Mannheim
Compact Memory

Jüdische Volksstimme · 1914-06-25 · Heft 24 (25.6.1914) · page 3

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 24 (25.6.1914)
Date
1914-06-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/2621806-2621897-2621921--2865-2623999
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

SekS S. ___________ ypMkimae"_Nr. 24. s^Ä^n'׳riMöWU'Md^htzrEM^'^stPaWe. Haltung allgemeimK Zlufseheni erregken. An? MüDir? ljicfteü','׳ Präsidenr Hö'rötvitz,׳)Getnei1ld^ panstzs Do. ׳SW^״ 'üWJ'HÄstöerst)' )ZkeLiyann) Nabh? MaE' Mach Dr. Earst einGebet in. polnischerSprache, OberkantorSaist triigiiiit dem.Tempelchore mehrere, li-, tirrgische׳ Gesänge vor.׳—)Ich komme nun' zu den Lebendem Und berichte, daß am 16. d. M. die Mnndstemleigung zu einer großartigen ..und segensvollen ׳ Stiftung des dstrch'seiye jahrzehnt?nlänge philantrophische Tätigkeit, bekannten Kais. Rares Jakob Stroh stattsand. Dieser edle Men? schenfreund, ׳ der,bereits mehrere Institutionen geschaffen und' schaffen geholfen hat, krönt nun sein ׳Lebensiveri, indem er ein großes, von eineip,.Wqrtest.'üniKbesttzs',''׳'GsmichstW.im Werte von 100.0'()() K mrd einen'Banfoiid im Betrage von'200.000 k^.zur ErrichtNlig eines Heimesfür herqbgekomwene) just. Kaistlcute.. Mdsttet. In diefein, .mit dein moderilsten Stomfort zu erbauenden Hause,' das den Namen ,,Ruhiges:Alter" führen wirv, sollen ungefähr 80, Familien unentgeltliche Wohnung exhalten. Den Bau. wird der. bestbekannte.Architekt . Kaßter ., leiten,, das Haus im Juli 1015 seiner Bestmnnüng überge? best werden.,' Welchen) Segen .dies angesichts.der heutigen' Wirtschaftlichen Krise, der so. viele Eristenzen. zuist 'Opfer.fallen, bedeutet,, braucht nicht erst,hervorgehoben zu werden(. Dem Stifter rufen wir ein herzlichcs'Jejascher Koach zu; möge er sich noch viele Jahre-' qn.den Fruchten seiner cdM Schöpfungen erfreuen., ' ' ) . ( Jwri. . Dr. Artur Tanßig, Olmütz. ׳ ׳ Jchhabe m der Einleitung zu meinem Artiket obiger:Ueberschrist (siehe ״Jüd. Volksstimme) Nr. 15,1914 ׳) zunächst dargelegt׳, daß der Jargon. —^ so recht ein Produkt des Gotuth ist. ׳Keine.wurzelechte:.nationale Regenerationsbewcgung kann golnthartige ׳ Leben sve rh ältn isse für.eim Volt.anstreben, bezw. mit deren immerwährender Fortdauer׳ rechnen. : : Dasselbe nrutz auch für׳':den• .Monismus gelten. Auch sein letztes Ziel ist die Beseitigung des jüdischen Golnths. ׳..״! Nur darf man nicht! das ״letzte-Ziel" einer Volksbewegung mit ihrem Gegenwärtsprogramm .oder inibIhren Aufgaben für die nächste Znkcucft: verwechseln: :׳-י Man nuiß sich: also, um etwas:konkreter zu sprechen- .gegenwärtig halten, daß:für die Zwecke der Verwirklichung des Zionismus als Kolonisationsgebiet nicht allein Palästina, dessen: geographischer ׳Begriff.ja über- Haupt:nicht ganz feststcht, in Betracht kommt, sondern: auch das ganze angrenzende Syrien, dann Mesopotamien, Kleinasien, die Insel Cy- Peru einerseits, die Halbinsel Sinai,׳ Arabien, Unteräghpten andererseits. Alle diese (Äebiete waren,bekanntlich schon seinerzeit von mehr minder kompakten jüdischen. Masten bevölkert. Daraus des,näheren einzugehen, kann und soll nicht der Zweck dieser Zeilen sein-, ich wollte nur in oller Kürze andeuten, das; die schweren Bedenken, die Herr A. E. Reiner in seiner ״Eniaeanung" auf meinen Artikel, gegen die Möalichkeit und den Effekt der Pyllverwirk- Ischling des Zionismus geäußert hat. nicht berechtigt sind, ganz abgesehen davon, daß nl-eines Erachtens die volle Verwirklichung der zionistischeu Idee nicht darin besteht, sämtliche Juden der Welt aus einem geschlossenen Territorium zu vereinigen. Das der Jargon ein Produkt des Goluih ist, wird von keiner Seite bestritten. Von dieser Prämisse gelangt'man noch dem Dargelegten,,' ganz zwanglos zu', der nachstehenbest ° Konklusion,) .׳hie meinen geschätzten Herrn Gegner'״so ans ׳dein ','.Wuschen' gebrgcht hat: Ist der Zionismus voll verwirklicht, dann Hot der jüdische Golnth sein Ende aefunden, damit)aber')auch der Jaroon feine Lebensbedinannacst s e'inacbüßt". ) Tariim ist ',es nur eine selbstverständliche, weitere, Schlußrolaerllng. ,den Streit, ob ist) Mtnenlqjch, das .Heströ'seb'e oder der Jargon die, herrschende)SrnaF»׳ sein wird, für )einest stemlich müssiaen,zu balten." )',,.Diese beiden Foläerngäest mögen gllerdino.s menig gceiänet. feist ein' hcspfühlendes. Jiddischsstestherzchöher schlstäenin lasten, destenungeachtet kastn,' keiner, 'der Zionist. ist des Wortes tiefster Bedeutstng ist, an der ewigen Erhaltung eines Goluthßroduktes ein besonderes', Interesse habest.; ' | Ob Herr A, E- Reiner Ursache hatte mich wegen der angeführten, Leitsätze mit so ungesuchter Liebenswürdigkeit zu behandeln, darüber mögen die unbefangenen Leser'selbst richten׳, ich für meine Person kann mich nicht'bemüssigt sinden, mit gleicher Münze zu zahlen schon deshalb nicht, weil mir die nationalsüdische Sache zu ernst und zu wichtig ist, um sie zum Gegenstände oder zum Anlasse einer persönlichen Polemik herabzuwürdigen. KAFFEEGESCHAEFT Rosenbaum Liechtensteing. 1 BRÜNN! Liecbtcnsteing. 1. j Aus der Agudas-Jisroel- Bewegung. Breslau, 12. Juni. Unsere Jugendgruppe nimmt unter den Gruppen der Agudas Jisroel sowohl durch die Zahl ihrer Mitglieder als auch durch den Eifer und die Zielbewusstheit der Mitglieder eine hervorragende Stellung ein. Ihre Veranstaltungen sind gerade auf das ideale Ziel der Agudah gerichtet und stärken dadurch den Sinn und das jüdische Interesse der Brcssauer gesetzestrcuen Jugend für die Aufgaben, welche hie Gegenwart ihnen stellt. Um den Kontakt der einzclnen Mitglieder mit der Leitung der Jugendgruppe aufrecht zu erhalten, hat sich unsere Jugendgruppe ein unter dem Namen ״Mitteilungen der Agudas Jisroel- Jugendgruppe Breslau" ein eigenes, kleines Organ geschaffen, das alles Wissenswerte über die Bcranstaljungen usw. enthält und den Mitgliedern neben dem.!,Hädercch" unentgeltlich zugcftellt wird, i Letzten Monat hatten wir verschiedene gutbesuchte Vorträge und Versammlungen. Am Lag Beaupcer wurde eine Feier veranstaltet mit entsprechendem Programm. Am 17. Mai sprach Herr Kand.-Mcd.-Dent. Arthur Falk über die von Dicbois-Reymoud fcstgcstellten ״Sieben Welträtsel". Am 21. Mai unterzog Herr Kurt Schneller das bekannte Nathansens Drain r (Hinter Mauern" einer literarischen Kritik und wies nach, wie wenig solche Stücke der bewusst jüdische» Ingend zu bieten vermögen. Auch für den Monat Juni find eine Reihe zweckmässiger Veranstaltungen vorgcsehen. Zürich, 15. Juni. Gestern abends fand hier eine Versammlung unserer Agudah-Octsgruppe statt. Es wurden in der Hauptsache die der bevorstehenden Kenessioh gcdauloh gestellten Ausgaben lebhaft erörtert, jlus der Mitte der Versammlung wurden auch eine Reihe von Vorschlägen für die praktische Arbeit gemacht. Dieselben sollen in einer weiteren in vierzehn Lagen siattsindcnden Versammlung nochmals besprochcn und alsdann in eine Resolution gefasst und dem provisorischen Komitee unterbreitet werden. Während der Debatte wurde unter anderem von Herrn Rabbiner Tr. Lewcnstciu darauf hingewiesen, dass zur Ausfüheung aller Aufgaben die Agudoh grosser Mittel bevurfc. Es müsse daher jedes Mitglied und jeder Freund der Agudoh'sich dessen bewusst sein, datz.es vor allen Dingen Pflicht ist, nach dieser Richtung hin nach Kräften mitzuarbeiten. Ter Agudoh helfen, heisse sich selbst Gutes tun. Allgemeine Beachtung verdient auch die Anrcgung des Herrn Rabbiner Kornfcin, die Kinder in der Schule schon an den Agudohgedanken zu gewöhnen und sie zu veranlassen kleine Betrüge bei gewissen Gelegenheiten zu sammeln. Lemberg, 15. Juni. Sonntag, den 28. Juni sindr'. hier der erste Telcgierteutag der galizischen Landes- Organisation der AgudaS Jisroel statt. Aus den Mitteilungcn der Ortsgruppen geht hervor, dass im ganzen , Lande dieser Tagung mit größtem Interesse entgcgcngeschen wird. Der Zweck des Telegiertentages ist einerseits die in allen Kreisen für die Agudoh Herrschenke Spmvathic nir die Organisation fruchtbringend zu gestalten und anderseits die erforderlichen Matznähmen für eine der Bedeutung des galizischen Gruppcnvcrbandes entsprechende Vertretung Galiziens aus der Ksnesijoh gcdauio zu treffen. Es besteht begriindete Hoffnung, dass der galizischc Gruppcnverband auf der Hauptversammlung in Frankfurt a. M. nicht mir durch die Zahl und die persönliche Bedeutung seiner Dclegierten eine hervorragende Stellung cinnehmcn wird, ׳pudern dass von Galizien aus beachtenswerte Borschlüge für die Verwirklichung des Arbcitsprogrammes der Agudoh iinterbrcitct werden würden. In den nwijstn Ortsgrupven werden die aus der Kencsioh gcdauloh zstr Verhandlung gelangenden Fragen eifrig erörtert lind cs zeigt sich überall eine reiche Fülle von Möglichleiten für die Betätigung der Ortsgruppen — je nach ihren Verhältnissen — im Rahmen des Agudaprogrammes. Przemvsl, 10. Juni. Gestern tvar hier eine Versaminlung unserer Ortsgruppe zur Wahl der Delegierten zum Sembcrger Delegiertentag. Es wurde» gewählt die Herren: I. I. Thuinim, Jakob Hirschseld und H. I. Biiidiger. Leeds, 11. Juni. Wir besitzen in unserer Ziadt zwar seit lmigcrer Zeit eine Agudas Jisroel.Ortsgruppe, sie beginnt aber erst jetzt sich in wiinschenswecter Weise zu entwickeln. Auf Veraiilussuiig der hiesigen :)tabbiuer fand letzten Sonntag eine össentliche Volksversaminlngn iratt zu dem Zivecke, für die Agud-iS Ji-:>- roel Mitglieder Zll werben. Als Ebairmann ftingier': Herr Rabbiner I. I. Taiches. Er enlivickelte in einer bedeutsamen Rede das Programm dieser Weltorgan,sotiou und bezeichnet es als POicht ׳ür jeden guten Jedr», seine Zugehörigkeit zum »bo׳׳atleuen Judentum organisatorisch durch den Eintritt -!> die r'lgudas Jisroel zu bckultden :öicrniif sprach Herr Rabbine׳׳ Hurlvitz ausführlich über die eiuzelucii TätigkeitSgeb'rie des orthodoren Judciituliis ,,.!!! Wahle der Gesamlh.״t im Rahmen der Agudas Jilroe!. Rach dirien Vortengen schloisen sich viele Amvesende der Ortsgruppe au. so dass die Entsenduna eine- Delegierten aus unserer Mitte zur Franksurter ^e׳׳!׳׳iob gesichert iit. Aus dem gnlizisckten Joinmertitk. Französische und Schweizer Schokoladen und Holländer-Kakao-Großlager .: I. Strachon L Comp, Brünn .: Bahnhofptatz — FerdinandSgasse. Arische Defraudanten. Von Tr. Hanns Fischi-Nikolsburg. Es ist längst anerkannte Tatsache, vaß der AittisemillSiiiuslveder auf;reinem!Oilaubens- und Rassenhaß beruht, noch auch in 1>en Wechten mvralischen Oualitälen der jüdischen 2tammesangehörigen seinen (Knind hat, vielmehr in seiner modernen Farm nichts anderes als ein gesundes Kankurreiizmanöver darstellt. Ebenso Ist eS historisch beglaubigt, daß der Jude speziell als redlicher Verwahrer und Sach- Walter immer eine rühmliche Rolle gespielt hat. Die Rothschilds sind das klassische Beispiel hie für. Diese Tatsache findet ihre praktische Rnerkennniig darin, daß selbst unter dem Einflüsse der mächtig anwachseiiden anti'seliiltischei! Bewegnng der Jude im Handel und Wandel unter geradezu unglaublichen Schwierigkeiten sich behanpten kann, wo es doch fast ausschließlich auf arische Klienten, Kunden und Konimitteritei: angewiesen ist. Im Volke ist der ״ehrliche Jude" ebenso bekannt wie der ״indische Schwindler" ein in den Spalten der bernfsmüßigcn, iibri genS durch jlidische Inserate zum Teil schon ge zähmten, Hetzblätter anstaiicht. Es gibt wohl jüdische Desrandanten, be denkt man jedoch, daß die jüdische Intelligenz fast ganz auf Handel und Verkehr. Advokaten und Bankwesen angewiesen ist, dann iit der Prozentsatz ein ebenso geringer wie derjenige der jüdischen Verbrecher gegen Leben, körperl! che Sicherheit und Sittlichkeit. Der Meineid ist eine bekannte altgermanisch-agrarische Einrichtung, in letzter Zeit haben die Arier den Versuch gemacht, auch das Tesran- Vieren als Erwerbszweig den Jliden vollkommen .zu entziehen. Wer die Oterichtssaalberichte der letzten Jahre verfolgt, kann sich davon über zeugen. In! rein arischen Rolariak waren früher die Steinpelbetrngereien nicht selten, unlautere Gebarnngen kämmen noch immer vor. werden der Dessentlichkeit aber meist nicht bekannt. Das Unterschlagen von Klientenaeldern er eignet sich iinmmeriich und per.zentnelt am hünfigsten bei arischen Advokaten, die ׳ich so mientwegt ״Rechtsanwäsie" iieilnen. DiSzipliuiernngen von arischen stc'otaren und Advokaten wegen finanzieller Schinutzereien sind au der Tagesordiimig. Die berghohen Erekutionsakten gegen Ad vokaten betreffen durchwegs Arier. Der letzte Defraudant Dr. ORauber ist Christ und Halbarier trotz der Spitzmarke der ״Reickspost". Die arischen Geldaaenten und Eskomptenre Wiens haben in letzter Zeit׳ zumeist in! Landesgerichte geendet. Ritter von Braun und der christlichso.ziale Parteigänger Alexander Heiigge, die zahlreichen Pfandscheinnepper, die Ehren-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.