß- , . . - - - totalen Funktionen versah Oberkantor Schleifer in ergreifendster Weise. Norcestonlienzen. Brünn.Mitten »im Kriege erstand hier ein neuer jüdischer Verein, dessen bisheriges Gedeihen und dessen Leistungen zu den schönsten Hoffnungen berechtigon. Am 4. Jänner d. I. fand die konstituierende Generalversammlung der hiesigen Ortsgruppe des jüdischen- Wände,rbundes ״Blau-Wjoiß" statt und schon zählt der Verein nahezu 100 Wanderer uno Wanderinnen und verfügt über ein eigenes geradezu ideales Heiim. Daß es gelungen ist, nicht nur eine große! Komitees der Canadisch-jüdischen Allianz" statt, Anzahl von zahlenden Mitgliedern, sondern! an der Justizrat Peter Bercowitch, Mitglied des auch mehrere Stifter zu gewinnen, zeigt, welches.'Parlaments, als Vorsitzender, Dr. S. Ortender Interesse die hiesige jüdische Bevölkerung dem und S. Belkin als Sekretäre, W. Meyrson, L. neuen Vereine entgegenbringt. Am 4. März! Zucker, I. Kivenko und L. Auerbach und Judah wurde das neue Vereinsheim festlich eingeweiht.! Kaufmann (der als Gast und Ehrensekretär zu- Vor geladenen Gästen zeigten unsere Wanderer gegen war) teilnehmen, und Wanderinnen ihre Leistungen, die ungeteil- Die Exekutive beschloß zwei Delegierte von ten Beifall fanden. Herr Feldrabbiner Dr. Ro-!Mnipeg zu entsenden, die die Konferenz der senzweig würdigte die Leistung der Sängerinnen! We'st-Canadischen Juden zu vertreten haben ourch eine Einladung zur Mitwirkung an der! werden, zwei Delegierte, die die Toronto-Orga- Purimfeier, die er für die jüdischen Soldaten der nisationen, und zwei, die den Canadisch-Jüdihiesigen Garnison in! Festsaale der Deutschen schen Delegierten-Ausschutz vertreten sollen. Technik veranstaltete. Die Wanderinnen Grub- Der Kongreß in Eanada wird wahrschein ner, Massarzik, Frankel und Friede! brachten lich etwas später als der aimerikanisch-jüdische hebräische, jiddische und deutsche Volks- und! Kongreß abgehalten werden. Auf dem Kongreß- Wanderlieder zum Vortrag, welche tosenden,'Pogramm der Canadischsni Juden stehen: eine nicht endewollenden Beifall bei unseren Helden Nationale Anleihe, Palästina als Heimstätte hervorriefen. Waren auch die übrigen Vortrags-! für die jüdische Nation, Politische, bürgerliche nummern durchwegs Kunstleistungen, so zeigten und nationale Rechte für die Juden aller Länder, doch die Lieder des ״Blau-Weiß" deutlich, was die Bildung einer Kommission, die zu untersudas Herz und Gemüt unserer Soldaten bewegt, chen haben wird, welchen Beistand die Canadisch Die Beteiligung an die Purimfeier brachte dem Regierung der Förderung der jüdischen Jmmi ״Blau-Weiß" neue Freunde und Gönner ,so daß gration und der Jüdischen Kolonisation in Cadem jüngsten jüdischen Verein in Brünn eine, naba gewähren kann, sichere und schöne Zukunft verausgesagt werden kann. Kunäscüau. Die jüdischen Flüchtlinge. Im englischen Unterhause regte Dalziel die Frage der Behandlung jener aus Rußland wegen Mißhandlung nach London vor dem Kriege geflüchteten Juden an, von denen Hunderte wieder nach Rußland aus geliefert worden waren. Bonar Law sagte, die Regierung begreife es, daß es Aergernis erregte, wenn zahlreiche Ausländer an ihren Wohnorten verbleiben dürfen, während!die englischen Untertanen in demselben Lebensalter gezwungen würden, die Waffen zu ergreifen. Immerhin seien Ver- Handlungen zwischen der englischen und rusfischen Negierung im Gange. Dabei sei Grundsätzlich festgelegt worden, daß Männer im dienstfähigen Alter vor die Wahl gestellt werden sollen, ob sie sich dem englischen Heere anschließen oder in ihr eigenes Land zurückkehren wollen. Dier irrische Nationalist Dill o n stellte hierauf die Frage, ob man diese russische Juden nicht nach Amerika auswandern lassen könne, was Bonar Law verneinte. Auf eine weitere Frage des nationalistischen Iren King antworte Law, daß im Notfälle ein neues Gesetz von der Regierung vorgelegt wird. Jüdische KriegswaisensÜrsorge. Der Verein zur Rettung der verlassenen jüdischen Kinder Galiziens hielt vergangenen Samstag abends seine erste Generalversammlung ab. Die Vereinsleitung legte einen aussührlichen Bericht über die bisherige Tätigkeit des Vereines vor und verwies auf die Aktionneu, die bisher für die jüdische Kriegswaisen- Fürsorge in Galizien unternommen und durchtzeführt wurden. Dem Vereine gehen reiche Spenden zu, deren Höhe etwa eine Million Kr. erreichte. Der Versammlung wohnte auch der Präsident des k. k. Kriegssürsorgoamtes, Prinz Eduard von Liechtenstein, bei. Seine Durchlaucht ergriff im Laufe der Versammlung das Wort und konstatierte mit großer Genugtuung die segensreiche Tätigkeit des Vereines und hob hiebei die,große Opferwilligkeit der öfterreichischen Judenschaft hervor, , die sowohl für Bericht des Joint Distribution Commitee. Die folgenden Beträge wurden im Laufe des Monats Dezember 1916 von Joint Distribution Commitee in die verschiedenen Länder!gesandt: Für die rumänischen Juden 10.000, für die Inden in Tunis und Algier 4.000, Für die Volksküche von Nathan Straus, Jerusalem 2.000,!für türkische Juden!(Flüchtlinge) ,in Spanien .4.000, zur Hilfe nach Bulgarien 6000, Monatlicher Beitrag für die Juden in der Türkei (außerhalb Palästinas) 3000. Monatlicher Bei-!trag für die Volksküche Frl. Dreyfuß in Jeru- 'salem 1000. Monatlicher Beitrag für Wohnung Kleidung und Nahrung notleidender Juden Pa- . lästina 30.000, zur Hilfe in Polen und Littauen!250.000, Mazzot für Alexandrien durch U. A. 'S. ״Caesar" 1.332, Zucker und Reis für Syrien durch U. S. A. S. ״Caesar" 1210 Dollars. Delegiertentag des Schweizerischen Zionisten- Verbandes. Am Sonntag den 18. Februar fand in Bern ein außerordentlicher Delegiertentag der schweizerischen Zionisten statt, an dem außer den Mitgliedern des Landeskomitees 35 Delegierte der Ortsgruppen teilnahmen. Eine! Menge von den Gästen wohnte d enVerhandlungen bei. Zum Leiter der Verhandlungen wurde Dr. Arnstein, Basel gewählt. Im Namen der zionistischen Ortsgruppe Bern begrüßte Dr. Stender die Versammlung. Dann!erstattete Dr Pinkm den Bericht über die Tätigkeit des Vorortes und des Landeskomiitees. Den Kassenbericht gab Herr Wenk, den Nationalfondbericht Herr Simo:! (In den letzten 8 Monaten wurden für den Nationalfonds Frcs. 7000 gesammelt; h Sammlung des Vorortes zu Gunsten mediziuischer Hilfsmittel für Palästina ergab 4600 Fr.). In der Diskussion sprachen die Herrn Sadlnsky, Rom, Lewin und Aberson. Danach erhielt das Mitglied des Engeren Aktionskomitees Dr. Arthur Hantke, das Wort, der ein ausführliches Referat über die Lage der zionistischen Organisation im Weltkriege «erstattete. In der Nachmittagssitzung fanden Neu- Wahlen statt. Die drei Mitglieder des Vorortes Dr. Pinkus, Dr. Stemberg und Weinbaum hatten demissioniert. Als Vorort wurden Bern und j Zürich vorgeschlagsn. Die Mehrheit entschied sicb für Bern, und es wurden gewählt: Dr. Camille 'Lewy, Präsident; Dr. Wyler und Dr. Lauer,' Actuare; Messing,er, Kassierer; Dr. Stender und Dr. Olswanger, Beisitzer. In das Landeskamitee wurden neu hinzugewählt: Dr. Weinschall als als Vertreter der Jvrmh und Dr. Strauß, Zürich. —Die Adresse des Schweizerischen Zionistenverbandes lautet jetzt: Bern, Transit, Postfach 113. Die Realschule in Haifa. Zu Anfang dieses Schuljahres wurden an die Realschule neue Lehrer berufen. Die Zahl der Schüler nahm zu. Gegenwärtig hat die Schule 200 Schüler. Zu Chanukkah veranstaltete die Schule einige Abende, die auch von der Stadtbevölkerung!gerne besucht wurden und einen ansehnlichen Reinerlös zugunsten der Küche ergaben, die an der Schule eröffnet wurde. Ein Frug-Abend,'. Die Abiturienten des Jaffaer Gymnasiums veranstalteten ein Abend zu Ehren des verschiedenen Dichters S. Frug. Movdechai ben Hillel Hakohen erzählte seine persönlichen Erinnnerungen an den Verstorbenen, und der Dichter Jakob Steinberg würdigte sein Schaffen. Der Reinertrag dieses Abends wurde dem jeme? kritischen Kindergarten überwiesen, der vor kurzeim in! Jaffa gegründet wurde. Das Jaffaer Gymnasium und die Madrider Universität. Dank der Bemühungen von Dr. Aahuda, Professor an der Universität von Madrid, ist das Hebräische Gymnasium in Jaffa offiziel von dem Spanischen Kultusministerium zur Zulassung seiner Abiturienten an die Madrider Universität anerkannt worden. Hilfe für die Heimlosen in Rußland. Das Zentrale jüdische Hilfskomitee hat jüngst eine Sondevabteilung für die Selbstbesteuerung der russischen Juden errichtet. In der ersten Sitzung der Kommission befaßte man sich mit dem Plan, währendder Chaul-hwrm maueod-Tage im gesamten Rußland Büchsensammlungen vorzunehmen, deren Ertrag den verschiedenen jüdischen Hilfsorganisationen, Kindergärten und -Heimen und ähnlichen Jnstituten zufließen soll. Es wurde beschlossen, ein Zirkular an die verschiedenen Hilfskomiteen zu senden, als Aufruf «an die jüdische Bevölkerung die Selbstbesteuerung in diesem Monat um 25 Prozent zu erhöhen, damiit man den jüdischen Heimlosen und Kriegsleidenden eine besondere Unterstützung für den kommenden Pessach gewähren köimte. Das jüdische Polytechnikum in Jekaterinoslaw. Das neue jüdische Polytechnikum hat bereits zwei Abteiungen eröffnet: für Elektromechanik und für Ingenieure. Es haben bisher 200 Studenten die Aufnahme erlangt, — ein deutlicher Beweis für die Bedeutung dieser neuen Anstalt. Zum Direktor wurde Prof. Saborowski ernannt. Eine Kulturkonferenz in Warschau. Am 11. März fand auf Veranlassung der ״Volksgruppe" die Gründungsversammlung eines jüdischen ״Volksklubs" statt. In den Rat der Klubs wurden u. a. gewählt: U. Prilutzki, Sch. Hirschhorn, H. Momberg, H. Zeitlin und Sch. Stupnitzki. Der Volksklub hat von den Behörden die Erlaubnis erwirkt, eine jüdische Kuturkonferenz in Warschau zusammenzurufen. Die Konferenz, die erste dieser Art, wird vom 26. März an drei Tage dauern. Es werden sechs Sitzungen, abgehalten, -in denen die jüdische Schulfrage, der Stand und die Aufgaben der Kulturarbei-t, die jüdische und hebräische Sprache, jüdische Literatur, die Theater und Bibliotheken und schließlich Organisationsfragen usw. behaubeit werden sollen. An die Referate, webche U. Prilutzki, Zeitlin, Momberg und andere halten werden, schließen sich Debatten an.