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Jüdische Volksstimme · 1914-08-27 · Heft 31 (27.8.1914) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 31 (27.8.1914)
Date
1914-08-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 31. werden die P. T. Eltern gebeten, die Einschreibungen persönlich rechtzeitig vornehmen zu wollen. Der Vorstand. Wiener-Neustadt. Am 15. d., fand in der hies. Synagoge ein patriotischer Festgottesdienst statt. Herr Rabbiner Weiß hielt eine patriotische Ansprache und Herr Oberkantor M. A. Landau rezitierte die Psalmen und verrichtete ein Gebet für die in den Krieg ziehenden Gemeindemitglieder, insbesondere Regimentsarzt Dr. Wilhelm Wolf und seine beiden Söhne. Krakau, 16. August. Von der hiesigen Indenschaft wurden für polnisch-nationale Militärzwecke 140.060 Kronen gezeichnet und sofort -10.000 Kronen cingezahlt. NIEDERLÄNDISCHE Lebensversicherungs - Gesellschaft, Wien I., Aspernplatz 1 Im eigenen Palais, Versichertes Kapital cirha 422 Millionen. Reserve zirka 116 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht — Unser neuester Tarif mit SV» jährlich fallender garantierter Prämie Qenaralagentur für Wien I., Aspernplatz 1, Leiter: David Nebenzahl. Sub Direktion für Prag rerdlnandsstr. 20 neu Leiter Robert Gerstel. Sub Direktion für Lemberg. Szajnocha 3 Leiter Löbel Taubes General-Agentur für Krakau, Moritz Griffel Krakau, Rlr,gplatz S. General-Agentur für Blelitz, Schlossgraben 9, Leiter Adolf Heitlinger. Hauptagentur fOr Brünn, Leiter: MAX DEUTSCH, Zeile 31. Deutschland. Berlin. Für die Frauen und Kinder der Wehrmänner zeichneten u. a. Rudolf Masse 100,000 Mark, Frau Gertrude Masse 10.000 M, Fr. Direktor Dr. Minden 20.000 M, Geheimrat Ed. Arnold 10.000 M, Firma Felix Lande 4500 M, Generaldirektor Sam. Levi (Salamander- Schuhgeschäft) 5000 und 5000 für das Rote Kreuz, Geh. Rat Leopold Koppel 50.000 M, Tr. Lewinskis 10.000 M, Dr. Salonionsohn, Diskont'ogesellschaft, 10.000 M, Ascher und I. S. Brasch je 12.000 Mark und ihren gesamten Verdienst aus einer umfangreichen Mehllieferung an die Stadt, Geh. Rat Koppel 100.000-,' M, Jaquier und Securius 10.000 Mark und Wilhelin Krojanker i. Fa. Konrad Tack und Eie., 10.000 Mark. Berlin. Herr E. Nosenthal, ein naturalisierter russischer Jude hat dem Roten Kreuze 1000 Mark, weiters 1000 Mark für die Hilfsaktion in Pankow zur Verfügung gestellt. Erwähnt sei noch, daß Herr E. Rosenthal Inhaber der Firma I. Garbaty ist. Genannte Firma hat bekanntlich dem Kricgsministerium 6000 Mark für denjenigen Unteroffizier oder Gemeinen zur Verfügung gestellt, der die 1. russische Fahne, oder Standarte, erobert. Berlin. Das Kraukenheim der Chewra Kadischa Adas; Jißroel bat für Kriegsverwundete eine Anzahl von Betten zur Verfügung gestellt. Köln. Die Repräsentanten der isr. Gemeinde beschlossen die Bewilligung eines Kredites von 25.000 Mark, um zwei Baracken für zusammen 70 Verwundete auf den Grundstücke des Israel. Asyls zu errichten, sowie eines Kredits von 16.000 Mark zur Unterstüstung bedürftiger Familien, deren Ernährer zu den Fahnen einberufen sind. Von dem Jüd. Wandcrbnnd ״Blau- Weiß" haben sich 50 Wanderer und 08 Wanderinnen zur freiwilligen Hilfsarbeit zur Verfügung gestellt. Aachen. Herr Rabb. Dr. Jaulus ist zum Feldgeistlichen, ernannt worden. Rvgascn. (Eine tapfere jüdische Mutter.) — Eine außerordentliche Leistung für das Paterland kann von Frau Witwe C. Feibusch, hier, berichtet werden. Dieselbe hat acht Söhne zu den Fahnen entsandt und ihre einzige Tochter hat sich der!Roten Krenzarbeit gewidmet. Königsberg. In dem Orte Szillen (Ostpreußen) lebt eine Witwe, Frau S. Guttmann, mosaifcher Religion, von der acht Söhne zur Verteidigung des Vaterlandes ins Feld gezogen sind. Erfurt. Schon am zweiten Mobilmachungstage hat die hiesige Synagogengemeinde einstintmig beschlossen, dem Noten Kreuz 3000 Mark zuzuwenden. ״Jtbischt! Bslk<sti««e". Seite 5. Gleiwitz. Unser Rabbiner Herr Tr. Wilh. Münz hat die von ihm begründete isr. Kinder- Heilstätte in Bad Jastrzemb in Oberschlesien als Kriegslazarett zur Verfügung gestellt und zugleich aus dem Fonds der Kinderheilanstalt tausend Mark für denselben Zweck bestimmt. Witten. Die hiesige Synagogengemeinde hat 1000 Mark für vaterländische Zwecke gespendet. Dortmund. Tie hies. Synagogengemeinde stiftete für das Rote Kreuz 0000 Mark. Frankfurt a. M. Freifrau Matilde von Rotschtld hat 50.000 Mark der hies. Zentralsainmlung der Kriegsfürsorge gespendet. — Der Philanthrophin-Verein überwies dem Roten Kren; 1000 Mark. Leipzig. Der hiesige Hilfsverein Israelit,- scher Gewerbetreibender beschloß, den hilfsbedürftigen Frauen und Kindern seiner in den Krieg gezogenen Mitglieder, welche teils nach Sesterrcich-UngarN, teils nach Deutschland eingezogen wurden, eine monatliche Unterstüstnngvon 12 M. für die Frauen und 4 Mark für jedes Kind zu gewähren. Hannover. Die isr. Erziehungsanstalt zn Ahlem bei Hannover hat eins ihrer Häuser, das Plast für 100 Betten enthält, dem Roten Kreuz als Feldlazarett zur Verfügung gestellt. Die Zoglinge der Anstalt haben sich zur Erntearbeit gemeldet, konnten aber wegen lleberangebot nur vorgcmcrkt werden. Pforzheim. Hier haben sich 18 jüd. Patrio ten freiwillig in das Heer einstellen lassen. Darunter ein Vater von 0 Kindern. Stuttgart. Unter Führung des Herrn Dr.! Gustav Fcldmann gingen 10 jüd. Krankenschwestern zum Dienst in der Front von hier ab. Jtundfcfiau. Rituelle Kost in der deutschen Armee. Breslau. Dia Breslauer Kommandatur läßt an die Truppen, die sich im Breslauer Rayon befinden, durch Parole bekannt machen, daß diejenigen jüd. Soldaten, die auf rituelle Kost re flektieren, sich unverzüglich meiden sollen. Sammlungen des Jüdischen Nativnalfvndes für die Krieger. Das Hauptbureau des Jüdischen Rationalfonds Köln gibt folgendes bekannt: ״Die ungeheuere allgemeine R'ot, die der Krieg mit sich bringt, legt uns die Pflicht ans, im Interesse der Menschlichkeit nach Kräften zur Linderung dieser Rot beizutragen. Wir ermächtigen deshalb unsere Sammelstellen, Spenden für die Pflege der im Kriege Verwundeten und für die Unterstützung der durch den Krieg notleidenden Familien entgegenzuiiehineii. Mit Bezug hierauf ersucht die deutsche Samnielstelle sämtliche Vertrauensmäfiner oder, i 111 Falle ihrer Einberufung, deren Vertreter, eifrigst für die Sanimlnngen zu die sein Zweck bemüht zu sein. Die Veröffentlichung erfolgt in ben Answeisorganen der Samnielstelle nach Bedarf auch in den Tagesbläuer». Die ge sammelten Beiträge iverden der allgemeinen Zentralstelle für dieses Hilsswerk in Deutschland überwiesen werden. Die Einsendung der S!׳enden durch die Vertranensmänner erfolgt unter der Bezeichnung ״Für die Rotleidenden im Kriege' an Herrn Justizrat Dr. Bodenheimer, Köln. Hansahaus, Friesenplast lo. Tie Jude» in diesem Bölkerkrieg. Wie wir erfahren, sind die Mitglieder der jübisch-nationalei׳ Verbindungen in allen öfter reichischen Universitätsstädten fast vollzählig zn ihren Regimentern eingerückt. Diese von ihnen, die nicht waffenpflichtig sind, haben üch als Freiwillige gemeldet. Tie jüdischen Studenten haben überall gebeten, in der Front gegen Rußland kämpfen zu dürfen. Tie Behörden erfüllen, so weit die militärischen Interessen dies ׳,!:lassen, diesen Wunsch der jungen Juden. Juden und Pole». Krakau. Hier wurde an allen Litfaßsäulen ein Aufruf der jüd. Bevölkerung angeschlagen, der erklärt, daß die jüd. Bevölkerung Olaliziens sich mit den Bestrebungen der polnischen Ration solidarisch fühlt und daß sie Vorsorge, für die!in Felde Stellenden treffen werde. Der Aufruf ist von sämtlichen jüd. Parteien Galiziens gefertigt? Bittgottesdienste in Zablocie, Galizien. Ans Z a b l o c i e a. d. Znwiec wird!ins geschrieben: I»! Tempel der hies. israel. Kultusgemeinde werden täglich nach dem Morgengebele unter Leitung des Herrn Rabbinats-Assefsors I. Merker besondere Bittgottesdienste verbunden mit Psalmgebeten. für den Sieg der österreichischeu Waffen verrichtet. Zu Kriegszwecken. Herr Dr. Lange hat in seiner Privatklinik. Schifferstraße Kl so, zehn Zimmer mit l5 Betreu dein Roten Kreuz zur Verfügung gestellt. - Das Heim des Indischen Frauenbundes in Ren- Isenburg l>at sein Hans I dem Bürgermeister von Isenburg als Lazarett zur Verfügung gestellt. - Die jüdische «Kemeinde zu Offenbach bat ihre 1m Rohbau fertige Snnagoge dem Roten Kren;;hf Verfügung gestellt. Russische Lockungen an die Jude». ״An meine lieben Inden!" tEine Prollamation des Zaren.« Amsterdam, 1*. August. Das ״Handelsblad" bespricht die Meldung der deutschen Presse, daß der Zar eine Proklamation ״An meine lieben Juden" erlasse» liabe,!.nd bemerkt, daß es un glaublich erscheine, daß die russische Regierung es ivagie, ein solches Dokument zu verbreiten. Den» indem man diesen Aufruf vernehme, trete ein Stück Geschichte vor das geistige Auge, das in mancher Hinsicht ein Schandfleck für die Kultur sei, nämlich die Jndenbesten, die Pogroms, die moralischen und körperlichen Mißhandlungen u. die Aechtnng der Inden und die Ausstoßung aus dem Kreis der gebildeten Menschheit. In der Duma fei öffentlich ansgeiprochen worden, daß die ganze Polizei von erpresserischer Aussangung der Inden lebe: sogar der Vize Gouverneur von Eharkow bekomme jährlich 0000 Rubel von die sein Jndengeld. Wie könne da die Rede sein von Wohltaten und Liebe des Hauses Romanow? Tic ersten Spenden für Kriegszwecke. Ans den Aufruf des Roten Kreuz Vereines haben die Wiener Bergiverksbesiver Brüder Guilniann 100.000 I\, Baron Ludwig Roiichild 100.000 l\, ferne׳- in Budapest Frau Winve Eduard ,Kran׳: 10.000 K und die Großindustriellen Anglist und Emil Lederer 20.000 ,Kronen gespendet. Beeidigung der jüd. Freiwilligen in Lemberg. Am 22. August fand im rempel die Beeidi gung der jüd, Freiivilltgen statt, die in die Ab teilniigen der polnischen Schüben eingereilit wurden. Jüdischer Heldenmut. Das ״Lemberger Sagblait" meldet, daß bei dem llebersalle, der Kosaken ans stodlvoloczhsltt sich neben den Gendarmen der!»■?inlie Laad nnrmmann Mail«ins Hellmann in!«ervorragen der Weite auszeithnete. Er schos! mit seinem 1'V welir 11011) allen Seiten und verteidigte die SA lnng so tapfer, das: bloß seine Schüsse eine größere Anzalil von Pferden und Kosaken zu Falle brat!« ten, Ratbdem er alle ,Kugeln und vorrätigen Patronen ab׳enerie. nalnn er von den Gendar men ilire Patronen 11. kämpfte 11. hielt!ich mit großer Bravour, Dieie Rachrich! von dem I,el deionüligen Verlialten des stidistben Landunriu n'annes ivird von dem 1eern׳nnde!en >׳ß1,0׳armen Wloiwk bestätigt, tvelcher ׳ich geaenivürlig im Leniberger Spital befindet. Für Kischinew. Lemberg. In! i'ieiigen Militärkommando svielte ׳ס!,!olgendes iKesvräch al:׳ ״Ich inill in den Krieg ziehen". ״״Wie alt «ind Sie?"". 52״ Jalire". ״״Dann!ind Sie vom Dienst befreit"-? ״Ich n׳!!l aber in den ,Krieg zielien". ״״Sind Sie verlierater?"" ״Jaieolil, ich liabe 7 Kinder." .,״Warum wollen Sie ins Feld gellen?"" ״Für Kischinew". Üordruckeret י « « Pli$$i«ran$tait י י * FAKTA, Postgasse r.

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