Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVII (1916)
- Issue
- Heft 4 (9.3.1916)
- Date
- 1916-03-09
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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WRC O• DUUMIsW» «IRipilRI•" 9h. 4 festliche Uutterhaltunyen ferne Stiimmjung war. Trotzdem trat der Verein! am 2. Dezember 1916 nwt Mer Veranstaltung größeren Stiles, der jedoch eiln, Patrivtrscher und zugleich jüdischer Zweck zugvutntde lag, i׳n die Oeffentlichkeit. Es war etne Kyiegerbei welcher 400 jüdische Soldaten mit Kaffee, Kuchen, Obst und Zigarren bedacht wurden. Auch für die Unterhaltung dersalben War Vorsorge getroffen und ein reichihaltiges Programm, von hervorragenden Kunstfrästen bestritten, zusmniuengestellt worden. An den freudestMhlenden Augen der Soldaten sah man den Erfolg der Feier. Hiemit wäre der Benicht über die wichtigsten VorkomimMsse im Vor- -ei'n beendet, doch wollen wi r gleich hinzu fügen, das; unsere Patriotische Tätigkeit mit der Auflösuug des Lazaretts noch nicht abgeschlossen ist und be׳r Verein lveiteve Aktionen im Auge hat." — Sodann hielt Fran Kann Fant! den Kassabericht, der gleich dorn Rechenschaftsberichte genehmigt wurde. Nachdem die Versamml-nug dorn scheidenden Ausschüsse das Absolutori'nm erteilt hatte, schritt nim« zur Neuwahl, welche folgendes Ergebnis hatte: Präsidenlin!: Frau Dr. E. Deutsch, 1. Vizepräs.: Fr. Olga Bobasch 2. Vizepräs.: Fr. Reltschi Redisch, 1. Schrilftf.-: Fr. Hedwig Me ißner, 2. Schrists.: Fr. Eitmlie Kohn, 1. Kasfierin: Fr. Dr. Nisa Sabath, ferner diie Dajinien: Joh. Bergmann, Dr. Hillde Bandy, Jda Fantl, Heuriettg Franikl, Sabine Heller, Mathilde Lissen,. Rosa Lebonhart, Eugenlie Löwner-, Ing. Hernriue Slonitz, Rosa Danzer, Ennna Mßtß, Jda Wollner. Marienbad. Am 16. Fbruar wurde Herr A. Kohn, Redakteur der ״Marienbader Zeitung" ins kühle Graib gebettet. Die ungewöhnlich zahlreiche Beteilignng nn!d das distinguirte Pnblikum, das dem Sarge folgte, sprach beredt für die Sympathien, deren sich der Verklärte i(rni Leben erfreuen konnte. Jnr Trauerhause, war der Sarg in einen Palmenhaiin, gebettet; daselbst fanden sich ein: der k. k. Bezirkshauptmaun Ritter v. Brechler und Frau, Herr Vizebüvgormeister Josef Hamme rschmid, -der gesamte Stadtrat ujn׳ter Führung des Herrn Caspar Ott, Oberlandesgerichtsrat Main, Oberleutnant Dr. Wanke, Dozent Dr. Zörkendörfer, Primarlius Dr. Zickler, Hochw. Pfarrer Dr. Bauer, zahlreiche Abordnumigen, Kollegen und Vertreter der Presse. Nachdem Herr Oberkain,tor Goldberg den Trauerpsalm an gestüminll, verrichtete Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Diamant eiR ׳tief zu Herzen gehendes Gebet, worauf der hies. Män!nier.ge,sau!gpeve,in und die hies. Liedertafel das herrliche Lied ״Es ist bestimmt in Gottes Rat" als ergreifenden Abschigdsgruß an! denteueren Toten sangen. Der Trauerzug.bewegte sich sodann, zur letzten Ruhestatte des Verklärten. In to herein oniienhalle des isr. Friedhofes ergriff Herr Dr. Diamant nachmals das Wort und hielt dein Verstorbenen einen überaus ergreifenden, tiefempfundenen Nachruf und schloß seine Rede mit einem Gebet um Trost für die zahlreichen um ihu Trauernden. Im Namen der isr. Kultusgomeinde sprach Hr. Bankier F. Burbount dem ehem. Vorsteher-Stell- Vertreter Worte des Dankes. Am offenen Grabe ergriff Herr Schwappacher, der Vertreter des städt. Pressebüreaus das Wort, um seinem Kollegen den Abschiedsgruß zu entbieten. Nachdem zum Schlüsse noch Herr Dr. jnr. F. Fisch aus Wien einige Worte in dankbarem Gedenken au seinen väterlichen Freund gerichtet hatte, ward der Sarg ins kühle Grab gebettet. zuüchgekehrte Flüchtlinge vor den kümmerlichen Ruinen ihrer Häuser — lassen uns das Elend ahnen, das der Krieg über diese armen Meistlx״- troffenen gebracht hat. Als das wichtigste und eigeaortigste Stück!des Heftes stellt sich aber Wohl die Veröffentlichung von Originakberichten dar, die uns ״die galizischen Juden als Befreier öfterreichisch-ungarischer und deutscher Soldaten aus russischer Gef-a-ngenlschaft" zeigt. Was nnan da erfährt, geUnnut wohl durch die außerordentlichen Umstände, unter denen sich die erzählten außerordentlichen Handlungen abspielten, einen starken Schi-mmer von Romantik. Umsomehr aber wirkt die Datsächlichkeit -des Geschilderten und, daß alle die große Treue, Opferwilligkeit und Waghalsig- Veit «nicht in vereinzelten, sondern in Massenerscheiuungen zu Tage traten. Zwei- Beigaben — das nicht nur ״wohlgemeinte", sondern echt Volkstü>m!lich empfundene Liedchen eines dankbaren reichsdeutschett Kriegsgefangenen und die Reproduktion ebnes Drohplakates des über die Gefangenen-Rettung höchlichst ungehaltenen russischen Vorstehers des Brodyer Bezirkes Jewrcnow — verstärken den Eindruck. Eine besondere Erwähnung verdient noch der Bericht ״Flüchtlingsw-aisen", -der sich nrit -dem sozialen Probleur jener Mrder befaßt, deren Väter, Mütter oder beide Elternvon den Russen erschlagen oder verschleppt! Wurden oder weit von der Heimat elend zugrunde' gegangen sind. Ein! Artikel ״Zur Tragödie der, russischen Juden in Frankreich" bietet einen wert-: vollen Beitrag zum Sündenregister Frankreichs, j Der informative Wert des Heftes ist, wie mau sieht, kein geringer. Helden des Roten Kreuzes. Unter diesem Titel lya-t soeben der Direktor des k. u. k. Kriegsarchivs, Exc. v. Zoiwvich in Gemeinschaft mit Oberst!eutnaut Al. Veltze im Manzschen Verlag! ein stilles kleines Buch heransgMben. (Preis? kart. K 1.80. geb. 2 Kronen.) Es berichtet von den Helden des Noten Kreuzes, deren Namen auf Grund vou Belohnnugsau trägen den! Ge!- niercilinspektovat -der freiwilligen Sanitätspflege bekannt wurden. Die schmucklosen amtlichen Ein^ gaben Werden von Ginzkey, Stefan Zweig, Hans. Müller u. -a. in -eiu-fachen legendenhaften Worten nacherzählt, wie sie den schlichten Empsiindungen.' entsprechen, aus denen die Heldentaiten der Barm-' Herzigkeit hervorblühen. Eine Reihe von, Bildern! wird vor unseren Augen aufgevollt, nicht von! stolz-fa vbenprachtigen, sondern fein abgetönten,' über denen allen der warnre Schirumer echter' Menschlichkeit lagert. Von! höchstem Heroismus und einfachster Solbstverständlichkeit berichten die Seiten des kleinen Buches. So fügen sich die Hel-' den des Noterr Kreuzes still in die Kette unserer Offiziere und Soldaten, die mit!eiseirbewehrtem Arm die Grenzen unseres Reiches schützen. Lily Braun, Lebenssucher, Ro-nmn«. 1.—20. Darr-send. Ladenpreis geheftet 5 Mark, gebunden' irr Leirrjerr 6 Mark 60 Pf., irr Halbfranz 0 Mark? Verlag -vou! Albert Laugen, Mürrcherr. —- Sehr! empfehlenswert, ein! Zeitrorrrnrr großen Stils i[t; Lily Braurrs neues Werk! nicht länger im Staude sein Würden Hilfe zu leisten. Mit rmsere.nr Dank Hochachtungsvoll Im Namen der Holländischen KomitcS Das Haager Komite für die jüd. Flüchtlinge Dr. D. Cohen, Schriftf. Offerte Ne« eingegangene Bücher. Brod Mar. Ticho Bruches Weg zu Gott, Verlag Kurt Wolf, Leipzig, 6 M. Denrbi-tzer S. Aus enger: Gassen, Verlag Schlve- ׳ . tschke u. Sohnr, Leipzig K 2.10. Mühlari Helene. Der Kri^sfreiwillige, Verlag Egon Fleischel und Co., Leipzig 4 M. Wittner Doris, Die kleine Fliege. Ein Hei-rre Norrrau׳, Verlag Schrvetschke uud Sohn, Leipzig K 7.50. L. Nowak Carl. Hötzendorfs Lager, Verlag M. Fischer, Berlirr, Geh. M .250. C-onscierrce Hendrik. Der Löwe voa Flandern, Verlag Wilhelnr Vorugräber, Berlin., hieb. 3 Mark. Apel Dr. Max. Kommentar zu Kants Prolog-emua. Einführungen in die kritische Philosophie ‘ K —.60 Blurrr Heinr. Salomons Breiers Werdegarrg, ein Lebensbild K —.60 Barrrbus V. Die jüdischen Dörfer in Palästina K —.80 *5000OB0KBEnE!BHH0B (mit elektr. Betrieb) Brünn, Dornichgasse Nr. 19. Ich beehre mich meinen P. T. Kunden mitzuieilem daß ich mit dem Betriebe meiner Osterbrot-(]־|^j£)Bäckerei begonnen habe und werden, sowie jedes Jahr, nur beste borten erzeugt. — Die Abgabe der .Vlazzes erfolgt nur gegen Brotkarten urd können mit Rücksicht auf die vorgeschritter e Zeit nur rechtzeiti einlaufende Bestellungen berüdsichtigt werden. Eine Zustreifung find t heuer nicht statt. ikchachtungsvoll Rosa Kessler■ Eingesendet Gill hi Wtf missen Zusammengestellt und herausgegeben von Max Schwager, Mitglied des Chores der israelitischen Kultusgemeinde Wien. — Im Anhänge: Kantorale Rezitativs, Responsen und Chorgesürge aus dem Werke ״Schir Zion“ von Salomon Sulzer, mit dem wohlgetroffenen Porträt des Altmeisters sam dessen Faksimile. Zu beziehen durch den Heraus• geber: Max״ Schwager, Wien II., Zirkusgasse 50. Haag sch Cvmite voor Joodsche Bluchtelingen Erste mähr, schles. Ultramarin-» Tinten- & ehern. Producten-Fabrik Oiicberbespr.clnmg Die Lieferung 4 und 5 des im Verlage R. Löwit, Wien, erscheiinjenden ״Jüdischen Archivs", Mrtterlmrgeu des Komites ״Jüdisches Kriegsarchi-v" W di>e Freunde dtes-er Publikation vielleicht ettvas zu lan!ge! aus sich warten lassen. Dafür ent schädigt das neue Heft durch seinen reichlühen n bonrerkenswerten Inhalt. Dia Listerr der Gesallenen und Ausgezeichneten siud ivieder mit der A'Umhnlen Uebersichtlichkeit bea>rboitet und fiinjden ivieder in -einigen Beispielen -voir Heldenitatgc- -schichteu ei'ue willkonvaeue Ergänzuu-g. Was diesmol von den russischen Kriegsgreueltaten an den eigenen und anden Juden der Jnvasionsgebiete -bt'richtet wird, bietet leider,nach eine Stoiigerung dessen, lvas schonin! den früheren Heften erzählt rvar. Die reproduzierten Original/adtsnahmeil zerstörter jüdischer Städtchen in- Russisch-Polen — Tel-of. Schetv. 506. Den Haag, 17. Februar 1016. Vevejhrl!iche Redaktion, der ״Jüdischen Bolksstimme" ן Brünn, Oesterreich. Sehr geehrte RBdakti-on.! Der. S-t.rmn der jüdischen Flüchtlinge nach Holland wird so überaus groß, daß die holländischien Äom!i,tes die Hilfe ulcht!»!ehr überivälti-gen köuuen. Wir bitten Sie daher Höft, iu einer Ihrer nächstetr Ntunnrevn!, da die 3teise i׳nvielen Fällen zzvecklos -ist, einet: Bericht aufzll.ne.'htnen, daß davotniabgesehen wird-nach .Holland zu fahren, um dort Arbeit zu suchen, da hier keine Arbettsnröglichkeü'ten vorliegen, ׳unto die Flüchttiuge-Ko 111 ites, M,n!n der Stronr der Flüchtlinge zu groß wird, Rudolf L Alois Schneider, Brünn Erzeugung von Schuhcreme, Eos und Jupiter, Parkettpasta, Zignolen, Schuhwichse, Waffenfett, Lederfett Ultramarin, Schreib- und Kopiertinten, Waschblaupapier Indigopräparate etc. empfiehlt ihre Artikel. Gegründet 1860. .. ■ Telephon 3269/VI Josef ör Ludwig Hlavka Niederlage: Werkstätta .־ Liechtensteingasse Nr. 1. Bäckergasse Nr. 52. K. k. Postsparkassen-Konto Nr. 73.005. 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