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Jüdische Volksstimme · 1916-01-07 · Heft 1 (7.1.1916) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVII (1916)
Issue
Heft 1 (7.1.1916)
Date
1916-01-07
Page
– (sequence 4)
Language
German
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«ML ifcl len auf eine auch von schuMchördlicher Seite anerkannte Höhe emporgoschwungen und Jnstitu- .tionen allS sich heraus en.twickelt, die manchem Schulwerk von Dauer und Bestand zur Ehre gereichen könnten. Die Notschule in Prag, die einen Büvgerschul- und intensiven Fortbildungs-Unterricht aufnahm, den modernen Handfertigktzits- Unterricht für Mädchen und Knaben, ein Cheder für Palästina, lnctufan, äiirführte, ist die Mutter und; Musterschule für alle anderen Flüchtlingsschulen geblieden. Von 16 int Lande geschaffenen Schulen bestehen heute noch 9, dis alle ihre Erhaltung der jüdischen Schulkanzlei in Prag, verdanken. An eine Auflösung des bestehenden Schulwerkes kann im Augenblicke nicht gedacht werden, zumal Neugriindungen, wie in Duschnik, Bez. Kladno, sich als notwendig erwiesen haben. Das Schulwerk, das im Geiste der jüdischen Gebürgerschaft errichtet wurde, braucht heute mehr als je werktätige Förderer, die sich der Pflicht bävußt werden, an der Erziehung der jüdischen Jugend Galiziens und der Bukowina nach besten Kräften mitzrüvirken. kanisch-Jüdischen HilfSeomite eine weitere Rate von 48.000 Frcs. für die vom Kriege betroffen nen Juden. 20% Wucher: für Palästina bestimmt Insgesamt hat die vom Zentral-Comite der Argentinischen Zionisten eingeleitete Jüdische Hilfs- Aktion bisher den Betrag von 90.000 Frcs. erreicht, außer einer Spezialsumme von 2000 Frcs. Prag, mn 2. Jänner 1916. IQI Vom allgemeinen jüdischen Hilfswerk. Das allgemeine Verteilungs-Comitc, das die drei amerikanisch-jüdischen Hilfscountes umfaßt, und aus Vertretern des Amerikanisch-Jüdischen Hilfscomites,>des Zentral-Hilfscomites und.des .Volks-Hilfscontites besteht, beschloß auf seiner letzten Sitzung für die durch den Krieg betroffenen!Jtüden eine weitere Rate von 229.000 Dollars biereitzustellen. Die Verteilung geschah in folgender Meise: 80.000 Dollars für die Juden Rußl-a-nds, 70.000 Dollars für die Juden Polens in den von Deutschland oceupierten Gebieten: 50.000 Dollars für die Juden Galiziens;^24.000 Dollars für die Juden Palästinas und 8.000 Dollars für die Juden der Türkei. Zionistische Arvetz. Rabbi Stefan S. Wise, Mitglied des Prodisorischen Executiv-Conüte, befindet sich zur Zeit auf einer großen Agitations-Turne zu Gunsten der verschiedenen Fonds des Provisorischen Exeoutiv-Comites. Er eröffnete dieselbe mit einein Vortrage in San Francisco, wo er auf einem Massen-Meeting sprach. Auf Grund seines Vor träges wurden sofort 22.600 Dollars aussubscri- ,träges wurden sofort 22.600 Dollars subscriwurde garantiort. Canada. Die Föderation der Zionistischen Verein!- grmgen in Canada hat anläßlich ihrer vor kurze in .abgehaltenen Konferenz in Montreal einen Bericht über die zionistische Tätigkeit in Canada während des letzten Jahres veröffentlicht. Wir entnehmen diesem Berichte, daß während der letzten 2 Jahrs für zionistische Zwecke folgende Aunäschau. Ausfuhr von Osterbroten ans Rumänien. Die Zentralkonuuission erteilte der Bukarester jüdischen Gemeinde die Erlmrbnis zur Ausfuhr vondreißig Waggons Mazzos nach Oesterreich- Ungarn. Der König von Bulgarien hat den! ehemaligen bulgarischen Großrabbiner Dr. M. Ehrenprei-S in Beantwortung seiner Glückwünsche anläßlich der Eroberung von Nisch folgende Depesche gesandt: ״Sofia, Palais, 10. November 1916. Herrn Oberrabbiner Dr. Ehrenpreis, Stockholin. Der Ausdruck treuen Gebenkens sowie die patriotischen Worte und lebhafte Anteilnahme an den Geschicken Bulgariens aus weiter Ferne haben mich tief gerührt. Herzlichen Dank und Gruß. Ferdinand. Zur Behandlung unserer Gefangenen in Serbien. Aus Nisch wird berichtet, daß sich der Präsident der jüdischen Gemeimde in Belgrad, Benjanrin Boully, wie nunmehr konstatiert wurde, als eilt aufopferungsvoller Freund der in serbische Kriegsgefangenschaft geratenen österreichischengarischen Soldaten erwiesen hat. Die serbische Regierung wiedersetzte sich trotz wiederholter Vit- Beträge in Canada aufgebracht worden sind: für itcn Nische Industriellen und Kaufleute der den Jüdischen Nationalfonds 8640 Dollars,f ür Heranzichng der Kriegsgefangenen zu den Arbei- Schekel- und Zentralfonds 2036 Dollars, für in den Mrkstätten, gewerblichen Betrieben, Palästina-Hilfsaktion und andere Hilfssamm- Fabriken und Bureaus, Wodurch die bessere Verkmgen 6210 Dollars. Auf der Conferenz wurde Megmig der Gefangenen ermöglicht und zugleich beschlossen, sämtliche Sammlungen mit Energie! Eh dem Mangel au Arbeitskräften in Serbien fortzusetzen. Es ist zu erwarten, daß di,s allge-! abgeholfeu werden sollte. Erst nach längerem Zömeine jüdische Conferenz, die unter dem Vorsitz Mstattete die Negierung den Kriegsgefanvon, Clarenee de Sola, dom Präsidenten der Zio-^nen, ihr Lager zu verlasse!: und in der Stadt nistischen Föderation stättgefunden hat, auch fürjDlenste zu verrichten, sie tat es jedoch unter der Bedingung, daß jeder der Kriegsgefangenen taglich zugunsten des Aerars eine Steuer von einem Dinar entrichte. Die Gefangenen, insbesondere die vom Mannschaftsstande, hatten indes keinen Heller, um diesen Tribut zu leisten. Der Präsi- Auf der letzten Sitzrmg der Englischen Ziobent der jüdischen Gemeinde in Belgrad, Benverteilten "Pen-FödeMtisn. vmrde laut einer MeSu« des, jamin Boully dopmierte.m ©elbfetva־ ,ei YMMMU«!, MW von MM vcriettien Londvm, beschlossen, alle « 5“ ton Awc-kc, damit für die österreichischdie Weitere Entwicklung der Zionistischen Arbeit in Canada von Bedutuug sein wird. England. Gelbe 40^000 Dollars vom Dolks-Hilfscomite zur Verfügung gestellt worden war, von einer Körperschaft, die'erst kürzlich organisiert worden ist, und ihre Sammkmgen ausschließlich bei den arbeitenden und gewerbetreibenden Klassen betreibt. — Im ganzen wurden bisher in Arnerika aufgebracht in runden Zahlen Dollars 1.940.000 Jacob H. Schiff richtet einen Appell an die New- Yorker Geschäftswelt. Am 22. November fand in Newyork eine große Versammlung der Newyorker Kaufleute und Industriellen statt; dieses Meeting war einberufen worden, um die Schritte zu beraten, die zur Beschaffung eines MMonen-Fondes für die vom Kriege betroffenen Juden in Europa nötig wären. Rev. Dr. I. L. Magnes präsidierte und rmitler den Rednern des Abends waren: Jacob H. Schiff, Kongreßmann Meyer, London, Herman Bernstein, Oberst Cutler, usw. Jacob H. Schiff führte in seinient Wpell Folgendes aus: ״Was wollen Wir tun? Was können wir t!m? Wir haben bereits ein Hilfs-Coinite organisiert, und i/n den eineinhalb Kriegsjahren haben wir Dalkars 1.300.000 aufgebracht. Doch Was ist diese Summe, verglichen mit den 3.000.000 Juden Amerikas, von denen mindestens 100.000 reich sind. Wir würden nicht zu viel leisten, wenn wir Dollars 30.000.000 aufbrächten! Wir müßten sogar noch mehr anfbringen, um dem Elend unserer Glaubensgenossen zu steuern. Ich glarübe, jeder Jude in Amerika könnte für einen Juden der kriegführenden Länder sorgen. Jeder muß jetzt seine Pflicht bis aufs äußerste tun, jeder hat etwas übrig für seine leidenden Glaubensgenossen jenseits des Wassers. — Kongreßmann Londom, Oberst Cutler forderten! ebenfalls auf, reiche Spenden für diesen Zweck zu geben. — Die neue Organisation, deren Name ״Busineß Mens Lieague" ist, wird erst ׳ln einigen Tagen ein Comite wählen rmd das Hauptbureau bekannt geben. — Argentinien. Das Zentral-Comite der Argentinischen Zionisten, Buenos Aires überwies dem Ameriungarischen Kriegsgefangenen die Steuer erlegt werde. Sa oft der Fonds im Abnchmen begriffen war, wurde derselbe immer wieder von Boully .... ... ergänzt, so daß ständig ungefähr 26.000 Dinar rüerenUrd.'Herr Cowen f)at ÄnenÄnfrnf^anj unseren arbeitssuchenden Gefangenen zur Berfüalle Zionistischen Vereine -Englands gerichtet,' llm!g standen. Es gab Tage, an denen in dieser indem er sie auffordert, angesichts der gegenwär-,^'!^ lür Tausende Kriegsgefangene das Lösetigen Lage ihre zionistische Tätigkeit intensiver ,gezahlt und das harte Los der im Gesänge- M gestalten. Ein Delisgiertontag 'der Englischen nenlager Mißhandelten erträglicher gestaltet Zionisten-Föderat!on wird Ende Januar in'wurde. Nach übereinstimincnden Mitteilungen ־ ־ ־ י " "י hat sich auch der Nischer Gymnasialprofessor Mas!! Svanovic in humaner Weise unserer in Kriegsge fangen scha ft geratenen Soldaten, die schrecklich gepeinigt wurden, amgenornmen. Rabbiner rmd Synagogenvorstehe/r Londons zu einer Conferenz zusammenznbevtlfen, bei der der Vorsitzende der Englische!: Zionisten-Föderation Herr Josef Cowen über zionistische Arbeit rese- Manchester abgehalten werden. Cavalla. .(Griechenland.) Der hiesige Z:onistenverc!׳n ״Agudath Or- Sion" -entfaltete eine rigge Tätigkeit für die Verbreitung der Zionistischen Idee unter den spaniolischen Inden. Er beabsichtigt demnächst Flugblätter rmd Brochüren in spaniolischer Sprache hsrauszugeben rmd hofft, die Zahl der organisierten Anhänger der Zionistischen Organisation durch intensive Propagandatätigkeit vervielfachen zu können. Auf einer außerordentlichen Sitzung, die am 28. Novmber stattfand, Wunde einstimmig eine Resolution angenomme!:, in welcher dem Zionistischen Actions-Comitle volles Vertrauen ausjgedrückt Wurde. Genf. (Schweiz.) Eine Versammlung der Genfer Zionisten, oinbernfen durch die ״Union des Sionistes de Geneve" und die ״Societe academique Sion!sie Haschacha" fand am 7. November unter dem Vorsitze des Herrn Slberson statt. Aufgrund der Mittelillung, die ein Mitglied des Engeren Actions- Comites über die zionistische Politik in interner Sitzung gemacht hatte, wurde dem Engeren Actions-Comite volles und uneingeschränktes Vertrauen ausgedrückt. — Die Versammlung richtete einen warmen Appell an Dr. Nordau, worin Dr. Nordau gebeten wird, gemeinschaftlich mit dem Actions-Comite zu arbeiten, um die Einheit der Zionistischen Arbeit, die heute mehr als je notweMg ist, zu gewährleisten. Eh:e türkische Verordnung gegen Proselyteuinacherei. In de!: letzte!: Jahren wurde wiederholt darüber Klage geführt, daß an de!: hauptsächlich von französischen Ordensgeistlichen geleitete!: Schulen in der Türkei systematisch Proselytei: geworben werden. Wir verlangen -immer, daß die Türkei voir Wgstenropa lernt, und sie tat es in den letzte!: Jahren mit gutem Erfolge. Es scheint aber, daß auf verschiedenen Gebiete!: rnancher europäische Staat von der Türkei noch lernen kann. Eine neue jüdische Zeitschrift iln Rußland. Das Konnte zur Uuterstützung der kriegsuotleidel:den Juden hat beschlossen, eine ne:!e Zeitschrift zu gründen, die sich mit den Fragen der Hilfsorganisation befassen, die Lage der jüdifchen Flüchtlinge erforschen und der Organisierung des jüdischen Gemeindelebens in den neneröffneten Städten dienen soll. Die Zeitschrift soll gleichzeitig in russischer und ji di scher Sprache erscheinen. südafrikanischen Sechs jüdische Abgeordnete im Parlament. Wie ״Jelvish World" meldet, zogen nicht weniger als sechs Juden als Abgeordnete in das neltgewählte südafrikanische Parlament ein. —

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