Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVII (1916)
- Issue
- Heft 10 (28.6.1916)
- Date
- 1916-06-28
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Sh. 10 8» ־'־־»>Wl MftUhWt״■ *d“ »• Die Spenden werden m den jüdischen Zei-j tungen, eveut. in- Talgeszei-tluligeu veröffentlicht^ Das Präsidmm Dr. J-nlins Schlag, k. kg Hofrat .Herrilmml Weilüboriger, Präses der Chew-' ra-.MÄi'scha, für die Bezirke XII—XV. Dr. Alfred Stern, Präsident der israel. .Kultusgemeinde Wien. Der lientiigen Nummer liegen Posterlagscheine S. M. van Rothschild Wien W und bitten wir Spenden für Palästina mittels dijese!׳ Erlagscheine z>u überweisen. Diel Redaktion! der ״Jüdischen Volksstmime". Auaäfchau. Auszeichnungen. Gg. Dr. Siegfried Frankl erhielt das gol-!dene Berdi!einstkre!uz mit der Krone -am Bande der Tapferkeitsmedaille. Gg. Arthur Wechsberg, Kadettasp.,!das silberne Verdienstkipuz mit der Krollte <nn Bande der Tapferkeitsmodaille. Beide A. H- A. H. des Jüd. Akad. Bevbi-nidnng ״Jvria", Wiel: und dcrze!«t im Felde. Zum fünften Male auf dem Kriegsschauplätze. Franz Spie rer, geboren in! Stuhlweißcnburg, ist bei Anslbrnch des Kviieges eingerückt; er hatte sich freiwillig gemeldet, war bereits viermal auf dom Kriegsschauplätze und geht jetzt znm fünftenmale hinaus. Er tst Besitzer dar silbernen Tapferkeitsmedaille 2. Klasse. Ein« jüngerer Bruder, Jinifanterist des k. u. k. Jufan-teriereginientes 69, starb im September des vorigen Jahres den Heldentod. Sein! Vater, der 80 Jahre alt ist, dient als Houvied in׳ Rußland. * Tod eines Wiener Arztes in russischer Gefangenschaft. Der Wiener Arzt Dr. Bernhard Fingerhnt ist nach -eijner bei se!i!nen Verwandten ei,NWla.ngtcn te!l׳egr«aphi scheu Mitteiilung aus Taschkent ״!!lach zlvölftä/giger Kran,Mit trotz Bemühung!aller Kollegeli am 1. Mal verschieden und begvaben worden". Dr. Fingerhut, der ein- Alter von 42 Jahren erreicht hatte, war emeritierter Assistenzarzt <um Rlidolfsspital und wohatie! im 17. Bezirke, Elterleiuplatz 1 Ain 1. August 1014 lvar er!njach Przemysl!eingerückt und nach! dem Fall der Festung wurde!er kriegsgefailgell nach Odessa «abige führt. Dort blieb er etwa zehn Monate. Alil 1. Februar 1916 wurde er nach Taschkent überführt, wo er in das Troitzkitager gebracht wurde-, wo er ll-lMli gestorbell ist. Der!i!1t den! selben Lager als Kriegsgefangener befindliche Arzt Dr. Schindler mis N-ikolsburg hatte die telaguaph-ische VerftäildiglUlg der Angehörigen des Verstorbeneil übernommen. Maxim Gorki für die Juden. In der Zeitschrist ״Jelvrejskaja Pedjelja" voröfseirtlicht Maxinr Gorki einen offeneil Brief, ln den: es heißt: ״Ich begreife, -dajß der Jude Grirnd hat, de!: Russen zll mißtvanen. Wir Russen habeil uns eben etlvas spät an die Eröterullg der Frage voll der Gle!ichberechti-glUlg der Inden heran,gemacht. Doch die Erklävnug dafür ist einfach: Sind wir doch lllit der Fürsorge für rm׳s selbst zll spät gekonllllen. Das Leidell ist schändlich und lilnß aufhören! Dips ist das Losungswort derer, d!ie nicht heucheln wollell. Unsere! Ansgabe ist es, alle Kräfte auf den Kamps gegen die Bedrückung der Menscherr zu konzentrierell. Der Russe ist ein vernüilstiges Weseil. Jetzt wird er doch endlich verstehen, haß auch die Juden rnssislhe Bürger seinkönnen. Ich verhehle mirn.icht, das; der gelvinnliebende f!au4e russihhe Industrielle inder AbsW sich vom deutschen Kapital zu besreien, in di.e Häirdp! des britischen geraten ist. Vielleicht lernen Wir eiMich, daß die rllssische Industrie i!1t jü!dlschell Händen imstnerhi-n eine russische sein .kann, währeirid sie! in den Händen der Engländer uud Anlerikaner bestiinmt eiue englische oder eine amerikanlische ist. Diese Erkenntnis ist nötig, wenil wir nicht wünschen, «daß Anlerikaner und Briten lilit nnferen prodllktiven Kräften, vom dereil Anspau-llllllg jetzt so viel gesprochen lvird, Raubbau treiben". Hilfskomitee für israelitische russische Kriegsgefangene. Seit Roweiuber 1018 -besteht in Genf eilt Hilfskomtitee für israelitische russische Kriogsgef-am«ge1l>e, das sich uiltcr den Auspizicil der isriaelitischen OK'Nle'iilde i-u Genf gebildet hat. In der kurzen Zeit bis Gu>de Apri!l d. I. hat das Komitee in SO Lager in Deutschland imib Oesterreich 4805 Pakete, n. zwar an l>00 Gefange-lle geschickt. Eine Stiftung Jakob Schiffs. Anläßlich der.80. WiederWr des Tages seiner!An-kunst in NV'wyork stiftete Herr Jacob Schifft der Harward-U!l1!iil>ersität .800.000 Dollars zur Errichtung einer Stndentenhalle. Ein jüdischer Kongreß in Süd-Afrika. Aus Johannesburg wird uns telegraphiert: Aill 40. April und 1. Mai fa׳nid!i!n Johauniesburig mt!jüdischer Kongreß statt, der von! Delegierten a!l«s Britisch-Südasrika, Rhodesia und deill Kougostaat besucht war. Es wurden Resollltio-ilen angenomnlen, in. welchell für die Jllden aller Länder Gleichberechtigullg und e,in>e Heilllstätte für das jüdische Volk in Palästiila gefordert wird- Ansfichrlicher Bericht folgt. Aus Palästina. Für die jüdischeil Spezialistcil iiil-, Palästina, lvie Agro׳ll0n!!e, Jilgeniellre, gibt es jetzt ein re׳i>- ches Arbe-itsßild. Die Behörden b-etvancli gerne Inden lil.it dar Leibnn!g öffelitiicher Arbeiten! So z. B. wurde de!11l Agronionlen Krans, dem Direktor von M-ikweh Israel, die Bepflanzung eitles bisher brach liegenden Stückes Erde übertragen. Milt der Vorbereitung vo,1l> Maßimhinen für «die Bekäll1pfu1l!g ei-ne-r etwa neu eiubrechendell He-uschreckeupliage wurde der Agronom Aronsohn׳ betraut. Dia Anfsichtskolllnlission der NegierlMlg beim Ball einer Chaussee bestalld großeuteils aus Juden. Die aroßartige Straße iln Jaffa, die «niacb dem. Oberbe fehl shaber- -der türkischeli Palästinaarnl.ee! Aveiiliue de Djemial Pascha heißt, Wunde von Jngen.ielir G. WUbnschewitz geibaut. Derse-lbe ist. jetzt i!1» Damaskus mit ähnlichen Arbeiten beschäftigt. Sein Bruder N. Wi-lbuschowitz lMt dieselbe Aufgabe in Jevusalenl übevnoiilnlen. Auch «die meisten jüdischeil Aerzte sind int Mibitärdienst beschäftigt. Roreefponäenzen. Bri'nni. (T o d!e s f ä l l e). Der Spediteur Siegfried Redlich ist -in Wolbtznien gestorbell. In Boskowitz ist Frau Rosalia Muilk, -eiue Tailte des Herrn Moritz Breda, im 80 Lebensjahre gestarben. Das Begräblms fau«d am 11. Jliiilä statt. Die Verstorbene hat ihr Veriliögeil der Vosko- Nutzer Ku1tllsge«nl-e,inde für Wohlsahrtszweckel hinterlassen. Ein Hundcrtjätiriger. Montag den 12. d. M. begi-ug Herr Josef Glaser geUx.׳se1ler Vorstand der israeil. .Kliktlisgelileiude La>lm, -i«l1, geistiger und körperlicher Frische seinen fjitnbertften Geburtstag. Oesterrcichische Gesellschaft vom Roten Kreuze. Zweck der Emission. Die Eiiüissüm dient dazu, um der Gesellschaft vonl Rotell Kreuz n>«it!einem Schlage ein. großes Berulögen zlt verschaffeu, beffen sie nacf) Allfzehrnng ihrer Mittel im W׳eltkri.ege bedarf, um den gelralt׳,'׳!en Aufgaben entsprechen zli kölinen, welcheiil sie sich gerade nach Friedensschl-uß widlnen will. Leistungen und Aufgaben des Roten Kreuzes. von der Gesellschaft und vor allem von» dem Wohltäteru, die ihr -dazu gxl)0lfen haben, von 1880 bis 1014 einen Kriegsfond oinzusauinleln^ denn doch nicht vorausgeseben werden. Eine weitere vnsgiebige Finauz-iernng war notwendig«, die wurde iiil Kriege wie so vieles, iniproviisiert und bisher glücklich iinprovisiert. Das Note Kreuz ist sich aber dessen bewußt, dajß es nach dem Friedellsschlltß nicht einfach!abrüsten Mld sich allsschließlich der langsalllen Wiedemuffnll-Ullg seinerFollds durch freiwillige Beiträge widmen kcvlur. Das Rote Kreuz will sich sofort unid mit voller Kraft im Rahmen seines Statutes in den Dienst de,r Volksgesluldheit stellen, deren Pflege nach dem Kriege drluglicher -als j׳e sein wird. HS «ehe offizielle Mitteilung.) Losanleihe als Geldbeschaffungsmittel. Die großen Mittel, deren «das Rote Kreuz bedarf, sollell durch die Ausgabe einer großell Losanlckhe beschafft werden. Hiezu ist die Gelegeilheit jetzt besonders günstig, deiln! der Gewinn einer Losanleihe beruht auf donl Unterschiede zwischen denl Aufwailde« für den Losdienst und deill Betrage des Erlöses d. Losauleihe. Ter Ertrag einer K.a- -pitalsanleihe in pupillars-icheren Wertpapieren ist aber naitnrgcnläß gegenwärtig höher als seit nieten Jahrzehnten. Damiit die Oestarve-ichische Gesellschaft vom Roten Kreuze die Erlaubilis für eine solche Losanleihe erhalte, lliuWe eine kaiserliche Verordnung «aus Grund des 8 14 Staatsgrundgesetzes erlassen werden, denn in Oesterreich wurde das Lossperrgesetz nom 20. März 1880 verfügt, daß die Ausgabe von Losn«1lleiheil il-unniehr auf Grund eines besonderen ^Gesetzes erfollgen dürfe. Der Beschluß der Buildesleitung!der Oesterreichischeu Gesellschaft t>om Noten Kr-uze, um die .ausnahillsweise Bewilligung zur Ausgabe voll Losen -einzuschveiten, ist voill Bullde«spräsidenten, Erzellemz Rudolf Graf Abensberg-Traun vor ein-igen Wochen im ein.er ibeson,dc!rel1 Audienz!den! allerhöchsten Protektor der -Gesellschaft, Seiner Majestät deill Kaiser!vorgetmgen worden und llvn'lllghr ist die geltehln-igende Vevoridnullg erflössen. Daiinit erscheint das Lossperrgesetz von 1880 zmil 'erstemiml-e seit sei׳n!e1n Bestände, also -nach 27 Jahren durchbrochen. Das alte Lossperrgesetz und seine Wirkungen. Jnsoferne das Lossperrgesetz die- Wirku!ll.g, habeil ollte, die fortgesetzte ׳Ueberschwemninng -des Marktes mit Losen, speziell ausländischen zu verhillderu die alten Lose auf den AllsstertL4Etat zll setzen und ben so entstehenden Seltenheitswert n-urmehr für aujßerordentliche im Interesse der Allgelll׳e>l',n«heit gelegciile Allfgaben a«usuützen zu affen, hat die Absicht voll zullt Ziele geführt. In ben letzten Jahren! sind folgend!׳, Loskate^ gorien votlkoinllmn oaisgelost lind verschwunden: Clary Lose Donau Dallipfschisfahrts Los^ Krakauer Lose Palffp Lose Nlldolf Lose Salzburgpir Lose St. Olenois Lose Tr-i-ester Lose Waldstei!tt Lose In deil llächsten Jahren erlöschen die nachstehenden K«ate.gorien: 1017: Los vom Jahre 1860 ׳ 1016: Lose, vom Jahre 1860 1020: Ungarische Pränlielllose . x - 1024: Oeste-rreichische Kreditlose 1024: Wiener Kunlnüuuallose 1020: Laibacher Lose Phnh dem Jahre 1020 würden ׳nur mein׳ drei österreichische Lose nn Ulnlauf bleiben: Oesterr. Bodeilkreditlose I u,nd II Enl. uud alte Oesterr- K'renz Lose Schädigung des Publikums durch hohe Loskurse. , Das Verschwinden der alten Loskategorien. die Es verdient höchsw Bolonju-devung, daß das' jährliche starke Ausl-os-uug der noch vorhaudeneil »tote Kwuz iiil Weltkrieg in bewuudevlmgswer- Losanleiihen hat iu den Jahrelt 1000 lind 1010 *er Art und ohne Stockling feinen Aufgaben zu bem Bersllche geführt, durch AufkEfeu der -muhgekomlnen ist, wofür ihm -der hei-ße Dank der Lose Die.Kurse!gewaltig zu steigerin -utnd so dchil Verivuilldetelt luuib krau keil Soldaten sicher ist. Ein Publikmlt, tvelches den ErwerV V0D Losen nun Krieg von solcher Dauer md Ansdehnnug kounte nicht eimnal läßt, für diie gezogenen Losesich auch