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Jüdische Volksstimme · 1916-07-06 · Heft 11 (6.7.1916) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 11 (6.7.1916)
Date
1916-07-06
Page
– (sequence 4)
Language
German
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fh.lt ger Jahren erschWonen Aufsatz fönendes: ״ES ist wahr, der Chronist Clemens Jäger schreibt erst 200 Jahre nach iö!e!r Erfindung und Berbveitimg Pas Pulvers in Europa, er kann, also nicht ans eigener Wahrnehliiung oder aus der seiner Zwtgonossen berichten. Alleiin dasselbe ist der Fall bcli» der: Gewährsmämievu und ״Patentzellgell" ׳des Freiburger Mönches. Clenlens Jäger aber ilst als eiin ernsthafter unlb glaubwürdiger Bovichterstatter zu betrachten, der seine Quellen sorgfältig stzu!diert fyat. Man kan.il und muß zu ihm das Vertrauen haben, daß, wenn er eitne derartlgo Be'hauptung -m!i׳t so apodiktischer Sicherheit anfstell.t, er seine guten Quellen und Gründe dafür l)attie, und daß er aunehlnen konnte, er Uw-bo boi} seinen Miitbürigerin i.1t Allgsburg, welche seine Quellen kannten und selbst durch die U-eberliieferlvng ihrer Vorfahren über den Sachverheilt lmterriichtot waren, für seine Behauptung auf Glauben und Zustimmung rechnen können. In der Tat ist denn seSnp Angabe nicht nur damals unwi.dersprochen geblieben, saiidern auch von! a!n!deren Chronisten und sonstigen Autoren, lvelche nach ihm schrieben, bestätigt und! wiederholt worden. Wir können daher als zuverlässig annehmen, daß lllau im 16. Jahrhundert in Augsburg,geglaubt hat, W Erfiudung oder Wiedorerfiudilmg des Pulvers durch den genannten Typsiles Hache! innerhalb.der Mauern dieser Stadt stattgefniuden. Der Name des jüdischen Erfinders ׳ist, wie man auf den ersten Blick erkennt, griechischen Ursprungs und weist anf die Levante W, ׳auf das byzantinische Reich, vielleicht auf Konstantinipol, ׳das damals einen sehr lebhaften Verkehr mit dem Abendlande unterhielt. Tatsla che ist,!daß die Byzantiner um, jene Zeit einen explosiven Stoff, das sogenannte ״griechische Feuer", besäße!!, welcher ׳beim Schießpulver, wie es in der Mitte des 14- Jahrhunderts in Deutsch land und An de.m mittleren itinb Ivestlichen Euro- Pa in Gebrauch kam, nahe verwandt war. Diese Umstände führen Braun auf die sehr nahe liegende Vermutung, daß!der Jude Typsiles aus dem Ortent ^gekommen und von dort die Kenntnis der Bereitung ׳des ״griechischen Feuers" mitgebracht hat in die ׳danmilige Metropole der alemannifchen Lande, wo er dann durch Mvdisikatüou -der׳ technischen Methode die Herstellung unseres Pulvers zuwege brachte. Hiermit stimmt sehr gut überein die Feststellung, ׳daß die zur Zeit der Blüte «dps türkischen Reiches i!m 15. -und 16. Jahrhundert sehr hochstehende türkische Artillerie in! Perla, ׳der Vorstadt von Kanstantinopel, eine hochberühmte Geschützgießereli! besaß, die voll von griechischen Juden geleitet wurde, denen -neben ׳dom Guß djeiv Geschütze anch die Pulvevberei tnng anvertraut war. Die Geschichtsschreiber jener Da׳ge benutzten diesen Umstand sogar zu an!tHjsenütischen Ausfällen auf unsere Glaubensbrüder, denen sie vorwarfen, daß ׳gerade griechische Juden es seien, weilche den! ״Erb- und Erzfeind der Christenheit" die vorzüglichsten Kriegs- und Zerstömugswerkzeuge Mferten! H׳eute, wo ei,ne treue Waffenbrüderschaft zwischen Deutschen und Türken besteht, dürfte es auch jeder Christ in Deutschland als merkwürdige göttliche Fügung betrachten, daß Kanstautihopel durch Vermittelang dev Juden ,uns das Pulver gab. swttfand. Nach eNMhender Debatte wurde Mt, Auskunft über den Aufenthalt verwundeter» 20 Stimmen bei 5 Enthaltungen (dagegen kranker oder vermißter MiMSkpersoriert» Nach Ist Zionistische Landeskonferenz in Skandinavien. Am 28. und 29. Mal fand in Kopenhagen die zweite Landeskonferens der skandinavischen Zionisten statt, an der 31 Delegierte aus 8 Ortsgruppen teilnahmen. Das Engere Aktions-Komitee war durch Herrn׳ Dr. Viktor Jacobson vertreten. Unter den Ehrengästen bchand sich Herr Professor Slmonsen, -der die Konferenz ilm Namens"/ um Dolksausaalben kx Kopenhagener Chowe^ Zion begrüßte. $י) P^anstalhuw von vÄträgen Über die Not- EroffnmMchuig, derder körperlichen Erziehlm«. ittUwt 400 ©cifte beiwohnten, sprach Herr Dr.' Der Leitung des Ska»1dm«vi>schen Jlonistenstimmte nienwnd) folgerrde Resolution angenom men. Indent die Konferenz mit GeNUgtnng anerkennt, daß die Leitrmg der zivuishischen Organ-isation eine neutrale und reiuzionistifche Politik führt, -und mdam sie wünscht, daß die politische Arbclt weiter in diesen Sinne geführt werden soll, spricht sie der Leitung volles Vertrauen aus uinh -drückt den Wunsch aus, daß weiterhin! möglichst mit größerer Intensität in allen Ländovn gearbeitet werden möge und daß das Kopvnl-age- -irefr Büro!der Zionistilschen Organisation durch Hinzuziehung weiterer führender Kräfte vergrö-!ßert und verstärkt werde. In öffentlicher Sitzung erstattete Herr M. Tarschis, Stockholnl, der Vorsitzende des Zionistischen Lan,desk0ln>itees, den Tätigkeitsbericht für div abgelaufenv Berichts Periode. .Herr Dr. Bevustem berichtete über ״Die zionistische Presse in Skandinavien", Herr Mark sprach über ״Der Jüdische Nationalfonds und seine Tätigkeit in Palästina". Obervabbiner Dr. Schornstem und Hr. Feigin erstatteten Referate über ״Die Frage der jüdischen Erziehrmg in! Skandinavien", Herr Slor sprach über ״Die Notwendigkeit!der körperlichen Ausbi'ldNng der juidischen Jugend". Es wuden eine Reihe von Resolutionen angenonnnen, die ei,ne Neuordnung de!r organisatorischen und propagandistischen Arbeiten in Skandinavien ׳bezwecken- Folgende Resolutionen sind auch für die weitere jüdische Oeffentlichkei't von Interesse: EmUg-rativnsfrage. Dlie Konferenz fordert das Eugene Aktions-Komitee auf, vorbereitende Schritte zu tun-, um in. Verbindiimg! mit anderen Organisationen an der Regulierrm!g der jüdischen Emigration! anteilzunehmen, die nach dem Krieg zu erwarten ist; die Konferenz verpflichtet den Skandinavischen ZionistenverbaNd, sich! mit der Frage der Vovbeveitimg und Re!gulie>run׳g der den gemachten Wahrnehmungen befassen sich Unberufene aus Gewinnsucht mit der Erteilung bezw. VerNlittlung von Auskünften über den Aufenthalt verwlmdeter, kranker oder vevAltzW Militärporsonen. Sije bieten sich hiezu dem Publikmn direkt durch Zeitungsinserate an, bezeichnen sich jedoch mitunter auch als Mijlitämuskunftsstollen, Maschinenschreibburöaus, oder Mr als Vesrrnittler für die ErlangrM der vorbezeichnoten Auskünfte» DlL Bezahlung wird danriit beinäntelt, daß Gebühren für Porti und Schreibauslagen in verhältnismäßib großer Höhe bis 5 K für einen Schablonenbriof zu vergüten sind. Insbesondere betätigt sich der Agent Nagy Lajos ki Debverzin seit länMor Zeit in ׳der gedachten Art. Seine Vormittlun-gstätiigkeit wird auch in Oasterroich in Anspvllch genommen. Um der Ausbentnng des Publikums durch gewissenlose Elernente zu steuern, wird die AllgenWnheit ansnijerksanr gemacht, daß Auskünfte Über den Aufe!stl)alt verwlvltdeter» kranker oder vermißter Militärpersonen vollkonunett kostenlos und rasch von -deln zu diesen Zwecked seitens -der k. k. osterreichischen Gesellschaft ׳vom Roten Kreuze ervichteten AttskuNftsbureaus von: Noten Kreuze itt Wien VI, Drei Hufei sengasse Nr» 4 (Kriegsschule) bezw. vom ungarischen Röten Kreuze in Budapost, 4 Väczi ut^za Nr. 38, ferner Auskünfte über österreichisch-ungarische KriegsgefmMNe vom Gemeinsarnen Zentral-Nachweisbuvean, Auskunftstelle für KviMsgefanWne, in Wiien l Fischhof Nr. 3, als den einzigen offiziellen Stollen erteilt worden. Ueberdijes sammeln die Stannumid Hilfsvereine vo׳mi Roten Kreuze Anfra-gekarten, um diosplben,nach erfolgter Einhol'uug der Auskunft beim Zlnsknnfksbnveau des Roten Kreuzes in Wien dom Anfragsteller Wieder a-nsznifolgen. Es besteht daher keine Vevanlasfunlg, si ch an unberu f-an,o Au s tun f tsverni k t tleir zu wenden, die ja doch daraus angewiesen sind, die Emigvatilon zu beschäftigen, soweit SkanNna-. n-ötWn Erkundigungen bei den vorgenannten Vien dafür in Betracht kommt. Amevi!kan׳isch-Jüdischer Kongreß. Die Konferenz begrüßt n׳iit wärncster Sylnpathie die Bo stvobunlgen der auEvikonischen Judenheit zur Or0ja׳n׳isiorung des Amerikan'ffch-jüdHchen Kon^ gresses und drückt die sichere׳ Erwartung aus, daß die amerikan'ische Judenheit auf di'iesen! Wege di!e Mögliichkoit habenwi׳rd, alle Lebensfragen dos jüdischen Volkes bei den zukünftigen Frtedensverhandlun gen vorzubringeu. Jugendarbeit. Die am 28. und 29. Mai1916 ׳ ׳in Kopenhagen tagen׳de II. Skandinavische Zion׳iistenkü,n1fercnz -orsucht ׳das engere Aktions-Ko- Nlitee in Erwägung, daß die OrgM,isierun!g der Jugendarbeit eine der wi'chtiigsten zionistischen Aufgaben i!st, ein besonderes ״Ressort für Ingendarboit", -dem auch pädagogische nnd meditziniischo Sachverständige augohören sollen, sobald Wie möglich einzurichten. Ein leitender Gosichtspunikt für di>e zion-istische Juigendarbeit nruß der sein«, «daß die körperliche 'Ausbildung der Jugend einer der wichtigsten Faktoren zu deren Erziehung ist. Das ״Ressort für Jngendavbei't" beiln E. A- C. hat die Aufgabe, darüber zu wachsen, daß i n allen zionistischen Lan'desverbänden der Jugendarbeit die gebührende Aufmerksamkeit gewidinet wird, .und soll den Landesverbänden hierbei׳ m,1t Rat und Tat zur Sei!te stehen. Im einzelnen gehören zu den Aufgaben des ״Ressorts für Juigendarbeit: 1. ) Gri'midliche Ausbildung van, Turnn. Sportlehrern und Einrichtung von Turnhallen tu allen den Orten, wo kei»ne solchen zur Verfügung stehen. 2. ) Gründung van Turn- und Sportverei׳nen. 3. ) Hevausgabe hebräischer Turuliicider mit Nooffiziellen Auskunftstellen wieder ei׳nzuholen, sodaß den An,fragenden Mitteilunigen erst später zukomme u können. Inserate für ״Hickl’s Jüdischer Volkskalender. cv werden entgegengenommen. r®8s&?Ä¥ rtüff Ät MLWSL « ä öi-Eist'ich-n »W, Nder «men Re>n-rtmg von «ttva 10M FrcS.,' Vorsitz wn Henm Professor & notleidende jüdische Bevolkeruirg Palasti-^ Simonsen, Kopenhagen eine Konferenz der wähniasergav. .. . . rend des Krieges gegründeten ״Jüdischen Htlfs- T^r folgen^ TW ödM mit el,WM^schlost-^mitees i!n Skandinavien" statt, jenen Sitzung, m welcher ei-ne Aussprache über die Politik der Leitung lvährend-oes Kriegs . L .. -- ..... in alllen Städten (gegen hohe Provision) gesucht. Jüdischer Buch- und Kunstverlag Brünn, Adlergasse Nr. 9. aE3BBE2CiSBBHHBHa■■ Jlimilf'cfi au. Der erste jüdische Major-Auditor. Dr Julills Gabor, Advokat i!11 Budapest, Anwalt der Pester isvaelitischen Neligionsgeiiletni-de, ׳der sait Bggmu -des Krieges ׳als Hauptuumu-Auditor id. R. der Leiter emes Honved- Jli-falitsrie-Feldgerichtes ist und i-m׳ verganMren Jahre für tapferes Verhalten vor dem Feinde mit dem Signum lau-dis ausgezeichnet wurde, i st neuevdi'Ngs van Seiner Majestät zum Major- Auditor i. R. befördert worden.

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