Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVIII (1917)
- Issue
- Heft 1 (10.1.1917)
- Date
- 1917-01-10
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 1 BolkSstimme" €ettf ft. 20'stalt wirkt, den herzlichsten Dank und die Glücklingskindcr erschienen ist, widmete herzliche Worte der rufstätigkeit in der Schule vom Direktor .Herrn Rewünsche der Kollegcnschaft übermittelte. Professor' Anerkennung und des Dankes dem Ehepaar Freund. gieruugsrat Dr. Mullnes und allen Professoren Und Canitz dankte tief gerührt für die Ehrung. I Er freute sich mit den Aufführungen der Kinder Von vielen Schülern und Freunden des Jubilars,, blieb fast bis :tum Ende des Festes da. selbst aus den! Felde, kanten lvarme Gratulationen äu den gefeierten Schulmann. Israel. Hnmanitätsverein für die westlichen Bezirke Wiens (Nachlat Jeschnrnn). Am IN. Dezember v. I. hielt dieser Verein feine ordentliche Generalversammlung ab, an welcher nebst zahlreichen Mitgliedern als Gäste Herr Rabbiner Dr. Drobinskh, ferner Herr Viktor Heim als Vertreter des Vezirkstcmpelvereiucs und Frau Drobinsky als Vertreterin des Bezirksfraucnvereines teilnahmcn. Der Präsideut Herr Dr. Karl Lötvy gab, nacf) Begrüßung der geumlnten Gaste, dem Bedauern darüber Ausdruck, daß der Vorstand der Kultusgcmcinde von eitler Delegiertllig Abstand genommen habe. Sodann gedachte der Präsident des Hiuschcidens Kaiser Franz Josefs, lvelcher glich in der Geschichte der Wohltätigkeit seinen Platz behaupten werde. Die Versammlung horte die Gedenkrede stehend an, ebenso >vie die Nachrufe an die verstorbcncu Funktionäre Ignaz Fröhlich, Ludwig Liebermann und Richard Baumgarteu. Lebhafte Ovationen bereitete die Versaiuinlung zivei Jubilareu, dem Vizepräsidenten Dr. Ludwig Laudau uild dem Kassaverwalter Hermau König, tvelche ulluinchr durch 25 Fahre dem Vorstande angehöreu. Hierauf erstattete der Präsident deil Verwaltungsbericht, welcher sich besonders mit der Kriegsansspeisltng des Vereines beschäftigte. Er hob hervor, das; für 53.500 verabreichte Portionen der Betrag von 20.720 K 35 Heller verbraucht wurde. Die Vorgenvnlincnen Neulvnhlen ergaben die Herren Hermann Brust, Richard Knepler, Adolf Hirsch und Jakob Winkler, sowie der Revisoren Moriz Liebermanu und Adalbert Brce. Ehanukafeier für 630 Kinder. Im Saale der Tonbeehalle (Josefine Mendel Wohlsahrtshaus) 20. Denisg. 00, veranstaltete am 25. Dezember 4 Uhr nachmittags der unerinüdliche Obmauustcllvertreter Herr Karl Freund, unterstützt von seiner edlen Gattin solvie den Damen Borges und Glück und den ihm zilr Seite stehenden guten Geistern, eine Lhanukahfeier für 000 Kinder, die zll den imposantesten Veranstaltungen gezählt lverden darf. Die Kinder lauschten auf ihrer Wohltäter warmen Worte ulid auf die Gebete und Gesänge beim Anzünden der Lhauukahlichter. Sr. Ehrlvürden Herr Rabbiner Dr. Max Grünlvald nahm die Engel der Bibel zum Thema seiner Ansprache und als er Herrn Vorsteher Karl Freund als Engel der Jugend pries, erhob sich ein Beifall utib Jubel der Festgäste und der Kinder, der schier kaum enden. wollte. Mit einer schönen hebräischen Allsprache und einem geistvollen Festspiel, alich in hebräischer Sprache, begaml der unterhaltende Teil ulld hob Herr Jllspektor Prof. M. Kauitz hervor, das; diese hebräischen Festhebräische Sprache zu den lebendigen gezählt werden müsse. Herr Karl Freund dankte allen, die sich um das Gelingen dieses herrlichen Festes verdient gemacht hatten. Er begrüßte herzlichst Frau E. Kann, die in Vertretung des Stifters des Josefine Mendcl-Wohlfahrts- Hauses, Herrn Heinrich Mendt, erschienen war und bat dem Wohltäter die besten Grüße von Groß lind Klein zll übermitteln. Auch deil Humanitären Vereinen »Bnei Brith" solvie alleil anderen Gönnern dankte Herr Freund herzlichst. Nachher wurde jedes Kind mit Kleider, Wäsche ete. beschenkt liild verließen nach Absingung der Volks- Hymne den Festsaal. Aber aucCj die Festgästc nahmen einen erhebenden. Eindruck von dieser Veranstaltluig mit. Unter den Festgästen bemerkte inan u. a. Sr. Ehrwurden Herr Rabbiner Dr. Ma^ Gruulvald und Geinahlin, Prof. M. Kauitz, Vice-Präsident Alltoil Beck Kais. Rat Goldstein, die pädagogischen Beiräte. Di e tor Max Fischer und Frall, Prof. Kühner ete. lind Schülern sehr geehrt. Fil einer ad hoc am 7. d. M. ein- , berufenen Konferenz wurde dem Jubilar die Jubi- Landesschulrat Dr. Markus Spitzer hielt eine läumsmedaille überreicht und vonl Vorsitzenden der hebräische und deutsche An spräche an die Kinder. Auch besonderen Verdienste des gefeierten Schullnaunes, der er fand anerkennende Worte für die Veranstalter, auch als Religiousinspetwr seitens der Wiciler Kultus Herr Inspektor Grünes dankte Herrn Freund für alle gemeinde fungiert, gedacht. — Unzählige Gratulationen die Güte und Liebe, die er den Flüchtlingskindern seit von nah und fern kamen dem Gefeierten zu. Kriegsbeginn bei jeder Gelegcrcheit zu Teil werden!aßt-. An beiden Tagen wurden der Hortlehrerin Frau Zwirn, dem Verwaltcrpaar Kleill, so a\tvf> der Lehrerin der hebräischen Schllle Fräulein Schubert Worte der Anerkennung m vollem Maße gezollt. Aufruf! Aufruf der Kriegsuiütterkassc. In rührender Weise hat sich öffentliche und private Fürsorge der Kriegerwitweu llild- Waisen ailgenominell. So tvie sie, ist aber auch die Mutter eines Gefallenen oder Kricgsinvgliden zll beklagen, der feine Hoffnung, keilte Erlverbsfähigkeit, keine Zukunft ihrer Kinder mehr lviilkt, die den Gegenstand jahrzehnterlailger mütterlicher Liebe, Pflege und Sorgfalt verliert, die in echt jüdischem Geiste statt einen Sparpfenig für das Alter sich zurückzulegcn, ihr. kärgliches Einkoulmcu der Erziehung und höheren Ansbildung des Sohnes geopfert hat. Zur Unterstützung dieser Mutter hat sich schon i»l ersten Kriegsjahr, über Anregung des Rabbiners Dr. Feuchttvang unsere Kriegsmütterkasse gebildet, die Seiner Ehrwürdeu auch den Grundstock ihres Kapitales verdankt, welches die Kasse zu Monatspelisionen und Unterstützungen von Müttern von Gesalleneil verweildet hat. Mit der Länge des Krieges lvächst die Zahl dieser Mütter, auch solcher, die zlvei oder drei Söhne dem Vaterlande opfern mußten. Da unsere Mittel liicht inchr ausrcichcu, richtet sich unsere Bitte an die, die ihr Liebstes genlnd wiederzusehen hoffen, an alle Helden, die an der Front gegell den Feind, an Frauen und Mädchen, die im Hinterlalld so tapfer gegen Krankheit und 9iot ankämpfen. Wir bitten lim eine, wenn auch noch so kleine Gabe, Monatsspellde oder Subvention im Interesse der bedauernswerten lveiblichen Opfer des lloch immer tobenden Weltkrieges. Gütige Spenden, welche die Administration dieses Blattes gerne ausweist, nimmt entgegen, Herr Rabbiner Dr. Feuchttvang, Wien 10, Edelhofgasse 00, Frau Berta Tornreich, Kassaberlvalterin der Kriegsmütterkasse des Feuchtlvangfonds, 20, Dresdenerstr. 77 und die nachstehenden Damen: Jeanette Feuchttvang, Präsidentin der Kriegsmütterkasse (Dr. Feuchttvangfonds), Regiue May, Vicepräsidentin, Jda Berliner, Fanny Dreikurs, Anna Hirsch, Frall Kapralik, Sofie Waltusch. Für die tveibliche Fürsorge: Regine Ullmann, Vorsitzende, Helene Kuranda, Kassierin, Rose Schur, Schriftführerin. Moeresponäenzen. Holleschau. (:-;0. Jubiläum Adolf Bvannseld.) Am 1. Jänner d. I. begöttg Herr Adolf Braunfeld, Kantor u. Sekretär d. Jsr. Kultusgettteittde in Holleschau sein :'.0. Alntsjubiiäutti, Tüchtig!- feit, Fleiß. Verläßlichkeit 1m/d treue Hingebn!׳.!,g in fein-cm Berufe hasten ihmj zu eineni Baaniten von mischätzbarem Mlert gemacht, der Fälligkeit zur allgeineinien Fnsriedeliheit erfüllt. Leit dem Ausbruch des Krieges hat dessen Arbeit eine größere Spaiinkvaft erheischt. Selbst die Agetlden des Rabbiners da diese altehrwürdige Gemeinde bereits 0 Jahre ohne Seelsorger ist, wußte Herr Brannfeld zeitweise zu sorgen. Herr Branseld ist Vater von 0 Kindern, zwei Söhne sind seit Kriegsausbruch eingerückt u. Wien. Bei der großen Ohauukafeicr in der Jüd: Toyttbeehallc im 20. Bezirke, trat zum erstenmale Frl. Paula Münz, Tochter des rühmlichst bekannten Literaten Tr. Bernhard Mnnz, init ihren Vorträgen in die Oeffeutüchkeit lind eri.icte reichen Beifall. Sie hauchte den indischen Dichtungen die sie exallcnt vortrug, treues Leben eilt und zeigte sich als wahre ״Zioustochter" nicht nur im Wollen, sondern auch im Körrucu. A• Wien. Unter den jüdischen Orgauisatioucu Wiens, die auf jüdisch charitatiocm Wege sich betätigen, iiiiilült der seit dem Jahre 107.0 bestehende Frauenlvohltätigkeitsvereiu ״Probidcutin" c'mc herborragcudc Stellllug eilt. Ter Verein dessen Hauptziel es ist, geistig zurückgebliebenen Kindern beiderlei Geschlechtes in seinem eigenen Heime (Darwiuggasse 2) eine Zufluchts- und Erziehuugsstätte zu bieten. Die pädagogische Leituug liegt in bewährten Händen und gelingt cs in den meisten Fällen, die von der Natur geistig zurückgeblie- Venen Zöglinge, ans eine etwas höhere Stufe zu bringen. Zn crtvähnen lväre noch die jüngste Schaffung dieser Organisation n. z. ein Kriegskindergarten, i» dem 75 Kinder Aufnahme gefunden haben. Die - Leitung des Vereines haben iurie: Herr Julius Wolf, solvie die Damen: Hofrat Lolvucr, Herzl, Sidouie Wolf rmd Anna Brandt. A»l zlveitcn Ehauuka-Abeud fand die Ehauukafeier, unter zahlreicher Beteiligung im Vereiusheime statt. In Vertretung der Präsidentin Frau Herzl begrüßte Frau Wolf die Versammelten. Herr Direktor Hecht sprach hierauf über die Bedeutung des Ehauukafestes und entzündete die Chauukalichter. Herr Schriftsteiler Albert Lölv brachte ein für den Abend verfaßtes Ehauukagedicht zum Vortrage. Die Anstaltszöglinge ivurdeu hierauf mit einer reichlichen Jause bedacht. Der Leitung des Vereines sei an dieser Stelle für die überaus segensreiche Tätigkeit Dank und Anerkennung ausgesprochen. Perlberg. Prag. Am zweiten Dezember v. I. fanden int allen Prager Gotte,shällsern ansahmslos aas Anlaß des Abelebens weiland Kaiser Franz Josefs Traneratldachten statt. Im Kaiser Franz.Josef Jnbiläuntstempel wurde •um 10 Uhr vormittags für die Prager Mittelschüler, bei treicher Herr Rabbiner Prof. Dr. Julius tlteach eine p!a!triotische Rede hielt, welche allseits große Anerkennnutg auslöste, eine Trauerandacht abgehaten nnd' es wurde der Wunsch rege, daß diesem vorzüglichem Redner 011׳ der Gottesgeweihter Stätte des öfteren Gelegenheit gegeben werde, als Uunzelredner zu erscheinen, uni feilte Rednergabe und Gelehrsamkeit vor der Oeffentlichkeit ins Treffen zu führen. Es scheint aberlleider dermalen in Prag für den Genannten kein Rabbinat frei zu sein. Uiitr elf Uhr vormittags hielt wiederum und mit Recht der allseits hochverehrte und geschäht׳ Herr Prof. Dr. A. Deutsch Rabbiner und Prediger dieses Tempels, eine vorzüglich.׳ Patriotische Mde: ferner um die 2. Allichtttittagssttinde wnrde für die Schülerinnen des Lhoeums und auch _für die Kandidatinnen , der Lehrerb i ldnngsanstalt ebenfalls im Jn1biläun1schm,pel eine Tra!nerfeier abgehalten, b. welcher Herr Prof. M. Klotz a.eine sehr inhaltstreiche Rede hielt und schließlich versammelten sich säntmtliche Schüler der Prager deutschen Volks- und Bürgerschulen am 5. Deretttber um 0 Uhr vormittags wiederuitt im oberwähnten Tempel, bei welcher Gelegenheit Herr Rabbiner Dr. Thieberger seine Patriotsiche Ansprache hielt, 1veiche durch ihren e,eistigen Inhalt auffiel. Bei allen diesen Andachten versah der rü hjw.il ichst bekannte Dberkaimtor D. Czernvwsky die c-entoralen Funktionen׳, der Vortrag des Todesbyntnus ״El.mol.׳ rachamim" war eine Meisterlei trug und schon in erster Reibe, wenn man envägt, daß Genannter am 2 Dezember nichf weniger als 0 mal die Fnuktion durchsuchte und und ohne jede Ermüdung immer sein Herlicher Tenor zur vollsten Geltung kam. Es war ein Vergnügen Ezernowskh anznhören, Mit welcher Gefühlwärme und Deutlichkeit jedes Wort ge-! sungen wurde. Cz-erttoivsky kann hierzullande zu wurde he,! besten Kantoren gezählt werden. der über seinen eigenen Wunsch zum Feste der Flücht-'Herr Professor Kanitz anläßlich seiner 40jährigen Be-^ Auch der Dirigent Herr Adolf Brod hat sich Zur Ehauukahfeier am Dienstag den 20. v. I. ha- Böchte 1. ^echo B1Ürei dev >HlbilMv befinden Baron 0^) 111 geachteten Stellungen. Drei der Bruder ftiiid Kantoren in großen Olemeinden, ein Bruder ist Rabbine-r, zweie sind Großkaufmünner. Bei der allgemeinen Beliebtheit und Tüchtigkeit des ׳Sekretärs Adolf Bvasunfeld lviird es gewiß von Seiten seiner Wemeiuix׳ und Freunden au Ehrungen nicht fehlen. den sich :-;20 galizische Flüchtkiugskiuder der Hirschstiftullg unter Begleitung ihrer Lehrer eiugefullden. Als Ehrellgäste sahen nur unter vielen audereu den Präsidenten der isr. Kultusgemeiude Herrn D.rAlfred Stern, den Kultusvorsteher Landesschulrat Dr. Markus Spitzer, Herrn Inspektor Grünes, Herrn Prof. Guttmann u. v. a. Das Kinderfest nahin denselben herrlichen Verlauf, wie am ersten Tage. Herr Präsident Dr. Alfred Stern, Wien. Im Erzherzog Raiuer-Gymuasium