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Jüdische Volksstimme · 1916-11-23 · Heft 20 (23.11.1916) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 20 (23.11.1916)
Date
1916-11-23
Page
– (sequence 4)
Language
German
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״Attische Bottsstimme" Rl. 20 bei «ME Stimumugriff auf dem Felde der Ehre gefallen ist. Den« *Regiment als aktiver Eiujähriiger atlghörond, ist er mit der ft. Kom- Pagn>ie ins Feld gezogett und hat mit ihr alle Gefechte mitgemacht. Beim Vormarsch 1014 zeigte sich bowits sei,ne vorbildliche Tapferkeit, während des Stelll!!n!gska׳n!pses erwies er ״ als .pflichttreuer Off ist er und Vorgesetzter, t!»!d iin den schweren .Kämpfe»!׳ Verdun hat er sich als Führer eines Stoßtrupps glänzend bewährt. Nun. ha-t in den neuen Kämpfen, an denen das *Regiment teilznuehinen berufen wurdedie feindliche Kugel dem Neginu'nt und der 0. Ke /npagnie, in der Ka,״erade!l lvnid UnteWebene-mit gleicher Liebe und Vorehrung an. ihm hingen, für immer entrissen Das Offi.Hierkorps des Jnfanterieregimeints .., betranlart tief den Vertust dieses tapferen, Pflichttreuen Kameraiden׳ und wird sein Andenken stets in Ehren halten. Mit dem nachmaligen Ausdruck der Herstichen Teilnahme habe ich die Ehre 5׳u sein. ge!z. Z...., Major nn>d!-Itegiilteutsführer. Der Feldwebel seiiner Kompagi'e so!!st!tedenn trauernde!« Vater׳ einen Brief, in welcheut es heisst: ״Wie ihnenbereits ׳vom Regiment mitgeteilt seist, wird, ist. ihr Sohn׳ bei dem letzten Sturm auf die! französischen Stellungen bst ..., an der Spitze seines Inges voran.stür!!!-e11d, den Heldentod gestorben. *Roch nie ist der Tod eines Vorgesetzten von. Angehörtgen der Kompagnie so tief betrauert worden, wieder ihres Sohnes, haben doch,alle Leiste in. l vahrhaft rührender Weise mr -ihm gehangen.. Stets gerecht -und je-deim eutgegenkon:tuend, hat er sich die st er neu , Inges irn Sturm erobert, die Leute gingen 1n!it ihm durchs Feuer." Eine Kundgebung der Lcmbcrger Knltnsgemeinde. Anlässtich der Proklmuieru!ng des König reiches Polen hat der Vorstand der isvaelstischeu KultllSgemeinde -in- Lejmberg -eine feierliche Sitzung!abgehalten. Der in Ablv-esenheit des Vorsta,n׳des als RWevun>gsk-omm-issär amtiere!nde Advokat Dr. Wasser hielt d!i׳e Festred!e. Er erinnerte daran, daß das unabhängige Po!״ den Juden ,gegenüber Toleranz geübt habe, zu einer Zeit, wo sie ini gaii-zeir übrigen Eliropa verfolgt waren, iiind schloß mit -dein N-ufe: ״Es lebe das freie unabhängige Polen!, iinwelchen Nils alle Aiiweseliden begeistert ei,!stimmten. Schließlich tvurde ein- Dankteleg-ramm au Kaiser Franz Josef, ferner Gva,tnlaLioustelegramine an die Warschauer Geineiuderäte u-ub רו das Kommando der pot-llischell L.e!g׳-:׳-> ne achnesandt. Große Stiftung für die Aktion zur RcttiiM vergi-rmig chm chnkrstühm», «,Ptrihen Ii<«. , >asse«cr ttindcr Galiziens. sind noch nicht n.lMschlossc». j t Für das außerordentliche Interesse, n>elches sich den segensreichen Iielen des Vereines znr Ein getaufter Jude hält die Gedenkrede in der Bethalle des jüdischen Friedhofes in Berlin. Eine- Anzahl von Mttg-lie.de-.vii! der Neprüsen ianten-V1e׳rsaiMiili»ng der Berliner Jüdischen Geineirrde hat in einer der letzten Sitzungen eine Inte׳r Pollution! elngebr-acht, die sich mit einem Vor fall beschäftigt, welcher sich bei'der kürzlich erfolgten Beerdigung eines n,amhe!fte!i Be-rliner Und Vevsitätsle-Hrers entf dem indischen Friedhofe in Wjeißensee zil-getvalgen h!at. Die zahlreichen Schnlar des Verstorbenen hatten aus ihrer Vkitte einen jüdischen *Iten-egaten mit ei!»er Gedenk rede surf ihveili verstorbenen, Lehpeir betraut, die von dieseui Herrn bei der Beisetzuug gehalten! wurde. Die Jiit-erpellation, die von Ko»!!!nje,rzie׳n׳mt Gersou Simon -uud OHiwssic!!!- gezeichnet ist, hat folgeudeii Wortlaut: ״In frei tasten j iibischeu Kreisen-, sowohl -!.nmerhalb lv-ie außerhalb unserer Gemeinde, hat es unliebsames Aufsehen erregt, daß in der Bethalle des jüdischen Fri,Moses zu Weißonsee, also,eiueui zu jüdischen Zwecken ge- -lveihten NVrnme, -einem jüd! schein N'eilegaten gestattet lvar, eine (bedeiukrede zu Halltein. Wir richtell. au dpn verehrlichen Vorstad die Frage, ob ihui die Tatsache bekan,׳st lvar, ttud kvas er zu tun gedenkt, um eine Wiederholung solcher Vorkommnisse zu verhindern." Der Vorstand der Gemeinde erklärte in der nächsten S itzung, es hat tan ״triftige Gründe" z»ur Gestatttvig dtes-er Denk-!rede durch deii Täufling Vorgelegen. Welcher Art dies׳. Gründe tvaren, gibt es nicht. Es gibt keime triftigen Gründe für ein deratiges Vorkommnis. . ... , ..zur Nsttuug verlassener jüdischer Kinder Galiziens lltid der Bukowina iu Wien, l>. Bezirk, Uiliiversitätsstraße l, in so gerechtfertigter Waise zirweirdet, spricht eiiue große Widullmg, über kvetche uns von der Veveiusl.sttimg die folgende Mitteilima /ziM'ht: l In. -der Vorstaudssitzuug des Verst.ues zur iReLtlnug verlassener Kinder Galiziens imd der Biikowiua in. Wien, 0. Bezirk, Uistversitätsstvaße 4, vonl 8. d. erschieti der Lemberger Großindustrielle Herr Koininrrzialrat Moritz Herimjan Neich, derzeit in Wien, und übergab Len- Mit- -gliedern des Präsidiulils, Uiliversitätsprofessor Dr. S. Ehrnraim, Frau Li fette halber und Dr. EdiiMlid Kohir, 100.000 K in 4Prozent!ger österrcichiischer Staats reute tni t der Widmung, daß a-ils dl!es!e׳ni Detwige n,ud einem i veile reu Betrage 100.000 K in 4proze11ti,ger österreichischer Neiite, welche Herr Kouiiiierzialrat Neich aaißer doni beilii Präsidililm, der -israelitischen Kulttis genieinde tu Lemberg erk׳<gte, das ist also mit eiin.'em Stiftu-ngs kapital vanzusammen 200.000 K iin österreichischer Ne.nt!e, auf den Namendes Stifters Moritz Heriuau׳ lReich mid Gatti-n F.w'il Tou-1 Neich -ein >triegsiraisv1!hat1s für jüdische Kr-iegslvaiseu ans Galiisteu, ivan.n möglich -i'li Leuiberg -errichtet werde. Bis znr Errichkutig dieses Kriegslvaisenh!.->ims fallen die Iiusen -des Kapikaks Vau- 200.000 K dam.׳ ge- ׳n׳nm1־tten Vereine zu. Mit der Turchfiihruug limrde vour Stifter dev Hoflind Gerichte advokat Dr. Ludwig Gelber, Meli betraut. Das Veveinspräsidiuiii sprach dem hochherzigeii Speiider den wäriiisteu Dank -für seine boispieliaebeiide Stiftung aus. Der kriegSwtttige Oberrabbiuer Der ״Wieiier Arbeiterzeituujg" wird u-iis Aiiisterdaui Mchriebeir: Der Loudon-er Oberrabiiier Herz hat mm jüdischen VwsöhuiM.gstag eine patriotische Predigt gehalten, worin er di-.׳ 25.000 Juden verherrlichte, die für England die Waffen ergriffen hätten. Diese. Wl'irdig-uug patriotischer Pflichterfüllung war sicher a‘,n! Platze, weniger -aber der!ihr folgende Ausfall. Herr Hertz -erklärte nämlich, der jüdifchen Gemeill-schgft drohe e!!ne Gefahr, weil?>Wcl- -oder d>rei!tauseud Juden die Befreiuup vom Dienste forderten. Dadurch würde der Eindruck -der -Opfe!rwi>lligke-ik der hunderttau.sende russischen und der 25.000 ou-glischeu- Jrideu >iu Frage gestellt. Und Herr Hertz zetteirte tüchtig gegen jene Ia-udere-r. Die Juden, d!i-e derNabbiner lim AriW hatte, sind u-un nicht etwa jene jüdischen Borgeo-is, die lieber denn Moloch das Fett abzapfen, als sich ihm selbst als Opfer darbringen, sonderndie fliichtlgen rnlssisehen Juden in England, die nicht für ihre Peini- K׳r zu Felde ziehen wollen. Nechtlich denkende englische. Christen haben sich für sie eingesetzt, jüdische Streber sind ihnen aber in den Rücken, gefallen, so der Minlfter Herbert Samuel, dem die ״*Ration" dafür auch zur religiösen Bplehruujg die Leviten gelesen hat. Jetzt hat der Oderrabbi-n-er von der Kanzel der Hetze gegen die Opfer des Po-gromzaren Bel,stand!geleistet. Mut und voruehiue Gesiuu-uug zeigt das gerade nicht. Wstim Seine Ehrlvürden wirklich besiirchtet, daß, -der Patri>otlsmus der Juden verdächtiglverden könnte, könnte er diese Wirkung -durch'-e-ine ln die Anpeil fallende Tat verhüten. Er brauchte! sich nur selbst ailfs Pferd zu setzen und in den Krieg zu reiten, wie ein! Bischof des Mittelalters. Medizinische Hilfe für Palästina. Das provisorische Iioulstlsche Eret'utlio- Komitee in! :Rem *stork hat von der fr-anzösisehep :Regleru!ng die Erlaubnis znr Einfuhr von Med-ifaiueutcu nach Palästina erhalten. Diese EriMibuis bezieht sich ans die Ausfuhr von M-e-dikameisten, die schau seit längerer Ieit i׳n> Aegypten für Palästina deponiert waren. Jllfolgedessen hat das State-DePavtement iu Wasliington den amerikanischen Kmuzer ״Desntomes", der ln Barcelona lag, nach Alexandria beordert, nur die Medika-mente von-dort nach Jaffa zu bringen. Die Verhandlrrngen weigenr der voir der Iiamstischen Frau,en-OrMulsati-on ״Hadassach" l!u Amerika geplallten medizin-ischen Hi1 fss-endung nach Palästina, der auch die amerikanische Ne- Stockholmer Hilfskomitee der ausländischen Juden. Das Stockholmer Hilfskomitee hatte am!. August -eine Snnllne vonoa. 25.000 Kronen! zur Verfügung. Davon tmi-rden bestimmt: 200 Kästen kondensierte Milch für Lodz und 200 für Wilua, im O^sainttvert von/ 17.000 Kronen. Das Geld tvurde -an das Ieutralkoinltee in .Kopenhagen abgesandt. In -der letzten Slltzu-ng des Komitees wurde beschlossen, durch das ׳Zentralkomitee 800 Kästen kondejnsterte Milch für die Sun׳- von 11.500 Kronen z-ll kaufen. Außerdeur hat das Hilfskomi-teie 1000 M. fürdie itoüeibcubeu russischen Juden in Berlin! gesandt. Hilfskomitee der dänischen Juden. Latst dem Berjicht, des dän-lsch - jlidijchen Hilfskomitees für die invtleidenden- J-lwen i>n׳- tven kriegführenden Ländern! nnnte-u im ganzen ungefähr 81.000 Kregen gesaulmielt. Davonwurden!rach . Petrograd 0240 Kronen, nach Wien 5280 Kronen, nach Palästina 4500 Kr-onan : schickt. Für hebräische n-ud jüdi-sche Bücher tu ׳ die rnssischen Kri1egsgefan!gene!l )v-lirden 2000 Kronen veirwerldet. Nach Galizieil sind für 4087 Krouen Und nach Mwschan für /!n. Kronen koudensterte Milch geschickt, an verschiebene Ge-fa!n!gene1l1-agte-r wurden 814 Kronen verteilt. Kopenhagener Hilfskomitee der ausländischen Juden. In letzter Zeit mürben folgende Schämen abgeschickt: Für die n-otl-eidendell Jlidell in Serbien 605 Kronein!, nach Grodne 1500 Kronen, -nach Bialhstock 1500 Kronen, für die uotle-idelldeil russi-schon Juden in Berlin- 487.50 Kron-en׳. außerdenl wurde-ll versiandt: ein Waggo-ll ko-n-. deilsierte Milch inr We!rte Vau 5548.12' Kronen! u-ach Warschau, 100 Kästeil kondeu-sierte Milch im Werte von 4000 Kronen nach Lodz mH! ebensotviel nach Wilua. Der Amerikanisch-Jüdische .Kongreß. Nachdem der Kompronl-iß, den die Sub- Konlitees der ״Kon/fereuz der uatiouale-ii! Homekanijch-jüdischen) Organijationeit nnd des ״Jüdi!- scheu Kongneß-Koinitees" ausgearbei!tet hatten, durch die Delegierten der Phstadelphia-Vorken,ferenz!abgetehnt wordell lvar, haben die oben geiljstmlten Sllbkomitees die Verhaudkiugen aillfs mente anfgenommen, um doch zu einer Eiiiüiglmg in dieser wichtigsten Frage der alnerikan-ischell J-udenheit zu kommen. Die elltscheiideude Sitzmug fand am 2. Oktober in der Aeolian Hall, Newvork statt. Nach eingehender Debatte wurdell e-iinststmmig folgende Beschlüsse gefaßt: 1. Mit Beztlg auf deil Passus, der die ״GrllPPellrechte" desinlert, kanl man übe-r-eiu, daß dieser Passus wie folgt lauteil soll: ״Wo immer die verschiedenen Völker irgeltd -eines Landes allerkanu-t wenden oder anerkann't werdeit solltell als -tau Besitze von Rechten, die sie als solche (d. h. als Völker) ge-!ließen, sollen diese Rechte in den betreffenden Ländern auf das Jüdische Volk ü!bertr-age!l lverden, falls sie ngch der Bestimnumg u-nd Untersuchnng durch de!! Kongreß von ihm gefordert lverden." 2. Hinsichtlich der Vertretnu-g der n-ati-onalell (d. h. aimerik-aniischen) jüldiischeu Organisationen nicht!!!ehr als 25 Prozent der samtzahl der Ko,n!gveßdesegi>e!rte!l erhalten uud daß die übrigen 75 Prozent in llebereinstim/mnng mit den Bestiiniiiungen der Phi-l-adelphi!wKonferenz gelvählt lverden sollen. 8. Bezüglich der Hilfstatigkeit wurde b.isti-inint, daß die Frage des ökonomischell ״Wideranfbanes der jüdischen (Üe1n-ein,schaft iu ben Kriegsgebieten" dem Komitee von 110 überloiesen werde, das die Aufgäbe hat, den Kongreß ei-uznbernfen. 4. Es lvuvde bestimlnt, daß die Fragen der Permanenz des Kongre-sses, der Migration -und theoretischen Nesollltioueu vom Progra,׳!^!! des Kongresses ausgeschlossert seinsollen. Gesundheitszustand iu Palästina. Das jüdische (best!-ndhe-itsamt in Jerusalem hat drei besoeldevo Stat!o!leu eingerichtet, wo

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