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Jüdische Volksstimme · 1916-10-11 · Heft 18 (11.10.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 18 (11.10.1916)
Date
1916-10-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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»glMMt SrittthMK* I. Handfdiait. Errkennnng eines Feldrabbiners. RstWonsprofessor Dr. 3atnt1cl Nage!borg im Wien U>m־bc zum Feld robb :1: er in der Reserve beim 5. Nrineekoimnaudo ernannt. Ätehrfäch ausgezeichnet. . Artlmr SinM, oim> <S01)it des verstorbenen R^iinoszmnbater Olk'rrabbiners S. Len Silnner. j*m bürgerlichen Loben U::׳iversi tätshöM, vevswht feit Novewber^ 11 >11 äH der׳ Bukowinaer Fr gut tei!iNNi M:lUärd:cnst. Der 22 jährige tapfere Solc»at U>m־bc am Kaisers Geburtstag Leutnan t. In Anerkeuunug seiner Dienste uhilb K1i:nc§ Heldenwütigen Perhaltens Ivurde er bereits foricimal busgezeichuet. Er erhielt die bronzene Tapfer- W-tsm-üdcville, die silberne^ Tapf!erkeits:nedaille 2. Klasse und.setzt wurde ihiu ׳abern:als die sil- Herne Tapserke its »vcibaiille 2. Klasse verliehen. ' ־.*׳^ . »ד* י" *־׳ -״ י *׳ ־*׳v^,v Vvv •... Leutnant Dr. Max Kuranda. Am 8. v. M. hat Dr. Mar Kuranda׳, Leutn׳ant in einer Maschmengewe!hrabtei׳ktt:g, Solm des -ehemaliigien Direktors des Wiener Punktier- Pliies, Htzrrü׳ Felix KNl>mjn,da, den Heldentod erlitten. Der Borblichene, der int jugendlichen Alker bou 28, Jahren gefallen, ist, war ein Mann vom. nnfgewöhnlichen Fähigkeiten ׳und intensiver Bild::ug n. hatte -vor dem Kriege eine sehr geschätzte Tätigkeit beieiner ersten Berliner Bank entfattot. Der ältere Bruder des Gefall!.!u׳el:, Herr Jgiljatz Ktiranda, steht ebenfalls in! Felde. Den Elter,::! des Porstorbenen wendet sich die allgemcinic Teil::׳ahme lveiter Kreise zu. Emmerich Barta, welcher ain 1. A.u!gust zum Ldst. Lentilgnh erniaunit.. wurde, hat.außer der droüzelien z:ve!i.mäl die silberne! , Tapserkeitsmedaille! 2. Klasse ׳erhailteu, welche ihn: der Thronfolge:׳ an: 2H. August eigenhändig an׳ die! Brust geheftet hat. Er ist der Sohn des Beregszaszer Kanfmalunes P h i tipp Beier»nrun: - $)itf kcirgllche Mahlzeit. Ein׳ Poln'ischer Glaubeusgenosse saß mit seinein Gastgeber, dessen Fran und drei Kindern, zusammen also sechs Personen, bei Tisch, Zwar war nicht ail Tellern und Geschirr gespart, . die Speisen,waren abpr sehr kärglich. Als schließlich die. Köchin ein Piertel Gaurs auftrng — den ge-!leigte Leser ersieht hieraus, daß diese. Geschichte in׳ grauer Vorzeit, vor dem Kriege, spielt —- erhob sich de.r.hiijiMÜge.Pole.plöblich mit bcn Wo.rtcn: ״Eiitschilldigen Sie, lieber Herr, ich >1unß in Schub zll Miuchagehen!" ״Es ist ja noch nicht Zeit", sagte der Hausherr. ״O, doch, entgegnet׳.׳ der Gast, es ist ein Viertel auf Sechs!" Der kluge Frankfurter und der russische Zensur. Ein Frankfurter, der das Unglück halt׳.׳, in russische Gefangenschaft zu!geraten und längere Zeit vermißt wurde, hat min aus Sibiirien eine Karte .gesandt, die so ,geschickt lindwibig die russische Zensur zu täuschen wußte, daß sie attgemeiner bekannt z:1 lverden verdient. Er schrieb, daß er körperlich Zvohl, aber in seinen Kleidern sehr a-blzierissen sei. Die VerPfle-gung sei vorzüglich, lvie er sie n>nr an seinem höchsten .. Feiertag in Frankfurt habe! Er ist nämlich Jude u. hat dabei den Jaum kippur im Auge. Rabbiner-Bersammlungcn. xv-.'k'e.».״׳. In Wloclawek fand eine Rabbiner-Versammtlijug statt, die sich mit der Regelmlg des W!a»dderbettols, dar jetzt in den polmlischen Städten überhand nimmt, beschäftigt. Eine von der Versaiiimlnnig gelvählte Delegation wurde mit den! Aufträge nach Warschau entsandt, die Beschlüsse der Versammlung zur A:1sführu!>1g zu bringen. Der Halchtzweck der Versammlung war, einer: Modus ausfieidig zu n acheu, daß jede Stadt ihre Armen selbst in׳ würdiger Weise unterhalten kann. Die Armen-Fürsorai.1 soll danach streben, die Armen mit Brot, .Kleidern, Obdach und wo- :::öglich mit Arbeit und Verdienst zu versorgen. Vor einigen Ta!ae:: fand auch irr Lodz eine Rabblner-Konifereirz statt, an ׳der alle Rabbiner der -Stadt nnd des Ujnkveises teilniahnren. Der Zweck dieser Versammlung war, .Hand ׳in .Hand mit den Behörden.den Kampf gegen dieansteckenden Kvaill'cheiteN Mlfz:si:eh:neNi Dis Rabbilnpr erklärteil sich bereit, ihre ganze Autorität einzrisetzen, ׳daß die sanitären Bl׳osti!m!mrm1gen von׳ den Juden ׳eingehalteir werden. RabbinerHalwun bat die Behörden, m,o!N iNächte ׳bei der Durchführung der VervrdiinnlM: dom religiösen Gefühl der Jaden tu: ehr als bisher Rechnung tragen. Gegen die Aufrufe der Verwaltung haben die Rabbiner einige B'denken und habe»: sich bereit erklärt, eigene Aufrufe zur Erhaltnstig der Reinlichkeit abznfassen trnd Ar verhreiteN: Rumänien verfolgt wieder Inden: Die riüiii'änische Regierung! weist nnallfhörlich die Jirdcn arrs, die an der Grenze, wohnen. Jüdische Familien, deren Väter nnd Söhne in der rumänischen Armee .Kriegsdienste leisten, erhalten hlätzlich beit Befehl, binnen drei Tagen abzureisen. Alle Bemühungen, diese Verovdnungen abzuschaffen, bleiben ohne Erfolg,. Pogroms der Rumänen in Siebenbürgen. Die ״Alkg. Jüd. Ztg." in Budapest meldet, da!ß in vielen Orten, besonders in Dörfern, wohin die RNinäneit komnren, sie ihre ganze Wut an ibcit dortigen Juden auslasseu, die treu zur österreichiischell-llilgarischeir Regierung stehen. Viele jüdische Wohnn!ugen und Geschäfte sind von den Walachen geplündert worden. Auch drohen sie, die Inden totznschlageii: Jüdisch-russische Gefangene für die Heimlosen in Siebenbürgen. Die Allg. Jüd. Zt,g. von Budapest schreibt: Fünf jüdisch-russische Gesannzene kamen i!n. unsere Nedgktion׳ .niib legten H2 Kronen auf den Tisch hin. Sie erklärten, haß. die jüdisch^rlissischerrK^efangenen, als sie den Aufruf zur Hilfe der Heinilosen iin- .Siebenbürgen lasen, beschlosseir, den Lohn von 8 Tagen ztrgirnsteil der Heil'.natlosell abzugebell. Die Zeitung stellt diese Jndeil als Beispiel für die reiche!: ungarischen Inden hin! Eine neue Jndenverordnung in Rumänien. Wie dem Hazefirah berichtet wird, meldet eine italienische Zeitung . von Bukarest, daß die rmiläuische Negierung ein allWineines Verbot für die Jlldei: erlasse:: hat, lvonach diese, ihre Wohnorte ans Angst vor den heran-rückenden Russen nicht verlassen dürfen. Der Amerikanisch-jüdische Kongreß. Am 10. August fand Hn 9kew Pork ein׳.׳ Plenarsitzung des KonWoß-Erecutlv-Koinit.'s statt, in der nach längerer D.'batte Uebereinkoiuiuelt der Sub-Kointtes und der Konferenz d.׳r natioualei: Organisation augenamillen und bestätigt wurde. Die wichtigsten Punkte dieses liebere inkonuuen sind, nach einem Bericht der New-Uorker Jüdische!: Tageszeitung ״Die. Wahrheit" von: 11. August, folg,ende: Der Kongreß wird nicht nach dein .Kriege, sondern während des Krieges abgehalten, nngefähr um die von den: Kongreßkomitee bestinnnte Zeit. Ein Jahr nach den: Friedensschtnß wird die ״Erecutive^, die der Kongreß wählen wird, den Kon groß wieder el׳l:r::fen und ihn: über di׳e Erfolge ihrer Tätigkeit Bericht erstatten. Darauf wird!der Kongreß sich auflösen; ein׳ ständiger jüdischer Kongreß wird also laut diesen: Abkon:- men nicht stattfinden. Die l:eue Körperschaft, in die sowohl das Kongreß Koulttee wie die Konferenz nationaler OrganisatHonen eintretei: werden, wird den alten Nan:en der Kongressisten ״Kongreß Executive Komitee" führen. Der Kongreß wird einen ausschließlich, Politischen Chrakter haben׳, ökononlische Fragen sollen nicht behandelt Nx'rden. Die jüdische Wanderungsfrage in allen ihren Formen sowie die Frage des Wiederanfbaues nach der Zerstörung auf ökonomischen Zlebiete sind ausgeschlossen. Ausgeschlossen sind ferner alle allgemein abstracten und theoretischen Fragen betr. jüdischen Ostaubens und jüdischer Anschauungen. Der Kongreß wird ausschließlich eingernsell, uni׳ den entrechtete:: Juden volle bürgerliche Politische u«:b religiöse Rechte in allen Ländern zu verschaffen. Unter ״allen Ländern׳" ist auch Palästina zu verstehen. Der Kongreß soll des weiteren suchen, den Inden nationale Rechte zu verschaffen. In: Uebereinkonmwn werden bk nationalen Rechte nicht mit diesem Na:nen bezeichnet, sondern mit den: Ausdruck ,,Gruppenrechte". Sie sollen den Minden m׳.den Ländern peNxihrleistet Werden,, wo andere Nationalitäten solche bejcheN oder besitzen sollten, iiitb zwar tiUr dann. Wenn die Inden der betreffenden Ländern es wimschett. Aber kein.׳ andere Autorität als der Kongreß selbst kann darübsr entscheiden, ob die betreffenden Juden dic!se Nichts wünschen oder nicht. Das net«! ״Kongreß Erecutiv Komitee״ soll ans 140 W-tgliedern bestehen, den 70 fetzigen Mitgliedern des Kongreß Komite Und 70 Mitgli'cder der ״Konferenz der Nationalen Organ!- s!a,ti׳onen". Zu.leblzaften Debatten kau: es,bei der Frage des Wahlmadus zum Kongreß. .Das. Koilgresp Kolui'ilee wollte, daß bk Zahl der Delegierten von jüdischen Organisationen von voristzerem beschränkt werden sollte, um einen wirklich dcnwkritischen Kongreß zu sichem. Die Gegenpartei aber forderte, daß es der neuen Executive bei der Ausarbeitung der Wahlbestinunungen überlassen werde hierfür zu sorgen. Di׳e Delogierten des Kongreß Komites gaben schließlich nach, beschlossen aber em Memorandum zu veröffentlichen, wori!׳: die Gründe, die es notwendig gemacht habei: in diese::: Punkte Nachzugeben, Mgegeben werden und das Bedauern da-rnbcr ansgedrückt wird, daß die andere Parte: die Ge- ^::gründe nicht aiuerkennen wollte. . Der Wortlaut des ganzen Uebcrei׳nkomtt:etis;::Äst!diese::: MelnarandNü::׳ wird Mett .Körperschäften, die auf der Vorkoiitferenz ln Philadetphia vertreten waren, zur unmittelbaren Abst:׳:::- mung (Nefereiidntn) zugeschlckt. Palastinä: Da, i'l: Jerir.salem. ׳e:!nzelne .Krankho:׳tsfälle >1: Cholera in: jüdischen Stadtviertel vorgeLonten sind, ist an: 1. Juli om spezielles Choleraranke::Haus dort errichtet worden. Die Ansga- ::: werden der Anstalt von: A:ne,r!kanischjüd:- len HilfskolN'l'te zur Verfügung ^.׳stellt. Jüdische Literatur in Palästinä. In: Verlag ״Hoawoda" im! Jaffa :׳st soeben ׳:׳ zweite Band der Saininelschnft ״V'schaa stt" schienen, die de!::: 25 jährigen Dichterjubiläultt >n Chajiin Vi׳ali׳k gewidtnot ist n,:1d ü. et. fol-׳!::de Beiträge enthält: Einleitung, Unser Gruß an den Dichter . M. Voroschow: An Bialik. I. CH. Bron-ner: -er Nachfolger von I. L. Gordon. Jakob Nabi- )Witz: Neue Poesie. Jakob Steinbeng: Chaji׳::: ialik >i,n unserer Literatur. A. M. Lisschütz: i-alik. Ferner enithält das Buch Aufsätze! von CH, . Snta, Israel Etan und K. L. Sillnmntt. Ulltter der ,Redaktion des bekannten palästi- :nsischen Schri'ftstellers I. Feldn:ann (Rabbi enjainin) ist ׳ei,1:e Salnin-eilschrist ״Laimoed" erhienen. Die beachtenswerte Schrift enthält inressante Aufsätze von O. Barrasch, KoploNu'tz, >r. Waldste!::: (über Shakespeare), J..D. Freier iber Henrik Sieirkiewicz) und S. Benzion (über ialik). Eime spezielle Abteilung ״Ohel Moed" t den politischen Tagesfragcn, der Judenfrag.׳ : Polen und andere:: Problemen der Diaspora?widmet. Aorrefponäenzen. Wien. Der f. u. k. israelitischen Militärseelsorge in Wien zngeteilte Feldrabbiner Dr. Rudolf Ferda erhielt von: Militärkom>1nando in Wen für vorzügliche Dienstleistung wahrend der KriocOzeit die belobende A!:erkennu!!1׳g. Prag. Vor hundert Jahren starb in Tachau :׳:: Böhmen ein durchreisender, fronuner Jude ans den: Osten, ein Wunderrabbi, der auf dem dortigen Friedhof beerdigt wurde. Er hat ein Testal1:ent hinterlassen, das sich i׳m Jüdischen Museum in Prag beftndet. In diese!!::, in hebräischer Sprache ,geschriebenen Testanrent wurde der Ausbruch des Weltkrieges vorhergesagt. Es heißt da, daß nach hundert Jahren gewaltiges Unglück über die ganze Welt und besonders über die Michen Juden Hereinbrechen und daß ein schrecklicher Krieg die ganz-a Welt erschüttern werde. Biele frouuik* Jlcken würden zun: Wanderftab greisen

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