Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVII (1916)
- Issue
- Heft 21 (11.12.1916)
- Date
- 1916-12-11
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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«tropt»«*» St. 21 M vnn v« falcit dieser Truppe näher vertraute Oberst Paterson hat er die Trauerpsalmen und das El-Mole-rachamim aus unlängst in einem groß angelegten Werke ״With the Zio-' nistS in Gallipoli" (London und Newyork 1910) die Geschichte dieses ersten rein jüdischen Heeres seit der Zerstörung Jerusalems geschrieben und zugleich einen interessanten Beitrag zur Darstellung der Ereignisse des Weltkrieges, namentlich in seiner ersten Phase im Orient, geliefert. Der Verfasser schildert mit ebensoviel Humor wie Wahrheitstreue die unerquicklichen Zustände auf der Gallipolihalbinsel während der ganzen unglücklich vcclaufenen Expedition und übt eine nicht gerade mild zu nennende Kritik an der obersten Heeresleitung. Dem zionistischen Truppenteil aber weiß er seinen uncrschüttcrlichen Mut, seine Ausdauer im Erdulden der Strapazcn einer solchen Kampagne und die guten Dienste nachzurühmen, die er im Nahmen seines Operationsgebietes als Munitionskolonne geleistet hat. Die Truppe wurde aus jungen jüdischen Intellektuellen, meist eben aus der Schule entlassenen, aus Rußland nach Palästina cingewanderten und von da bei Ausbruch des Krieges durch die türkische Negierung ausgewiesenen Gymnasiasten und Studenten gebildet. Die freiwillig zu den Fahnen geeilten Jünglinge waren nicht zum wenisten von denen der feingeschulte und echtgediegene Kunstsänger zu hören und erblicken war. Nach Schluß des Trauergottesdienstes drängte sich alles zu dem Herrn Oberrabbiner wie zu dem Herrn Oberkantor, um denselben für ihre vorzügliche gottesdienstliche Leistung zu danken. Marienbad. Im hies. isr. Tempel fand eine imposante Trauerfeier für den veretvigtcn Kaiser statt. Im stilvoK schwarz umflorten Tempel fanden sich schon vor der Feier zahlreiche Teilnehmer ein, darunter Herr k. k. Bezirkshauptmann Dr. Ritter v. Brechler samt Frau Gemalin, Obcrbezirksarzt Dr. Sternbergcr, k. k. Bezirksschulinspektor Dr. Schuster, der ev. Pfarrer Dr. Bauer, der Stationskommandant Oberst Stusak mit vielen öfterreichischen und deutschen Offizieren, Primarius Dr. Zickler, Bürgerschuldirektor Woidich, k. k. Ober-Postver- Walter Nemeti, Abordnungen der Veteranen- und Feuerwehren usw., usw., Stadrat Hammerschmied, so daß der große Tempel sich als zu klein erwies. Nach einem Orgel- Präludium sang Herr Obcrkantor Goldenberg begleitet von einem gemischten Chor einen prächtigen Trauerchoral. Den Mitclpunkt der Trauerfeier bildete die groß dem Umstandbcgcistert, daß zum erstenmale eine echt jüd. zügige wirkungsvolle Trauerrede des Herrn Rabbiner Legion mit hebräischer Kommandosprache (abgesehen na- Dr. I. Diamant, in welcher er die hervorragenden Herrtürlich von der der zugeteilten englischen Offiziere) und schertugendcn des verstorbenen Kaisers, der insbesondere ihrer am 10. b. M. erschienenen N MMN er zu dieser besonders heiklen und schwierigen Fmge einige bedeutsame Äußerungen, aus denen sich die Ansicht weiter deutschs-jiisdiischer und Polin,ischjüdi's'cher Kreise ergibt. In einem Aufsatz von Dr. A. Fviedemann ״Wir und die Ostjuden" wird nach einer ausführl>ichen u. grundlegenden Darstellung der Materie ein. Iuschnjmeügehen aller deutschen Juden auf Grund eines Mindest- Programms vom,?schlagen. Es wird darin verlangt: ״Forderung unbedingter Gleiichbwcchtigung aller Minoritäten, also auch der Juden, mit «den Polen in» dev Berfasfung, und ein in den Laudesges׳e!tzen festgclegter Schuh für ihre rel-i>- gisse Ulnd kulturelle Eigenart, insoweit sie selbst deren Erhaltung wünschen. Abwehr jeden' Zwanges zur Polo,uisirung und Vermeidung aller Gerinam-isiernngsmaßnahmeit. Entschiedene Ablehnung! aller SondMcsehe bezüglich der Einwanderung und besonders der Grenzsperre lind einp nachdrückliche! Aufklärung der Oeffentlichke.it, sowie der sinslußreichsten obersten Instanzen und des -iim Osten tätigen Beamtentu,ms über alle einschlägigen Fragen. Schliß' , lich ei.ne umfassende HiilfstätlgLeit zur Milderung?'dies großen Elends und Studium de!r Wirtschaft׳:׳- dem national-jüdischen Abzeichen (dem David-Stern) ins Leben gerufen werden durfte. Sie leisteten ihren schweren Dienst — bei dem mehr als die Hälfte der Truppe als Tote und Verwundete in kurzer Zeit fiel — mit einer um so größeren Tapferkeit, als cs ja galt, das Heilige Land — lautete der in Aussicht gestellte edle Preis fur'junßen Kaiser Karl I. Ueberaus eindrucksvoll war auch' ^Xe"leat V1׳>r""1™s 11 i'sMen ihre dargebrachten Opfer — miterobern zu helfen und paZ vom Herrn Rabbiner Dr. Diamant vor acörfitcter v r' n?m c ~5lJ',!a)־ י , •'׳ an der Vorbereitung der Zukunft ihres gegenwärtig lei- “ S..?״*W f« Mt folgende grundsätzliche FordEMWM durch die Gewährung der freien Ncligionsübungen in|fmp׳ Heren LöslMY nach denk Fri-edensschluß.' sämtlichen Landern der habsburgischen Monarchie sich in! folgen muß". Eme im Auschluß au diesen Aufden Herzen der Judenschaft ein unvergängliches Denkmal veröffentlichte Erklärung der jüdischen Assigesetzt hat. Die die Zuhörer tief bewegende Predigt schloß ^^Efen, die Von Vertretern ׳.Zll'r jii^!V^ mit einer ehrfurchtsvollen Loyalitätskundgebung füc dem R-ichtuNMN> Warschaus beisälltg anfgenominen Bundeslade gesprochene, innige Seelenheilgebet in hcbr.' denden Volkes sich zu beteiligen. Nachdem das ganze'und deutscher Sprache, das allen Teilnehmern Tränen '* Gallipoliunternehmcn mißlungen war, wurde die zion? entlockte. Legion, die inzwischen um hundertfünfzig Köpfe über ihre ursprüngliche Höhe hinaus vergrößert worden war, zum Teil entlassen, zum Teil stellten sich die jüdischen Legionäre von selbst wieder in der englischen Armee ein. Heute, nach beinahe zwei Jahren seit der Gründung der ersten jüdischen Legion, ist der Gedanke wiederum Oückeeöespreckung. ״ .... Wi,r sind deswegen biet Meitnung, daß der Gedanke! versassrMgsmäßigen und gesetzlich garantierten Obersten Nationalen Kulturvaities grundsätzlich a>1m!Hmtb!ar ist, also «riincs Organes, welches die Erziehung und kulturelle Entwicklung der jüdischen Jugend auf der sprach-- lichen Selbstbestimm\mg und auf diesbzüglicher Matrikukicruug der jüdischen Bevölkerung gründen wird.... Es versteht sich von selbst, daß Wassermann: ״Das Gänsemännchen", Verlag S aufgetaucht, namentlich infolge der Agitation des zion/ Fischer, Berliii-Nürnberg, mit einer zeitweiligen Erwci.!^"U"! Palen otale lM’tfii»«* Born ,BmLlickter Schriftstellers Jabotins« in London, eine indische Legion terung In die flänkifche Landschaft, ist die Stätte des No. BoK׳ «me«? KlÄi ins Leben zn rufen, um die Jnterefsen des jüdischen maus durch mehr als ein Menschenalier, -in unendlich KAL ,TÄltatocrtST bfc ln len kcs vcrieidigcn zu Helsen, ES bleibt abzuwartcn, ob sich vectrnuter, immer seltsamer, vittorcsler, erinnerungS.!^^, werioen, 01C m Den diese -weite Legion, an deren Gründung «E "bsMke Gnramkie cisrig gearbeitet wird, gleich der ersten bewähren wird, das seine bitteren und süßen, znmcist aber bitteren ffirt.!' ^jc aiitMtriift s»st MsM i&re %!«- I״־ durch das schone und -eiche Buch treibt, Rothafft ist tvS »Me PolmM KömM-lch der Held des Buches, ,em Gezeichneter, von Da,non BeZ^ folgenden Wort«: «Mk hoffen Ul» stffener; r,n Mnsiler von Ge,i.e n״d doch >''^1 ganz von NEwsfe der qnt vaierlämbischen G°,״e denn chm mangelt das Verdienst des Gedeihens BevölkeNIMst Polens, ab-r -nutz im »1־ durch den S,rg Wassermanns iA״(n Stg« seMr. Vatz sich dessen tragt ״nt Recht den Namen «...«» Romans: er hat motzen B-M-mqttche» Wnrdt-I Rorrefponäenzen. Briinn. Donnerstag, den 30. v. M., fand im hies. großen Tempel um 3 Uhr nachmittags, dienst für weiland Se. Majestät kantor Heller die synagogalen Vorträge. Briinn. (Silberne Hochzeit.) Herr Sigmund Stark, Kaufmann in Brünn, feierte am 17. Nov. mit seiner Gattin Rosa geb. Luft, im engsten Familienkreise das Fest der silbernen Hochzeit. Boden. (Trauergottesdienst.) Zu einer Trauersitzung für unseren verewigten, glorreichen Kaiser, weiland Franz Josef!., berief der Präsident der isr. Kultusgemeinde in Baden, Herr Moritz Lettner, für Donnerstag, den 24. d., 5 Uhr abends, den Gesamtvorstand. An der Sitzung nahm auch Sr. Ehrw. Herr Ober-Rabbiner W. Reich teil. Beide, Herr Präsident, wie der Herr Ober- Rabbiner hielten in warmen und ehrfurchtsvollen Worten Ansprachen, die das geheiligte Wesen des Dahingeschiedenen Kaisers in formvollendeten Bilde zum Ausdrucke brachten. In der Sitzung wurde beschlossen: 1. daß Sonntag, den 20. um 5 Uhr abends im Tempel ein Trauergottesdienst abgehalten werde; 2. Alljährlich am Sterbetage des verstorbenen Kaisers ein Seelenlicht im Tempel anzuzünden; 3. Sollen am Begräbnistage Sr. Majestät des Kaisers Franz Josef!., 200 K an bedürftige Soldaten verteilt werden. — Sonntag, bei Abhaltung des Trauergottesdienstes füllte den schwarz dekorierten Tempel eine imens große Menge von Andächtigen. Mann an Mann stand sie und lauschte in tiefster Ergriffenheit den Worten des allverehrten Ober-Rabbiners W. Reich, der mit der gewohnten Kraft seines Vortrages und mit der ungemein geschickten ׳Art seiner erhabenen Schiwerungsfähigkeit.tziy Bild vom verewigten Kaiser entwarf, das unvergänglich im Geiste aller Anwesenden bleiben ״> tat QT, r- « judEn j-n dev Muen Verfasflmq des Köukstveichs °"׳mt in diesen AmdM..«n im klaren nmd stalvken Worten zum Ausdruck. Bände im Taschenformat, eleg. gebunden je 2 Mark, Ver lag Otto Hendel, Halle a. S. Die Literatur des Optimismus — sie ist selten um diese Zeit — wurde durch diese beiden Bücher bereichert. Assjah übermittelt dem trostlosen Akabjah die Grundsätze einer neuen Lebensführung. Zweifellos hat Nietzsche auf die Form dieser philosophischen Erzählweise eiugewirkt; aber der Verfasser ist' Buber ״Vom Geiste des Judentums". Kurt Wjolf, Leipzig. Verlag Es orüsbrigt sich, über bk B׳?!de>ukml,g! über ihn zur Selbständigkeit gelangt. Akabjah dürfte al§j Martin Bubers für dile! geHstM EntwUcklunst des Sinbild der Menschheit zu gelten haben in ihrer Ruhe-^modernen ZtviN>i.s(M1us Worte ZU umcheu. Denn losigkeit, in ihrer Sehnsucht nach Erkenntnis, in ihrer uur •eilfi־CfO IW ׳den Aufsätzen oder Furcht vor den Mtfet.i der Ewigkeit, tt.id das «uch^» Reden Bnbers Miese» yat. n«ßk bh klare, einct« Leben der Pflicht, der Selbstzucht, des Bedachtes.! . ־* ., . Tבס ״,.-(;... Der Verfasser sagt, es böte sich als eine Wertung des Le-/drmgll׳ch!e, We-lje, unt Welcher Buber Probleme bens dar. Das Leben läßt sich werten auf mancherlei ouZttsassen, durchzudenken UNÜ cvusWüdeukeu Ver- Weise — hier geschieht es im Sinne einer erhabenen swht, brwuiuderu. Ju^ diesem, l>n, schr schöner und blühende Sittlichkeit; und es kam sein ein Genosse Ausstattung erschi'enonelU Souunelwerke sind der Suchenden und der idealen Sehnsucht; denn es ist bedeutende Aufsätze Bubers eindrucksmüchtig vor Allem da, wo es an sexuelle mrö. 1r . ' ., n ... . . 0 soziale Probieure ,ich anschliebt. In der Forisedung von, «chalien. -der sich idem, &״•**** SchE-N- Akabjah ״Akabjahs Ruf" bemüht er sich, »wie die Sonne, nähert. Der ZwUlsMUs knetet immeutllch s->t hiueilizuleuchten in die Not der Herzen". Prof. Her)»WliU L. Stvack hat eiin, ״Jüd^ dem Tode Herzls, Probleui>e, wi׳e sie ei׳n bereits bestehendes großes Staaatswesen mticht größer ^aufztrweisen braucht. Und nmu> Wiird dere-iust scheS Wörteckuch" (indisch-dellisch) hrumS,»; duber Mchsaqrn müff«,. Vak °r M d«n ersten igeben, ntl't besonderer BeruckstchtWMg der gegen-, \ wärtig im! Polen üblichen Ausdrücke?r. geistigen Arbeilevu und lagern d<ßr gewa C. HtilNivichsche Buchliandlung. 1916. Die Juden im 5Lönigreich Polen. Wven, im׳! oesonserer wärtig i!u Polen üblichen Ausdrücke. Leipzig, I. WW r״ , r , . fr or,, .. ־ ' ״ ־ - gen Probleme gehört hat. Durch alle Airibeiiten Btlbers ziieht der!chrliche und feste Wille, seiiinent wird. — Den gesanglichen Teil des Trauergottesdienstes brachte Herr Oberkantor Ferdinand Jura zum Vortrage, ,neu -auch das der Ostßllden auf. Die Bertiglier Mit seiner wunderschönen klangvollen Stimme rezitierte 9״^*.uen Ji'ldischen Dtonatshefte" bringen in Volke zu helfen. Und dieser Wille verbind^ sich ,, .. , , , mit dem geistigen. Streben Bnbers zueiin-mt har- Die Proklatznlatlon des Königreichs Po.c ... L G rollt neben vielen anderein! wicht «gen Probteu^mschen Ganzen. w.