Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVII (1916)
- Issue
- Heft 21 (11.12.1916)
- Date
- 1916-12-11
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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«t. 21. ^ILttsche V-kk-ftr««e* .x- ״, ,- WG».,MGWMMWMWWM««G.P^'WMkM?-MdMMKME׳ Sette 9 \0a!§ Gott ׳nach svimer heiligen Ordnung u-nzcrtrenn,lich verbunden habe. Co sei e.K auch mit den Lirbr zu Gott und zum Nächsten. Es lmbe zu keiner $cit, so lange di.es Doppelgebot bestehe, nur Leuten gefehlt, welche es Wagten, sich der Liebe zu rühmen, während sie doch ulu bas Wohl und WOe ihrer Mitiurnschen sich weniig oder gar n!1cht kümmerten, wohl gar sich nicht sthruten, dieselben zu hassen und i.I>ncn wehe zu ji tUv jo selbst sie zu verfolgen, als täte,, sie Gott einM Dhinft da»nA.t: Wl:-e viel Schmach sei doch auf di׳e christl.^ Kirche von, ihwn eigenen Bekenihevu! durch solches Verhalten gewälzt worden! Mau möge sich m׳ur erinnern ,am, jene U.u inen schlichketten, welcher sich ei'Ust nach her Erdb!erm׳g Mexikos.. die glauben ssto lzen S pan je r schu l d'g!ge 1 nacht haben,!natürlich zur Ehre Gottes, und Mn Besten soijmes 9teiches, oder an seine Frewel, Mlche ׳i,n׳ den Zelten des ׳Mtt.telalte.rs auch citf deutschem Boden, an-den Hilden verübt wurden. .Noch in! bcn kbicn Jahren mußten wi!r erröten hher die Jndruhetzeu an der unteren Dguau und es schei'ue, daß ähnliche ärgerliche Auftritte auch Mn deutschen Volke, auch i<n> uinserer Stadt im Allzuge! seien. Gechisse Mättcr-werden nicht müd!e, tu der MhäsMten u.'kränkendsten Weise! unsere jüdischen Mitbürger der öffentlichen Verachtung prieiszuigeben und durch Nahrung der Abgunst und des Hasses darauf hinizuwirken, daß denselben die gleiche! bürgerliche, ,Glje'ichberechtißung lviieder,entrissen werde: Diie, bübische Zerstör,ii-ng, Ivelche i׳n den,lebten Tagen m. der. Nähe, der Sy- Nagoge perübt.wurde, zeige hmlänglich,, welche FrLWe durchs solche Agi>tatio!lten ,gezioikigt werdein Ob etwa sein and glauben könne, daß eijn! darartiges Treiben sich mit dem Geist und Vorbilde Jesus Christus 0erc>i!nb׳aren lasse? So Van,ge solche Dinger nnter uns geschehen, sei unser Nuhm llilijcht sein. Es gelte, sich mit Ernst dagegen zu erheben". — Und׳ so ließen sich noch zahlreiche ähnliche Aeußerungen hervorragender christl. Gelehrten aufführen, die einsichtsvoll tpb ge- Nüssen Haft genug waren, um die Verdienste des Judentums nicht nnr n!icht zu verleugnen, sond. lobend u. auerkennend hervorzuheben. Nicht ohne tieseru׳ Grund hatte der große Lehrer Israel seinem Volke ermiaihnend zugerufen: , Uscheinartienr ״Beherziget und beachtet die herrlichen׳ Vorschriften und Sahungen dier Thora nnd bestrebet euch he sin Leben weasiseiu! durch die Tat zu verwirklichen, denndadurch wird ׳es euch eijn Leichtes jeim,, den Völkern d. Erde zu impouiereu, ihnen die Achtniig abzugewiniiiien, so daß sie es nicht unterlassen werden, ihrer Bewnindernng Ausdruck zu. verleihen und ansznrinsen: Wahrlich!dieses große Volk vlerdiemt nicht verfolgt, bedrückt, zurückgesetzt u. geknechtet, sondern verehrt, >g.achtet, geschützt, gewürdigt und aniorkalnint zu werden. I Heute wird die Anstalt von Militärbehörde» Zivilbehörde imb Bevölkerung als unumgänglich notwendig anerkannt. Sie arbeitet rnhigcr, doch nicht kampflös und nicht ohne Schwicligkeiteü Angeführte Ziffern geben ein Bild ihrer Arbeit und Entwicklung: 2eit Neue Pat.; Oesamt behänd. Int. Op. Pat. gr*l Op. kl. 1. Juli 1912-1. Juli 9131 914 ״ .1913-1 ״ .1 915 .1—1914 .1!916 ״ .1916-1 .. .1 9959 366S 361S 4034 67239 107672 86386 112183 355 446 258 214?61 388 415 562 280 771 829 754 v. 1. Juli 1916-1. Okt. 1:212771 1916 (also in 3 Monaten)!| 2335! 372379 66659 127311726 57: 113 2634 188 Anmerkungen: Nenexkrankungen derselben ׳ Patienten sind nicht eingerechnet. Die finanzielle Lage zwang uns in diesem Jahre zur Einhebung von 1 Mctallik h, der Poliklinik. Wir haben nebst der großen ärztlichen auch eine erziehcrische Arbeit geleistet, indem wir das Publikum über den Wert ärztlich schneller Hilfe, sowie über die Krankheiten und ihre Folgen aufklärten. ׳Wir wirken auf die gesamte Bevölkerung ein, wie denn auch alle bei uns, ohne Unterschied der Nasse und Konfession Aufnähme finden; Juden natürlicherweise lveitauS in der Majorität, in einer Anstaltdie ausschließlich vön Juden unterhalten tvirk: Der Vergleich der enormen Anzahl der Poliklinischen Patienten.mit der geringen Anzahl der Internen zeigt, woran unsere Anstalt leidet. Ihre . Mittel gestatten, nur einen Bettenbclag, der im Verhältnisse zu dein ungeheucrcn Andrang und Bedarf ganz minimal ist. Wir können auch aus materiellen Gründen den ärmsten Patienten jetzt, nur 5 Tage Freiheiten zur Verfügniig stellen. Zahlreiche, dringend Aufnahmsbedürftige müssen abgewiescn bezlv. für später vertröstet tvcrdcn. Was not tut, um die Anstalt Vorlvärts zu bringen, ist ein gesichertes und größeres Budget; dieses müßte Gratisaufnahme und Verpflegung bon mindest 26 Paticnten ermöglichen. Ferner ein für die Klinik geeigneter Bau, eventuell Ankauf, Vcrgrößerllng und Verbesserung des arabischen Mictshanses in tvclchem sie sich gcgenwärtig befindet. Unsere Arbeit wird mit Aufbietung aller geistigen und physischen Kräfte, um ihrer selbst willen aus rein humancnn Gründen geleistet. Ihre Wichtigkeit erhellt aus den obigen Zahlen. Sie wird aus sich selbst heraus das öffentliche Interesse wachrufcn. Jerusalem, November 1916. Dr. Ticho. ^imdfcfwu. Auszeichnung. ׳der 12 ArbeMrrochen, bet 2 Klubs, bar 5 Wahlkomitaes, des KonWovmms, . des AufsiMsrates am Liüblister Magistrat, fernher die Nebw kteure der beiden Lublimor Zeitungen (״Ziemä Lubelska" und ״Glos Lubelski"), bk Leiter her Lehvergesellschaft, t^v Ha!ndelsges׳ellschaft, bter Bibliotheken, bei Hausbesi tzervereimes, der Gesellschaft der A«erzke, Apotheker, Drchniiiker, Büroangestellten, des Zuckerverbandes imjd sonstiger maßgebender Institutionen beteiligt!)asten. Nach den; Beschluß, ׳ein Zentmlkoniikee vo!n. 80 Personen zji wählen, Las all diese Msellschafteü unMörperschaften, ׳repräsentiert, . wurde, die Frage!der ״Bewahrung ׳d!es polnischen Charak- Vers vor ׳dein Eiinflusie.fMnder Elemente" aufgerollt. Die Meiniulug aller Rsdmjer gi-nA dichindaß d!tt Kompromiß mit den Jliideu jedem, Si׳n׳nes entbehre. Am Schluffe der VersamlnTung wurde die Frage gestellt, ob es erlaubt sei!, Bneit K!alnjdi!da!t aufzustollen, ׳der!e,i,nb1!al sein! Besitztuin i!n -der Stadt omje.nl Juden ׳verkauft hat. Dieser Frage wurde eine zweite angefügt: ״Darf das Komi,wo eiineilr Palen vertrmipn, ׳der eiinicm jüdischon Handwerker 3!11 verdienen gab, den: Povni׳- schen Handwerker zum Schapen?" Diese beiden Fragelr wurden von der Versammlung einstiiiljmiig imi jadenfeiM,blichen Simme beanjitwortet. . Vo!ll, ,den 5 K!ürie!n, in die die. DZähler Lubl ins ei׳n!getei!lt sind, hätten -die Inden in der zweiten Knrie, di'e ans Kaufwuten besteht, am nleiften Aussicht gehabt, die Wahl eines Kandibaten Liurchzuführein,. Den polnischen- Bemühungen gevawg es aber, duvch^usetzell, daß bk Hansbesitzer, die vorschriftsinäßig der dri'tten K.urie an gehören sollten, als Kanfteiute bezeichnet und in!die zweite Kurie versetzt wurden. Der jüdische Nationalfonds. D'ie SpendeeiNigäNlge für den jüdischen Nationalfonds bdrugen iUn Oktober 48.4666 M. Aiißerdeiln sind dein I. N. F. zwei, Dennächtilisie in Höhe von 40.000 M. n!nd 5000 M. zngefallen, deren Noalvsiemmg «nach einiger Zei׳t erfolgen wird. Palästina. Dia sanitären Vevhält>n>isse in Pa!läfti,1la haben den ״Verein der, jüdischen Aerzte und Natrlrforscher für saniitäro Allgetogenhei'ten in Palästi-im" Vevanilaßt, .ai'iriG׳: Broschürerr zur Anfklärunig über die zurzeit dort herrschenden KraukWten in׳ den verschi׳edene!l La«vp1eAspn׳-b.״״ heranszugeben. Von dtesen Schriften liegen jetzt 2wei vor, beide aus der Feder van Dr. Beham: eine allge!nl!ei>n,e Schrift über den Kriieg als Nr- Heber irnd Verbreiter der bekanntesten Jilfektioilskvankheitell und eine ׳eiinigehende Schrift über die Cholera. Beide in hebräischer Sprache. Zeichnet 5. Kriegs- Anleihe! Die Augenklinik ״Lemaan Zion" in Jeusalem. Die Augenklinik ״Lemaan Zion" in Jerusalem, vom palästinensischen Hilfsverein in Frankfurt a. M. im Jahre 1008 gegründet, blickt nun auf eine 4 ein Vierteljährige ununterbrochene Tätigkeit unter meiner Leitung zurück. Ich erlebte in dieser Zeit ihre Entwicklnrlg mit. Ans dern mühseligen Anfang, wo man, ohne jedes sichere Budget für ihre Existenz zitterte, über das erste Kriegsjahr Hinalls, in lvelchem sie sich ganz ohne Subvention mit schwerer Einschränkung des Betriebes durch kleine Zahlluigsbeiträge der Patienten behallpten mußte, bis in die Gegenwart. — Dem Assistenzärzte Med.-Dr. Oiubolf Diamant, der für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem signllm lalidis bereits ausgezeichnet wurde, erhielt von Sr. Mas. unserem Kaiser neuerdings das silberne signum laudis am Bande der Tapferkeitsmedaille zuerkannt. Der wiederholt Ausgezeichnete, ein Sohn des selig verklärten Herrn Dr. Adolf Diamant, Rabbiner in Schaffa (Mähren) und Bruder des Herrn Dr. I. Diamant, Nabbiner in Marienbad, steht seit Kriegsausbruch ohne Unterbrechlmg im Felde'und kann auch manche Heldentat berichten. Herr Dr. Rudolf Diamant besuchte 8 Jahre hindurch das 2. deutsche Staatsgynlnasillm in Brüiln lind steht lioch heilte in angenehlnster Erillnerlmg bei seinen einstigen Lehrern und Mitschülern. Auszeichnung. Dem Feldtvebel Oskar Lampel lvurde in Anerkennung besonderer pflichttreuer Dienstleistllng vor dem Feinde das Silberne Verdielistkreuz mit der Krolle am Bande der Tapferkeitsmedaille verliehen. Antisepntische Beschlüsse in Lublin. Wie im; Wgrscha,» riiofcit amch im öfterreich! schen okkupierten Wbiet die bevovsteibenden Mrhlen zu den Stiopträten ׳ei׳n׳e lebhafte Wahlkampagne hcivvor. Im Unterschied von! Warschon, wo die Polen während -dar Wahlen, eine Wohltoollende .Hailtung der Jude!: zu gewinnen suchten, scheint hwr.ain tisemi'tische Tendenz auch während der׳ Wr!hlkan!t.xl!gne sich!nicht zurückdrängen lassen. Die jüdischen Ze!itnn>gen bringen den Bericht der ״Fiemija! Lnbdska-" über eilte! große VorwahlverskWlkmg M Lubliin, ׳am der sich die Vertreter Das jüdische Krankenhaus Schaare Zion in Jaffa. Das Kratikenhans Schaare Zion, das zu Beginn des Krieges infolge matrieller Schwierigkeilten seine Tätigkei't faßt hätte! einlstellen inüssen, veröffentsichto vor kurzem einen, Bericht, aus dem hervorgeht, daß die Zahl der Kranken, die während!der ersten 18 Kriegsmonate Aufnahme fanden, 815 beträgt. Die! Zahl der Tage, an! denen die Pat!'!enten im Hospltail behandelt und ge- Pflegt wurden, beläuft sich! auf 5688. In der Wöchuerinn!e11abteil!u!,g wurden 81 Frauen ent- (»׳,׳.!den. Die Zahl per Patienten, dir׳ anßerdein von diesen! Krankenhaus untersucht und behandelt wurden, ohne' dort aujjgeuommen zu werden, beträgt inehr als 8600. Mehr als 1200 vorschHedeue Arzne!i!!ni,twl wurden au! Ar!ue kostenlos abgegeben. Aus den: amerikanischen Hi'lfsfond! hat das Krankenhains 15.000 Frcs. erhalten, außerdem vi׳n erhebliches CHian.tum v. den Lebensslnitteln! ״nd Me di kau! outen des ״Vulkan". Aus anderen Hilfsfonds erhielt die Anstalt 2800 Fmucs. Die zionistische Legion auf Gallipoli. Der ״Nellen Züricher Zeitung" lvird geschrieben: Zu den merklvürdigsten Erscheillungen, die dieser an Absonderlichkeiten und Ueberraschnugen so reiche Krieg gezeitigt hat, gehörtauch das »Ziou Mule Corps", die ziou. Legioli, die sich Ellde 1014 aus jüdischen Jünglingen in Alexaildrien gebildet hatte, um zusamen'mit den Engländern den Gallipolikrieg mitzumachen. Der mit den Schick-