Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVIII (1917)
- Issue
- Heft 6 (5.4.1917)
- Date
- 1917-04-05
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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»et:r 2. ״Jüdische volk-stimme" Nr. 6. ziehttng nicht zu reden. Kurz die ganze Juden-! Und erst ׳die Schuldebatte! ... , ־v s* י **׳*י ״••־ v- ן!* ־ . (v ti.r־• -uldebatte! Als wenn es gen, die, die lieber ihren Charakter zu Gunsten heit und die österreichische insbesondere macht eine ׳׳Jubilaumsrede" irgend eines israelitischen kleiner, materieller Vorteile ovkern als loae-?^׳^./"Eastrop^ale Krisis mit, die in der Ge-j Religio,is- oder Oberlehrers wäre! Die Erinnenannte Moschkojuden, im Solde ihrer polnischen schichte einzig dasteht. Die amenkanlscheu Ju-,rung an die ״große" Vergangenheit mit ihren Schlachzizen, als Schädlinge -des Judentums, den haben angesichts der gewaltigen Erschut-. ״großen" Gelehrten, ,das ist der ganze ״Geist", « .. . ' , . terung des gesamten Volksorganismus all ihrej des Liberalismus. Nicht einmal Naive können! Wie steht es nun aber mit den Weststlden Kräfte zu gemeinsamer Hilfe 31־ץ$10|96ז!6ח11ה0זז; ein mitleidiges Lächeln unterdrücken. Ja, auch' . c handeln dve sog. »Intellektuellen", sen. Es wird eine Volksanleihe geplant, die die, an die ״Mikweh" wurde ׳nicht vergessen. r einen polnischen! Juden mit Verachtung fürchterliche Vernichtung gutzumachen helfe, diej sa§ ״ickt eine Ironie auf die ^rnaen ,licken, die sich anmiaßen an der Spitze der die schreckliche Not lindere Die Juden Kanadas der Zeit ein L?lmaufdiemtÄliL׳?"denschaft zu stellen? Ist ׳das nicht verleum- «4«•» «^׳ande«. «änd-r Wieß°n sich zum s-lb-n Zwecke zusammen. Du Juwir alle, di« ganze ästerr. Judenschaft von diesen V'fS L״Ä!Ä den Polens smd durch erne Zwangsorgam!ati0n reinchascken künnon?_<ו\ג!.rinfmiEiu» w * * ל•״ * ' £r* . mIer E׳ur ׳emtritt, daß me vereinigt uns staatlich nähcvgcriickt. Die Sander B-rübrunamttder ®Mtünbihr״־ »«bürf-l *««fc «״»ל £״ Gebete der Juden derstellung Galiziens dr-ht einem grahen Teile ״*״,״ J aIfeVn^t N^itten. Mage» die! L"A? Jst'das'ekn SÄÄ der österreichischen Juden der Gesamtorgamsa-. ebrwürdiaen "Zerren ibren Eb^ir nn w ro^ Ist das em!ernstes Bestreben emes tion zu entreißen und ist für die Judenschaft- »Ebrenvräsidien" vbilan'troviscber Verein׳ und! Gelehrten,daß das einzige Land, welches die Im von größter Mdcutung. LüWnen b-Mam ein? S n'f«lfe״ Er Weltteile durch Jabrtausende »n ihrer Die ßcmbctffsc Kultusa-m-inde >t den^»o°c«Y käpfiqe Jndengenleinde zu Lien sind E'g-nart zusammenhält. ״Mt einem Male zer- Zusaumnenschluß und die Reorganisation .aller s:., ,ן™ ft,™hf» «Stiftungen, der österreichischen Judenschaft an- 1 ״‘a'1 1m'ttt/lüe׳ geregt. Eine Gesamtorganisation der österrei- Mögen diese! Greise auch künftighin für den rissen wird? Wie kann überhaupt ein Kuturmensch im gegenwärtigen Zeitalter, wo alle Menschen sich unter die Fahnen -ihrer Nation stellen, chischen Kutusgemeindoni steht seit Jahren auf der Tagesordnug. Was ist von all diesen brennendsten Tages- . , . - ... ״ «. fragen bei der Sitzung der Wiener Kultusgrüber die Stimmungen׳ meinde erwähnt worden? Wer hat nicht auch v. lMUvmus muß einmal aufhoren der Wiener Judenschaft zumindest eine Kundg-ebung wenn lischt auch die Stellungnahme zu all diesen wichtigen Problemen erwartet? Un/ worüber haben sich unsere Vertreter die Köpfe zerbrochen! Wie wenig verschieden war dieses. von den ״Friedhof" sorgen, aus der Kultusgemeinde, die und die Juden wie Ausgestoßene bleiben, dafür e,n schöpferisches Mitarbeiteii aller Klassen und, plaudieren. daß das einzige Symbol der Ge- Richtullgei^bedarf,^heraus. Das bewußte Hin-' meinschaft der Juden Amerikas mit ihren Brük '. ' inx SSoIfSoi:־, bem im Osten, der Israeliten Deutschlands mit A. Dawrd/ ihren Stammesgenossen!im entfernsten Welt- Unsere Freunde. teile, ohne weiters weggewischt wird! Wenn Einer oder der Andere sein׳ Heil darin zu findenwähnt, daß er sein Gebet in einer anderen als in der hebräischen Sprache verrichtet, dann bleibt es ja ihm jia unbenommen für sein Heil z!u sor- Der größte Fehler, den wir beim polni ייי׳יי x___ Sitzung der ״großen"'Zeit von den anderen'^?5 2ludm verurteilen, ist, daß er den Polnigen. Den anderen Juden mag es aber' auch öffentlichen Sitzungen der Kultusgemeinde, mit mschen Schlachzizen gegenüber keine Meinung überlassen bleiben ,ihre Gebete in der Sprache denen sie uns faßt alljährlich einmal überrascht?, ^esttzt, daß -er ferne persönliche Überzeugung ihrer Religion zu verrichtcin, in jener Sprache, Wodurch hat sich diese Budgetberatssung v.' unterdrückt und seinem Herrn beständig zudie die heil. Schrift wiedergibt, deren sich י under Generalversammlung irgend eines huma-m-! ^^r Puntz (Gnädige) hat Recht, fere Gelehrte und Propheten bedienten, in jenen tär-politischen od. Geselligkeits-Vereines unter- ^״r ^arme >zude deshalb zur Rede gestellt, wohlklingenden Wortlauten, die unsere Kultur schieden?! dann Hort man von chm: ״Das hat niemand gebegründete und die unsere! Geschichte geschaffen. Sind cs doch dieselben Gesichter, dieselben schadet, der Herr suhlt sich geschmeichelt und da- Wozu sich gleich um eine Stiefmutter den Kopf Titel und die gleichen Roden, die dort gehalten! 3^)" er einige Gulden mehr Faktorlohn., zerbrechen, wenn die eigene Mutter lobt und mit werden! Nicht eine ״Größe" mehr, nicht ein' So handelt also der arme polnische Jude mütterlicher Zärtlichkeit -alle ihre Kinder be- Wort anders, nur die Zahlen verschieden!!seinem Brotgeber gegenüber, in dessen Händen treut! Der Friedhof und wieder der Friedhof ste- ^s Wohl und Weh einer jüdischen Familie 1^,-^ Und welche Bezeichnung sollte; man jenem hen i׳m> Mittelpunkte der ganzen Debatte, als. Familie, bt;ei abends ohue Nachtmahl ihr Vorgänge beilegen, der vor einiger Zeit durch wenn die ganze' Judenschaft Wiens nur ans ^ger aufsucht, um es a,m> nächsten Morgen mit eine jüdische Hilfsvereinigung gegen die Bestre- Sterben dächte. Der ״gute" und ״Wechte" Raboer Sorge um das nächste Mittagmahl zu verbungen! des Zionismus ׳eingeleitet wurde? Anbiner, als wenn es nur auf die Person ankäme Wie!eder bedruckte Mensch unterordnet statt daß die vermögenden Juden ihren Unglück- und es nur einen ״schlechten" gäbe. Nicht einder polnische Jude seine Ueberzeugung der Ii($en Volksgenossen boistehen, - zu einer Zeit, mal der ״Pmger Erlaß" kann die Debatte auf Lanuaseines Herrn, um dann als En-tschadiwo di-e Völker für Freiheit und Rocht ihr Blut eine höhere Stufe bringen. ״Kompetenzüber-'Sung hiefur einige Gulden mehr zu verdienen, vergießen, findet sich eine jüdische Hilfsorganisaschreitung" ״abwarten" hören wir nur, wo in- Hingegen wird der untertänige Faktor mit tion, die di׳e Bestrebungen der Judenscha-ft vereinem das Blut aufwallen muß vor Empörung/allen seinen Kräften bestrebt sein, eine abfällige eitelt, sich jenem gerechten Kampfe der Juden um Wut und Scham! Dannn die ״Subventionen"!Meinung seines Gestrengen -in Bezug auf das iher Existenz, um ihre Menschenrechte in den unterschiedlos an Institutionen von großer so- Judentum oder jüdische Nationalität, durch Mg stellt. Durch das hinterhältige Kesseltreiben zialpolitischer Bedeutung und Humanitären -allerlei Argumente, zu zerstreuen. Um sich die einer unansehnliches Schar jüdischer Glaubens- Geselligkeitsvereine" der verschiedenen Bezirks--Gunst nicht zu verscherzen, wird unzählige genossen sollte der Zionismus in - Palästina Größen. Bücklinge machen, sich winden, seinen Brotgeber unterdrückt, dort ansäßige Juden sollten zum Uild nicht einmal die Rede des Ing. Striu,m> Verzeihung bitten und ihm in allerlei sanf-- großen Teile ausgewiesen und so sollte mit cker schlägt andere Töne an. Nichts ist hier von! ten Redensarten aufzuklären suchen. unsäglicher Mühe und Opferwilligkeit aus ׳allen den Fragen der ״großen" Zeit, nichts vom all- Vom Standpukte des rechtlich denkend!- Enden der Welt zusaminengetragjenen Säulen gemeinen Wahlrecht, nichts von der Demokrat!-'unabhängigen Juden wird dieses Benehmen zur Begründung einer Heimat für Juden, die sierung der Gemeinde, von der Erweiterung des!unserer Volksgenossen im/ Osten mißbilligt. Und von anderen Völkern ausgestoßen werden, die Gesichtskreises, des Betätigungsbereiches zu . wir betrachten solche Leute, die sich nicht trauen/ Grundsteine, sie sollten nun in. den Abgrund der vernehmen. Immer wieder die alte Leier! ihr Anrecht mannhaft zuni Ausdrucke zu brin- Nutzlosigkeit verfallen. landesverräter, diese Spione! Aber man wird ihnen schon das Handwerk zu legen wissen!" ״Alle sollte man ohne Pardon im Nile ersäufen!" kam -es erregt auch aus dem! Ober salbenmischer heraus, und dabei schlug er so hef tig mit der Faust auf den Tisch, daß die mit kostbarem Naß gefüllten Krüge herabgestürzt wären. In solch jäh aufschäumenden Temperamentsausbrüche klang sogleich wioder das salbungsvolle Wort unseres -Oberpriesters wie beschwichtMnd hinein: ״Vor allem ist es nötig, Freunde, sehr auf unserer Hut zu sein. Denn dieses Blut an den Türen ist jedenfalls verdächtig. Und -einem solchen gottverdammten Volke mit ihren sonderbaren, geheimnisvollen Zeremonien ist ja alles zuzutrauen! Ob das nicht vielleicht Blut von geschlachteten Aegypterkindern ist? Auf Grund vielfacher Erfahrungen hat man ja...." Hier wurde der Oberpriester plötzlich in seinen Ausführungen durch ein von der Straße hineindringendes Lärmen und Schreien unterbrochen. Erschrocken horchte alles ob solch unerwarteter Störung auf und drautzen muhte sich etwas schreckliches zugetragen׳, denn das wild durcheinander, in das sich zuweilen auch etwas ein herzzerreißendes Klagen und Wimmern zu mischen schien, wurde zusehends ärger. 9m ■HMÜ■ U tgatpUMtä ״Wahrhaftig«, beim heiligen Apis! ich glaube, man schlachtet unsere Kinder ab!" entfuhr es voll Entsetzen jetzt dem Oberbäcker und ehe^ man sich es versah, war er auch schon zur Tür, draußen. I Einige Sekunden lang saßen die übrigen! wie versteinert da, aber schon stürzten, wie von! Furien gepeitscht, auch der Obersalbenmeister u.! Priester Tik-Topu allein zurücklassend. Kopf-! schüttelnd, aber seine gewohnte Gemütsruhe be-! wahrend, sah dieser ihnen allen nach. ״Was für! dummgläubige Menschen ׳es doch auf dieser Welt gibt! Wegen eines hingeworfenen Wortes und wegen eines bischen Geschrei gleich aus dem Häuschen zu geraten!" Und in der sicheren Erwartung, daß jene drei sogleich wieder ruhig zur voreilig verlassennen Stätte feuchtfröhlicher Behaglichkeit zurückkehren würden, wollte es sich unser Oberpriester recht gemütlich machen und e!inen tüchtigen Beruhigungsschluck tun, als er in solch löblichem Vorhaben duvch ein neuerlich einsetzendes, Mark und Bein -erschütterndes Jammerschrei daran verhindert würde. ״Will denn heute keine Ruhe mehr werden? Oder aber — (und hier stieg unserem Tik-Tepu plötzlich ein schreckhafter Gedanke auf)״ sollte doch etwas Wahres dahinter׳ stecken, und diese verd.. . Ebräer wirk!....?? Und kaum!gedacht, taumelte auch unser Oberpriester Tik-Tepu ein wenig beschwert von der allzuviel genossenen Feuchtigkeit, in . die jammervolle Nacht hinaus, um die unschuldigen ägyptischen Kindlein vor den!ebräischen Blut- Hunden zu schützen.- Was sich aber in jener Nacht wirklich ereignet, darüber kann jeder, den es interessiert, des Näheren in der Bibel Nachlesen. Dr. M. Steif. Das Brot des Elends. Von Dr. I. Goldschmidt. Nachts ists -im Ghetto. In Andacht verträumt Die Frommen sitzen beim Mahle; Der perlende Wem in den Bechern schäumt Bei der Lampe festlichen Strahle. Und die Seder-Schüssel sie erheben Und beton: ״Mit knechtischer Last Verbitterte Pharao einst unser Leben... Wer bunaert. er komm! Er sei unser Gast!"