Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVI (1915)
- Issue
- Heft 4 (27.1.1915)
- Date
- 1915-01-27
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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«eite 5. ^L»qHe BMWwmt* Rr. 4. Bauer erfreute infolge ihrer Freundlichkeit und j Sehr erwünscht wäre die Einsendung von Magistrat der k. k. Reichshaupt- und Residenz- ' " tat für Wäsche und Kleider oder Geldspen- > stadt Wien als politische Behörde 1. Instanz. Charakterreinheit, ihrer Berufstüchtigkeit und Material für Wäsche ihres unermüdlichen Fleißes. An dem Sarge dieden zur Anfertigung derselben, ses Esches Chaji'l haben ihr Gatte und ihr Sohn Selbst die geringsten Gaben sind willkom- Worte des Dankes gesprochen, weil sie als Gat-1 men. tin und Mutter auf der Höhe ihrer Aufgabe gestanden. Würdige Hespedim widmeten ihr Herr Rabbinatsassessor I. Baumgarten in Vertretung des Schiffschulrabbiners, ferner Herr Rabbiner Moritz Flesch (Haum perschul) als Neffe im Namen der Verwandten. Es sprachen noch Herr Moritz Felsenburg, Vorstandsmitglied der ״Einheit", und Herr Samuel Pollitzer im Narnen des Geschäftspersonals. Oberkantor Müller rezitierte in meisterhafter Weise das El mole rachamim. Die Kewure fand Freitag unter zahlspenden sind nur an das Flücht-! lingshilfskomitee zu richten. Flüchtlings-Hilfskomitee in Gaya, Mährens Gaya, im Jänner 1916. M.-Abt. XVI. 1439/16. Zuerkennung der Begünstigung des 8 29 W. G. an die jüdischen Kantoren, bezw. Enthebung derselben von der militärischen Dienstleistung. Wien, am 19. Jänner 1916. An den Vorstand des österr.-ungar. Kantorenvereines in Wien. Zuhanden des Vereins- Präsidenten: Herrn Oberkantor Jakob Bauer Wien. Die k. k. n.-ö. Statthalterei hat mit dem Viertausend unglückliche Flüchtlinge, meist aus den Städten und Dörfern der Bukowina, die Hab und Gut verließen, um ihr Leben vor Vernichtung und Gewalttat zu retten, harren racher''Beteiligung Wiener Gäste"inPreßburg I seit etwa 3 Wochen hier, im Bereiche der Israel, statt, wo Herr Rabbiner Schenk aus Wien den I Kultusgemeinde 1lng.-Hradisch, des Weiter- Schlußhesped hielt. Den in kurzer Zeit so sehr transportes an die ihnen zuzuweisenden neuen schwer heimgesuchten Familien in Wien, Berlin Wohnorte. Die^Not und das Elend spotten aller. öom 8י gSnncr 1915׳ Zahl 1173־, Fol- und Luzern wendet sich allgemeine Teilnahme I Beschreibung, ^so wende ich mich denn tu I aenbc§ anher eröffnet* 5u ob des unersetzlichen Verlustes ihres kostbar- Stunde der Not, der die Kräfte der hiesigen Ge- ' Der Vorstand des österr.-ungar. Kantorensten Familienschmuckes, wozu ihnen Gott seine meindemltglieder trotz aller Opserwilllgkeit nicht' Nechomo in reichem Maße verleihen möge. ' s mehr genügen, an alle edlen Menschen, die ein Herz für fremdes Leid sich bewahrten, mit meirjr) a , « י rter Bitte. Möge ein jeder helfen die Not un- MtÜtitlCt üttduMuUlfl. I sercr Brüder zu lindern, die ja auch seine Brü der sind, Niögc jeder tun, was in seinen Kräf- Vereines in Wien hat in seiner an das k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht gerichteten Eingabe vom 10. November v. I. nachfolgende Erledigung erhalten: Das k. k. Ministerium für Kultus und Unterricht hat auf Grund des mit dein k. k. Mini- Konzert zuauiiste« des jüdische« Flüchtlings- 9C״ M*. "nj|entÄtCbiM?tobcr'bSr*rte1i״m für Landcsverteidimmg gepslonenen Ein- ־־ ־ ־ NatmaUe», crb.ttc ich e1üw^r d>rckt oder durch dem Erlass« vom 1. Jänner gutiae Vernnttlung der P. T. Reraktion an ^cn ■!915, Zahl 3394/K. u. M. angeordnet, den Vor- Heimes, Zeile 25. Ein Abend der alle Erwartungen übertvaf. Den stimmungsvollen, schönen Saal des Grand Hotel, der von Herrn Schuster in liebenswürdigor Weise gratis überlassen wurde, füllte ein vornehmes kunstverständiges Publikum, das mit spannungsvollem Interesse den Darbietungen der Künstler u. zw. des Frl. Wally Hartenstein, Klavier, des Herrn Edi Rosenthal, Violine, und des Herrn Jgn. Mann, Primo Tenor der Lem- Berger Oper, folgte. Eingeleitet wurde der Abend durch den Vortrag der Kaiserhymne von Frl. Hartenstein, die gütige Vermittlung der P Vorstand der Israelit. Kultusgemeinde Ung.- Hradisch. Ung.-Hradisch, im Jänner 1916. Prof. Oskar Lieben. Eingesendet. stand des österr.-ungar. Kantorenvereines im nachstehenden Sinne zu verbescheiden: Es können Gesuche um individuelle Ent- Hebung vom Landsturmdienste in einzelnen kontreten Fällen in Verhandlung genonunen werden, dies jedoch nur unter der Voraussetzung, daß die Unentbehrlichkeit und Unersctzlichkeit des betreffenden Kantors im Hinblicke auf seine Dienstobliegenheiten in dem einzelnen Falle nachgcwiesen wird. Gegebenenfalls müßte unter Nachweis der erforderlichen Voraussetzungen um die Enthebung des betreffenden Kantors vom gesucht werden, wobei die Schlußfassung den kompetenten Faktoren Vorbehalten bleibt. Hievon ergeht in Erledigung der eingangs zitierten Eingabe hicmit die Verständigung. Der Abteilungsvorstand: Dr. Nagel m. P. ' Magistrats-Rat. Wir erhalten folgende Zuschrift mit der Bitte um Veröffentlichung: Sehr geehrter Herr Redakteur! v־ t r c'.fT׳ co 1• ץ ~ c ״־ f rvYi 1 >HN dem Artikel ״Bücherschau in der letzten»0vumu19 uum SÄ» de Zeitschrift ״Jeschurnn" wörtlich: ״Die Zeitschrift wußte sich die Mitarbeit der führenden gesetzestreuen Geister in Deutschland zu sichern. Bedauerlicherweise findet sich bisher kein einziger österreichischer Autor vor." Demgegenüber sei zur Steuer der Wahrheit bemerkt, daß zu dcu ständigen Mitarbeitern des vorzüglich redigierten ״Jeschurun" auch ein österreichischer Rabbiner gehört, und zwar Dr. Felix Kanter, Rabbiner in Zwittau (Mähren). In Nr. 4 ist von ihm ein längerer Artikel über ״Das Thorastudium ilnd die Frauen" und in Nr. 3 und 9 eine große und streng gelehrte Arbeit über ״Chuppah" er-!Von Dr. Felix Kanter, Zwittau (Mähren). nn und ... , - ■ .. , kommeir gleich nach den Artikeln von Rektor Horen. Wir danken ihm von ganzem Herzem Hossakann und des sel. Prof. Dr. Barth. Da der n.cht nur für seine Mitwirkung, sondern auch ,^tor mit volle,1i Namen zeichnete, ist es verrL» ff m . Wunderlich, daß es der Aufmerksamkeit des ^1fU^ p ״re Dortrag ,^orrn Grünhut entgangeir ist. r ^. ^'1 Mit bestenr Danke für diese freundliche rmlern, e.aß sich keine Gelegenheit bot, mehr zu!Richtigstellttug im Interesse des österreichi scheu Horen Eine Fülle schöner Blumen lohnte bve| ,׳.׳> auch sonst anmutige Künstlerin. übernahin, dessen Darbietungen geradezu ver blüfften. Ein jugendlicher Heldentenor, dem noch eine schöne Zukunft bevorsteht. Je länger er sang, desto mehr Packte er das Publikum, das ihn mit wahren Beifallssturm überschüttete. Noch selten hat ein Sänger in Brünn so rasch die Herzen seiner Zuhörer gewonnen. Von den einzelnen Nummern wahre Per- Im unserer Opernliteratur, sei besonders die Arie aus ״Bajazzo" hervorgehoben, die Herr Mann m.i't einer so grandiosen Meisterschaft und Schönheit zu,n Vortrag brachte, wie, man kann es ruhig sagen, ste hier noch nie gehört wurde. Die Zugabe der ״Stretta aus Troubadour" ,nit Glossen. den: spielend hingeschmetterten hohen C bcgei- |{cfjic״cn, Die Arbeiten Dr. Kanters nehnren sterte das Publikum aufs höchste und allgemein ^J^un« eine hervorragende Stelle ein , irar >.er Wunsch reg,., ihn recht bald wieder zu! e.,,,,,,,11!*f!. hrm י)[ vH f Auch Herr Noserithal brachte niit großer Innigkeit und tiefen inusikalischen Einpfinden einige herrliche Violinstücke zu,n Vortrage und erntete gleichfalls überreichen Beifall. Mit einem Wort, ein herrlicher Abend, zu welchem dein Hilfskomitee des Vereines ״Machsike Hadas" zu gratulieren ist. Besonderer Dank sei den Mitgli-e- Bern des Koniitees gesagt. Nabbitterstandes achtung usw. verbleibe ich niit aller Hoch- Eiir Kollege. Aufruf! Ein Lapsus. Herr Br. will aus Kap. 7 in, 6. Buche M. beweisen, daß im alten Israel die Plünderung der Habe des Feindes verboten war, vergißt aber, daß in dem angeführten Vers, Kap. 7, nur von dem Gold und Silber an den Götzenbildern die Rede ist, weil jeder Genuß von Götzenbildern streng verboten ist. So heißt es ja ausdrücklich im Biur ותיסלל שאסור לימות נון נוי ע״ז 121׳. Trotz zahlreich einlaufender Spenden sehen!Ferner iiiöchte ich mir erlauben die Aufmerksamunsere Kleider und Wäschevorräte ihrer Erschöp-I keit des M. Br. auf Kap. 20 im 6. M. zu lenken, fung entgegen und noch immer ist eine große dort heißt es, Vers 14: ״Weiber aber, Kinder, Zahl der arnien galizischen Flüchtlinge in de- Vieh und was sonst in der Stadt an Beute anfetten Kleidern der Unbill der Witterung! zutreffen ist, kannst du plündern und die Beute der Feinde, die dir der Ewige, dein Gott, in die Hände geliefert, verzehren." — Nichtsdestowe- Niger kann doch aus dem biblischen Schrifttum der Beweis erbracht werden, daß im alten Js-! Preisgegeben und leidet unter der rauhen Jahreszeit. Um die sich bittend entgegenstreckende Hände nicht von uns zu weisen, wenden wir uns! an die Mildtätigkeit und Barmherzigkeit edler Menschenfreunde. Unterstützet in: Namen der! Nächstenliebe! unsere Bestrebungen, um diesen Aermsten das Notdürftigste zu gewähren, was! bescheidenes Dasein erfordert: Ein reines Hemd! und ein ganzes Gewand. Folgende ״Glossen" enthalten teils Gehörtes, teils Gesehenes, jedenfalls nichts neues. Da sie aber — zum Teil wenigstens — voy aktuell lem Interesse sind und nicht jedem Leser dieser Wochenschrift bekannt sein dürften, mögen sie hier Platz finden. 1. Das doppelte G e b e t u m Frieden. Kein Volk des Altertums hat den wahren Wert und den großen Segen des Friedens so richtig erkannt und erfaßt wie das Volk Israel. In dem ganzen jüdischen Schrifttum von der Bibel bis zum Talmud und den Midraschink wird nichts so sehr gepriesen wie der Friede. Der Priestersegen schließt mit Frieden, der jiidische Gruß ist Frieden Mkd der Wunsch und die Sehnsucht des Psalmisten und der Propheten ist der Friede. In: Achtzehngebete, das bezeichnenderweise תפילת genannt wird, ist den: Frieden ein eigenes Gebet gewidmet, und zwar: שים שלוס nach dem Priestersegen, der ebenfalls Nkit שלוס schließt. Es ist jedoch auffallend, daß es gerade für das Gebet nur Frieden zwei Formen gibt: שלום שים שלום Ersteres ist für שחרית und מוסף• letzteres im allgemeinen für סנחדי und מעריב bestimmt. Eine Ausnahme bildet indes das .מנתר- Gebet an Fasttagen, ebenso das נעילת- Gebet an: Versöhnungstage, wo ebenfalls שים rael das Plündern der .Habe des Feindes nicht!שלום gebetet wird (und nicht שלום רב), gestattet war. Im Bmhe Ester, Kap. 9, Vers 10 Es entsteht mit Recht die Frage: worauf und 16, heißt es ausdrücklich: ist diese doppelte Form für das Gebet um Frie- ״An die Beute aber legteir sie nicht Hand den zurückzuführen, warum variert dieses Geau.״ (Vgl. auch den Biur zur Stelle.) Vertias.! bet gerade zu מנתר und מעריב und warum