Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1916-06-09 · Heft 9 (9.6.1916) · page 5

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 9 (9.6.1916)
Date
1916-06-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
83% known words query
IRI
…/2621806-2621974-2621983--3433-2624625
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

9h. 9 .׳•*»»wft.« ו»«י5. «rite 5. Jtorrcfpotulenjcn. Wien. Die ״Wiener Zeitung" veröffeutlicht die V«rlc!ihung des Ehreukreuzes z)rx׳iter Klasse vom Mieten Kreuz mw den bekannten Mcmipnamt S. Man,Heck. Herr Manhei-t hat sich seit Jahrahnten auf allen (Gebieten der Wohltätigkeit nrit großer Opferwilligkeit betätigt uud insbesoudera in seiner E,MNschuft als Vorstandspus-tglied der großen Volksansf-poisumig der ״Einheil" sehr ersprießlich gewirkt. Ihm \mx!es zu danken, daß . der infolge der Kriegsereig-uisse mild der erhöhten Jnaihpruchnahme dieser Speiseanstalt geführdele Bestand des Vereines gesichert werden kannte. Auch bet den Aktionen für verwundete Sol daten, der Bekleidtttiigs- und Flüchtliusfürsorge hat sich Herr S. Mauhei-t hingebuugsvott bemüht, so daß die ihn! zuteil gelvordeue! Auszeichnung allgenl-eiu sympathische Änsnahme gefunden hat. Feldsteiiu, Seidmiann u. Scheu i rer u. Wurzberger. Die Tätigkeit dieses Vereines ist nicht hoch genug einzuschätzen und kann -nicht oft -genug rühmend erwähnt werden. Die enormen Auslagen des Vereines durch Spenden aller Art decken zu fett, ist Pflicht eines jeden nrilfühlenden Menscher. Dann kann an dieser Stätte des Wohltuns Anforderungen entsprechen zu können, aus Mangel ail Medikamenten, Verbandzeug, am Allernotwendigsten gevadzu gezwungen, eine AbteillUlg nach der an deren, zu sperren, und dies au einer Heil, da der Hungertyphus und andere Epidemien täglich zahlreiche Opfer fordern. Seit denl Eintritt der Türkei in den Weltulld der Menschlichkeit bei!loch vielen Glaubens-j krieg wurden und lverden auch lnohamedanische genossen der schwere Jammer des .Kriegselendes Soldateil, soweit möglich, in Spitalspflege u,nd gemildert, viele Tränen getrocknet und vielen Perzweifel teil Trost und'Hilfe gespendet werden. (Wien, Konfirmation) Ain 1. Juni fand im großen Tgwpel der Kultnsgemeinde Tümpelgasse die! solen!n»e Koufirmation^feier von beinahe HUlNdert Konfir>nandi>»ncn statt. Der Andrang des Publikums war ei-u so starker, daß der große Tempel, der festtlich beleuchtet war, /nahezu überfüllt war. Beiein-eni) Orgel-Präludium wurden die Konfirmandinnen ׳geleitet voiil Direktor Herrr B. Planer und vom Neligionsprofessor Herr Eiiti.l Fränkel die Mich den Ehrendienst bei der.heiligen Bu. »des lade iuue hatten, tut feierlichen Einzug« in das Gotteshaus geleitet. Die Herren .Kou׳sir!>nja,tiouslchrer beschlossen beit Zn,g. Herr Oberkalltor Morgenstern sa׳ng mit Chor, geleitet ׳vom Dirigenten Julius He in man n, — .die Orgel tvurde vom Prof. Menzer gespielt — meisterhaft Sulzers Ma-Totvu u. desselben Alt- Meisters -deutschen Chor ״Gepriesen seidie Stun- -del dem Höchstell jetzt gelveiht", btasnn hielt Sr. Ehrwürden Herr Dr. Mar Gruutvald, eine )bei hevöllig ergreifeuide geistvolle Predigt. Auschließen )vnrden die Ko>»!fir)nandiu!nen aus der Glaubens und Pflichtenlehre über die Hauptlehren befragt lreiche Fragen vorzüglich beiautwortet wurden. wurde die -Wlige Bulldeslade geöffnet. Die Kou-fi-rm-audi-!r Käthe Schl vager sprach das GlaubenAbKken!utn׳is 1־n* ergreifender Weise. Sämtliche Kon-firman/diunen wiederholten -b1!s Gelöbnis der Treue zuul augestaimUlten Glauben. Herr Riabbiuer Dr. Gruultvald erteilte mm den Priesterlichen Segen n. mit einem Jubelchor Sulzers schloß die herrliehe Feier. Inm Andenken erhielt jede Konfirm-andini im Aufträge des Vorstan-des der Ku-ltnsgjemei-nde das Gebetbuch ״Beruria" von« Dv . Gruuwa-ld und ein Gebetbuch von Maninhei.iner. Wien. (״Machsike hadath." 2., Obere Allgartenstrahe 40.) Ter Verein ״Machsike hadath," der seit bereits zlvei Jahren gleich zu Beginn des Krieges tutt Wo-h!tätigkeitsaftioncn grüßereu Stils hervortrat, verköstigt noch täglich in seiiler Ausspeisungshalle 2., Obere Augartenstraße 40 mehr als 400 Personen mit unentgeltlichem Essen. Wer sich einen Begriff von jüdischer Wohltätigkeit machen will,!nehme sich einmal die Mühe, einen Tag in dieser Ausspeisung-zu penden übernimmt für den Verein Herr I. Weißman,»!, Wien 2., Taboritr. 50. u. der Ob 1״r.un I. März Wien, 1., Nugusteng. 1. S. Wien. Das am 27. Mai d. I. erfolgte plötzliche Hinischesden des Mitchefs der Firma Jakob Neurath, Herrn Emil Neurath, empfinden alle, die den Verewigten kan׳n.ten, als einen schweren, Persönlichen Verlust. Hervorragende Eigenschaften des Herzens und des Geistes formten sich iu dem Verewigten zu einem Charaktierbilde von seltnem, edlem Gepräge. Mit her Lauterkeit der Seele «i-n.es Kindes verband sich ei-n-e ^Abgeklärtheit )ve.it über׳ seine Jahre — er erreichte ein Alter van! kaum 42 Jahren — hinaus; strenge gegen sich selbst, war er voll Milde und Güte gegen ländere; seit früher Jugend mitten im regsten Leben stehend, durch hervorragende kauflmjänuische Begabung ausgezeichnet, fand er i-n seinen kargen Mußestunden Zeit für alte Wissensgebiete des Lebens, insbesondere aber widmete er sich dam Stud-i-nm der Thora mit geradezu schwärmeuischer Hingabe; erfüllt von, modernen Geiste und durchdrungen von den Forderungen der Ge gentvart, Wurzelie! er mit sei-nem ganzen Miesen iit den schönsten Traditionen des gesetzestveuen .Judentums, dessen Ethik ihn. bei allen seinen Handlungen leitete. Seine! religiöse U.eberzeuguug war echt -und tief. Der Witwe, den im zartesten Alter /stehenden drei Kindern -und den Geschützstovn des Vare-Wilgten, die, wie d,ie ganze Faiuilie einen unersetzlichen Verlust erlitten, wendet sich die wärmste Teilnahme zu. Die Trauer ulmi den vortrefflichen Menschen ist allgemein. Ihr!gaben -i׳m Trauerhause Herr OberrMtzuer Dr. Güde m-an-n, welchem der Dahimgeschiedeue verchrungsvoll uahesta-lid, ferner Herr Oberraibbi-ner Reich aus Baden beredten Ausdruck. Am Grabe sprachen iu tiefster Ergrisfenhe.it Herr Nabbiuer Fürst, dauat Herr Ra>bbi׳n«.r Dr. Bach-, den Ki,ndheitseriiuneruugcn mit den Verewigten verbauden. Ein un-vergäuglichjes, ehrenvolles Angabenken 'bleibt dem Dahi,n,geschiedenen bei allen, die ihn kamn-ten, bewahrt. Budapest. Ans Wunderbare grenzt die- Art. wie die vor ginem Jahre ans Obertin geflüchtete Taube Tanuenbauin ihre verlorenen 4 Kiuderchen iu Budapest lvi-edeffa-nd. Ueber Hals und Ko!pf flüchtete sie mit ihren Kiu-dern ins Hiut-erland. In, Detatiin! sticg sie vom Zuge, um eiue/mfiebernden Säugling ei-neu Truuk Wasser zu holen. Der Zug rollte indessen ab und sie blieb mit ihrem verzweifelten Jammer int -der dunkelsten Nacht ganz verlassen da. Sie irrte seither von Lager zu Lager tvie vom Wahnsi1׳Mt, gepeitscht, bis sie. diese Woche u,ach Budapest gelaugte. Ihre 4 Kiudercheu, deren ältestes 0 Jahre, das kliei-n-ste a m-b u l at o r i sche Beh and l uug au fge n omimen. Durch diese Hilfe leisten wir auch unseren Verbündeten große Dienste, die von der kai-serl. ottomanischen Regierung gewiß nicht unbeachtet bleiben lverden. Das Unterzeichnete Präsidium wendet sich deshalb an alle Gemeinden n,nd Privaten mit der Bitte um gütige Spenden. Insbesondere richten )vir an alle Chetvra-Kadischas itnvb audereu jüdischen Kranken-Unterstützun-gslxweiuc das herzliche Ersuchen, etnen entsprechenden Betrag von ihren Jahrescinnahmen der Krankenpflege im .Herligen Lande zuzuwcndcn und, da Gefahr im Vrzuge ist, ehestens di« Subvention einsendcn zu wollen. Die Spenden werden in den jüdischen Zeitu.ngen, eventuell auch in Tageszeitungen veröffentlicht. An die Herren Präsidenten sämtlicher ClMua-.Kadischas wenden wir uns mit folgender Bitte: Hochge-ehrter Herr Präsident! Uin,ter höflicher Bezugnahm aus den obigen Aufruf beehren wir uns. Sie und Ihren geschätzten Vorstand zur Teil-nah »re an unsereui Hilfswerk für unseve kranken Gla-ubensge,n>ossen im Lande der Väter ei>nzuladen. Wir bitten Sic,.ihrenB-eitrag an das Bank- Hans S. M. v. Rothschild, Wien, 1. Bez., Nenngasse für Ungarn: andie Magyar Altalanos .Hitelba,nik, Budapest, für Deutschland: an d-i-e Deutsche Bank, Berlim., Postscheck-Konto Nr. 1000 — für sämtliche auf das Konto ״Kriegsspitalshilfe für Palästina" — zu senden und uns zu erlauben, Ihren löblichen Verein int unserer Mitgliederliste als Gründer zu führen. Mit vorzüglicher Hochachtung Dr. -Alfred Stern, Präsident dev israel. Kultusgemei-nde Wie».. Dr. Julius Schlag, k. k. Hofrat. r>erbri-1Mn. Welche Fülle von Arbeit, Geduld , ךר und Güte dazuMhört, tagtäglich für mehr als 400. l)״n»n Wochen zahlte, wurden nach Ungarn Personen mit ,lncntgcltUchor Vekostigimg zn Eracht »11Ü Mw ia .udLKen, Patwna«e,m sorgen, kan,»< nran am besten in dieser großzügi-- gen Organisation beobachten, wo hilfreiche Menschenliebe am Werke ist, den vom Kriege betroffenen Füchtlingcn für emige Stunden des Tages Obdach unb Essen zu bieten. An der Spitze dieser Institution stehr Herr Jakob März, dessen GeiniahlilN ihm treu zur Seite steht. Ferner verdient das Wirkell des Herrn Isaak Weißman volles Lob. Ga»z besondere Llinerkennnng aber gebührt einer Dame -von seltener Opferfühigkeit u. Güte, der Präsidentin Frau Jeanette Sternberg. Dem Tamenkomitee, das täglich freiwillig einen schweren Dienst leistet/ und dessen enorme Arbeitsleistung Belvnnderung.abnötigt, gehören unter anderen an: Die Damen: Abend, Dachmger, Dr. Dobschitz, Edelstei,m, Feldstein, Goldschmüdt, Grimberg, Kurzer, La!n-dau, Liebster, Frau Rabbiner Mayersohn, Sporer, Schäfer, Schapira, Stevnber-g, und Thu-mitu. Mädchen ko mit,,׳«: An der Spitze die unermüdliche Präsidentin Fräulein Agnes Blum, di« )ve.der Schutz genommen. Dem Säugling wurde einte gesunde Amme verschafft, -die! älteren y״.'׳g,.׳gndem Kindererholiurgsheilm. in Kis Jeni ü-ber-antwartet. Durch Zufa!ll kam der -Ingestellte! der A-nst-all gestern nach Budapest, wo er!der gebrochonen Niutter in -der KönigsMsse begegnete, die i-hu; wie jedem ihr Leid klagte. Er führte sie 11)1011 Ki-nderu zu. Ihr Vka,njn> -)vurde, i-n der Zwischeug׳!t, di.'s erfuhr sie auch iu der KöuigsWsse, von den Rrissen )röhrend ihrer galizischen Glanzzeit ermordet. Gedenket der kranken Brüder im Heiligen Lande! Herzzerreißende Klagen aus dein Lande der Pärer schildern u-ns das dortige Spitalseleud als nicht mehr zu überbieten. Tausende von Kranken drängen sich an den Pforten der ^kranken- Häuser und Kliliiken, iinsbesoudere die Augen lei .Hermann! Weiuberger, Präses der Ehewra-.Kadischa für die )vestlichen Bezirke Wiens. Adresse für Zuschriften: K. k. Hofrat Dr. Julius Schlag, Wien, 2. Bezirk, Obere Donaustraße 109. Mühe noch Arbeit scheut, und der die schöne' denden haben erschreckend überhandgenonunen. OiMnisation des Müdchenkomitees zu verdau-!Die Spitäler nnd sonstigen jüdischen Heilanstalken ist. ferner die Fräuleins:Alter, Lotte u. Nene, ten sehen sich jedoch, anstatt den ansteigenden llücüeröekpl'echungen. Der jüdische Kriegsgefangene. (Ei!n!e jüdische Zoitsch!ri!ft). Es liegen uns Aweii! blaup Hefte i!n - Folipfovmiat vor, welche ganiz sicher in. derKrilegsli-t-evat!il,v u>nd iNsbesojiideM -i>nder jüdischen Kviiegsli-tergtur tciitnc höchst in-tvress!ante. Seltenheit bilden werden. Die Zeitschrift heißt: ״Der jüdi-sche KvihgsMangene", die ,»wnatlich im SlvilGsgefaingei 1 enlager Soinorja kll-ugavn-) e>rschoiniit. Als Hevgns!apber zeichnen: di« Biblivt-hok-Gesellschaft der jüdischen Kriegsgefangenen uud dije ijüdhche BitduNigsgesollschaft ״Jugend", beide im Kri,egsgefangenenlag!er Somorja. Das Februar-Heft enthält .46, das MärzlM 24 mi,t l).ebrä)i.schen Schristzeichen dicht geschrieben«- hektogvaph׳.!׳,rt!e Seiten, inwelchen überaus gehaltvolle BaiitväOi uns nicht ■mir über das äußere Leben iim Lieger, sond-eru auch über di« Stimumng, der Gefangenen unterrichten. Auf der ersten Seit« ist!/,ח■ Protest gegen di'e Verfolgungen, Grausamketten und Ku>ebe>l!ust1Mn der Inden idjurch dile russische )Itegiierung abgedruckt. Der Protest, der iu ßhr schtrfen Morten geschrieben ist, wendet sich an. di,e z-ipii׳isi«,rte Btenschlpit mit 'der Bütte uni Hülfe. Von publizistischen Art-kkeilu sind erwäl)u>nugtz)Ert: ״D.i>e jiWische Volksschule" und

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.