Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XVI (1915)
- Issue
- Heft 3 (20.1.1915)
- Date
- 1915-01-20
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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Rr. 8 Sette 8. wehr- Ulanen.-Reg. Nr. 1; dem Oberleutnant der Evid. Max Hammel, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. »1; den Leutnants der Reserve Moriz Kornfeld, Jnf.-Reg. Nr. 2; Paul .Heller, Jnf.-Reg. Nr. 17; Jsak Barbag, Feldjagerbataillon Nr. 30; Ednmnd Schwarz, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 24; HansSchwarz, Landw.-Jnf.-Reg. Nr. 26; Heinrich Knöpflmacher, Landw.-Jnf.-Aieg. Nr. 15; Franz Deutsch, Jnf.-Reg. Nr. 68; endlich wurde verliehen das Goldene Verdienstkreuz mit der Krone an: Bande der Tapferkeitsmedaille für hervorragende Dienste und aufopferungsvolles Verhalten vor dem Feinde den Oberärzten der Reserve Dr. Max Goldzieher, Jnf.-Reg. Nr.82; Dr. Maximilian Kulka, Landw.-Jnf.-Neg. Nr. 32; dein Assistenzarzt der Reserve Dr. Julius Weiß, Jnf.-Reg. Nr. 18. Vom Armeekommando wurden ernannt für tapferes Verhalten vor dem Feinde zu Oberleutnants die Leutnants der Reserve Samuel Meisler und Moses Hauer, beide vorn Jnf.-Reg. Nr. 41 (letzterer bereits mit dem Signum laudis ausgezeichnet). Goldene Tapferkeitsmedaille. Diese hohe Auszeichnung für hervorragend tapferes Verhalten erhielt der Reservekorporal Samuel Bauer Jnf.-Reg. Nr. 76. Silberne Tapfcrkeitsinedaille 1. Klasse: Zugsführer Maximilian Ungcr, Jnf.-Reg. Nr. 47; Kadett der Reserve Bela Dinczer, Jnf.-Reg. Nr. 87; Stabsfeldwebel Adolf Glanzer, Feldjäqer-Bat. Nr. 8; Korporal Jftdor Markovits, Jnf.-Reg. Nr. 67; Zugsführer Adolf Blau, Inf- Reg. Nr. 72; Zugsführer Israel Deutsch, Inf.- Reg. Nr. 85., Der Stabsfeldwebel im Jnf.-Reg. Nr. 02 Moriz Hofmann aus Dux erhielt die große Silberne Tapferkeitsntedaille. Er hat auf einem Patrouillengang die Lage des Feindes erkundet, einen feindlichen Reiterangriff abgewiesen und dabei noch zwei Reiter gefangengenommen. Silberne Tapferkeitsntedaille 2. Klasse: Einj.-Freiw.-Korporal Dr. Abraham Königsberger, Feldkanonenregiment. Nr. 36; Feldwebel Moriz Waaner, Jnf.-Reg. Nr. 20; Kadett der Reserve Max Nechenberg, Festungs-Art.-Reg. Nr. 1; Nes.-Korpoval Wilhelm Baron und Kor- Poral Jsak Kelz, Div.-San.-Anst. Nr. 12; Korvoral Jakob Schwarz. Jnf.-Reg. Nr. 27; Zugsführer Jakob Fischbach, Jnf.-Reg. Nr. 76; Käbnrich der Reserve Engen Spitzer, Jnf.-Reg. Nr. 23; Kadettaspirant Alerander Lichtschein, Inf.- Reg. Nr. 70; Feldwebel Johann Popper, Inf.- Reg. Nr. 71; Inf. Jakob Glückselig, Jnf.-Reg. Nr. 72; Inf. Adalbert Kohn. Jnf.-Reg. Nr. 34; Kadett der Reserve Pbilivp- Zolkiewer, Korporal Israel Lutwak, Gefreiter Jakob Oel- Wäger, Gefreiter Bernhard Reiner, Inf. Leib Lackner. alle fünf vom Jnf.-Reg. Nr. 41, Ezernowitz; Zuasführer Ernst Weiß und Gefreiter Ludwig Waldmann. Jnf.-Reg. Nr. 2.5; Korvoral Ignaz Fried und Inf. Elias Friedmann, Jnf.-Reg. Nr. 85: Inf. Leopold Gewürm. Inf.- Reg. Nr. 32: Feldwebel Rudolf Stein, Feldwebel Alfred Bick. Zugsführer Adolf Weimnann. 0זזי,׳ drei vom Landw.-Jnf.-Neg. Nr. 15: Zuasführe׳- Josef Gottesmanu. Landw.-Jnf.-Nea. Nr. 36; Zngsführer Markus Hofer, Landw.-Jnf.- Reg. Nr. 32. ' Belobende Anerkennung des Armecoberkommandos: Leutnant der Reserve Dr. Siegfried Adlersberg, Feld-Kan.-Reg. Nr. 33; Eins. Freiw. Mediziner Zugsfühver Hernlann Fried, Jnf.-Nea. Nr. 72; Korporal Alerander Gold- Lein, Res.-San.-Anst. 3/8: Unterjäger Rudolf Stern, Feldjäger-Bat. Nr. 20. Ernennung von Feldrabbinern. Se. Majestät der Kaiser bat die Religionsv׳-ofessoren Rabbiner Dr. Bernhard Templer tWien) und Rabbiner Dr. Maier Tauber kLemberg) zu Feldrabbinern in der Reserve der Landwehr ernannt. Ersterer erhielt-seine Einteilung beim Landw.-Jnß-Ra. Nr. 1, letzterer beim Land- Wehr-Jnf.-Neg. Nr. 35. Die Bolksstimme. (Schluß.) En goserin geserah al Hazibbur ela im ken row Hazibbur sechulin laaiuod bah (B. Batr. 60). Dieser Grundsatz allein beweist schon zur Genüge, daß der fromme Lehrer R. Josua, der, nebenbei sei bemerkt, ein Nagelschmi-ed von Profession war, die Menschen als höhere, im Ebenbilde Gottes geschaffene Wesen hochgeschätzt und verehrt hat, deshalb wünschte er es Ähnlichst, daß die öffentliche Meinung auch im Lehrhause besonders berücksichtigt werde, denn die ״Volksstimme ist. Gottesstimme". Auch ein anderer hervorragender Tanaite, nämlich R. Chanina B. Dosa, der zu den Ansche maase, Männern der Tatkraft gezählt wurde, hat, wenn auch etwas indirekt, in einen: Ausspruche einen ähnlichen Gedanken zum Ausdruck gebracht. Er sagte nämlich: Kol schernach Haberiot nocha hememio ruach hamokom noach hemenu, ״Derjenige, der sich der Liebe seiner Mitmenschen erfreut, erfreut sich auch der Liebe Gottes; derjenige aber, der sich die Sympathie der Menschen nicht erwerben kann, wird auch von Gott nicht geliebt (Nbot 3. 10) ergo cinschlagender Beweis, daß die öffentliche Meinung, die reine ungefälschte Volksstiinmc, als die Gottesstimme betrachtet und beachtet werden muß. Wie in religiösen Dingen in den Lehrhäufern, ebenso muß in politischen Angelegenheiten in Natkwersaminlungen, in Kreisen der Logislatur, wie in sonstigen politischen Vereinen, besonders in der ungefälschten Presse, die öffentliche Meinung zmn Ausdruck gebracht werden. Ja, die Presse ist ein mächtiger Faktor, mit dem man rechnen muß; sie besitzt großen Ginfluß, wenn׳ sie in würdiger, gemessener und aufrichtiger Weise die Interessen des Staates zu würdigen mit edler Begeisterung bestrebt ist, so daß man mit Fug und Recht auf sie das Sal. Wort: ״Tod und Leben liegt in der Macht der Sprache" anwenden darf. In einem konstitutionellen Staate, wo der Landesfürst seine Untertanen nicht als Sklaven, sondern als seine Landeskinder mit wahrhaft väterlicher Liebe und Fürsorge behandelt, kann die liberale, vorurteilsfreie, jede Lüge und Verleumdung entschieden Perhorrescicrende, die natürliche, ungefälschte öffentliche Meinung hochhaltende Presse Großes leisten, das Wohl des Vaterlandes nach jeder Richtung hin fördern, den Patriotismus in den Herzen aller redlich denkender Bürger entflammen, die vor äußern Feinden im geheimen entworfenen, gefährlichen Pläne vereiteln, alle von jenen in mutwilliger Weise verbreiteten Lügen entkräftigeu und durch beglaubigte Belege als böswillige Erfindungen stigmatisieren. In einen: Staate aber, wo der Absolutismus Orgien feiert, der Landesfürst als Autokrat feines Amtes in despotischer Weise waltet, seine Untertanen als Sklaven behandelt, jede freie Regung und Bewegung schon im Keime unterdrücken läßt, darf es überhaupt keine öffentliche Meinung geben. Die sogenannten Volksvertreter wie die Presse dürfen unter keiner Bedingung das was das Volk denkt oder in vertrauten Kreisei: spricht, sondern das was ihnen van ״oben" iirspiriert wird, zmn Ausdruck bringen, und eß dann — nachdem das Volk auf diese-Weise suggeriert und gut präpariert wurde — als "Volksstimme", als sogenannte ״öffentliche Meinung" zur allgetneincn Kenntnis bringen. Die so stark geknebelte, aber glänzend honorierte Presse muß vor allein Tag für Tag den Regenten als einen treuherzigen, leutseligen, alle seine Landeskinder ahne Unterschied der Klasse und Nasse — auch die lieben Juden nicht ausgenommen — liebevoll behandelnden Landesvater Preisen, die Leistungen der hohen Neaieruna. trotz ihrer Lotter- und Protektionswirtschaft, über alle Maßen loben und verherrlichen und ihre unaualifizierbare Nachsicht gegen Judenhetzer und Po grau׳- Helden beschönigen und verteidigen. Ferner muß sie, die Presse nämlich. unausgesetzt jene Staaten. die der Alleinherrscher gern zertrümmern möchte um deren Länder annektieren nt können, durch Verbreitung falscher Gerüchte verlemnden. verdächtigen, verunglimpfen und in den Auge׳! aller Welt als Barbaren etc. brandrnark-n. so daß hiedurch sebst manche Kulturvölker 6ch van ibiten abznwenden und mit ihm, den Selbstherrscher, in Verbindung zu treten veranlaßt werden könnten. Was Wunder also, daß es dem Nanslavismus infolae seiner langjährigen wohlberechneten Wühlarbeit endlich aelungen ist. Nationen r״ heben und den Weltkrieg anzufachen? Ob er sein angestrebtes Ziel erreichen wird, ist lehr fraglich. Daß sein grausames, den Gesetzen Gottes und der Natur hohnsprechendes Vorgehen nicht ungeahndet bleiben wird, unterliegt gar keinen: Zweifel, denn der Weltenrichter ist gerecht in seinem Tun und Lassen, in seinem Wirken und Schaffen. Fr. Aus den Kämpfen vor Przemysl. Der Kriegsberichterstatter der ungarischen Tageszeitung ״Az Est" gibt eine ergreifende Schilderung seines Ganges zwischen den Totenreihen nach der fürchterlichen Schlacht bei Przentysl. Wir entnehmen dieser Schilderung folgende packende Stellen: Leiche liegt neben Leiche. Ungefähr sechs Schritte von der Boykover Stellang entfernt zieht sich der letzte Graben und dann unmittelbar vor dem Drahtzaun, kaum dreißig Schritte davon wieder einer. Diesen Graben mußten sie unter hämmerndem Hagelregen der Kugeln in fürchterlichem Feuer graben . . . An einer Stelle verraten Aschenreste, daß hier Feuer gelegt wurde, daneben liegt ein Blechtopf mit Teeresten am Grunde. Und ich stoße auf drei Leichett, vor denen ein aufgeschlagenes Gebetbuch liegt. Ich möchte gerne lesen, was sie in der letzten Minute ihres Lebens gebetet haben, aber zwei sind mit hebräischen Buchstaben und das dritte ist russisch ... Ich habe noch ein Gebetbuch gefundcn, ganz vorne unmittelbar vor dem Drahtzaun. Auch hier war der Betende ein Jude, ein langbärtiger polnischer Jude, neben ihm ein :nächtiges Gebetbuch. Wie mußte er dieses schwere große Buch in der Hand schleppen, und mit welchcm Gentüt ging er zum Sturm mit dem Gebetbuch iit der Hand? — Und ich denke daran, daß unter den Landsturmmännern unserer Vertcidignngsarmee auch Polnische Juden sind. Ein Teil der Mannschaft jener Festung, welche sie so heldenmütig gegen die sie bestürmenden Russen verteidigt, haben, sind oberungarische, poln. Inden. In jenem erbitterten blutigen Kampf, der Körper an Körper in dem unterirdischen Gange der Festung geführt wurde, käntpften langbärtige Polnische Juden gegeneinander . . Ich betrachte die vor mir liegenden polnischen Juden und vergleiche sie in Gedanken mit jenen Landsturinhonveds, mit denen ich in der Festimg sprach. Man kann sie gar nicht von einander unterscheiden. Bloß daß tnanche von ihnen rotbärtig sind und die aitderen schwarze Bärte habert. Ein jüdischer Zigeunerprimas. F e h 6 r P o l d i. In Szeged ist in, der Nacht von Samstag auf Sontttag der berühmte Zigeunerprimas Leopold Feher — man hieß ihn ttur Feher Poldi — im 68. Lebensjahre gestorben. Er war anerkanntermaßen einer der größten Geigenkünstler; die Zigeunern: ::siker sagten es, und diese mußten es wissen. Mit seiner Geige erntete er in der ganzen Welt Triutitphe; auch vor Fürstenthronen. Ihm wurde die Ehre zuteil, die Kinder der Erzherzoge Friedrich und Leopold Salvator im Geigenspiel unterrichten zu dürfen, und mit Pietät bewahrte er ein an ihn gerichtetes Schreiben der Erzherzogin Jsabella, sowie die Porträts der erzherzoglichen Kinder. Erzherzog Leopold Salvator hatte ihn in einen: eigenhändigen Schreiben zum Unterri'cht seiner Kinder eingeladen. Weiland der Erzherzog Josef hatte ihm in Würdigung seines künstlerischen Spiels eine Geige geschenkt, in welche der Name des fürstlichen Spenders eingraviert ist. Seine Tourneen führten ihn bis nach Amerika. In London erwarb er ein Mttsikprofessorendiplom, in Paris auf der Meltausstellung die Große Goldene Medaille. Seitte Lieblingsweise war ״Nepülj fecskem", und kann: ein anderer vermochte sie so gefühlvoll, so ergreifend zu spielen. Koloman Mikßath, der fahrelang in Szeged wohnte, versäumte keine Gelegenheit, un: dem faszinierenden Spiele Feher Poldis zu! lauschen. lieber seine Herkunft waren die abenteuerlilbiten Versionen verbreitet, und er selbst tat nWhts, un: dieses Dunkel zu zerstreuen. Bei einer Gelegenheit gab er an, daß er auf der Gvönavöser Landstraße auf einem Bauernwagen das Licht der Welt erblickt habe; nach einer Version aber soll.Hodmezovasarhelv sein Geburtsort gewesen sein. In den letzten Jahren kränkelte er viel und musizierte nur selteü; er wohnte