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Jüdische Volksstimme · 1914-08-27 · Heft 31 (27.8.1914) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 31 (27.8.1914)
Date
1914-08-27
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 4. ״Attische »,tt-sti««e* Nr. 31. Korre^ponäenzen. Austerlitz. Unter sehr großer Beteiligung fand 1 «ש!•. d., das Leichenbegängnis des Herrn Jolninn Mandl, der nahezu 80 Jahre als Gem.iiiöejekre'.är fungierte. Bezirksrabbiner Tr. M'. Stcif hielt eine ergreifende Trauerrede in der er die Tätigkeit und dessen Opferwilligkcit liervorbob. Friede seiner Asche! Wischau. Hier wurde in diesem Jahre der Geburtstag Tr. Majestät in besonders feierlicher Weise begangen. In Anwesenheit des Bezirkshauptmaiiues und der übrigen Behörden hielt Tr. El»rw. Herr Tr. Mar Steif die eindrucksvolle Festrede, nach welcher das Kaisergebet und ein besonders für diesen Zweck verfasstes Gebet für die ins Feld Gerückten vor offener Bundeslade gesprachen wurden. — Eine gleiche Feier fand auch tu Ncii-Ranßnitz statt. Olinütz. Tie Firma Ignaz und Wilhelm Brief; in Ölmütz hat zur Unterstützung der Beservistcnsamilicn 100() K, weiters dein Roten kreuze 1000 K gespendet. Ferner spendeten Herr k. k. o»!erstalrat Ignaz Brief; sowie HerrGliich. Brief; Wäsche für die Verwundeten. Herr Ignaz Brief; übergab auch seinen goldenen Ehering dem Tilberncn Kreuz. Prvsniitz. Für das Note Kreuz spendeten Frau Julie Wolf 1 gold. Ehering, Frau Grete Wolf 1 gold. Svcttcrl, Hr. Moriz -stlein 1 silberne .Svctic, Frau kais. Rat Reiner 1 gold. Ehering, Hr. Edmund Blau 5 Ringe in Gold, Herr Julius Wasservogel st gold. Hcrrenring, Herr Ludwig R'osauer 2 gold. Eheringe, die Firma Wilhelm Lösegeld 10 Paar Hausschuhe und die Firma Pollak 10 Paar Patschen. Prostnitz. Tem Rote» kreuze spendeten Hr. Bruno Winter 1000 K, Herr kais. Rat Jaques Maper so!» K. Tie Herren Tr. Gustav Zweig, Ludwig Husserl, Ignaz Brüll, Brod und Frankl, .Kaufmann Latzko je -100 K, kais. Rat Bries!!<!0 I\, Tigmuild Bill 200 K. Mähr.-Weißkirchcii. Hier erschienen zum Fesigoltesdieust im israelitischen Tempel der k. k. Bezirlshanptmann, l. k. Postverwalter, k. k. Bezirksrichter, der Direktor des Ttaatsgnmnasiums, der Leiter des k. k. Hauptsteueramtes und der gesamte Beamtenköper. Herr Kantor Leop. Fuchs rezitierte die Kaiscrpsalmen und in Abwesenheit des Herr» Rabbiners, der als Feldprediger bei der Armee weilt, hielt Herr .Lultusvorsteher T. Kober eine patriotische Ansprache. Herr Kantor Fuchs verrichtete das Kaijergebcl. Mit der Volksinnnne schlaf; die erbebende Feier. Kremsicr, 21. August 1011. (Ehrung.» Frau Henriette Frankl, welche die Lederhandlungs- Firma I. Werner, im Jalire 170S gegründet, am!»es. Platze vertrat, zog sich ans Gesundbeitsrückilch'.en vom Gejchäite;»rück und übersiedelt demnächst nach Prag. Tie bekleidete durch nahe einem Tezenniiiin die Würde der Vorsteherin des Jsr. Frauei! Ilnlerstützungsvereiiies in Kremsicr, (gegründet 1S77) und bot sich ibr dadurch (Belegenlieii auf humanitärem Gebiete Ersprießliches zu leiüen. In Anssübrung des Beschlusses des Ausschnst'es verfügte sich die Vorsteherin des Vereines mit dem Ausschüsse in die Wolmting der Fra» Frankl und überreichte ihr das Tiplom als Ehrenmitglied des Vereines. Frau Rosa Timon Besitzerin des goldenen Verdienstkreuzes, derzeitige Vorslebvrin des Vereines würdigte in einer Ansprache die Verdienste durch ihre aufopfernde Tätigkeit, ihren humanen Tinn zur Belebung des Vereines beigetragen zu haben. Tie hat viel Gnies gestiftet, manche Träne der Notleidenden getrocknet und stets eine offene Hand für die Bedürftigen gehabt, auch im Tiillcn hat sie verschämten Armen Wohltaten erwiesen, so das; sie eine Lücke in! sozialen Leben Krcmsicrs zurücklauen wird. (Lottes Tegen geleite sic in ihrer neue״ Heimat und erhalte sie noch viele Jahre, in G.nnnd',ci1 bis ins späteste Alter. lWoesdienst während der Tauer des Krieges mir» in dem Tempel der hies. ztultusgemeinde von dem Feldrabbiner und Professor Herrn Tr. Albe!» Tchweiger. Jeden Freitag Abend wird eine Ansprache an die Einrückenden und ihre Augehörigen gehalten und der Tegen des Himmels, den T׳eg den Waffen unserer Krieger und Perbündeien erslebt. Tann beschließt die Volkslmmne begleitet von den Orgelklängen und zahlreichen Andächtigen die Feier. Anläßlich des Geburtsfestes Sr. Majestät des Kaisers fand am 18. August um 9 Uhr im hies. Tempel ein Festgottesdienst statt, welchem der Vorstand, Staatsbeamte, hohe Militär, Ttabs- und Regimcntsärztc und Offiziere nebst Mannschaft in großer Anzahl beiwohnte. Ober- Mcmtßi• Reichard rezitierte Ma towu und Psalm mit Gefühl und Wärme. Der Prediger der Gemeinte Feldrabbiner und Professor Dr. Albert Tchweiger hielt die Festrede, die in ein heißes Gebet für den Sieg unserer Waffen, und für den Tegen aller, die Taheitn zur Linderung der Not beitragen, ausklang. Angcnchiit berührte das zahlreiche Auditorium, daß der Redner sich auch des tschechischen Idioms in seiner patriotischen Ansprache mit Sicherheit bediente und im Interesse der hies. Bevölkerung, welche mit übertviegcndcr Mehrheit dem slavischcn Stamme angehört, das beste Einvernehmen pflegt und seine Tprachenkenntnissc erweitert. Bei offener Bnndcslade flehte Herr Nabb. Tr. Tchweiger in bewegten Worten des Allmächtigen Tegen herab auf unseren vielgeliebten, schwer geprüften, greisen Monarchen Franz Josef den Ersten und seines Waffengefährten Kaiser Wilhelin den Zweiten, die sich gezwungen sahen ihre Reiche gegen Lug und Trug, gegen Barbarei und Heuchelei und Mörderbande zu schützen. Die Volkshhmnc wurde in gehobener Stimmung mit Orgelbeglcitnng gesungen. Mit dem Tchlußgebet Ulenu wurde die Feier beschlossen. — Die Aultusgcincindc veranstaltete eine Sammlung, die ein Ergebnis von 1000 K erzielte, die zur Hälfte dem Noten Kreuze deutscher Abteilung und zur Hälfte dem Roten Kreuze tschechischer Abteilung zugeführt wurde. Trcbitsch. Am 18. August war unser Tempel die Ttäite eines Gottesdienstes, wie wir ihn hier noch nicht inilgcmacht haben. Tie besonderen Umstände hatten entsprechenden Ausdruck gesunden. Lange vor Beginn war der Teinpel übervoll,;liebst den Vertretern der pol. Behörden waren auch sämtliche Offiziere des hier jetzt anwesenden Militärs mit zahlreicher Begleitmannschaft erschienen. Ten Mittelpunkt des Gottesdienstes, der in seinen» gesanglichen Teile von unseren» Herrn Oberkantor M. Fuchs unter Chorbeglei- 01111; mustergillig crecutiert wurde, bildete die Festpredigi unseres Rabbiners Tr. Ehrw. Herrn Tr. I. Ttößler, der manche Schwierigkeiten zu überlvinden hatte. 11111 nur von seiner Ferienr-eise zu diesem Anlasse rechtzeitig zurück zu sein. An der Hand des 15. Psalmes schilderte der anerkannte Prediger den ernsten Hintergrund, von dem sich!,euer die sonst so freudig begrüßte Kaiserfeier besonders scharf abhebe. Er führte aus, das; wir auch Heuer unserem geliebten Herrscher freudig?,!!jubeln dürfen, denn er sei es, der für die gefährdete Kultur und das geschändete Recht das Schwert ergriffen --also im Namen Gottes, für Olott. Tas sei sein Ruhm und würde auch der unsere sein, wenn jeder von uns seinen Teil freudig beitragen wird zum Erfolge aller. Ein dem Zwecke angepaßtes Kaisergebet vom Herrn Nabbiuer vor ofsener Bundeslade gesprochene sowie die Hpmne schloß den Festgottesdienst, der in allen Anwesenden noch lange mächtig nachwirkcn wird.;311(1011. Anläßlich des Geburtstages Seiner Majeüät unseres Kaisers Franz Joses I. fand in unserem Tempel am 17. d.. um 0 Uhr abends ein feierlicher Gottesdienst statt. Ter Tempel war in allen Räumen voll besetzt. Es fanden sich ein: der aesamte Kultusvorstand mit dem Vorsteher Nud. Wotzilka an der Spitze, der gesamte Vorstand des in׳. Fraucnvereines mit der Präsidentin Frau L. Brüll, sowie der gesamte Ausschuß der Chewra Kadisckia mit dem Obmanne Herrn Fr. Haas. — Außerdem fanden sich ein: .Herr Bürgermeister Tr. Homma mit mehreren Gemeinderäten, Gericktsvräsident Hofrat v. Paumgarteu, Landesaerichtsrat Tr. Russe, Obchtaatsanwalt Koller, mehrere Herren der Bezirkshauptmannschaft, Landessanitätsinspektor Tr. Wolfenstein. Bahnrat Reick», die Bankdirektore!» Frankfurter und Geppert, Reaimentsarzt Tk. Wolfenstun, Chefarzt Tr. Hcskn und viele andere hervorragende Verwnlickkeiten. Tie kantoralen Funktionen veriah Herr Oberkontor Handgriff in gewohnt feicr- Ocker Weile. Tie Festrede hielt unser Rabbiner Pronn'sor Tr. Kaban, welche zwar kurz, aber von mächtiacr Wirkuna war, insbesond-ere das von ihm verfaßte Gebet vor offener Bnndcslade wirkte lehr erhebend und rührte alle Anwesenden zu Tränen; mit der Volkshhmnc schloß diese un- Vevgleichliche Feier. — An demselben Tage er- 'hielt der Bürgermeister von der Znaimer Judenschaft für die österr. Gesellschaft vom Noten Kreuze 5000 K eingehändigt, davon waren 1000 K von der Chewra Kadischa, 500 K vom ifrael. Frauenvereinc, 2000 K vom Kommerzialrat Weinbcrger und 1500 K sammelte Frau Kammerzialrat Weinberger. Dobrisch. Am Vorabend des Allerhöchsten Geburtsfestes fand.im hies. Tempel eine Kaiserfeier verbunden mit einem Bittgottesdienst für unsere Armee statt, die eine große Beteiligung aufwics. Nach Rezitation von mehreren Psalmen durch Herrn Kantor Pollak, hielt Herr Dr. I. Eisenbcrg eine ergreifende, von patriotischem Geist durchwehte Predigt, welche alle Zuhörer tief bewegte und insbesondere die Familien, der ins Feld gezogenen Krieger zu Tränen rührte. In trefflichen Worten hob der Portragende hervor, wie Se. Majestät nach einer Jahrzehnte langen Fricdenspcriode mit schwerem Herzen den Entschluß faßte, den feindlichen Nachbarvölkern, deren unaufhörliche Angriffe sein Reich beunruhigten, den Krieg zu erklären. Es ist ein Kampf des Lichtes mit der Finsteniis, der Wahrheit mit der Lüge und der Kultur mit der Barbarei, der sich vor unseren Augen abspielt. Wir hoffen daß der Sieger in diesen gewaltigen Ringen auch von den geknechteten Völkern in» Reiche des Feindes als Messias, als Erlöser, gefeiert werden wird. — Teplitz. (Gedächtnisfeier.) Am 1. d., am Sterbegedächtnistage des langjährigen ärztlichen Leiters des isr. Badchospitales in der Lindenstr. Herrn Geh. SanitätsratcsDoktor Ignaz Hirsch, fand daselbst eine erhebende Gedenkfeier statt, tvclchc von den Pslcglingen dieses Institutes in dankbarer Erinnerung an ihren genanntenWohltäter veranstaltet wurde. Aus diesem Anlasse »var die im Parterre des Gebäudes angebrachte Gedenktafel mit Kränzen und Pflanzen umgeben. Zu der Feier hatten sich nebst den Pfleglingen des Hospitalcs und den nächsten Angehörigen des verewigten Menschenfreundes, Herrn Med.-Dr. Rudolf Hirsch samt Gcmalin und Dr. Robert Hirsch, noch die Herren Hospitalsdirektor Fabrikaut Ludwig Notschild, Rabbiner Prof. Dr. Kurrein und Oberkantor Dawison cingcfnndcn. Namens der Patienten hielt zunächst Herr Wilhelm Stepper eine Ansprache, in »reicher er in warmfühlenden Worten der menschenfreundlichen, aufopfernde!? Tätigkeit gedachte, die Herr Geh. Sanitätsrat Dr. Hirsch viele Jahre hindurch den Pfleglingen des Hospitalcs angedeihen ließ und »ich ihnen hiebei nicht bloß als stets hilfsbereiter Arzt, sondern auch als ein Freund und Wohltäter erwies. Nebst den Gefühlen unauslöschlicher Dankbarkeit für den Dahingcschiedenen brachte der Sprecher auch den innigen Tank dem gegenwärtigen Primarius Herrn Med.-Dr. Rudolf Hirsch zum Ausdruck, der im Sinne seines verewigten Vaters die gleiche Opferwilligkcit und Torafalt für die Patienten des Hospitals bckunde. In gleichem Sinne sprach in tiefbctvegtcn Worten Frau Zeimcr namens der weiblichen Pfleglinge. Mit dem Vortrage eines Weiheliedes durch Herrn Oberkantor Tawison fand die erbebende Feier einen stimmungsvollen Abschluß. Prag, 16. August. ״Pravo lidu" meldet: Galizische Juden, die aus Belgien vertrieben worden sind und in ihre Heimat zurückkehren, sind hier in einem elenden Zustande angckommcn. Sie besitzen »vcdcr Geld noch Gepäck — alles »nurde ihnen genommen. Sie erzählen, daß in ganz Belgien eine blutige Judenverfolgung ausgebrochen ist, daß französische Hetzer den Mob angcstiftet haben, auch jene galizischcn Juden auszutreiben, die in belgischen Badeorten und Sommerfrischeu wohnten. Man überfiel sie in deren Wohnungcn, man schleppte sie auf die Straße und Plünderte und raubte. Wer sich zur Wehr gesetzt, tvurde erstochen oder erschossen. Entsetzliche Grausamkeiten wurden an ihnen begangen. Greise 11. Kinder wurden nicht verschont. Heber tausend Familien mußten ihr Hab und Gut verlassen, um ihr bloßes Leben zu retten. — Franzosen und Belgier wetteifern jetzt, ihres russischen Bundesgenossen »vürdig zu sein. Wien, (Jüdischer Schulticrein für den 10. Bezirk, Sccgassc 16). Die Einschreibungen für das Schuljahr 1911—15 finden vom 8. bis 12. September, von 10—12 Uhr vormittags statt. Im Interesse des regelmäßigen Unterrichtes

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