Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 31 (27.8.1914)
- Date
- 1914-08-27
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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^ז-^־י '^י^זלדייד?:׳';;־5״?יל''|-'«'<׳ y-fj-fr• Seite 6. ^Attische v»lk-fti««e." Nr. 31 Nrünner Nachrichten. Leopold Bauer. Dienstag, den 25. d. fand in Wien das Bcgräbnis des in Rcichenhall verstorbenen Präsideuten der Brunner Kultusgemcinde statt. Ter Verstorbene war viele Jahre Mitglied der Brünner Kultusgemeinde, und wurde im Vorjahre nach dem Tode des Herrn Tr. Fiala, zum Präsidenten der israelitischen Kulkusgemeinde gewählt. Infolge Tiserenzcn innerhalb der Gemeiude, verzichtete Herr Bauer auf sein Mandat als Präsident der Brunner Knltnsgemeinde. Bcttzaus ״Machsikc hadas", Brünn, Adler- Kasse 12. Es wird dem P. T. Publikum zur Kenntnis gebracht, das; Vormerkungen auf Bethaussibc, für Männer und Trauen, von jetzt ab <bis 1. September) cntgcgcngcnommcn werden. Ter Gottesdienst findet nach altjüdischcm Ritus, in wohlgeordneter Weise, statt. Bibelschule des Vereines .,Machsike Hadas". Um in der schulfreien Zeit den Bindern Gelegenheit zu gebe», das geläufige H e b r ä i s ch b e t c n zu erlernen, werden ab 1. September folgende toiirfc eröffnet: I Viirö 1. Änaben-Abteilung, 2. Mädchenabteilnng, 3. für Gewachsene. Ter zu leistende Beitrag wurde mit 3 K, festgesetzt. Ter Unterricht findet t ä g l ich st a t t. Einschreibungen werden Sonntag von 3 bis 1<> Uhr vormittags, sowie an den Schultag, n ab l. September von 4 bis 5 Uhr nachmittags in de» Lokalitäten, Adlerg. 12 cntgcgcngcnommcn. Uu- oder Minderbemittelte können vom Schulgelde teilweise oder ganz befreit werden. stolzem Augenleuchten für andere gibt. Eine 2. August: Die Deutschen besetzen. Luxemgroße Zeit, wahrhaftig! , bürg. — Französische Flieger beschießen Nürn- Und man kann es ehrlich sagen, die unfern berg. — Deutschland wendet sich an Belgien sind unter den ersten, die helfen, hier und dort, wegen Durchmarsch der Truppen, mit ihren Mitteln und ihrer Arbeit. Und die fürj 3. August: Deutsche Kriegserklärung an die Juden so typisch gewordene Eigenschaft: die Frankreich und an Belgien. — Die Deutschen be- Hilfsfreudigkcit, zeigt sich auch jetzt in ihrer gan- ‘ setzen Czenstochau und Äalisch. An unsere Mitbürger! Mit Begeisterung sind unsere Reservisten u. Landsturmmänner dem Ruse des Allerhöchsten Kriegsherren gefolgt. Um ihr Leben für das Valerland ei»zn!etzen, haben sie Haus und Herd, Weib und .Kind verlassen. Es ist eine heilige Pflicht jedes Bürgers, unserer!eueren Heimat, das Band, das die sorgenvolle Gegemvart mit einer schöneren Znkunst verbinden soll, nicht reiße» zu lassen. Tie für uns tämpsen, sollen bei ihrer Ri'ukkehr ein wohlbestelltes Heim, eine gesunde, von de» Schrecke» der Rot frcjc Familie!niederfinden und ihrem bürgerliche» Berufe wicdergegcbc» werde». Diese Ausgabe bat der gefertigte Zweigverein Brünn, der 1. f. Gesellschaft vom österrcichischc» Silbernen Kreuze zn der seine» gemacht, und »׳endet sich an die Patriotische Opferwilligseit aller Mitbürger, ihn durch Geldspenden zu uiiterslüven. Jede noch so kleine tyabe ivird crhcbeiiden Trost bringen und bange Sorgen vcrscheuche», aber auch zur Ansrcchterhaltuug der bürgerlichen Ordnung beitragen. Leiste jeder nach feinen Krästcu! Zweigverciu Brünn, der k. k. Gesellschaft vom österreichischen Silbernen Kreuze. Uebcrnahmskanzlei: Brünn, Fcsuitcngasse 2!>. zen Große und Schöne. An jeder Sammlung, an jeder Hilfsaktion beteiligen sie sich, ein jeder hilft nach seinen Kräften und über sie.Ich kenne eine Menge kleiner jüdischer Geschäftsleute in Prag und in den Vorstädten, die einen ihrer Angestellten an der nächsten Straßenecke postierten, und jedem der vorbeigehenden Soldaten Zigarre», Zigaretten, Bier, Selchwaren usw., reichen ließen und das ging so Stunden lang, mehrere Tage hindurch. Und da ich bei einem von ihnen vorsprach und ihin meine Verwunderung ansdrückte, lehnte er mit bescheidenen Worten ab. — Und von diesen kleinen angesangen haben sie sich alle zu Hilfsaktionen zusammengeschart, zum Helsen ziisainincngefuudcn. Tie größte der hies. Aktionen dürfte wohl die von den Bne' brith- Logen eingeleitete sein, die der Not der Arbeite׳- losigkeit steuern soll: cs wurde zu dem Zwecke schon von den Logen ein namhafter Betrag aufgebracht. In! Momitc sitzen die Bürgermeister aller Prager Vorstädte, an seiner Spitze steht der Bürgermeister von Prag Tr. G r o 8. Einer nicht weniger schwierigen Aufgabe unterzog sich der hiesige ״Club jüdischer Frauen u. Mädchen", der die Organisation eines Hilfskoinites, das für die Verköstigung der Kinder der Eingernckten sorgt, übcrnahin und sich dieser schwierigen, niühevollcil Arbeit vollauf gelvachscn zeigt. lieber 700 Kinder werden so versorgt und es wäre zu wünschen, daß dieses!nustcrgiiltige Beispiel in vielen Städten Nachahmung finde. Auch der hies. Freitischverein verköstigt hundert Kinder. Der Volks- und Fraucnverein ist rege an der Arbeit, sein neues Heim in ein Lazarett zu verwandeln, das den! Kriegsministerium zur Verfügung gestellt werden soll. Die Cultusgcnicinden spenden große Beträge für den von den Bne' rith-Logcn verfolgten Zweck, fürs Rote Kreuz, für die Familien der Einberufenen. In den Tempeln werden alltäglich Bittgottesdienste abgehalten, bei denen man so inanchcn, der morgen ins Feld zieht, vielleicht zmn letztenmale sieht. Von den Studentenkorporationen stehen beinahe alle Mitglieder in! Felde nnd die nicht zu den Waffen gerufen wurden, haben sich freiwillig teile »ein zum Kriegsteils zum Roten Krenz-diensi ldet. So sind wir auch hier ein jeder auf seinen! Bosten, ei» jeder!»eisend, ein jeder bereit, fein Aenßersles zu leisten. E. L. Russische Judenverfolgungen. 'Nach Redaktioiisschlnß kommt uns die 'Nachricht zn. daß in Rußland Indenversolgnngen nnter direkter Mitwirkung des Militärs ausgebrochen sein sollen. Tie jüdische Selbstwehr in Wilna und anderen Städten soll sich gegenüber diesen Ansschreiinngen kräftigst bewährt haben. Die beivassneten?׳׳!-de» zwangen das Militär gegen die Pogromlielden einznschreiten. Prager Brief. Wir sieben hier mirten i» den lebendigsten Wirkungen dieser großen Zeit, die alles kleinliche ertötet, alle edlen Triebe weckt. Aller Parteiennnd Natioualitätenbader ist vergessen r>ud was einen׳, vor knappen vi.׳r Wochen noch unmöglich erschienen wäre, ist jepl: Deutsche und Tschechen verbrüdern!ich in! männlichen Gelöbnis, ihre ge- »׳einsame Pflicht zu erfüllen, Aristokrat nnd Arbeiter ziehen des Abends gemeinsam fröhlich und gesoßt, die Siege feiernd, durch die Straßen, und die Selbstlosigkeit und Opferfreudigkeit aller tennl keine Grenzen: und jeden Tag hört inan bald da. bald dort von einem der Aermsten, der die sich mühselig abgekargten Ersparnisse n!it Kriegskalender. österrcich.-uiiga- Mobilisierung zu mobili- 21. Juli: Ueberreichnng der rischen Note in Belgrad. 25. Juli: Rußland ordnet gegen Lefierreich-Ungarn an. 20. Juli: Frankreich beginnt sicren. 25. Juli: Kriegserklärung Oesterreich-Unaarns an Serbien. 20. Juli: Beschießung militärischer Objekte in Belgrad. 20. Juli: Kaiser Wilhelin ordnet die allgemeine Mobilisierung an. 31. Juli: Allgemeine Mobilisierung in Frankreich. Allgemeine Mobilisierung in Oesterreich-Ungarn. - Deutsches Ultimatum an Rußland und Anfragen an Frankreich. 4. August: England erklärt Deutschland den Krieg. — Tie Russen beginnen' Polen diesseits der Weichsel zu räumen. 5. August: Artillcriekampf vor Belgrad. — Oesterreick)-Ungarn erklärt Rußland den Krieg. . Die Deutschen besetzen Alerandrovo. — Deutsche Kriegsschiffe zerstören Militärgcbäude in Algier. <׳. August: Serbien erklärt Deutschland den Krieg. — Oesterreichisch-ungarische Truppen marschieren über Krakau in Rußland ein. — Die Deutschen überschreiten bei Metz die französische Grenze. — Die Deutschen erobern Lüttich. 7. August: Die Engländer nehmen türkische Kriegsschiffe weg. — Tie österreichisch-ungarischeu Truppen überschreiten in Mitel- und Ostgalizien die Grenze. — Ein serbischer Angriff an der Donau wird abgeschlagen. — Polnische luiigschützeii schlagen die Russen bei Miechow. — Drei serbische Handelsschiffe werden auf der Donau abgefangen. — An der Themsemiindung stößt ein englischer Kreuzer auf von einem deutschen Personcndainpfer gelegte Mine und sinkt. 8. August: Oesterreichisch-ungarische TruP- Pen besetzen Olkvß und Wolbroin. — Ein sranzösischer Angriff bei Belfort wird zurückgewiesen. - England dringt in die deutsche Station Togo ein. — 0. August: Tie österreichisch-ungarischen Truppen stehen bereits 40 Kilometer landeinwärts in Rußland. — Tie Montenegriner beschießen erfolglos Teodo. — ״Szigctvar" zerstört die Radiostation in Antivari. 10. August: Ein franz. Armeekorps wird bei Mühlhausen geschlagen. — Abbruch der diplomatischen Beziehungen zwischen Frankreich 11. Oesterreich-Ungarn. 1. August: Kriegserklärung Montenegros an Deutschland. — Oesterreich-Ungarn blockiert die monteuegrische Küste. — 12. August: Die österr.-ung. Truppen stehen 70 Kilometer landeinwärts in Rußland. — ״Goeben" und ״Breslau" brechen bei Messina durch die englische Flotte. 13. August: Frankreich und England erkläreu Oesterreich-Ungarn den Krieg. — Oesterr.- ungarische Truppen besetzen Schabatz. - - Frank reich sammelt an der italienischen Grenze große Truppenmassen an. — Grieck-enland ordnet die teilweise Mobilisierung an. 14. August: Die österr.-ung. Truppen schlage» die Serben an der Drina bei Ljeschnica und Loschnica..— 15. August: In Kalisch wird in der Nacht ein Ueberfall ans die Deutschen inszeniert. — Spanien und Dänemark versichern ihre strenge 'Neutralität. - In Schweden wird ein Berufsofsizier, Oberst Mörchl, zum Kriegsniinister ernanut. 10. August: In Budapest kommt der erste Militärzug mit Verwundeten an. - Kaiser Wil- Helm begibt sich ins Hauptgnartier nach Mainz. Der österr. Kreuzer ״Zenta" wird von über leaenen feindlichen Streitfrästen in den Grund gebohrt. 17. August: Ein Teil des ersten deutschen 1 Armeekorps besiegt eine russische Abteilung bei Stallnpöiien: :',000 Russen tverden gefangengenommen. 18. August: Der König von Belgien nnd die .'Negierung übersiedeln von Brüssel nach Antwerpcn. Ein deutsches Unterseebot wird von den Engländern vernichtet. — Tie Pforte erklärt, ans allen Schiffen, welche die Dardanellen passieren, die Apparate für drahtlose Telegraphie zu zerstören. - lieber Rom wird der Ankauf der deutschen Mntelmeerkreuzer ״Eweben" und ״Breslau", die bereits gekämpft haben, durch die Türkei gemeldet. 10. August: Japan stellt an Deutschland ein Ultimatum, in welchem die Zurückziiebung der deutschen Kriegsschiffe aus den chinesischen und japanischen Gewässern und die Uebergabe von l. August: Die Russen dringen in Deutschland ein. Allgem. Mobilisierung in Deutsch- Kiantschau gefordert werden, land. Deutschland erklärt Rußland den Krieg.' 20. August: Schlachten bei Metz und Longvy. Französischer Einfall nach Deutschland. — Die Franzosen tverden unter ungeheueren Ver- England rüstet in Malta. Insten zurückgcworfen. t Ua11«