Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1914-11-26 · Heft 42 (26.11.1914) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 42 (26.11.1914)
Date
1914-11-26
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2621806-2621897-2621939--3051-2624203
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

8 entity mentions

Seite 3. »JLttsche SokkssthnMe." Skr. 42 Mitgliedergruppen der A. I. K. O. in nachstehenden deutschen Städten: München, Augsbürg, Cassel, Gießen, Mannheim, Heidelberg, Breslau, Nürnberg, Würzburg, Bamberg, Wiesbaden, Tarmstadt, Stuttgart, Karlsruhe, Straßbürg, Posen, Cöln, Magdeburg, Dresden, Chemnitz, Halle, Leipzig, Halberstadt, Friedberg. Tie meisten von diesen Gruppen werden durch Lokalkomitees geleitet. Ferner wurden in einer Reihe von Städten vorbereitende Komitees organisiert, die im darauffolgenden Jahre die Werbetätigkeit eröffnen sollten und zwar in Stettin, Danzig, Marburg, Worms, Bonn, Bingen, Hanau, B.- Kreuznach, Reuwied. Insgesamt erstreckte sich die Werbetätigkeit der A. I. K. O. in Deutschland auf :41 Städte. Ueberall fand die Organisation die tatkräftige Unterstützung der leitenden Kreise der jüdischen Gemeinden. Durch Erstattung von Referaten in den Persammlungen förderten den Ausbau der Organisation Hr. Tr. Isidor Ginsberg, Hr. Georg Lachmann, Hr. Alois A. F. Marcus und Hr. Dr. Alfred Nossig. Sehr viel verdankt die A. I. K. O. der wirksamen Unterstützung des Herrn Geh. Jnstizrat Berthold Timendorfer. Eine intensive und erfolgreiche Tätigkeit entfaltete der fachmännische Leiter der ״Orient Colonising Co." und Herausgeber des ״Orient", Hr. Ernst Löwenberg. der in vielen Städten Ortsgruppen organisierte und Referate erstattet. In ähnlicher Weise betätigte sich Hr. A. Elias. Besonders ergiebig waren die Bemühungen der Ortskomitees. die eine planmäßige nachhaltige Werbetätigkeit entfalteten. Eine neue Hilfsorganisation entstand der A. I. K. O. in ihrer Frauenabteilung, die iu einer Reihe von Städten Komitees organisierte und die Frauen zur Beteiligung am jüdischen Kolonisationswerk vcranlaßte. In Rußland setzte die Propaganda der A. I. K. O. erst im Früjahr 1014 ein und erstreckte sich aus Warschau, Lodz, Kiew. Petersburg, Moskan und Riga. Trotz der bereits vorgerückten Saison wurden auch in Rußland dank den tatkräftigen Svmvathien der dortigen führenden jüdischeu Kreise größere Gruppen von Aktionären der ..Orient Coloninng Ca." und Mitglieder der A. I. K. O. organisiert. In Warschau war von der Mitgliedergruppc der A. I. K. O. die Bilduna eines Jnformationsburcaus für die Orient-Emigrauten vorbereitet worden. Wie aus dem Bericht des Schatzmeisters Bankier A. F. Marcus hervorging, sind die Mitaliederbeiträg-e der A. I. K. O. im Jahre 101:',/11 um 18.000 Mark gestiegen. Auf Antrag der Revisorcn, Handelsrichter Beruh. Lilienfeld und G. Lachmann wurde für die Kassengebarung Decharge erteilt. Die Wahlen ergaben keine Veränderuneen in den leitenden Körperschaften. Jählings hat der Ausbruch des Weltkrieges die Arbeiten der A. I. K. O. unterbrochen. Wie immer das Bölkerringen enden sollte, die Lage der Juden im Osten wird nach Schluß der Kämpfe zweifellos eine verstärkte Emigration und damit auch eine intensivere Kolonisationstätigkeit erforderlich machen. NIEDERLÄNDISCHE Lebensversicherungs - Gesellschaft, Wien I., Aspernplatz 1 Im eigenen Palais, Versichertes Kapital cirka 422 Millionen. Reserve zirka 116 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden Qberall gesucht — Unser neuester Tarif mit M/» jährlich ׳a lender garantierter Prämie Qenaralagentur für Wien 1״ Aspernplatz 1, Leiter-: David Nebenzahl. Sub Direktion für Prag Fcrdinandsstr. 20 neu Leiter Robert Gerstel. Sub Direktion für Lemberg. Szajnocha 3 Leiter Löbel Taubes General-Agentur für Krakau, Moritz Griffel Krakau, Rlr.gplatz S. General-Agentur für Blelitz, Schlossgraben 9, Leiter Adolf Heitlinger. Hauptagentur für Brünn, Leiter: MAX DEUTSCH, Zeile 31. Hundjcftau. Tic hebräische Presse während des Krieges. Die )Redaktion der hebräischen Monatsschrift ״Haschiloah" (Odessa) gibt bekannt, daß sie auch während des Krieges regelmäßig erscheint. ״Hazefirah" (Warschau), ״Hasman" (Wilna) und die jiddischen Tageszeitungen ״Haint" und ״Moment" in Warschau erscheinen in vermindertem Ilmsange und kleinem Format und briugen im wesentlichen nur Kriegsnachrichten. ״Haolam" hat sein Erscheinen einstweilen eingestellt, drüfte jedoch bald wieder erscheinen. Deutschland und die rumänische Judenfrage. In einigen amerikanisch-jüdischen Fei tungen ist eine auf englische Quellen zurückgehende Notiz erschienen, die die deutsche Reichsregierung beschuldigt, eine Aktion Englands im Interesse der Gleichberechtigung der rumänischen Juden verhindert zu haben. Sir Edward Grey, so wird erzählt, habe bereits zweimal versucht״ Rumänie» zu besserer Behandlung seiner Juden zu veranlassen, aber beide Male sei er von Deutschland daran gehindert worden, eine entscheidende Aktion einzuleiten. Demgegenüber ist der Frankfurter ״Israelit" in der Lage, aus Grund zuverlässiger Informationen mitzuteilen, daß der verstorbene Staatssekretär des Auswärtigen von Kiderlen-Wächter, wie er einer ihm nahestehenden parlamentarischen Persönlichkeit wiederholt versicherte, bei jeder sich bietenden Gelegenheit Rumänien an seine auf dem Berliner Kongreß übernommenen Verpflichtungen gegen die Juden erinnert hat. Pogrom mit Vorsicht. Das Budapester Blatt ״Az Est" gelangte in den Besitz einer Nummer des ״Ruskoje Slovo" vom 2r>. Oktober, in welcher auch ein Aufruf des Bürgermeister von Moskau veröffentlicht ist, in welchem das Moskauer Stadtoberhaupt das Publikum ermahnt, wenn schon nicht anders, so doch wenigstens in den Hauptstädten von größeren Pogromunrnhen gütigst absehen zu wollen. In dem Aufrufe heißt es unter anderem wärtlich: ״Mit tiefem Bedauern muß ich konstatieren, daß sich Menschen fanden, welche an der Veranstaltung von Pogromen ihre Freude finden und jüdische Kaufleute ausgeplündert und ermordet und das Volk gegen sie aufgereizt und gehetzt haben. Ich warne die Bevölkerung .in Zukunft sich van Pogromtemonstration.en fernzuhalten, weil ich gezwupgen sein werde, die Teilnehmer an de» Unruhen zu bestrafen. Gleichzeitig weise ich die der Pogromgefahr ausgesetzten Firmen an. ihre Geschäfte sofort zu schließen." Begräbnis eines österreichischen jüdischen Ossiziers in Berlin. Auf dem Friedhof in Weißensee wurde am 17. November der Leutnant Alfred Epstein, an gehörig dem 2. Korps der österreichischen Feld kanonenbatterie, bestattet. Epstein, dessen Familie in Berlin lebt, hatte sich bei den Ausbildungs- Übungen in Triest eine tödliche Erkrankung ge holt-und ist so im Dienste des Vaterlandes ge fallen. Seine Kameraden und Mannschaften hat ten Kränze gesandt. Als Vertreter des Konsulatewar ein österreichischer Offizier erschienen. Herr Rabbiner Dr. Rosenzweig gedachte des junaen Heldentums des Verschiedenen, der auf dem für gefallene Krieger bestimmten Ehrenplätze beige setzt wurde. Eine jüdische Akademie in Amerika. In der amerikanisch-jüdischen Presse wird ein Aufsatz Dr. Israel Abrahams in London viel besprochen, der die Gründuno einer jüdischen Aka demie in den Vereinigten Staaten gerade jede fordert. Die Errichtung einer solchen Akademie für jüdische Wissenschaften war ein Lieblingsaedanke unseres großen Geschichtsschreibers Grätz. Sie sollte in vier Abteilung zerfallen, deren erste dem Bibelstudium, deren!weite dem Talmud studium, deren dritte dem Studivm der bebrä ischen und der allaemeinen semitischen Philologie deren vierte endlich dem Studium der jüdischen Geschichte gewidmet sein sollte. Daß solche Akademie, mit führenden wissenschaftlichen Personlichkeiten besetzt, in verschiedenen Bestehungen die jüdische Wissenschaft und die jüdische Reliaion fördern würde, kann kaum zweifelhaft sein. Israel Abrahams hält infolge des Weltkrieges, der nach seiner Meinung auch der jüdisch-winenfchgftlichen Arbeit und ihrer Ausbreitung in Enropa hemmend in den Weg tritt, gerade Amerika aewinermaßen für verpflichtet, die Ansfülirnna seines Gedankens alsbald in die Wege zu leiten. Jndenhehe im russischen Heere. Angesichts amtlicher russischer Meldungen, wonach eine Viertelmillion Juden im russischen Heer stehen, verdienen zwei Mitteilungen des Petersburger Blattes ״Retsch" vom 21. September Beachtung. Dort legt der bekannte russische Publizist Timitri Filesofow Verwahrung ein gegen einen Artikel des russischen Militärblattes ״Russki Invalid", worin die bisherigen Mißerfolge der französischen Armee darauf zurückgeführt werden, daß dort viel Juden dienen; der ״Russki Invalid" zählt bei den Franzosen jüdische Generalleutnants, 7> Brigadegenerale, 11 Obersten, 21 Vizeobersten, 7>8 Majore, 107 Hauptleute auf. Ferner bringt der ״Retsch" folgende amtliche Mitteilung: Der Minister für Volksaufklärung hat das Ersuchen des Professo renkollegiums der höheren Frauenkurse auf Annähme von 77 Jüdinnen über die für Juden bestimmte Einschränkungsiiorm hinaus abgelehnt. Nach ausländischen Universitäten dürfen. Jüdinneu sich gegenwärtig auch nicht begeben. Eine Jüdin als Regimentsarzt. Fräulein Dr. Carola Herzfeld, die bis nun als Assistentin bei einem Budapester Universitätsprofessor als Augenspezialistin arbeitete, wur- Le mit der Leitung der Augenkrankenabteilung des Budapester Honvedspitals betraut. Als Assi stellten stehen ihr zwei Aerzte zur Seite. Erwache he l'ges Land. . . Erwache. heil'geS Land! Erwachet Väter Mlirjaken eherne Posaunen dröhnen Schon bebt das All vor Seinem Weltgerichte O. Libanon! . . . Wie bald erbraust' auch Du von wilden Föhnen! Was Deine Seher, gnadenhell, erschauten Das Traumgedicht, es ballt sich zum Geschehe»! Das War versprüht im Glutenwirbelsturme. Urania Krampst stöhnend ans in sel'ge Werdenswehen. Seit Moah aus geborst'nen Himmelsschlenßen Sah Weltentod zur sündigen Erde fallen; Seit Er, de» Fuß auf Sinai's Schemel setzend das Urgesetz Im Donnerbrans ließ durch die Einigkeit schallen Sah Adlam's Sohn nie mächtig'res Vollzieh» Göttlicher Fenerstnrm! Blutrotes Dämmern! Jedwedes Volk kehrt heim zum Gut der Ahnen. Welch' Jobeljahr! An Sklavenketten, horch! Titanen hämmern . . Weh' uns, wenn diesmal Jnda's Sehnsucht sterbend Versänke im Jahrtausends Flutengrabe! Wenn unser Schwert, von Feindesblut gerötet O. Ahasver Wieder verzaubert wird zum Wanderstabe! Web' Dir, unsel'ger Ghettosohn, wenn nochmals Alis Tor des neuerschassenen Welttheater. Dein Ohr aeboret wird von Herrenvölkern: Makkabis Sproß Verschrumpft' zum ״seilen Knecht'.', zum ״weichen Vater"!*) . . . Erlvache, beil'ges Land, es nabt Erfüllung Welch' Schosarton!lallt durch den Welteiuither! Ein blutig Fest weiht jetzt die Erdenstätte Auferstehung'. . . . Erwach, o. beil'ges Land, erwacht, o. Väter! Samuel B e t t e I b e i m - B n d a p e 1 l. Auszeichnungen Signum laudis mit der Krone. Dem Ingenieur-Architekten Rudolf Eisler. Prag-Karolinental, Leutnant der Reserve im Feldjägerbataillon Nr. 22, wurde in Anerkennnng seines tapfere» Verhaltens vor dem Feinde das Signum laudis mit der .Krone am Bande des Militärverdienstkrenzes verliehen. Der Reserveleutnant im k. k. Landsturm Infanterieregiment l 1 Dr. pl!il. Julius Munk. Mitchei des Galanteriewarenhanses M. Munk hm. lWieu-Marienbad». ein gebürtiger Boskowiber, wurde durch die Verleihung des Militär Verdienstkreuzes mit der Kriegsdekoration aasae׳eich»et. Dr. Munk hat das ihm anvertrante Halbbataillon 'in mehrere» Gefechten siegreich zum Sturm geführt. In Anerkennung tapiereu und aufopferungsvollen Verhaltens vor dem Feinde wurde verlieben das Ritterkreuz des Franz-Josef-Ordens am Bande des Militärver-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.