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Jüdische Volksstimme · 1916-03-09 · Heft 4 (9.3.1916) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 4 (9.3.1916)
Date
1916-03-09
Page
– (sequence 5)
Language
German
Belongs to
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$t. 4 Attisch, MfIthMM*. Sette 3 h t Es zerrt und rüttelt in der öden Luft, Es wetterleuchtet m\b di« Stunde ruft, Dar Sturmwind wühlt und wühlt — ■ha klafft die Erd' — י Der Held steht auf den! Grob; es starrt sein Schwert. Er wirft sich in den Sturm. Der packt ihn ■auf --;jur Festung hin — er hält den blut'gen Kn>anf llnd seine! Munden bluten, bluten fart. Cr schlägt aus Schlvert, es hallt sein, hohles Wort: ״Kam'raden,!auf! Ich halt' (Bericht! ENuacht! Ihr müstt mir zeugen! dämpft'ich in der Schlacht Nicht Heist und trat genug, den andern gleich? Und -nicht filr?iustlands Ehre, Rustlands Reich?!" . Da hört man's dmupf, wie fern«» Stromes La::f, Es vanscht und raujnt atn<b tappt und taucht herauf, Ein schlotterndes, tollendes Kriegerheer, Wie sturm,zevwühlter Sand om, toten Moer. Es klappern ihre Knochen wirr und )narr, Wie hartes .Holz. Und Plötzlich stch'n sie starr Und jeder hebt z.mu Schwur hi« dürre Haad: Ja, wie ei-ir Held starbst du für unser Land! Uud dann fciirr Laut und auch kein Schlottern mvh-r. Verschwunden ist das Kuiochcnkriegerheer. llnd er alle inj steht noch ans seinem Platz Und meistelt glühend ln. die Nacht den Satz: ״Von Weib nnd K indemi: ris; in ich dei׳n> Gebot, Rustland, für dich staub ich den jungen Tod. Wajs jagst du jene jetzt in■ Blut und Schmach?! Ich fluche dir, ich fluch' dir hundertfach!!? Sein Fluch fällt in! die?(acht, wie schwerer Stein■. Die Turmuhr schlägt. Er fährt zur Gruft hinein׳. Doch wenn■ alliiachts!die zwölfte Stunde naht, Setgt ans dem Grab der jüdische Soldat, Weckt seiina Kameraden zum Gericht, Bijs d'ast die flacht sein■ harter Fluch durchbricht. Der Sturmwind aber packt den Fluch und rast Und schlendert ihn׳ aus Gatschi n!a>s Palast. Ans Palästina: Geinäst einen: Bericht des ״Hachernt" ist der indische Rechtsanwalt Bonfil-Effendi als Vert re ter der Stadt Tiberiäs in den ״Medschlilst llmnmi" gewählt worden. Die Wahl ist von׳ der Regiernvg bestätigt worden. Unter der Redaktion! des bekannten jüdischen Geschichtsforschers in Palästina, Herrn A. M. Lnnz, ist min der 20. Band seines Hebräischen Palästina-Kalenders (Lnach Erez-Jsrael) für die Jahre 5675 und 5670 erschien>en. In Jerusalem sind 2 neue Hebräische Verlagsanstalten ,unter dear?tarnen ״Maschtela" u^! ״Talpiot" gegründet worden. Diese Firmen beschüft igen sich besonders mit der Herausgabe von Kinderbüchern. :־־ :־׳י־ ־־ * Die Kurse für Kindergärtnerinnen in Jerusalem. Diese Anstalt hat mm, nachdem sie mit den: Kindergarten verbunden! worden ist, eine wirklich erfreulicheArbeit begonnen. Die Zahl der Schiller beträgt 68, von denen 8 in Jerusalem, 0 im übrigen Palästina, 2 in Eonstantinopel, 1 in! Saloniki, 1 ■tu Bulgarien und 11 im; Rustland gebüraig sind. Der Unterricht ist Praktisch und theoretisch,;und die?tesultate versprechen gute zu werden. Der hebräische.Kindergarten in Haifa. Zu?lnsang des Jahres lunvde der Kindergarten von 55 Kindern besucht, deren Zahl jetzt auf 70 gestiegen ist. Der Gesundheitszustand der Kilu!d׳er war infolge der vielen Fälle vom?lugenkrankheiten kein befriedigender. Gerade die Tatsache, da st Haifa eine arabische Stadt ist, und daß die jüdischen Kinder bisher zusammen mit den arabischen Kind-ern spielten und sich leider dabei auch von/ ihnen arujsteckten, beweist die?(otloendigkeit und Wichtigkeit des K indergar tun s, wo die Kinider die Stunden von! 8 Uhr früh bis 1 Uhr nachmittags verbringen. > Es must hervorgehoben werden, dast cs nur durch die Opferwilligkeit der Lchreriünlen möglich ■war, diese Institution während der Krisis zu erhalten. Die landwirtschaftliche Schule in Petach-Tikwah. Diese Schule wird besonders von den Min!־־ dern der Kolonisten besucht, denn je mehr sich die Koloisation tu Palästina entwickelt, desto dringender wird das Bedürfnis nach gründlichen landwi rtschaftlichcn Ken n tu issen. Nene Jüdische und Zionistische Zeitungen. Unter dem Namen ״Hatoren" begann tu Newyork eine neue hebr. Zeitschrift ihr Erscheineu. Der?iodakteur ist der fahr bekannte hebr. Schriftsteller Herr I.D. Berkowitz, ■dessen besonderes Verdienst die llebertragnng von Scholem Nleichen:!s Werken ans dam Jüdischen in!s Hebräischo ist. Dem Redakteur steht eine Redaktionskommission zur Seite, deren Mitglieder Dr. Schmarja Lewin und Dr. Melanwd sind. * Portv-Alegro (Brasilien). Die seit Kurzem von■ Herrn Josef Halewi heralisgegebeiile Wochenschrift ״Die Menschheit" ist die erste jüdische ZeibN'Ng, die in Brasilien erscheint. * Zionistisch-literarische Neuerscheinungen. Das Schweizerische Kartell der Zionistischen Stndentenorganisationl ״Hechawer" hat eine kürzlich von Nahmn Sokolow gehaltene Rede betitelt ״Was wir!vollen", als Broschüre herausgegeben. Bestellungen si!nd au! ״Hechgiver", Per?lidresse Herrn■ B. Pap-ert, Bern, Belpstraste 80, zu richten. Kunäscüau. Kadett Oskar Woliner, a. B. der jüdischat'ad. Verbindung ״Veritas", Brünn!, ist an: 24. Jänner l. I. auf den: nördl. Kriegsscha>uplatze gefallen. * Am 20. Januar ist der Fähnrich?tlfred Frankl, Sohn des Wiener Tnchhändlers Ignaz Frakl, auf dem Kriegsschauplatz in! Bessarabien gefallen. In dem Schreiben, worin der Kommandank den Eltern des Fähnrichs dessen Tod mitteilt, heisst es: ״Vergeblich wäre es, Ihrem Elter!1!sch>merz Trost sagen zu wollen. Aber stolzes, glückliches Empfinden Ihres Patriotischen Herzens soll und mag es sein, wen»n ich, als sein׳ Kommandant, Ihnen voll freudigen Stolzes aus innerstem Herzen Da!11!k sage für diesen Sohn. Voll glühender Bagpisternng für die graste Sache, ein Muster golvissenhaftester Pflchterfülluug׳ hinreihend tapfer, fiel er in Ausübung einer kühnen Rekognoszierung, furchtlos und treu seinen: Soldateneide." * Nach dem Tode ausgezeichnet. Der Kaiser hat den vor dem Feinde gefallene:: Leutnants d. R. Sainmel Markovits, In ft.- Reg. Nr.88, Dr. David Haas, bos!1:!.-herz. In ft.- Neg.?(r. 4, und Oskar Mandl, Goniedirektion Przemysl, für tapfres Verhalten das Militärverdienstkreuz 8. Klasse mit der Kriegsdekoration verliehen. * Laut Verordnungsblatt für die k. k. Lanidw. Nr. 8 :vnrde Herr Hanptma,1:n Emil Noe des k. k. Landw.-Inft.-?(eg.?(r. 85, welcher in: aktiven Dienst!rar. stationiert in Zloczow (Galizien), nach den: Heldentode an: 28. Januar 1010 mit den: Militä rve rd i en st kreuz 8. Klasse ausgezeichnet. Der Verstorbene war ein treuer Jude. * * * Neuer Oberrabbiner für Wien. Frankfurt a. M. Der hies. R'aibbiner Dr.?tobe! :vnrde zun: Oborrabbimpr von Wien an Stellv des greisen Oberrabbiners Dr. Güdemaun, gewählt. Die lebendige Zeitung. In Lublin erscheinen keine jüdisel^c. Zeitungen, darum gibt die jüdische literarische Gesellschuft und der jüdische Tnrnvereir: ei>ne lebendige Zeitn'Ug heraus. Die ״?iedaktion" n. die ״Leser" versammeln sich allabendlich in einen: Saale, dort werden von den! Mitglieder:: der Redaktion politische und:virtschaftliche?lrtikel, Feuilletons, Depeschen nsw. vorgelescn. Einmal :rächentlich gibt die ״Otedaktion" in derselben Weise eiue lpinwristische Wüchenschrift heraus. Ein jüdisches Gymnasium in Lnblin. In Lublin ist dieser Tage ein jüdisches Gyinnasinn: eröffnet worden, in de!;n> ainster der deutschen und Polnischen U׳nterrichteg'Prache auch in: jüd. Jargon unterrichtet wird. Nationalfondspcnden im Januar. In: Januar beliefen sich die dem In-i׳'ch.-?catio>nals0i1>id-d >zn,gefül1rten Spenden ans sm*-- gesamt 80.127 Mark. Folgende Länder haben 'hierzu beigekragen:?lordezmerika 10821 Mark, Oesterreich!>!>52 Mark, Denkschland 4088 Mark. Ungarn 2151 Mark, Südslavische Länder 852 Mark, Holland 725 Mark, Schweden 215 Mark, R'ustlanid 214 Mark, Schweiz 214 Mark, Dänemark 80 Mark und Ostasien 20 Mark. Der englische Mänsckricg. ד,ני עכברי רשיעי ננהו 171 Im Talmud Iernschalmi (B. M. 5. 2.) he-iistt es: ״Die Mäuse sind doch soirderbare frevelhafte Ge-;schöpfe; bei ihren Raudzügei: begnügen sie sich nicht dainit, dast sie freindes Gut ■plündern u׳nd sich sättigen, sondern, sie rufen auch ihre Gesinnnngsgenvssen herbei, laden sie eii:, an der Plündernng eben.falls teilznnehmen, damit der Eigentümer der Felder und Gärten Vollständig ruiniert werde."?(ach diesen: Muster arbeiten die Diplomaten der Entai'temüchte. England wollte ans?Mb, Hast und Mi>stg:»nist das deutzsche?teich und die Monarchie, die auf den: Gebiete der Kultur, Industrie, Handels ■und Gelverbes seit mehreren T!eze::n׳ien einen :nächtigen nie geahnten?l,nfschNnmg genonunen, vollstänig zertrüinnwrn, voriirich'ten, daher es?tustland, Frankreich, Italien, Serbien, Montenegro, Japan nsw., eingeladen hat sich dem Raubzuge anzuschliesten n. an der Plünderung teil zu nehmen. Diese Herren; jedoch wollen aber beweisen, dast sie keine Mäuse — die sich beim geringsten Hindernis, das sich ihnen entgegenstellt, ■in! Löcher verkriechen — sind, sonder!!!׳ geistreiche allgewaltige Diplomaten seien, daher sie einen Schritt weiter geben und igetgen neutrale?Nächte, die -um jeden■ Preis ihre?Neutralität Helvahren und in! Frieden leben wollen, ohn'e unnützer Weise tausende?Ngnschen hinschlachten lassen zu;müssen, Gelvalt gebrauchen, ohne zu bedenken, dast die ״Gewalttätigkeit" noch nie uugeistraft gebl!ieben sei. Veritas. Korresponäenzen. Prag. Der Jüd. Frauenverein in Prag h!>.׳st am 2. Februar seine diesj. General-Persamrulmig ab. Dieselbe lonrde durch eine?lnsprache von! der Vize-Präsident:!::■ Frau Dr. Else Deutsch eröffnet, lvorauf Frau Hedwig Meipner als 1. Schristfühiveriii: den?techenschastsbericht erstattete, dem wir u. a.?(achsteheudes enHiehmen: Der Jüd. Fraueuverein hat auch in diesen: verflossenen Vereinsjahre leider imp'er noch im Zeichen des erschütternden, gewaltigen Krieges seine Tätigkeit ausgeübt. Durch eben diesen Krieg blieb begreislicherweise die zionisH'che?lvbeit ans eh:. Mmiunun beschränkt und so konzentrierte sich natnrgemäst die gange. Tätigkeit ans das schoi: in: Vorjahre begonnene patriotitsche Werk, das Lazarett des Vereines, lvel-ches 11n׳>: an: 1.?(ovember 1!>15, wie die meisten kleineren Pflegestätten, ausgelöst wurde,?luster den Lazarett-?ln׳geleger:hei-ten befasste sich der Verein intensiv n:!it der Flüchtlingsfürsorge: (Kilotaa, Labedienst ans den Bahn- Häsen, Gründuiug und Erlialtnug einer?(ätzstube für au'.iztsche?Nädchen nsw.) Ban: VeranstaltO:- gen, >rie sie in Friedaaszetten stattfanden, musste man auch in diesem M'reimsjahre ab scheu, da für t

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