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Jüdische Volksstimme · 1916-11-02 · Heft 19 (2.11.1916) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 19 (2.11.1916)
Date
1916-11-02
Page
– (sequence 6)
Language
German
Belongs to
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«cm o. ^I-Vlschr Bolksstimme" As. 19 bä(eT6ft^ bk drei Männer Chananjah, Michael imd Afarjah (Sädwch, Mesach und AbndNego)> begraben liegen. Die grWen Gemeinden bestehen' in. H a m ab a n (40000 Seelen) atinb X e h e׳ r-: d u, der Hauptstadt Persiens. In Han»adanj vesrndün sich nach der Legende die Gräber von! Mordest und Esther. Hier gibt es auch Thora- Mtd Talmud-Gelehrte. In Ka schau sind von der ehenmlgen großen Gemeinde noch etwa 2600 Seelen übrig gobliben. In Kuma wohnen nur eitni!g!e Fmntlkll. dj-r keine Synagoge bafkit. In C h n i s s a r leben (0(4 jüdische Seelen. Die Judcu׳ si-nd fromm und befassen sich mit Ackerbau, Handwerk und Handel. In U r f a wohnen 1000 Juden. Sie sind streng religiös, viele Arme sind unter ihnen. Im Ganzen wurde die Anzahl der Juden in Persien׳ vor den» Kriege auf lOO.OOOgeschätzt. Die Juden sind Bauern, Handwerker und Handelsleute. Viele beschäftigen sich il»it der Fabvikation von Divanen. Der Posten, den sie besaßen und bebauten, wurde ihnen rum Te»l entzogen. Es gibt auch viele jüdische Arrzte. Der Ausgang des Krieges wird großen Einfluß ans die Lage , dieser Inden Titel ״Das Judentum und der Weltkrieg" ln׳-' wüsgegebew 1׳ |W|IIV yyUljU'U .1/ f U t 4.׳ \ \ wUjilOU,) j 1l i U'IIV Jahr 5077 Herausgaben (Verlag des Indischen Jahrbuches, Luzern i. Das Iahrhnch enthält außer e׳in,.׳.m .Kalendarium eine große jjafil belle-- tri.stischer, belehrender, geschichtlicher und knlturhistorischer Beiträge. Australien. Das offizielle Ovga-n der Australischen Zionisten ״The Jcwish Hevald" bringt in seiner Juli-Nummer einen Bericht über die Herzl-Gedenkfeier in Sydney. Den Vorsitz bei der Trauerfeier führte der Präsident der Uoung Mens Zion.itft Association, Herr I. Kisselhof. Anspacheu wurden gehalten von P. I. Marks, Präsidenten des Sydney Zionist Society, über ״Herzl's Judcnstaat"; Herr Steigmd sprach über ״Palästina vor und nach Herzl." Herr Sampson sprach /,über Herzl als Schriftsteller". lieber die Gegenivartslage des Zionismus sprach Herr S. Pechtör. Die Feier war sehr( gut besucht und verlief iiit• ernster, wübiger Weife. Di!e Versammelten ehrten, das Andenken des verstorbenen Führers, indem sic ,sich erhoben 1c!n׳b stehend die Hat, kW ah . Die ״Melbourne Zionist Society ״Herzliah" hat i>1r letzter Zeit eine rege Tätigkeit entfaltet. Eine große Trauer feier wurde zu Herzl's 12. Todestalge in. Form eines Gottesdienstes in der Synagoge abgehalten. Daun folgte einige Tage spater eine TraUewersamn>!lm»g, wo verschiedene Melbourner Zionisten, n. a. die Herren I. Roch- I im., C. Aarons, N. Harris, B. Aarons und B. Cohen Ansprachen hielten. Fräulein Phoebe H. Myers trug hebräische Lieder von» M. M Solidky ״Al Moth'Herzl" (Auf Herzl's Tod) und ״In» Eshkahech" (Wenn ich Dein vergesse׳) vor. Jüdische Literatur. Zur Pal ä sßiua-L iteratuv der Kriegsjahre, die ningewöhulich furchtbar war, konunt setzt wieder -ein! neuer Beltvag, eilt Buch der pal ästin eusischeu Arbeiter. ״Ben Haslnanim" (Zwischen den Zeiten). Ans denn Inhalte sichren wir cm!: 25 Briefe ans allen Teilen Palästinas, die über die materielle u. geistige Lage der Städte, Kolonien 1t,11h Schulen berichten; ferner I. Israeli ״Zur Organisierung der Jerusalemer Gemeinde", N. Harari ״Die Genossenschaften in׳ Palästina", Fräulein R. Ianait ״Die indische Frau rit Palästina". Die amerikailisthe zionistische Föderation voröffeutlicht demnächst ein Paiästina-Samuielbuch i,n englischer. Sprache zur Informierung der jüdischen und ilichtjüdischeu Oeffeutlichkeit über die gegenwärtige Lage in Palästina. Aw Mitarbeiter'dies es Sannnclbuches sind genannt: der ehemalige anierikauische Botschafter Herr H. Morgenthau, Dr. Harry Friedeuloald, Dr. B. Mossinsohn, H. Kaplan, Lollis Lewin, S. Gl nskm, Fra»» Chemda Ben-Iehuda, M. M. Scheinkil» und M. Bern stein. Unter deiil Vorsitz des jungen hebräischen Schriftstellers S. B. Marimowsky wllrde in Chb cago eine nicue hebräische Gesellschaft ״Ohel Schelll" gegründet, die die Förderung der hebräischen Sprache lmd Literatur i׳n t'lmeriko zur Allsgabe £>at. Die neue Oiesellschaft Nürd sich der kürzlich gebildeteri hebräischen Förderation in A 1l»e r i>ka anschl ie ße n. Der Verein ״Mitra" (Organisation für hebräisthe Sprache und Kultur) in .R'nstschnk hat ein׳.׳ Broschüre in bulgarifchr Sprache nutcr dem Rorresponllenzcn. Brünn. (01 ottesd i e n st w ä h r e n d der hohe n Feier t a ge im Te m pe l der O t t g a s s e.) Dieselben wurden Heuer ebenfalls von Kaintor A d o l f F r i e d m a n n unter Mitwirkung eines von ihm selbst und u»nter Bei- Hilfe des Herrn Falikmann ans Ezernowitz, der über besonders gute geschulte Stimmittel verfügt, sehr gut tadellos . ei studierten Clzores geleitet. Man, kann wirklich sagen, daß es ein Vergnügen war Heuer die ganzen Feiertage hindurch dem Gottesdienste beizuwohnen, ׳denn die einzelnen syuagogaleu Vorträge waren überaus sehr gut zum Vorträge gebracht und es! wäre sehr wünschenswert, wenn die Kultusgemeiinde den Fortbestand dieses Chores ermöglicheü würde. Was die einzelnen Predigten des Herrn Dr. Mar Grün selb, k. k. Religioud-! Professors betreffeu, wurden selbe in wirklich^ wahrhaft erquickender als auch sehr lehrreicher! Weise znu» Ausdrucke gebracht, über dessen Wissen nnd Wirken ,ein weiterer Commentar wirklich überflüssig ist, denn der Inhalt derselben gestal-! taten. sich in recht!erhebender Weise, besonders die Gebete für das Wohlergehen unse-' res Monarchen und den Sieg unserer Wasseu sowie der Verbündeten und sei Herrn! Dr. Mar Grünfeld auch an dieser Stelle hie für ein .nachmaliger ״Schekosoch"! dargebracht. Wir wollen hoffen, daß die nächsten Feiertage(!»icht mehr in» Zeichen des Weltkrieges sondern im Zeichen des Weltfriedens stehen werden. L. Kremsier. An» 5. Oktober besuchte der von der Regiierung für Czeriuowitz eiingesetzte Kultus- Vorsteher Dr. Neu mann Wender, der gleichzeitig Landtagsabgeordneter in der Bukowina ist und derzeit feinen Wohnsitz in Wien hat, die hier und im Bezirke untergebrach teil Ollallbensgiünvssen, um ihnen zu eröffnen, daiß er um die Erhöhung der Umiterstützuug auf Kr. 1.50 u. um ein Quarti!ergeld für sie eingeschritten ist und diesbezüglich beim Bezirkshauptmanu Dr. V. Mentzl und beim Bürgermeister Dr. Bartack vorgesprochen hat und bei ihnen die wärmste B.'fürwortung dieser gerechten Wünsche zugesichert erhielt. Auch die Vorabreichuug vo!» 10 Meterzentner Erdäpfel und Fußbekleidung au die Armen lvurde ihm in Aussicht gestellt. Wien. (Eiu Vortrag des Dr. Mar Gru-u- Wald -in der Urania.) Olroßem Interesse begegnet die Mitteilung,daß am Donnerstag, den 2. November, der tltabbruer der Wieu!e׳r Kultusgemleiude Dr. Mar Gvunlvalb iu der Wiener Urauia einen Vortrag über den ״Talmud" halten wird. Die Vevamstaltuug findet ׳im großen Saale genau um halb 8 Uhr statt. Karteuvorverkauf au der Tageskassa der Tba1׳»i1a1, 1. Bez., Asperuplatz. Prag. Professor Dr. Jakob Singer, außerordentlicher Professor der speziellen Pathologi׳-׳ und Therapie au der Pager deutschen lluiversität Vorstand der Poliklinik und des isreelitischeu Spitales, Mitglied der Israelitiischeu Kultusgemeiude-Repräsentauz, wurde zum ordentlichen Professor ernannt. Karlsbad. Bei der am 8. Oktober l. I. stattgefundenen Wahl eines Knltnsvorstehers der israelitischen Kultnsgemeinde Karlsbad lvurde einstimmig der bisherige Stellvertreter des »>erstorbeuen Borst-ehers Lndlvig Moser, Herr Adolf Nosellfeld, znm Knltnsvarsteher und Herr Josef Haiusfnrth zum Vorsieherstellvertreter gelvätzlt. Budapest. Bor kurzem starb der namhafte Pädagoge und geüvesene langjährige Direktor der I s -iu*I i!t i sche 11 La»»deel eb rerp rlim ra1׳ »di e He rr Abraham Lederer im 00. Lebensjahre. Er ftatnmtc aus Böhmen und wurde seinerzeit von׳ August Trefort uach Budapest giernfeu, wo er bahnibrecheud wirkte und auch eine umfassende fachschriftsteNerische Tätigkeit entfaltete. Er war der Begründer des Israelitischen Lamdeslehrer- Vereins. Sein Lei,chenl>egängnis fand an!» 27, September von! Leichenhause des Farkas re ter israelitischen Fri-Mzofes ans statt, •i Trencscn. Julius Goldring, Fähnrich, Besstzer der großen silbernen Tapferkeitsmedaille, Kantor der Trencsener israel. KultuAgiemeinde, hat an( 4. September l. I. auf dem» nördliche» Kriegsschauplatz den.Heldentod gefunden. Er war 25 Jahre alt und hinterließ cme junge Olattin. Er stand am Begi>nn seiner Laufbahn. Mit seiner!angenehmen, geschulten Stimme, seinem Fleiße nnd seiner Strebsamkeit und gewinnenden Persönlichkeit hat er sich schon während seines krrrzen Wirkens die allgemeine Beliebtheit und Wertschätzung erworben. Er absolvierte in Papa das Obergymnaisiclnl und wandte sich dann dem Berufe seines Paters, der Kantorenlaufbahn, zu. In! August 1014 wurde er nach Trencsen berufeu,^i<m> September.,gemustert und kam bald an die Front, wo er seinem Hamptmann, unter Oiefährdirng seines eigenen Lebens, aus den Händen der Russen befreite. Bei einen» späteren Anlasse hielt er init achtzig eigenen Mann den Vorstoß ei »»es fe indlichen Bataiillons auf und ermöglichte es dadurch, daß die Ilnsrigen sich in Ordnung zuriickziehen konnten. Damals wurde ihn» die große silberne Tapferkeitsmedaitte zuteil. Mit einer Schnßlv»mde wl»rde er heimgeschickt. Nach seiner Heilllng machte er in Preßbnrg die Offiziersschule durch, kam dann wieder ins -Feld, wo er bald darauf znm Fähnrich ernannt wurde. Lemberg. Wie seinerzeit gsrneldet, hat die galizische Statthalterei׳ ׳am 19. August l. I. die israelitische Kultusgemende in Lemberg aufgelöst. Der Magistrat der Stadt Lemberg hat nunmehr als politische Behörde erster Instanz znm Negierungskommissär für die Verwaltung der Kultnsgemeinde Herrn Dr. Emiil Parnias ernannt. Dem Regierrmgskommissär sieht nebst den beiden Stellvertretern Dr. Osias Wasser und Hermann Feldstein ein Beirat zur Seite, der aus!neun Mitgliederu׳ besteht. Lemberg. In zwei Sitzungen befaßte sich der unlängst ernannte Kültusrat, ׳unter Vorsitz des Rkgieruugskommissärs Dr. Emil Parnas, mit der Frage des Olesetzentwnrfes über die Neichsorgamisation der Kultusgemeinden. Nach einen» Nefevate des Dr. Feldstei,n, dem! sich du. zweites Neferat des Dir. Ringel anschloß, und nach einer eingehenden Diskussion, in welcher gewissen Besürchtungen nnd Zweifeln Ausdruck verliehen wurde, entschied sich der Lemberger Kultusvorstand dafür, den Negierungsentwurf des Gesetzes über die׳ Neichsorganisation> im Prinzip anznnehmen, jedoch gegen zwei Bestinnmiugei» des Entwurfes eiltschieden Stellung zu nehmen, und zlrar gegen die Zweiteilung Galiziens durch Bildnng von zwei Landesverbänden, sowie gegen die stiefmütterliche Behandlung der galizijchen Illdenschaft, welche zirka 000.000 Seelen zählt, iu Bezug auf die Zahl der Delegierten in der )lleichsversammlning und im Oberrat. Der Beschl-uß wurde — nachdem der erste Referat Dir. Feldstein einige Eiulvönde fallen li׳c»ß »!nd dem Kompro'.i'iißantrag beigetreten ist — ein stimmig gefasst. In dieser Angelegenheit soll nach im Lanfe dieses Nkouats ein׳ Persönlicher Mei-mmgsanstausch zwischen den Bvrständeu der größeren Kultuegemeiuden Olalizieus iu Kratau stattfiuden. Lodz. Die Sabbathfeier in Lodz im Groszen nnd Olauzen macht einen graudiösen Eindruck. Es gibt aber auch Kreise, welche vorzuMoeise beanspruchen, jüdisch oder ״jiddisch" zu sein u!nd trotzdem den Sabbath öffentlich entweihen. G.׳- gen diese richtet sich ein Aufruf des Lodzer 9tabbiuats unter dem Titel: Oiedenket des Sabbaths. Der Allfrnf lautete: ״Zu unserem großen Bo daueru sehen wir, wie sich in der letzten Zeit der Chikil Schabbos im unserer Stadt verstärkt hat, nicht nur bei Einzelnen, sondern auch bei Oiesellschafteil und Verei-uen, welche die traurige Unlitte d-ngeführt haben, gerade am Sabbath und au Feiertagen Versammlnugeu und öffentliche Darbietungen zu verMistalten, lvelche eine öffent-

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