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Jüdische Volksstimme · 1916-12-22 · Heft 22 (22.12.1916) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 22 (22.12.1916)
Date
1916-12-22
Page
– (sequence 6)
Language
German
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feilt §. Attische Vsttsstimme" ,,,; - ■< s-״^ Sk. 22 frtwten von Naßhefe den Münchner Brauereien galizische Flüchtlinge eine Chanukahfeier statt, an der Leitung des Dirigenten Adler. Unter dem Vorsitze des Angewiesen? Diese Interpellation hat auf Veranlassung nahezu 1500 Kinder der Flüchtlinge aus Galizien und Viccpräsidenten Dr. Hochwald wurde im Sitzungszu den m der deutschen Presse stark umstrittenen Ander Bukowina teilnahmen. Nach dem Anzünden des saale eine Trauersitzung abgehalten, trag auf konfessionelle Feststellung der Mitgliederschast Ebannkahlichtcs durch Kantor Gcrlich und dem Ab-! jetzt so zahlreichen Genosienschaften für singen der ersten Strafe des ״Moans zur Jeschuoffi" Wien, im Dezember 191g. (״Leopoldstädter Kinder- Vollsernahrung geführt. j durch die Flüchtliugskiuder hielt Rabbiner Dr. Levy an schuh.'", Schöner konnte dieser, unter seinem überaus Mr Charakterisierung der Tendenz dieses auch die Kleinen eine Ansprache, über die Bedeutung des , verdienstvollen Obmannc, Hofrate Dr. Julius Schlag, angenommenen Antrages sei ergänzt noch der volle In- Chanukahfesles im Allgemeinen und für die anwesenden stehende humanitäre Verein seinen 30. jährigen Bestand halt desselben hier wörtlich mitgeteilt: ״Ist dem Herrn Binder im Besonderen, worauf Ansprachen und Darbte-!nicht feiern, als es am Sonntag, den 10. d. M. durch die Rerchskanzler bekannt, daß die Gesellschaft aus 5 Mi'm-, tnngen einzelner Kinder folgten, die lebhaften Beifall, Bekleidung von 300 Kindern mit Unterkleidern und chener Jsraelrwn besteht, dem Großkaufman Emil Zen-,fanden. Hierauf wurden sämtliche Kinder von einem. Schuhen, der Fall war, die in Anwensenhcit mehrerer kendorf, dem Großhändler Jakob Buckfath, dem Rechts-,Damcnkomitce unter Leitung des Rabbiners Lewy mit Honovationen' und zahlreiches philantrophisches Pu- @<^׳״^!״ bem Kaufmann Fritz Schü-girier Jause bewirtet und überdies mit Obst Süßig-j blikums im blumcngeschmucktcn Saale der Börse für lem. Mit welchem Rechte werden-diese Herren gegen- ,feite« und den Bildern des verblichenen Kaisers, sowie landwirtschaftliche Produkte vor sich ging. Das Beüber erncr so leistungsfähigen u. renomiertcn Brauerei, des neuen Hcrrschcrpaares beschenkt. Um das Zustande-j teillungsfest gelvann Heuer eine um so erhöhte Bedeuwie cs die Löwenbrauerei, München, ist, bevorzugt? > ko!!!.ncn dieses schönen Festes haben sich Frau Grete tuug, als der genannte Herr Obmann einleitend Ver- Nun ist bekanntlich die Firma Schülcin u. Co., Haupt- Leu׳., und Frau Berta Schnabl, sowie die anderen Daaktionäre der Unionsbrauerei in München, eine der. men des Komitees und die Lehrerinnen und Lehrer der größten Brauereien Münchens, mit einer Jahresproduk- Schule, besonders verdient'gemacht. Den Kindern wird tion von 316.000 Hektoliter Bier. Schlüttcnbauer ist abe^,׳s stets eine Erinnerung an die Tage ihres Werkens Hauptaktionär der Löwenbrauerei München. Letztere fern von ihrem Heimatlichen Boden bleiben. Brauerei wies im abgelaufenem Jahre eine Produktion Rorrefpvmlei z, n. Barmizwah-Feier. Am Samstag, den 0. ner 1017 findet im neuen Tempel, Ottgasse, die Barvon 830.000 Hektoliter und die Schülern u. Co., ein Quantum von 316.000 Hektoliter aus. Diese beiden Brauereien stehen also. in stetem Konkurrenzkämpfe. (Hinc illae lacrimaeJ Dazu bemerkt das Münchener ״Echo". Die Angelegenheit kam im Reichstage zur Sprache. Vorläufig sei darauf hingewiesen, daß es Hrn. _ Dr. Schlttttenbaucr in seinem antisemitischen Aerger mizivah-Feier des Viktor Zaitschek, Sohu'dcs^ HcrVn daß die Neichsfuttermittelstelle eine ihm nicht gefällige' Gesellschaft berücksichtigt nicht daran ankommt, auch den christlichen Herrn Bucksach als Juden zu stempeln. Also die Bierkonkurenz muß selbst im deutschen Reichstage dazu herhalten, antisemitische Gelüste zu farbige frommgläubige Katholiken zu Juden zu stempelti, also faktische Tatsachen zu fälschen. Die Biersteuer in Krakau. Nicht bezüglich der Biersteuer in Krakau von heute, sondern vom Jahre 1094 entnehmen wir׳ der Munatz schrift für jüd. Geschichte und Wissenschaft nachstehend interessante Daten, die gerade jetzt mit Rücksicht auf die gegenwärtigen Verhältnisse in Galizien und Polen aktuell sind. Dort schildert nämlich Prof. Balaban aus Lemberg die Lebensgeschichte des ehemaligen Nabbiuuers von Krakau Theomin Fränkel vom Jahre 1742 bis 1745, in welchem auf Grund der Angaben des Landesarchivs sin Krakau folgendes ausgeführt wird: Gegen Ende des 17. Jahrhundert'war es mit den Finanzen der Gemeinde so schlecht bestellt, daß der König mehrmals Moratorien gewähren!nutzte, um das Interesse der Klöster und Kirchen, wie auch des Adels in Schütz zu nehmen. Unter den weltlichen Gläubigern der jüdischen Gemeinde und einzelner Kausleute zeichnet sich Stanislaus Morszthn aus Natiborsk und der kgl. Sekretär Robert Forbes aus. Als ersterer bankrotierte, war ihm die > Krakauer Judengemeinde 190.149. Gold Fl. schuldig. Forbes machte mit der Gemeinde und einzelnen jüdischen Kaufleuten sehr vernuckelte Geschäfte.׳ Er borgte Geld beim Adel aus und verlieh es an die Juden. An selben verpfändete Jahre 1094 die Krakauer Gemeinde die Hauszinssteuer (oder Kastelgeld) für ihre Schuld von 21.600 Fl. und sollte ihn dafür 100 Fl. die Woche zahlen. Zugleich verpfändete sie an ihn ihre Fleischsteuer (Krupka) für 14.000 Fl. gegen 00 Fl. Wochenrate und die Bie steuec (cerevisia) für 20.000 Fl. gegen 100 Fl. Wochenrate zusammen war sie also dem Forbes schuldig 55.500 Fl. gegen eine Wochenrate von 200 Fl. Als Forbes im Jahre 1099 bankrotierte, waren 197 Juden seine Schuldner. König August der Zweite wollte nun das Vermögen der vielen Adeligen retten und setzte darum eine Kommission ein, welche den einzelnen Gläubigern den einzelnen Schuldner zugelviesen hatte. Das war damals, wo man die wirtschaftliche Vereinigung noch nicht kannte, der bequemste Weg zur Flüssigmachung der Außenstände. So lourden einer ׳'Frau Goluchowska die Schulden der Judengemeinde zugewiesen und ihr sofort gestattet, 0 Synagogen am Kasimir zu schließen. Der Autor beruft sich hiebei auf offiziellen Akten der Krakauer Landesbibliothek und zu der sogenannten Rcl. castra. J) ruiincr j! ifUl.t 1׳ Huldizungsfeier. Samstag, den 24. Dezember d. I., um 4 Uhr nachm. findet in! großen Tempel eine Huldigungsfeier für seine Majestät Kaiser Karl 1. statt. Heinrich Zaitschek, TempclvorstandeS, statt. — Unser, besten Glückwünsche! Die Red. Brünn. (Heldentod.) Gg. Dr. Albert Schönhof ge fallen! Am Tage an dem sich die gesamte JudenhM rüstete, die unvergeßliche Heldtat der Makkabäer zu feiern, ereilte uns die Nachricht, daß Dr. Albert Schön- Hof, ein Held im höchsten Sinne des Wortes, den Helden tod erlitt. Was Dr. Albert Schönhof uns war, das soll demnächst geschildert werden. Was unsere Armee, seine Kameraden und die Mannschaft an Dr. Albert Schönhof verloren, das teilt der Negimentskom- Mandant Oberst Herrnsatt der Witwe Schönhofs in einem Schreiben mit, in dem cs unter anderem heißt: ״Noch vor einigen Tagen tvar es ihm gegönnt, von seiner Exzellenz dem Gruppcnkommandanten G. d. K. v. Bernhardt und allen unseren höheren Vorgesetzten persönlich Worte höchsten Lobes zu ernten. Sie wußten allen seinen Heldenmut, Geistesgegenwart und ihm sonst eigenen hervorragenden, soldatischen Tugenden, die viel zum Ruhme und zur Ehre des Regiments beigetragen haben, hochzuschätzcn. Uns hat dieser harte Schlag einen der tüchtigsten Offiziere, den treuesten, beliebteston Kameraden entrissen, und seiner Mannschaft, für die er bis zum letzten Mann in größter Fürsorglichkeit wirkte, betrauert in ihm ihren besten Kommandantcn. Wir alle empfingen mit dieser unersetzbaren Lücke in unseren Reihen einen herben Schmerz, sein Andenken wird in unseren Herzen, seine Ruhmestaten, mit denen er sich für unser- Regiment so verdient gemacht hat, tverdcn in der Geschichte des Regiments in goldenen Lettern ewig fortleben." — Dr. Schönhof ist am 16. d. M. gestorben. Ein feindliches Jnfanteriegeschoß traf ihn in der Stirne, worauf er sofort das Bewußtsein verlor und in kurzer Zeit verschied. Dr. Schönhof wurde für sein tapferes Verhalten׳ vor dem Feinde fünfmal ausgezeichnet: zweimal du.rch außerordentliche Befördernng, weiters erhielt-er die silberne Tapferkeitsmedaille und beide signum laudis. Olmüh. Am Beisetzungstage unseres verblichenen Kaisers wurden in unserem Tempel Trauergottesdieuste abgehalten. Am Vormittag fand in Anwesenheit der Direktoren und Schulleitungen die Trauerfeier für die Schuljugend statt, bei welcher Se. Ehrwürden Her Rabbiner Dr. Oppenheim in dem Lebensbilde unser Kaisers seine liebevolle Fürsorge für die Jugend und aulassung nahm, dem Andenken des verewigten Kaiser Franz Josef!. tiefcmfpundenc und ergreifende Worsie patriotischen und dynastischen Empfindens zu widmen, und im fernern Verlaufe der Rede, diese in einer feierlichen Huldigung für seine Majestät den Kaiser Karl seine erlauchte Gemahlin Kaiserin Zita unddurchlauchtc Angehörigen von begeisterten Zurufen begleitet, ailsklingeu zu lassen. Nun entwarf Herr Hofrat Dr. Schlag in kurzer Fassung ein Bild der Geschichte des ״Kinderschutz," dessen Wohltaten bisher 7000 Kinder ohne Unterschied der Konfession und Nationalität zuteil wurden. Ucberdies wurden seit Kriegsbeginn täglich dürftige Kinder von Flüchtlingen gespeist, so daß bisher 10000 Mahlzeiten zur Verabreichung gelängten — ausdrucksvolle, rührende Momente für alle Teilnehmer dieser Fcstversammlnng, aus welcher Herr Armcnrat Franz Junghofer und Bezirksrat Herr Philipp Bach, mit beredte» Worten tiefgefühlten Dankes in solcher segensreichen Wirksamkeit hervortraten. Namens der bedachten Schuljugend statteten Herr Bürgerschuldirektor M. Beer und und der Obm. Stellv, des Elternvereines ״Pestalozzi", Herrr Lehren Josef Stern mit dem Ausdrucke der grüßtcn Anerkennung für die betätigte Charitas, den lvärmstcn Dank ab. Mittlerweile erschienen als Ehrengäste S. Ehriv. Herr Rabbiner Dr. Max Grunwald und Gemahlin. lieber freundliche Einladung ergriff Dr. Grün- Wald, beifälligst begrüßt, das Wort, um seinerseits der Freude Ausdruck zu geben, solch einem Feste der Barm- Herzigkeit und Nächstenliebe beiwohnen zu können. Da empfange der wahre Menschenfreund nicht nur den Eindruck des mitleiderfüllten Gebens, sondern auch das Wonnegefühl der Freude, ob des Lachens freudestrahlender armer Kinder — Lohn, der reichlich lohne. So-finden wir denn, daß wir die Jugend nicht nur beschenken, sondcrn auch von ihr köstlich revanchiert werden. Mögen die. Gaben alt und jung zum Segen gereichen! Mit einem den herzlichsten Dank an alle Gönner und Freunde des ״Kinderschutz" beinhaltenden Schlußworte des Herrn Obmannes nahm das Bekleidungsfest, zu welchem u. dl. auch der Obmann des Vereines ״Einheit" Herr Berthold Hofbauer, Obwann des Elternvereines Pestalozzi Herr Alfred Lemberger, Ehrw. Rabbiner Dr. Funk und Gemalin, Herr Dr. Kohn, Vorstandsmitglied des Kaiser Franz Josef-Jubiläumstempels im 2. Bezirke, Amtsleiter Herr Rudolf Kraus usw., persönlich erschienen, einen ehrebenden Abschluß. Dobrisch, den 1. Dezember. Anläßlich des Ablebens- - Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef 1., fand im. hiesigen Tempel eine Trauerfeier statt, der die hochtvüroige Geistlichkeit, unter Führung des Herrn Dechant Wasiczek, die Stadtvertretung, sowie sämtliche Behörden und die ganze Bürgerschaft anwohnten. Herr Dr. Eisenberg hielt eine eindrucksvolle, zu Herzen gehende Trauerrede, deren Eloquenz und Inhalt auf die Zu- Hörer einen tiefen Eindruck machten. Er sprach unter andern! die Sätze: ״Wie die Kinder an der Bahre ihres Vaters, stehen die Völker der Monarchie an der Bahre ihres edlen Herrschers, beleiten ihn zur ewigen seine Bedeutung für die Entwicklung und Förderung Ruhestätte und nehmen von ihm für immer Abschied, unseres Schulwesens hervorhob. — Für 4 Uhr nc<!■׳ Warum war es diesem Friedensfürsten nicht vergönnt, war der Trauergottesdienst für die Geiueinde und das auch die letzten Jahre seines Lebens in Ruhe und Friejüd. Militär angesagt. In dem schwarz-dekorierw״! den zu verbringen? Wie viel Leid und wie viel schwere vollgefülltem Gotteshaus«.׳ waren u. A. anlvesend: Statt- Prüfungen ertrügen in Geduld und Gottvertrauen! Indem wir Abschied nehmen von! alten Kaiser begrüßen wir den jungen Herrscher mit dein Wunsche, daß auch er haltereirat Hofrat Baron v. Gastheimb, Oberst Weidenhoffer als Vertreter der Militärbehörden. Feldraboi״ Dr. Tanpler schilderte in seiner Ansprache an das Mi-' für seine Völker, eine neue Zeit des Friedens heranbrelitär unesren Kaiser als obersten Kriegsherr. Hierauf chen helfen möge!.Diese Ausführungen in rscheentwickelte unserer Rabbiner Dr. Oppenheim in seiner' chischer Sprache übten auf alle Zuhörer eine ergreifende Trauerrede die geschichtliche und unsterbliche Wirksam-' Wirkung aus. keit unseres Kaisers, sowie seine seltenen Herrscheru.J -«• Menschentugenden und legte ein feierliches Gelöbnis, der Treue für unseren jungen Kaiser ab. Die Feier^ war von mächtigeni nachhaltigem Eindruck, wie er in den überaus anerkennenden Worten des Lobes der Vertretungen unseren! Rabbiner gegenüber znn! Aus-' (Chanukahfeier.) Am ersten Chanukahabend fand druck kam. Die gesanglichen Funktionen versah Oberim Schulgebäude der Baron Hirsch'schen Schule für'kantor Schlesinger mit dem Tempelchor unter der

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