Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVI (1915)
- Issue
- Heft 27 (9.12.1915)
- Date
- 1915-12-09
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Sk. 27 י*»וויוו•« *Sittt״ «eite 3 bk ärmlichste Hütte zu einem Paradiese um-, genwärtigcn Verwicklungen für die Zukunft zuschmücken, weiß ihm die duuk-olste Erdennacht unserer Bewegung und des jüdischen Volkes sounighell zu erheitern, tveiß ihn über die schlüpf-' ergeben können. Me die Dinge sich aber auch rigsten Pfade mit liebeudstarker Hand sicher zu immer gestalten mögen, eines ist sicher: die geleiten, lveiß zu ebenen alle Hügel, )voiß zu trock- Stimme der Zionistischen Organisation wird neu alle Tränen, weiß zu heilen alle Wunden,! nur dann gehört werden und von Bedeutung weiß All lindern alle Schmerzen, Ivoiß zu lösen! sein, wenn das Aktions-Komitee darauf hinalle Sorgen, macht den Aermsten reich 1m!d den Reichsten erst zunl wahvhasten Herrn 1m.b• Genießer seines Reichtums, macht den Einfältigsten weisen kann, das; die Zionistische Organisation wirklich Massen des Indischen Volkes vertritt. Mehr als je ist es daher notwendig, mit allen weise und gibt dem Weisesten erst den wahren Kräften dafür zu sorgen, daß die Zahl der o׳rga- Boden seiner Weisheit, hebt den Strauchelnden!׳irisierten Zionisten iit diesem Jahre eine impoempor nild gibt beut Reinen, Starken erst den nierende Höhe erreicht. wahren Kern seiner Reinheit, die wahre Kraft seiner Stärke. O, die wissen nicht, welches Gut sie verscher- Die Sammlungen für das Jahr 6676 müssen abgeschlossen werden. Wir bitten die , Zionistischen Landeskomitees dringend, die zen, die dieser Seelenfreundin den Rücken kehren; nächsten Woche!! zu intensiver Schekelarbeit ansdie wissen nicht, wie arm sie ihre Kinder machen,'znn'ntzcn, und weisen darauf hin, daß die die ihren Kindern diese Perle nicht vererben. | Chauukahtage und Makkal'äerfeiern hiesür be- Machet eure Kinder reich, Nlachot eure Kinder. sonders günstig verwendet werden können, brav, machet eure Kinder klug, inachet eure Kin-^ Spätestens an! 16. Dezember!!!üssen die der stark,!nachet eure Kinder»geschickt,!!lachet sie,eingesammelten Schekelgelder an die zionistischen gebildet, gelehrt, geehrt, und gebet ihnen den Zentralen abgeliefert werden. An diesen! Tage Sabbath lnit hinzu, den alten jüdischen Sabbath,' werden die neuen Schekelblocks für das Jahr gebet ihn ihnen durch eure Lehre, uoch!!!ehr: ge- 6676» zur Verteilung gebracht werden, bet ihn ihnon durch euer, freudig ernstes, mifopfe-| Wir erwarten von dem politischen Verständnis rnngsreichos Beispiel — und ihr habt ihren! unserer Landeskomitees, daß sie altes tun wer- Reicht!!«!!! die Dauer, und ihrer Tugend die Stütze, beit, unt mit äußerster Intensität und Energie ihrer Klugheit das Licht, ihrer Stärke die Kraft, den Schekelverkauf zu betreiben. ihren Kenntnissen, ihrer Wissenschaft, ihrer Bildüng, ihrer Ehre erst den rechten Kern und Nerv, de!!r rechten Wert, die rechte Bodeutung gesichert. Legt euch nur ruhig schlafen; auch wenn euren Kindern der Reichtum schwindet, auch!venu ihre Tugend strauchelt, .ihre Klugheit zu Ende ist, ihre Gesundheit schrankt, ihre Einsicht nicht ansreicht, ihre Freunde sie verlassen, ihr sie verlasset — und ihr bleibt doch nicht ewig bei Das Aktions-Komitee der Zionistischen Organisation. Religiöse Unduldsamkeit in London. he r In «der Londoner jüdische!! Zeitung ch>«"! — »uch wem« fw (ctn 1111b wrlaffen imd j^wish World" von. 2». Okvober 1015 ist zu vermint und — gesunken; der Sabbath verlaßt ^.sen: sie nicht, der Sabbath bleibt bei ihnen und hat Trost und Kraft, Licht und Balsam uiimrschöpflich für sie bereit. Gebt ihnen jedoch alles dieses, aber versaumtet es nicht, ihre Seele!! mit den! Sabbat zu ver >ude!l )ver.de!! nicht bedient. Ein orstaunl-iches Ereignis trug sich in Leeds zu, wo der Besitzer des Grand-Restaurant verbot, daß den! Sergeanten Isst) S!nith,!dem Ritter des Viktoria Kreuzes, Erfrischungen dargiereicht wurden, >n!it ulählen, ulld halt- und machtlos überweiset ihr bev B^rüudung, daß in feinen Räumen Juden ihr (Ruck niud!hren Frieden,!hreu Segen und bedient werden -dürfen.- Sergeant Smith ihre Frond-e, ihre Weisheit, chr Judentum dem nämlich durch einen uichtjüdischen Kämeberechnungslosen Schwanken des Ungefährs Flüchtlingsdank. Gewidmet Frau Anitta Müller in Wien. Den! Herrn sei Dank für seine Güte, Der uns befreit von Not und Pein, Drum tönt aus kindlichem Gemüte Ein Lobeslied dem höchsten Sein». Die Hiinmelsboteu treu ergeben, Sie führten uns in dieses Land, Sie schützten unser junges Leben Vor grauenvoller Russenhand. Vor Hunger, Kälte, bangen Zagen Vor Feindesschwert und Drachen)!!!! t, Vor träniNerischen Jammcrta-gen, Bor tätlicher Kriegsflamlnenglnt. Wir fanden hier am Donaustrande Eil! liebevolles, neues Heim, Wo durch der Eintracht heil'ge Bande Der Wermut ward zun! Ho mg) ein. . Wo Millionen Herzenschlagen, Wo jede Lippe betend spricht: O.sende bald in unser'!! Taaen Dein gnadenvolles Friedenslicht. O Gott! erhalte unser!! Kaiser, Verleih' Ihn! Stoa mid wahres Heil, Ihm, der ein Friedensfürst -und Weiser, Sei frische Jngendkraft zuteil. Wien. Malvine Gr":, , .......lich durch einen uichtjüdischen raden, den er zufällig traf, ,aufgefordert, mit ihm eine Erfrischung! einzunehnn׳!!. Ans seine Erwiej der!mg, daß er Abstinenzler sei, veranlasse ihn! sein Freund, sich in ein Cafe zu begeben. Da das ' Grand-Rll'stauraut nahe war, beschlossen sie, dort-! hin zu gehen. Aber einer,der Kellner lehnte die , Bedienung des Sergeanten ab, mit den! Beiner-! ken, das; es in diesen! Lokal Verbote!! sei, Juden j etwas darzureichen. Der hinzugerufene Eigenj ti'iiiKT erklärte die Handln ngs)veise des. Kellners j für berechtigt, da er nach feinen, des Chefs, Instruktionen handle. Der Eigentümer fügte hinzu, daß der Bedienung des Freundes, der augenscheinlich kein Jude, sei nichts im Wege stehe. Die Gemeinde ist natürlich über dies beklagenswerte Ereignis sehr erzürnt." Kein Wunder, daß die englischen Juden darüber empört sind, besonders darüber, daß selbst das Viktoriakrenz, die höchste englische Tapferkeltsauszeichunng, die de»! jüdischen Sergeanten von dem König selbst angeheftet worden ist, den Juden nicht vor dieser Beleidigung schützen konnte, und stellen es nun so dar, -daß nicht nur der Jude, sou-deri! auch des Königs Uni form! versetzt )vorder! sei. Die drei Tage verginge!!, und das Wunder war nicht geschehen. Der Pächter mit seiner Frau wurden ins finstere Erdgelaß geworfen. In der Stabt ließ aber der Gutsherr bei! Sachverhalt mit Pauken!md Trompeten bekanntgebei! und tat kund nnd zu wissen, daß er die befangenen töten lasse, wenn nicht ihre Glaubansgenosseie an ihrer statt für die Schuld hasteten. Die mittellosen Inden vernahmen die grausige Kunde, zuckten mit den Achseln und seufzten schwer. Alle empfanden sie tiefes Mitleid mit de!! Schwerbedrängten. Allein, keiner mar in der Lage, irgend zu helfen. Ein grauer kurzer WÜutertag ging zur Neige. Zun! letztenmalo ertönte die Aufforderung in den Straße!! des Städtchens. Keiner meldete sich. Die Nacht zog herauf und aus den! dulupfeu Erdgewölbe auf den! Gute drang das verhaltene Wehgeschrei der Aernisten znn! nachtschwarzen Hin!- md hinaus. Die letzte Gnade sollten sich die Totgewoihteu ansbitten. Ein winziges Wachskerzchen wünschte der Pächter nur, denn es war erster Chanukahabend und mit diesen! Lichte des Makkabüersieges und des Oelivnnders wollte er sich und seiner Frau in den letzten Mon!enten ihres Lebens noch das Licht des Glaubens : der Hoffnung erhalten. Zitternd schimmerte das Wunderlichtchen hinauf in die Nachtsinsternis der Straße und zog einen einsam dahingehenden Menschen an. Ein Jüngling, ohne Liebe und ohne Freude als armes Waisenkind von sren!den Leuten anfgezogen, blieb vor den! Lichtschimmer stehen und Tränen füllte!! seine Augen, als er die!vehe Klage vernäh!!!. Ob auch sein Vater nnd seine Mutter, die ihn schutzlos einer svemden, feindlicheu Welt überlassen, auf solch schanerl-iche WiRs. ihr Leben beendet hatten!. Wieviel «das Lösegeld betrage, fragte er eiligst. ״Zweitausend Gulden!" Entmutigt ließ er den Kopf sinken. Seine Erbschaft betrug nur die Hälfte dieses Betrages. Jetzt aber blitzte ein Gedanke in seinem Gehin!! auf. Hannah, das Waisenkind, eine׳ )veilläufige Verwandte, die ihn! als Frau zu gedacht war, verfügte über die gleiche Summe. Blitzschnell trugen ihn die Schritte zur Stätte seines knnstigen Glückes. ״Gib u!ir dein- Geld", sprach er in großer Erregung. ״Es gilt, Großes zu tun. Das Lichtchen ruft. Es gilt,!!!!schuldige, jüdische Seelen zu rot- ' teu, so sei bat eine tapfere Judith." Wortlos legte Hannah ihr Vermögen in die Hand ihres Geliebten, lltn-b schon nach wenigen Minuten dursten die Pächtersleute das süße Licht des Tages wieder erblicken. Das wundersame Chauukageschenk. - Eine galizische Volksgeschichte. Zun! letztenmale erhielt der jüdische Pächter die kategorische Aufforderung des Gutsherrn innerhalb dreier Tage das Pachtgeld abzuliefern, ander!! falls- Die armen Pächterslente wußten, was dies ״andernfalls" bedeutet. Es war zur Zeit der i Leibeigenschaft in! polnischen Galizien, da die Das Zionistische Aktions-Kom!tee veroffent- ^,XK{X j׳,^ Leben und Gut ihrer Lento verfüglicht folgenden Aufruf:! ^u. Sie fasteten und weinten und sahen, wenn Gesinnungsgenossen! I nicht in! letzten Moment ein Wunder geschehe!! Wir betrachten es heute als unsere wichsollte, keinen Ausweig ans der Not. -000 Gulden tigsie Aufgabe, uns sorgfältig auf alle die betrug die Schuld und keinen einzigen nannten Möglichkeiten vorznberesten, die sich aus den gedie Ar-men ihr eigen. Schekelaufruf. II. Am letzten Channkahtag wurde David — so hieß der Jüngling — seine geliebte Hannah angetraut. Es sah aber trostlos -genug aus^in ihrem Eheheime. Ohne Gut, ohne Geld, ohne Hans und Hof und verlassen von aller Welt, so saßen die jungen Ehegatten in der finsteren, kalten Kan!-!!!er, -mit Tränen in den Augen, aber eine nnbestiinmte, glühende Hoffnung in den junge!! Herzen. An! Morgen beschlossen sie, in die Stadt zu wandern, wo David einen wohlhabenden Onkel hatte. Vielleicht wußte dieser Rat und Hilfe. Ten ganzen Tag wunderten sie durch den tiefen Schnee der Felder, vom Winde gepeitscht und von! Froste geschüttelt. Gegen Abend kamen sie an einer einsamen Waldherberge vorbei. Nor der Türe stand der Wirt, ein freundlicher Alter, und lud sie mit verbindlichen Worten ein, ins Hans zu treten. Ein reicher Kaufmann, sagte er, kehrte heute abend bei -ihm ein und habe ein opulentes Mahl bestellt, das Weder er, noch seine Alte .znbereiten könnten. Vielleicht könnten sie helfen. — Sie traten ein und mit flinken Händen richtete Hannah ein köstliches Essen her, daß alles der Benmildernng voll war. Ter Frenrde, ein Greis n!it seltsamen! Glanze in den Augen, den! man es ansah, daß er kein gewöhnlicher Sterblicher war, ließ sich das Wando!׳- paar vorführen und sagte kurz und gütig: ״Ihr habt kürzlich Eure Hochzeit gefeiert und ich bin Euch das Hochzeitsgescheuk noch schulbig. Als solches sei Euch eine Gutswirtsch-aft und ei ne größere Summe Geldes zugediacht. U«nd um! ziehet in Frieden!"