Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 23 (18.6.1914)
- Date
- 1914-06-18
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 23. ^Jüdische 8olttsti««e". Seite 5. 4 « t k 1 >% > 8 > « > I;1 ta # ► » ► > ► *4 ► ä ► » I t » » » iü * > ► dmdet, daß das Judentum in der gemeinsten Weise von einigen Schülern der Anstalt beschimpft wurde, so daß es zu Tätlichkeiten unter den Schülern kam und die jüdischen Schüler sich veranlaßt saßen, sich vollständig von ihren arischeu Mitschülern zu separieren. Diese Skandale hatten in der Schule ihre Fortsetzung gefunden, indem der betreffende Professor während des Unterrichtes sich geäußert hatte, daß die Aeußerungeil des antisemitischen Rädelsführer keine Beleidigungen gegen das Judentum involviert hätten und seinen Mischen Schülern strengstens verboten hatte über diese Vorfälle auch nur die geringste Acnßerung anderen Professoren mitzu!eilen. Es ist selbstverständlich, daß nach dein Bekamt twerdcn dieser Vorfälle sich der jüdischen Oesfenilichkeit eine große Erregung bemächtigte, bdenkt man doch, daß die Tertilschule von eiment fast vollständig jüdischen Kuratorium ausgehalteu wird, und wie vereinigt es sich mit den Anschanuugen der Herren Kuratoren über das Indentui'1, daß sie solche bedauerliche Vorfälle dulden können. Wir erwarten bestimmt, daß das Kuratorium diese Sache energisch untersuchen u. eine strenge Bestrafung aller an den Zwischenfällen Schuldigen vornehmen wird, widrigenfalls wir uns im Interesse des Judentums genötigt sehen werden, alle Vorfälle detailliert der Ocffentlichkcit sowie auch der kompetenten Untcrricbtsdehördc zu übergeben. Bedauerlicherweise l!ac sich die geistige Repräsentanz nennende Knltusoemeinde- Brünns um diese Sache über- Haupt nicht gekümmert, ein Beweis, wie sehr von dieser Behörde die Jnteresicn des Judentums aewabrt werden. * * * TiNiubcehalle. Mittwoch, den 2t. d. M., halb 7 Uhr abends, findet im Sitzungssaale der Äultusgeineinde die Schlußfeier der von der Toynbcehalle veranstalteten hebräischen Sprachkurse statt. Es ergeht an die süd. Bevölkeruna die Einladung dieser Feier beizuwohnen. Gleichzeitig finbet eine Schlußsitzung des hebräischen Sprach- und Diskussioiisklvbs (Case Nohai) statt. » * * Ans ärztlichen Kreisen. Herr Tr. Th. Sand e k. Spezialarzt siir Halit- und Harnleiden, hat eine l-ttägige Urlaubsreife angetreten. Die beste Quelle für den Ein• kauf von feiner Herreeoisdie ist und bleibt FM liS. in* Brünn, Ferdinandsgasse 21, I. Stock Kleine Regie! Kleine Preise! Preislisten gratis und franko. Jtimdfoliau. Hefter die jüdische Turnftewegung. Prag. Lonntag ,den 25. Mai, fanden anlätzlich der Namciisgebiiiig des I. T. V. Prag, am Vormittage i», Festsaale des jüdischen Nathauses zwei Vorträge nftcr die jüdische Tnrnbeiveguiig statt. Herr MUC. He!smann begrüßte in einer kjefträischen Ansprache das zahlreich erschienene Publikum und pries die nützlichen Wirlunge-i des Turnens aus Körper und OJei)t des Menschen Herr Tr. Lud. Singer, Prag, sprach über das Verhältnis der jiidischen Turnerschast zu den anderen nationalen Turnvereinen und begründete eindentig klar die Notwendigkeit der erjteren. Herr Tr. Joses Markus, Breslau, ebenso bedeutend als Tenker wie als Sprecher, analysierte eingangs das Wesen des IndentumS, verwies ans den Kampf der Makkabäer von einst und jetzt und schilderte die Eindrücke einer Turnerfahrt nach Palästina, die er und :iO andere jüdische Tnrner ililteriiomincn hatten. Tiefer würdigen Feier folgte au, Nachmittage desselben Tages ein Wett- und Propagandatnrne» sämtlicher Abteilungen des ״Makabi". Besondere Erivähnung findet das Preis- und Wettturnen der Tamen, das manche prachtvolle Einzel- und Gruppenübung zu Tage forderte, 'Als Siegerinnen in den einzelnen Abteilungen gingen hervor Frl. Klara Mautner, Irma Bondy, Therese Stein und Ross Fried. Prämien für jemenitische Arbeiterfamilien. Vor einiger Zeit hat der Jüdische Nationalsonds für diejenigen Arbeiterfamilien, die Haus und Garten am besten instand halten, Preise ausgesetzt. Ueber die Ergebnisse der Preisvertcilung in P et ach Tikwah erstattet die landwirtschaftliche Abteilung am Palästina-Amt nachstehenden Bericht: ״Ich habe am 20. Mai die Iemenite n-2 i e dl u n g in P e t a ch-T i k w a h besucht und die Preise a» die Würdigsten verteilt. Ich habe als Preisrichter kooptiert: die Lehrer der landwirtschaftlichen Mittelschule, Tr. Pickholz und Tr. Naim tLiebermanni. den Arbeiter Halbrecht, den Pflanzer Gissin und den Schristjretler Rabinowitz. Wir hafte» alle Gärten der Jemeniten besucht und »ach detaillierter Untersuchung und allseitiger Tisknssion Folgendes sestgestellt: 1. Ter Iemenite Joses b e 11 Iehuda hat seine» Boden sehr planmäßig bearbeitet, er hat die ganze Fläche ausgenuhl und mit Mais, Kartoffeln, Lubia «Vigna sinensis-, Zwiebeln und anderen Gemüsearten bestellt: dabei war die Bearbeitung des Bodens fachmän,lisch durchgesührt, der äußere Anblick sehr angenehm, die Wege untrautfrei; er hat den ersten Preis, 30 Francs bekommen. 2. Ter Iemenite Schalom den Ioez hat ebenso den ganzen Boden bestellt: Mais, Kartoffeln, allerlei Gemüsearten, Weißkohl, Blaukohl, Blumen: die Fülle der Arten aber hat das ganze Bild ein wenig bunt gemacht und das Ganze hat ein nicht so gutes Aussehen wie Nr. t gehabt: daher hat der Besitzer den zweiten Preis, 20 Francs, bekommen. 3. Ter Iemenite 2 chalo in Ben P t n ch a s hat zuerst ans seiner Parzelle Weizen gebaut: dieser ivar der beste in der Gegend, da der Boden sehr gut bearbeitet worden ist; dann hat er verschiedene Gemüsearten geflanzt, ebenso Blumen: alles in sehr anmutiger Form: zusammen mit dem Nützlichen hat er auch das Schöne angewandt. Er hat den dritten Preis, 15 Francs erhallen. 4. Ter Iemenite Schalom den Iehuda hat ebenso ein bischen Weizen gebaut; hat auch Sammelsrüchte gepflanzt: Mais, verschiedene Gemüsearten; er hat auch eine Allee Kasuarine und andere Nadelhölzer vor seinem Garten gepflanzt: er hat den vierten Preis bekommen (10 Francsl. Im allgemeinen haben auch alle übrigen Jemen!- ten ihre Parzelle nicht schlecht bestellt: sie haben aber einen Mangel an Wasser (nur 1—2 Tage in der euoche holen sie etivas Trinkwasser aus dem Brunneni und können daher keine Blumen und Sommergemuse züchten. Einen sehr schlechten Eindruck machen die Zäune aus Reisig: durch diese Zäune verwischt sich für den Europäer die ganze Anmut der gut gepflanzten Gärten. Man könnte mit einer kleinen Stimme der Sache Helfen: es gibt nämlich eine billige Sorte Drahtnetze «l Meter zirka 30 Ctm.l: mit 250—300 Francs könnte man den zwei Hauptstraßen eine sehr hübsche Aussicht geben. Tie Preise haben einen sehr guten Eindruck ans die Jemeniten gemacht, auch die aschkenastsche Bevölkerillig von Petach-Tikwah ist mit dieser Maßregel sehr zufrieden: die Jemeniten lverden nämlich das Fach «Gemüse und Blumenzucht) sehr gut erlernen und werden dann die besten Gärtner werden und die Kolonie mit Gemüse usw. versorgen. Ge>. Tr. M. ZagorodSky. Erster Bluutcntag des Jüd. Fraueu-Vereines in Prag. Der Jüdische Frauen-Vereiu in Prag veranftaltete auf Anregung der Zentrale der Frauen-Weltorganisation anläßlich des Henrigen Schewnotfestes feinen ersten Blumentag in Prag und nahm somit eine neue Tätigkeit in fein der jüdischen Arbeit gewidmetes Programm alif. Es bandelte sich diesmal mehr um einen kleinen Versuch: dieser aber kann mit Rücksicht daratlf, das nur unsere Ausschnßinitglwder tätig waren, als gelungen bezeichnet werden. Ter Reinertrag ergab .">0 K, die dem Jüd. N. F. ,zngewiesen werden. Wir hoffen, daß es uns im nächsten Jahre gelingen wird, diesen Blumentag in größerem Stile und mit bestem Erfolge,׳>!! veranstalten und rechnen im voraus auf die Mithilfe unserer jungen Zionistinncn, die gewiß gerne mittnn werden. Josef Hanu§, Brunn Rudolfsgasse Nr. 25. sämtliche Damenmodewaren, Bänder, Spitzen, Seiden stoffen, Posamenten und Zugehör für Damenschneider rinnen. 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Viktor Braun mit Fräulein Julie M o h n statt. Unsere besten (Glückwünsche. Prag. Frl. Agathe Stern, Mitglied ver Lese- und )liedeballe jüdischer Hochschüler" in Prag, lvtirde am >-3. Juni zum Doktor der gesamten -He'Uande promoviert. Eger. (Ebrniig. 1 Samstag, deil 13. d., fand sich in der Wobnnng des gewesenen Vorstebers und Mitbegründers unseres Vereines. Herrn Wilbelm H e r r m a n 11, der der zeitige Vorkteber der Ebewra -Kediäba in Eger. Herr Hugo Fleifchl in Begleitung seines Stell- Vertreters Herrn Rudolf Fischl sowie die Herren Beiräle Jakob Löwy und Heinrich Rosenberger ein und überreichten Herrn Herrmonn aus Ai! laß seines Ausscheidens ans dem Ausschüsse des genannten Vereines ein prachtvoll ansgestatle les Ebrendiplom, ibm gleichzeitig seine Erneu nnng zum Cbrenmitgliede bekannt gebend. Herr Porsteber Hugo Fleisch! richtete an den ('Mm! digten berzliche Tankesworte nameos des (';•.׳- iamtallsschulses der Ebewra Kedischa für sein selbstloses, aufopferndes Wirken im Interesse dieses hnmanen Vereines, wobei er dem Wm! sehe Ausdruck verlieb, daß das neue würdige Ebrenmitglied noch viele Jahre seine schätzbaren -Kräfte dem Tienste des Vereines widmen möael Herr Herrmann dankte in sichtlich erregten Worlen den Herren der Abordnung für die ibm zuteilgewordene Ebrnng. W. Reumarkt. Ten jüd. Bewobnern nuferer Stad: brachte das unter der Tirettion des H. Weinberg stebende jüd. Theater eine gewünschte Zerftretinng in der monotonen Alltagsarbeit und trotz der verschiedenen technischen Mängel, die klar leben lassen, mit welchen Hindernissen ein jüd. Tbeater kämpfen muß, strömt die Men ichenmenge allabendlich in den Tbeaterfaal. Tos jüd. Publikum, welches ja nicht ׳,n sebr verwöl»;: ist, blickt iro.'inütig darüber biMveg, das! die Bist! >e :inmer ein und dasselbe ('tepräge ob»-.׳ die primitivste Einrichtung anfweist, daß dir init g'-line.-i Papier beschlagene Bude mit einem oder zwei Sttiblen sowobl Den Königspalast wir auch dj - :G.-׳ängniszelle darstellen soll, wenn es nur einem Stück beiwohnen kann, das in linse rer r:gen-1:׳, indischen Sprache gespielt wird und wo.unsere jiidischen Lieder gestiiigen werde׳:. Tas ziemüch g,,w Spiel der Schauspieler trag: dazu bei. daß man befriedigt beimkebrt mit dem Bew.lßtsei׳:. es gebe doch auch jüdische Tbeater und jüdische iiirft. Auch andere, weniger erfreuliche (Käste besuchten in letzter Zeit unsere ('-egend: es sind näinlich einige jüdische Familien, die iich als von Ungarn anSgewieseiie russische Inden ans geben, und '!ch an unsere ('!eiinnniigsgenosse׳.׳ mit der Bitte wenden, für Sie eine ('idÖHiiiuuli-ng rin ׳,!!leitenda sie mit ibren Wägen, Pier den. Flaue» und Kinder» bis ״ach Wien komm,:: wollen, mn :״!»׳ dort ,׳ns durch die 'Alliance Js raelit״ Universelle weiter nach Palästina besörv>׳rt zu werdenwas nmsomebr ('llauben finde:- da sie Nekoimnendationsbriese von der -Kultusgemeinde ans Ezernowitz und auch galiziiche!! Städten vorwe-fen. Ta man aber die Alliance