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Jüdische Volksstimme · 1916-07-06 · Heft 11 (6.7.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 11 (6.7.1916)
Date
1916-07-06
Page
– (sequence 5)
Language
German
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*1 .זt €ttt* I dünnen Plastischen Schicht (Wachs, Leim, Eiweiß u. dgl») überzogen ift. Zum Lesen der Schrift ist ein kleiner Hiissappar-at n-ottvendig, der bis Po- Pier langsam nnhar einer Spitze fortbewogt, die über die -einA'Preßten Wellen gleitend ihre Belvepiflcit eilst eine Membran überträgt, von weilcher sie sowohl abge tastet wie obgehört Iverden können. Bücher «dieser Art sind weinigar umfangreich als sogar gcjdvuckte, geschweige denn in Blindenschrift lx'rgostellte Werke. Tos Verseil)ren ist überdies rasch n!nd billig. Es steht ilimmehr nichts nn Wege, olle Erzeuguifse der Wieltliterat-nr sowie wissenschaftliche Werke größeren Umfanges den SckMachsichtigen n.itb Blinden zuganglich zll machen, i׳n größeren Städteir Leiihbibliotheken zll «grüniden, die sich gegenseitig ergänzen, poviodischo Druckschri steil dieser Art, erscheinen zll losseil ndgl. Die gelehrten Berufe werden beit SckMichsichtigen lind Blinden, wenn, sich die Hoffimliigeil erfüllen, nicht m-chr verschlossen bleibeil. Technisch ist das Verfahren bereits ganz dirrchgebi'ldet. Bon der jüdischen Hilfsaktion. Trauriges Wiedersehn. ״Pesti Hirlap" schreibt: Es tva׳r noch inn Herbst des Jahres 1914, daß der Laiidsturlilm׳ann!.Herman/n Maiucheinl vtis Szabodka seilten o«iif dient serbischeil Kriegsschauplätze erlittenen Mmden Lrlchg. Ailf seineill Sterbebette äußerte er -den letzten Wunsch, daß, wenn! schon kein Rabbiner bei seiner Bestattung aMvoseiw sein, könnte, so doch weiligstens ein jüdischer Soldat die rituollen Gebete verrichten nwgc. Seine Kameraden rilcfen derm auch ejiKen jüdischen Soldaten Jakob Mannheim herbei, welcher gerade mit seinen t Zuge in .das Dorf ka,1ii. Als Maninheim in das Totenzi.lnNier trat, sah er zu seiuenl Ciltsetzell, daß der auf ׳der Bohre liegende jüdische Soldat fein älterer Bruder ist- Die beidetl Brüder zogen ,ws-ammen i«n ben Krieg, gerieten do-iiN anseina!«- der׳ und spater konmte ׳der jüngere nur wehr seiiluen toten Bruder wiederseihn׳. Die Leiche des He.rtna.mr MannheiUl -wurde. ׳Mhumiert, nach Szübadka,hciimbefördert imd vor einigen Tagen unter Woher Teiln«ahme züx!ewigen Ruhe bestattet» Vom Jüdischen NationalföndS. Int Mat 1016 errieitchteil die Spendenein-^ ׳nahlilen des Jüdischen National f-onds den Betrag von M. 61.704. Es beteiligten sich hieran« Oesterreich mit M 18.088, Rußland M 7.466, Deutsch- .ikun׳b M7.368, Nordamerika M 7.070, Ulligarin« M 7.066, Nunläliien M 3.427, Canada M. 2.602, Holland M 2006, Südslavische Länder M -3-12. EiMatiid M 1245t, Aegypten Dt 906, JtcMü M 7bv, Fränkwich und, TunisM 686, Schweiz M Belgien M410. Wie diese Aufstellung! Im Sa!lon«i>ki fand vor kurzen! ein »scyerelzeigt, hat OesterMch an dem für Kriegszeiten, tag statt, der von den zionistischen Vereinen recht gl!listigen Gesamteinigang an Spenden einen. Unet Zion , Societe Novdcm, Bn-oth Zio.il sowie bedeutenden Anteils. Auch Ungarn ist ׳mit einer, den zionistischen Sektionen der Vereine Kadimah a-nfehn-lichen Summe^vertreten- In diesen Län-^nd Mackabi veranista-ltet wurde- Ein, Anfnls, dern! wurtde für die ״Kriiegjslaudspende" des INF ber in Tausenden von! Eremplaren verbreitet ««frlgst «sMiiMÄt, u. «s wurden für diesen Zweck worden Mir, hatte bh jiilWche Bevölkom.« Sololbcrecks K 125.000 M-f«bmcht. ®uifa WW)t da-; niete mtf de» Schek-Itag vorbewitet. An dein T.1- Boden -1,tt Piü'lastmar zur Anistedlung selbst «cvribei-teten eine Reihe von Komniissionen jüdischer Kriegsopfer, die für die Landwirtschaft von« frühen Morgen an, .und das Refultat war, Mlgnet.smd, nach Friedensschkiß zu erwerben, ^aß mehr als 1000 Schekel verkauft wurden. DerMeis -mnesDnnäni Hand (1/11 ha-) beträgt. Mittags erschien eine Son/djernnmm-er der ziodtlrchschiyittlich Frcs. 60. ^,n! Hohe des entsprenifti schon Zeitung ״La Esperanza", vonder inchenben Betrages von- K 50 oder M- 40 werden nerhalb 2 Stunden 2000 Exemplare abgesetzt ^en^n entgogengelMMmen, Dje Sammelstelle wurden. Um 5 Uhr fand..׳ton- ,jOboo»'׳ eine große In- Nlinläilicil hat die von Herrn Asbruc geleitete Sanimlung für die durch beti Krieg geschädigten Inden bis zmn 1. Mail die Suiiime von 80.000 Francs, ergeben. In Frankreich, wo sich besoiiders die .Herren Eberlii!!», M. Sega!, M- I. Scho-piro lind Madanie Odibboy 11;1n die Hilfstätigkeit verdieilt genlacht haben, sind bis zlliil 16. Ma>i oa. 300.000 Francs aillfgebvocht worden. Zisniftische Arbeit in Griechenland. des Jüdischen Natioilalfonds für Oesterreich gibt delnilächst ein Sonderheft djeis Organs ״Erez Israel" heraitls, das die Krie!g!slaudspellde und ihre kolomfaitorifchell 9lufgaben behandelt. Versammlung statt, an« der inehr a!ls tausend Personeil teilnahmen. Ansprachen hielten die Herreil David Florentin, Moi.se. Benssiglio, Aron \ Vnrdo, Josts Usiel u׳nd Madame Jonina Cohen. Än Gcrichtsdolnictsch für Arabisch ». Hebräisch. , Versttmwlinm oaln» amen glSmendcn Vor- I Lauf. Durch beit Schekel tag haben sich die sten in׳ (Sdoim'Pi: atlfs neue die Sympathien weit-er K'rei'se der jlidifcheil Bevölkertlilg erwovben- Louis D- Brandeis. Der Weltkrieg hat das Abenddeut Morgenlo.nde,näher gebracht. Dia Völker Mitteleuropas!gewi-nlnell allmählich Interesse für das goi'stige -tlnd wirtschaftliche Leben ihrer Waffenbrüder int Orient. Der künftige Weltfrieden soll diese Alt-' näher.lm«g noch in!n׳iger und herzlicher gestalten' Aus Ch!ioago meldet ein Tele g ran tut vom ׳und ladet!tms schon jetzt zu NWncheu Voribevei-^ 26. Mai: Ter Seimtsausschliß für juriftilsche Antlmgell ׳uii'd Vovavboiiten eiw. Esift daher zu begeleAntheiteil hat die Nom'inierlliug von׳ Lotus D. grüßen, daß das k. k. Oberlantdesgericht für Böh- Brondeis «als Okichter des Oberstell Gerichtshofes .men mit Diploul vom 6. «d. M. Horvn Dr. S.' gebillligt. Das ist gwichbedelltelld mit eimer Beistä- Eisenberg, Rabbiner in Tob risch, zum Gerichts-' tigung der durch Präsident Wilson erfolgteil dolmetsch für Arabisch und Hebräiisch bestellte? NomOuierung. Diese Erll«enn!uug wird gewiß allenthalben Synl- Pathie und A«n!klang fiinhetl, zumal da Herr Dr.s Der amerikanisch-jüdische Kongreß. Eiseuberg sich durch seine Schriften auf «deut Gel biete der orientalischen Literatur einen Weltruf j Das Organisierungskomitee des ameeibakärnpfendeil Juden 1068 den .Heldentod erlitten ufd 1160 Allszeichn.nngen erhalten (1 Grotzoffi-- zier, 1 Koilllliandeltr, 16 Offiziere, 126 Ritter der Ehreillegion, 146 Mi-litärmedaillen, 264 K riegs kreuze, 617 Erwähn llngen mir Tagesbefehle). Bott den jüdischen Rechtscvltwältcn in Pari:?׳ si-nid ^׳fallen: Robert Levy-Flenr, Lültis .Hic!!brcm>ner, Rotiert Lewis, Maurice Evttft, Oscar Kiese, Oiette Cahen, Andre May, Oskar Fra,n,k tmd Alphonse Benvi-nisti. Alfred Dreyfus, der Märtyrer der Teufelsinsel, befehIW als Major eilten Artillerie-Abschnitt von Paris. Baron Ednlllind Rothschild lM mach Petersbnrg eine Viertel Millioml Rubel für -die durch -beit Krieg m Not geratenen Juden übeAveisen lassen. Die Präsidentenwahl in Amerika. nDie ״Neue Züricher Zoltimg" meldet ans dem Haag: Die jüdischen Beremn: in Amerika, b*iu über 600.000 Wahlstimmen verfügen, haben beschlossen, für Hughes zu stimmen, weil dieser versprach, die geigelt die russischeil Judengefetze gerichtete Aktion, des fritherell Präsidentetl Taft wieder Mifztmiehmell. Die Dentsch-Amcrifamrr und Iri)'ä>A\ 1 terifaniier werden gleichfalls für Hilighes stiistinen- Itoosevelt werde höchsteus euie Million Stimmen bekoniinelt gegen viereinhölb Millionen tlm Jahre 1012. Wilsons Wiederwahl sei rm-ter «diesen Umständen j«edenfa«lls sehr gefährdet. Das opferfreudige Whitechapel. Int Londmu״r Cgsteud!, domi Wohnfitz der armen ostjüdischeu Eimwan-dewr, hat m!au durch Veiträge von 1 Penny bis 10 SchitliM die Summe von 60.000 Pflimd zugunlsten der kviegsnotleidenden russischeu Inden mifgebracht. Int g-esamteli übrigen GroßbritaNlNieu, einfchli!cU!ich der Millionärsviertel, sam1׳n>elte man für den gleichelt Zweck 110-000 Pfund. Brief einer russischen Jüdin au ihren Mann in Amerika. Der fel,Milde Brief (aus dem Jiddisthetl übersetzt)wurde vor kurzonl auf. e«inor Versantinlung in« Bailtintore vorWlesen: ״Lieber Seit fünf Monaten bemühe-ich mich. Dir zu schreiben, aber immer. Wenn IM) beginne, bleibe ich in der Mitte stecken rmd kann nicht loeiter. Auch di1.1׳sn1׳a,l ift wein Brief nicht zu Ende gefchriebetl, aber ich «deitke, Dtt wirst ge.n!ng, ja, vielleicht sogar zuviel ,darin« lesen können- Ich kann kll.rzgefaßt schveiiben, daß euuf der Welt jetzt alles drtmrter tmd drüber geht. Glaiube ns'ir, es ist besser, ich schreibe! trichts über mich erlvorbetl hat. Ein jüdischer Erfinder. Privabdozellt Dr. Max Herz «in Men hat eine Klaiii-gschrift für Blinde ltnd Schwachsichtige erflindeil. Zwei!Elektrische Unterbrecher, welche dttrch «eiiiteu Movsetaistor betätigt werden, erzengelt SchwiilMmgen von verschiedoneir GeschtÄndigkeit. Diese Schwi«llglmgen wmden auf eine Telephomtlembran! übertragell, deren Bewegu-n-, gelt nl-ltejs eine§ Messerchens in die Oberfläche, einer sehr laltgs-am rotieretldeil Wachsplatte eingegrabetl weriden. Ein dritter Taster-dient dazu,' um die SchlvinMngen nach Bedarf zu verstärken-! A-tlf die-se Art werdelt lan-M, kurze, rasch oder tanMglll mliterbrochzne, leisere 11-nib lautere Zeicheit voiv fast ׳mii-kroskopi'schell Dinlensiönen aatf j tter Wachsplatte ausgezeichnet. Hierauf wird galvaitoplatisch eilt Ne»gativ in Kupfer «a):>gefertigt, und von diesent durch Prefsuitg beticbig viele K-opieg auf PapM übertragen, ׳das mit einier «!»iisch-jüdi-schell .Kongresses hat den voll Lotlis D. Brandeis am 24-. Jaituar in New. Uork geholteneu Vortrag über ״Jüdische Rechte tmd der .Kongroß" sowie die Rede voll- Dr. Stephen S. Wise attf der Vorkoufierenz des Kongresses >iü Philadelphia, ״Amerikatlisches Jndentlliil und Dentokvatii!.׳-", in Broschürellfornl herallsgegebetl. ״Jewish Advocate" veröffentlicht in seiner Nummer vom! 4. Mat einen van Herrn Jacob -de Haas vorgelegteit Plan für -die Wahlen ztml Kongreß, wonach attf je 10.000 Seelert der jüdischeil Bevölkertmg eines jeden Staates in den Vereiln'igten Staaten je ein Delegierter nnd wet'itore Delegierte für je weitere 6000 Seelen gewählt werden sollen. Unter Zugrundlagung des Jahves 1910 wlivde -das eine Gesamtzahl von 258 Delegierten ergeben- Die französischen Juden und der Krieg. Nach -einer Aufstelllntg des ״Americakl׳ Hebrew" haben von den im fr-anzösischett Heere Ich werde Dir über die S'tadt berichten; es siedlet niib braust -nicht mehr. Kaltim ein- Z-eh,ittel der Bevölkerung ist hier geblieben nmb -dieser Rest ist sehr still geworden- Amh die Häuser sin«d iti-cht die gleichen geblieben. Biele sind iwieidlergebrannt, aildeve in Trüntiliiern. Das Beth-Hamidrasch, wo Dtt gewohnt warst, so iik\ Zeit zu verbringen - - ich kan-n Dir n«icht schilderrt!, wie es jetzt dort ztlgeht. Der Rabbi -wltrde —wie Dir vielleicht schon bekaniilt ist — vom Schlag getroffen vor Grant mit seine Tochter. Mordechai,!der Schailtnies, wltrde int Wial-de bei׳ der Schmiiede atlfgehän-gt- U!n׳d alldere solche Klei-lli-gkei-ten! Wa-rtun soll -ich Dich mit solchen Sachen quälen? Die Stadt ist gaitz ausgestorben. Der einzilge Ort, wo noch etwas Leben herrscht, -i«st «der Friedhof. Hier versammeln sich die Ueberlebenden an» «ben Gräberit -ihter Toten 11,nb lveinen und wechklagen. Seit betn letzten Ereignis . - . . . habett sie atlch das aufg-egebell. .Halt! Was sage ich? . Glaubst Du, ich sollte Dir die W-ahrhe-it berichten? Neiir, «nein! Alles ist außer N-and t׳ln«d Band. Ilt den letzten zlvei Jahren habe ich zu Gott gebotet, -er möge «dilo Zeit komlnen lassen, lvo wir eiiumbet׳ Wiedersehn. Jetzt flehe ich, die Zeit möge )wie konullen. Ich will Dich nicht Wiedersehw Ich kamt Dir «nicht -ins?bntlitz schauen,?lllies ist 11111־ gestürzt. Du hast oft ׳meitne schönen Zähne bewundert. Erinn-erst Du Dich «davan? Jetzt fändeft^Du sie n'icht mehr zu bewmrdevn», «ben׳n< ich habe fünf -auf einmal verloren. Das heißt, sie sind nicht plötzlich ausgefallen, -alber die Kosaken haben eisemie ,Fi׳Nj.׳!er - . . Nein, nein! Es ist ein. Tramn! Meiil Lieber, soll ich Dir die Wahrheit schreiben? Alles geht drtmtor und birüber! Die Kofa-

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