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Jüdische Volksstimme · 1915-11-19 · Heft 26 (19.11.1915) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XVI (1915)
Issue
Heft 26 (19.11.1915)
Date
1915-11-19
Page
– (sequence 4)
Language
German
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feilt 4 X ^HWW «•fflfhWtt• Nr. 26 ׳M den engen Gassen ein Feiertagsleben. Alle Geschäfte sind geschloffen, alle Räder sichen still, alle Arbeit ruht, denn jeder Kutscher, jeder Lastträger ist Jude. Die Schiffsladungen werden nicht gelöscht, am Sonnabend liegt!auch der Verkehr im Hafen still. Man sicht am Quai und in den Straffen nur Spaziergänger. Diese Juden!von Saloniki sind ein Geschlecht von großen Männern und schönen Frauen, und wenn sie in ihren prunkenden orientalischen Gewändern erscheinen, könnte «man sich nach den: alten Pa« lästina versetzt wähnen. Trotz ihrer großen Zahl sind nur wenige der Saloniker Juden, die aus Spanien eingewandert sind und noch das Spanische als Muttersprache reden, ganz arm. Die «leisten sind wohlhabend, einige immens reich, wie die Modano, Morpurgo, Bensoussan, Saias, Allatini. Von Modiano sagt man in Saloniki, daß er so viele Millionen habe, als ein Mensch Zähne in einem gesunden Gebiß. Voll Allatini rühmt man besonders seinen Wohltätigkeitssinn, >d>en Stiftungen und Spenden von Millionen bezeugen. Sein Name ist auch in Europa bekannt geworden, als seine Villa seinerzeit als Gefängnis für den entthronten Abdul Hamid eingerichtot wurde. Diese Villa liegt in einem Garten an: Meere, von hohen Mauern umschlossen. Eine Gemeinde in der Geimcinde bilden in Salonki die Anhänger der Sekte . des Sabatai Zewi. An Zahl zweitausend IcBcn sie, als lieberläufer und Glaubensverräter, von den. spanischen Juden gehaßt und von den Türkell verachtet, ganz für sich. Man -behauptet aber, daff diese Abtrünnigen in, geheimen noch die hoheil Feste der übrü iglen Juden mitfeiern. Man erzählt jedoch noch anderes Von ihnen, und •ein Eingeweihter her ich tet, daß diese Mininl oder Dönnle, wie sie ge nannt werden, am Vorabend des neunten Ab sich nlit ihren Frauen in einem geheinlen Bethaus zu versamnleln Pflegen und abscheuliche Orgien feiern. Saloniki wäre ja nicht eine Stadt des Orients, wenn es dort nicht auch Märchen gäbe. Amerika haben immer mehr abgenommen, so befinden sich unter den 4,686.3000 Einwohnern daß dem palästinensischen Verteilungs-Komitee Bulgariens nach den Ergebnissen der letzteil bulunter dem Vorsitze von Herrn Dr. Ruppin in garischen Volkszählung 40.118 jüdische Seelen, letzter Zeit nur 16.000 Frcs. nronatlich zur Die bulgarische Judenschaft macht fast ein. Pro- Verfügung standen, während 70.000 Francs zent der dortigen Gesamtbevölkerung ans und ist per Monat dringend benötigt werden.!den einzelnen Departements des Landes ver- Die Folge davon ist, daß besonders die schieden stark vertreten. So wohnen im Departc- Arbeiter Mangel leiden. Es ist zu hoffen, daß die ment־ Sofia 11.846 Juden, von denen 10.703 auf Juden aller Länder mit größter Intensität die die 102.812 Einwohner zählende Hauptstadt Hilfssammlungen für Palästina fortsetzcn werselbst entfallen. Von den i 1t nächster Zeit Wohl den, damit wenigstens für die dringendsten mahäufiger genannten Departements zählt Varna tericllen Bedürfnisse gesorgt werden kann.!2260 Juden, Burgas 3422, Viddin 2402, Tirnowo nur 206, dagegen Plovdiv 6132; erwähnt Palästina-Hilfsaktion. Das ״Kopenlwgener Bureau der Zionistischeu Organisation" (Kopenhagen, Vestergarde 1) einem bulgarischen Stroiil «lacht, erhielt veröffentlicht folgende Al,gaben über die Ergebgarien mit btn Städten Karagatsch bei Adri sei auch noch Küstendil «mit 2681. Durch den vor kurzem,abgeschlossenen Grcnzvertrag, der die Maritza von der Quelle bis zur Mündung zu ' . ־ ־־־' Bul- Adriano- Jtimdfcfiau. Die semitische Lehrkanzel der Wiener Universität. Die Lehrkanzel für semitische Philologie an der Wiener. Universität hat in letzter Zeit die bedeutendste Ausgestaltung seit den, Tode des großen Orientalilsten Heinrich v. Müller ersahren, i-ndem Professor Maxin,ili!a,n Bittner einen erweiterten Lehrauftrag für das Gesamtgebiet der orientalischen und semitischen Sprachen erhielt. Professor Bittner, ein gebürtiger Wiener, ist aus der Schule der großen Wiener Oricntalisten D. H. v. Müller, Reinisch, Karabacek hervorgega'ngen, las bis zu dieser Erweiterung seines Wirkungskreises aus dom engeren islamitischen Sprachgebiet und veröffentlichte bedeutende in den Denkschriften der Wiener Akademie .medergelegte. Arbeiten, unter denen die Studie ״Uebev die Himmelsbriefe" durch die nur durch umfassende polyglotte Kenn tim sie zu überwindenden Schlvierigkeiten (62 Texte in sieben orientali>schen Sprachen) hervorragt, und außerdem tiefeindringende Studien auf dem Gebiete der M-ahrasPrnchen. Die Lage in Palästina. Beteiligung derselben durchgeführt worden sind: Bukgarie n 6000 Francs, Deutschland 70000 Mark, G r i e ch e n l a n d 2600 Francs» H o l l au d 11000 Gulden, Skandinavien 13600 dän. Kronen; Andere europäische Länder etwa 360.000 Francs. Durch Vermittlung des Kopenhagener Bnreaus der zionistischen Omanisationen wurde außcrden, ׳ein! Teil der a r ge n t i l, i s chen Sammlungen in Höhe van 2600 Francs nach steht dort eine jüdische Gemeinde n,it Schule und Wohlfahrtseinrichtungjen. Die Juden und der Krieg. :yiiagoge. Inder ״Vossischen Zeitung" teilt Prof. L. Stein folgende Ziffern mit, die ihm wie er bemerkt, von zuverlässiger Seite zur Verfügung gestellt worden fiub: Die Zahl der zuverlässig bekannten Leutnants jüdischer Religion beträgt Nach dein Verschwinde!, der Heuschrecken hat man sich in den F a x m .. tionalfonds und in den K lich den, Anbau von Gemüsen zugewandt und auch energisch wieder mit dem Getreidebau begönnen. Es mutz überhaupt festgestellt werden, «daß in Palästina alles versucht wird, um über die gegenwärtige Krisis hinwegzukommen. Die h e b rä i s ch e n S ch u l e n in Palästi ״a sind sämtlich in Betrieb, Dank der Opferwilligk-eit der Lehrer, die trotz der herrschenden Teuerung aus freien Stücken auf einen betrachtlichen Teil ihres Gehaltes verzichtet haben. Die Schulen werden zur Zeit von 3110 Schülern besucht, die von 187 Lehrern und Lehrerinnen unterrichtet werden. Die ö k o n o m i s ch e Situation in Palästina hat sich in letzter Zeit dadurch verschlechtert, daß die Geldsendungen aus dein, Auslande fast ganz ten ein. Die Hilfsgelder aus England sind, ebenso wie die Erträge der Sammlungen in den außereuropä-isch-en Ländern, dem Amerikanisch-Jüdischen-Hilfskomitee für Palästina zur Verfügung gestellt worden, das ans Vertreter-n des Zionistis ch e n Executiv - K o - m i t e c s in New-Nork und des A m e r i c a n I e w i s h Co m i t e e zusammengesetzt ist. Diese Beträge sind daher in den Ausweisen jenes Ko- ״ntees inbegriffen. Die Eingänge sowohl der europäischen wie der amerikanischen Hilfsaktion sind den, P a l ä st i n e n s i s ch-e n V e:r teil u n g s k o - m i t e e in Jaffa, unter dem Vorsitz von Herrn Dr. Ruppin«, überwiesen worden. Außer diesen Hilfsaktionen sind auch durch andere jüdische Organisationen Hilfssammlungen für Palästina durchgeführt worden, die z. T. ebenfalls beträchtliche Ergebnisse hatten. Die amerikanische sozialistische Partei und die Judenfrage. (I. A. K.) Die nationale Exekutive der sozialistischen Partei Amerikas (S. P.) hat in ihrer Satzung Ende September zu der Bewegung für jüdische Rechte Stellung genommen. Das natio- ״ale Arbeiter-Komitee hat zu dieser Sitzung einen besonderen Vertreter entsendet, um die Beschlüsse der Arbeiter-Konvention zu begründen. Die nationale Exekutive hat in einer besonderen Entschließung die Ziele der Konvention herzlich begrüßt, ״indossiert" und sich verpflichtet, ״die jüdischen Arbeiter in ihren gerechten Sache voll und ganz zu unterstützen". Der sozialistische Abgeordnete der Stadt New-Uork, Meier London wurde aufgefordert, in der Dezember-Session für die jüdische bürgerliche und nationale Gleichberechtignng im Sinne der Beschlüsse der Arbeiter-Ko״ventio,n! einz,!bringen. Die Vertreter der sozialistischen Parteien der Vereinigten Staaten ü w cyfiK/rL״ >m internationalen sozialistischen Bureau und י*" T",dorten zu dem Wi״f««cn intet,«,״«,«. __len Kongreß werden die Beschlüsse der Arbeiter- .Konvention die sozialistischen Parteien aller Länder gemeinschaftlich eine internationale Aktion unternehmen, um den, jüdischen Volke in seinem Kampfe ün, volle und gleiche )liechte «mit den anderen Völkern in den Ländern, wo tcr 12 Träger des Eisernen Kreuzes erster Klasse (sämtliche Zahlen sind Annäherungswerte). Die Kriegsbeteiligung in jüdischen Studentenverbänden und im Turnverein Bar-Kochba ergab Mitte September folgende Ziffern: 1. Kartellkonvent, et-tva 1000 Mitglieder, darunter 286 Kriegsbeiln-ehmer — 82,6 v. H., 2. Turnverein Bar- Ko-chba 200 Kriegsteilnehmer 76 ״ v. H. der männlichen Mitglieder 20 Gefallene — 10 v. H., 12 Auszeichnungen. Hilfskomitee in England. Obgleich der Verkehr zwischen England und Rußland aufrecht erhalten worden ist, wurde doch in England bis jetzt verhältnismäßig sehr wenig getan, um die materiellen Leiden der russischeu Inden zu lindern. Während dev ganzen Dauer des Krieges wurden bisher hierfür bloß 300.000 Rubel von Privatleuten aufgebracht. Wie die Zeitungen ,nitteilen, hat sich jetzt zu diesem Zweck aus den repräsentativsten Persönlichketten der englischen Jndenheit ein neues Komite gebildet. Zn Mitgliedern wurden die Herren Rotschild, Lord Sweytling, Leo Rufns Jsaacs, Minister Samuel, Israel Zangwill, die Oberrabbiner Gaster und Herz, C. Montefiore und andere gewählt. Eine Spende der New-Aorkcr Judenschaft. Aus Frankfurt, 12. d., wird telegraphiert: Wie die 'Franks. Ztg." ans Warschau meldet, hat die Aew-Aorker jüdische Hilfstelle der Frankfnrtcr Hilfsstelle notleidender Inden 600,000 Mark gesendet und weitere Beträge in Aussicht gestellt. Die Juden im Kriege. Nach den, ״Journal de Geneve" kämpfen ui Englands Heeren 20.000 Juden. Für Deutschland — heißt es weiter — kämpfen 50.000 Juden, für Oesterreich-Unggrn mehr als 170.000, für Rußland 350.000 Juden. Das serbische Heer soll 26.000 Juden zählen. Die Freie Orgauisativn der Alliance Jsraelite Universelle hat, wie aus Berlin gemeldet wird, auf ihrer von, 7. November folgende Entschlieiesich mit der Willenskundgebung des jüdischen- '*T hTx l' % ,״1;'״«iT Proletariats dieses Landes zu solidarisieren und ^^01’ d-e, .Lxs; ll.iuik'i Mißeine internationale sozialistische Akten anzm brauch lhrev Nameno den.lufnis^verbreitet hat,!י!!/ o ^,e״ frng Zentralkonststorium der Israeliten Die Inden in Bulgarien. Frankreichs an die Juden der neutralen Länder versandt hat und der von den schwersten Angriffeit gegen unser Vaterland -erfüllt ist. Wir eO Während das alte Serbien unter 4.4 Milben den schärfsten Wiederspruch dagegen, daß der ausgebli-eben sind. Auch die Hilfsgelder von lionen Einwohnern kaum 0000 Juden zählt,'Sekretär der A. I. U. — entgegen ihrer Satzung

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