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Jüdische Volksstimme · 1916-06-28 · Heft 10 (28.6.1916) · page 6

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 10 (28.6.1916)
Date
1916-06-28
Page
– (sequence 6)
Language
German
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Sette 6. ,Misch, ••Ikfh«*•• Re. 10 fast immer Ersatz schaffen will, einen befahren Tribut ahprfordevn. Tie Kurse am LoKmiarkte stiegen damals wie aus falgender Tabelle erfichtlich: Kurs Kurs Ende IM Ende 1910 Oesterr. Kreditlose 407 587 Doitauregul ierungslose 252 298 LaibacherLose 08 95 Alte Oesterr.Note Kreuz 50 98 Wiener Kumunallose 627 479 ׳ Urig. Prämienlose 185 225 ,Dombaulofe 20 44 Dombaulose Präm. Sch. 6 15 Ungar. Note Kreuz Lose 27 67 Ungar. Rote Kreuz Lose Präm Sch. 10 21 Serbische Lose von 1881 90 128 Serbische Dabaklose 17 31 Bodenkrcld1itlo.se 1׳ Ern. Gew. Sch. 38 98 Bodenkreditloslel II Ern. Gew. Sch. 69 139 Italienische Note Kreuzlose 12 80 Es hat also gerade in den kleinert Losen, besonders aber bei den Gowinnfcheirten (Prämienscheinen) eine sehr starke, sachlich unbegründete Neberwertnng stattgefunden. Offenkundige Uebortreibung d!er^ Kurse, Hinan fsetzunig, aiif einen Stand, der selbeur Käufer!die schwersten Verluste Gingen rrrustte, w'ißlang, infolge rührger Nebarlegung >der Losbesitzer, welche sich bei den Hoheit Kurse doch zur Abstoßung alten Be- ׳sitzes entschlossen, auch Dank dem Einschreiten!der .Negierung. Die Kurse der kleinen Lose sind seither stark zurückgegangen, noch iMrrer aber erwachsen den Loserwerbe vn außer Zinsverlusten .-iwch empfindliche Kapitalsverlustei bei der Verlvsn.ng mit ben kleinsten Treffern und besonders die Prämienscheine (Gewinnscheine) bedingen zumeist Preise, für welche die innere Berechtigung fehlt. Loserwerb bisher ein verlustbringendes Geschäft. Mart hat sich bisher irr Oesterreich, unter der ,'Herrschaft des Lossperrgefetzes wie an! eine ,Selbstverständlichkeit daran gewöhnt, den Erwerb von Losert als ein — im Falle der Auslofunig jurit bfcfi 11 kleinsten Treffer — verlustbringendes ^Geschäft ainzusehen ׳. Lose werden aber . immer ׳wieder gekauft, man will die Möglichkeit eines .Glricks falle s inr Hause haben. Das Verschenkett vor! Losen an Kinder und Untergebene ist öfter- ׳Mchifche Volksgewohnheit. Neue Lose werden breiten Schichten Gelegenheit zürn Erwerbe eines billigen Loses bieten. Die Oesterreichische Gesellschaft vom Rotelt Krenze hat,!indem/ fiid von der seltenen Erlaubnis zrrr Ausgabe ei׳rr׳er Losarrleihe Gebranch macht, sich zur Schaffunig eines kleinen Loses entschlösset. Das letzte kleine österreichische Los war das alte Oesterreichische Note Kreuz Los vort 1882. Dw nach kanren «nur noch Bodenkreditlose II Errrissioit dort 1889 und sodann das Lossporrgefetz- Seit 34 Jahren wird also zmn ersten Male wieder eilt kleines Los der Bevölkerung aus erster Hand augeboten. Geschichte des Losmarktes zeigt, daß ungünstige! llird bedenkliche Wirkungen des Lossperrgesetzes gerade bei den kleinen Sojen kraß in Erscheinung getreten. Benachteiligung .der kleinert Leute, die.ihre'ersten Ersparnisse ger- 'ne in Losen ank'igerr, um Wertbositz und Mwinn- .Möglichkeit zrr gleicher Feilt zu.erlange:!. Von dieseur Gesichtspunkte, Wahl des kleinen Typus zrr begrüßen. Erste Durchbrechung des Lossperrgesetzes könujte so zur Besserung der Losmarktzustände gerade bei kleinen Losen, zur Verhütung einer neuerlichen Auf kcm Bewegung und Benachteiligimg breiter Schichten, wie 1909—1910 versucht wurde, dienen. Oesterreichische Gesellschaft vorn Noten Kreuze wird wohl naturgenräsß von ausnahnrsweiser Bewilligung ,größtniiöglichen Erfolg für eigene Zwecke an streben wollen, anderstats aber nicht umhin können, das Interesse der Allgemeinheit wahren, sodaß ein allzu hoher Kurs nicht in Aussicht zu nehmen ist. Bislier gewohnte empfindliche Kapitaltzverlusto bei Auslosung mit kleinstem Treffer sollen vermieden werden, sodaß Kosten der Teilnahme arn Spiel sich auf Zinsenverlnst beschränken werden, der bei einenr kleinen Lose Beträge trifft, die zu-n'ieist nicht zinsbringend angelWt, ohne Loskauf amh oft nicht gesperrt werben. sticht unüvichtig vonr Standpunkte berechtigetev Ansprüche d. Loskäufer ist es, daß die Treffer nicht — wie bei alten Losenleihen üblich war— nach kurzer Einleitung mit guter Ausstattung alsbald uiud bis Schluß der Auslosung auf ein Wirz ärmliches Niveau fallen. Das neue Los wird keine Gewinn scheine haben, so daß Schädigungen des Publikums aus dieserrt Titel iiy Zukunft ׳nicht möglich. In allen diesen BeziehmMn wird neues Los befriedigen: Käufer werden also einerseits kleines österreichisches Los zu Bedingungen ׳erhalten, wie seilt rund 30 Iahren ani Losmarkt nicht verzeichnet, andererseits auch Geimilgtung haben, durch Losenkauf den: Noten Kenze i!rr einenr entscheidenden, arrgenblick!ich! seimer für die gesamte Bevölkerung, großcn Dienst zu leisten. Ausgabe kleinen Loses errrröglicht breiten Schichten Teilnahme. Einzelheiten der Lvsernission. Gesamtemissron umfaßt 2,000.000 Lose, die auf K 20 lauten, welcher Nennwert inr Hinblicke auf derr kleinsten Treffer, der sofort mit K 30 einsetzt wohl uommell ׳ist. Die gesamten 2,000.000 Lose wurden, nur die Oesterreichische Gesellschaft vom Roten Kreuze vollkorn-men sicherzustellerr, von vornherein m\ unter der Führung der Anglo-Oesterreichischen Bank stehendes Bankenkonsortium, an. welchenr alle österreichischen Großbanken sowie das Haus Rothschild teiluehmen, mit entsprechendeu Aufgeldfest begeben. Die Oesterreichische Gesellschaft vonr Roten Kveuze ist an eventuellem Gewinn des Bankensyndikats bei Weiterbegebnng an Publikmn beteiligt. Gewinnbeteiligurrgsqntert steigen bis zu 70°/0. Banken beabsichtigen die neuen Lose demnächst inr Wege der öffentlichen Zeichnung anzubieten. Erinncrunng an frühere ähnliche Loszeichnungen. Im Jahve 1882 wurde ein Teil der Oesterreichischeu Noten Kreuz Lose zur öffentlichen Zeichimurg aufgelegt,!ebenso die ungarischen Noten Kreuz Lose. Es erfolgten starke Ueberzeichnungen, sodaß nur Zeichner die wenige Stücke verlaiiigt hatten, volle Zuteilung׳ erhielten. Auf alle größeren Zeichnungen entfiel nur ein Teil der angeiuoldeten Stücke. Diese starke Ueberzeichnungerr ׳deshalb bemerkennswert, weil damals noch fein Lossperrgesetz, der Markt vielmehr unter der Ei'nwirkung einer über 20 Jahre Äanerndeerr Periode voll Losem issiorren. Trotzdem wurden! 000.000 Oesterreichische, 8000.000 Ungarische u. rund 400.000 Italienische Note Kreuz Lose (NbsiemPelung,1889 : 457.300 Italienische) vorn Markte anfgeuominen. Nach über 30 jähriger Pause stattfindende öffentliche Zeichnung findet ganz veränderte Marktkonstruktion. Alle öfterreich:sch. Banken mit einenr vor 30 Jahren trnlbekannten Fi'lialinetz werden tei!nehmen, auch zahlreiche andere Stellen. Zulassung ausländischer, auch ringarischer Lose ausgeschlossen, neuerliche Durchbrechung des Lossperr gesetzes nach dieser Ausriahmsverfügnng wenig wahrschein,lich. Wenn keine tveitere Lose-Mlission bewillip-t wird, ist das neue österreichische Note Kreuz Los nach 1933 das einzige österreichische Los irn Umlauf. K u. k. Hoflieferant uniformen. Vorhänge Garderoben, und Stoffe aller Art. Spezialität: Chemische Trockenreinigung und Färberei feinster Seidenkleider und Straussfedern. Billige Preise u. vorzügliche A beit. Provinzaufträge prompt. 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