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Jüdische Volksstimme · 1914-06-11 · Heft 22 (11.6.1914) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 22 (11.6.1914)
Date
1914-06-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Sette 4. »Attische «.lttsti»«.' Rr. 22. l i ch e Bewegung des jüdischen Lebens und das s o z nie Elend ihrer StammeSgcnosscn lassen sie unbcrührt. Tie moderne Jüdin schämt sich nur zu oft ihrer jüdischen Herkunft. Wie eine offene Wunde empfind-!ich zeigt sich ihr Gemüt bei jeder Erinnerung an ihre Zugehörigkeit zum Judentum. Sie liebt cs nicht, denn cs trägt ihr nur Hatz undZurücksctzung ei». Sic achtet cs nicht, denn sic kennt cs nicht. WaS uns dringend not tut, ist deshalb: Belehrung unserer jüdischen Frauen und Mädchen über die elvigen, unvergänglichen und unvergleichlichen religiösen und ethischen Werte des Judentums, die uns eine heilige Tradition der Jahrtausende zur Hütung, Pflege und Wcitcrvcrcrbung an unsere Kinder und Enkel anvertraut hat. Unsere Frauen und Mädchen solle» und müssen bewußte Jüdinnen werden. Die bisherigen wohlgemeinte» Versuche, in dieser Richtung Wandel zu schaffen» sind als nicht zureichend zu bezeichnen. Durchgreifend wirken kann nur ein F o r t b i l d u n g S k u r s, der, den! Alter und Bildungsgrade der hcranlvachscnde» weiblichen Jugend angemessen, sich zum Ziele setzt: Gründlich: Einführung in den Geist unserer Geschichte und die Symbolik des jüdischen Lebens, vergleichcndc Erörterung der Grundlvahrheiten des Indentums im Lichte der modernen Zcitströmungcn, vor allem aber eingehende, vcrinncrlichcndc, Herz und Gemüt belebende Darstellung unserer Glaubens- und Sittcnlchcr an der Hand unserer Gebete und heiligen Schriften. Einen solchen Fortbildungskurs für jüdische F rauen! und Mädchen nach dem Vorbild akademischer Vorlesungen und scmiuaristischer Hebungen ins Leben zu rufen und zu erhalte», soll die Aufgabe eines Vereines sei», dem als Mitglied bcizutrctcn wir Sie hiermit höflichst cinladen. Der Verein wird bestrebt sein, mit Aufwendung bescheidener Mittel die bestmöglichen Erfolge zu erzielen. Der Verein wurde Donnerstag, den 4. Juni d. I. gegründet. W i e n, an, 2». Mai 1!U4. Dr. Max Grunwap» Rabbiner der israelitischen Knltusgcmeindc; Dr. Gustav Kahn, erster Vizepräsident der isr. KultuSgcmcindc, Landesschulrat ustv. Professor M. Antschrrl: Direktor Max Fischer: Karl Freund» Vcthausvorstchcr: Doktor Ad. -Herzfcld; Professor Dr. S. Kraus; Dr. Elias Münz, Hof- und Gerichtöadvokat und Bcthauövorstchcr; Gustav Planer; Kommerzialrat S. Rosrnzweig; Hofrat Dr. Julius Schlag; Dr. Julius Weih; AloiS Theumann; Leopold Winter. Französische und Schweizer Schokoladen und Holländer-Kakao-Großlager :: I. Strachou & Comp, Brunn :: Bahnhofplatz — Ferdinandsgasse. Sitzung des großen Aktions- Komitees vom 7. u. 8. Juni 1914 Professor Marburg crüffnctc die Sitzung um 10 Uhr mit einer kurzen Ansprache. Darauf erstattet Dr. Tschleiiotv den Bericht des EAE. Wir entnehmen dem sehr eingehenden Bericht Folgendes: Unsere letzte Zusammenkunft hat gleich nach der Verständigung mit dem Kuratorium des Technikums, die dem Kampfe tvcgcn der Unterrichtssprache im Technikum ein Ende gcmacht hatte, stattgcfundc». Dieser Kampf hat unserer Organisation den Anstoß und die Möglichkeit gegeben, eine seit langem empfundene Lucke im zionistisch. Arbeitsgebiet auSzufüllc». Ilnscrcn Arbeiten auf politischem, kolonisatorischem und organisatorischcm Gebiete hat sich die kulturelle Arbeit angegliedcrt. Von mancher Seite wurde die Befürchtung ausgesprochen, datz diese neuen Würden über unsere Kräfte gingen und die Organisation von der Ausführung anderer Aufgabe» ablenkcn ivürdcn. Wir bestritten diese beiden Behauptungen entschieden. Wir betrachten uns den neuen Bedürfnissen vollständig gewachsen und vertrauen so zuversichtlich auf die unerschöpfliche Ouwellc der Volksmöglichkeitcn, datz tvir, vom Kampfe einigermaßen befreit, unverzüglich an die Vertvirklichung anderer Aufgaben hcrantrctcn. / )־ I Kolonisatorische Arbeiten. 1. Ergänzung des Kapitals der Pakestinc Land Debetopncnt Companys Das Große A. E. hat in seiner letzten Sitzung bc das Kapital der PLDC. zu ergänzen. Wir schlossen. ' zunächst für notwendig, eine befriedigende hielten cs Gesellschaft abzuwarten. Wie Sir toohl Bilanz der ' PLDC. in der letzten Zeit die Möglichwissen, hat die Defizit zu verkleinern. Die letzte kcit bekommen, , ׳cmber 1913 ist kurz vor dev Sitzung Bilanz per 31. De, ^"gt; sic wird erst von uns und in unsere Hände gcl> '« genau geprüft tvcrdem. Bach den Auditors in Lande 3״r Verfügung Habens bc den Angaben, die wir je^ September 1912 2753 L. trug das Defizit per 30. "trug in der Zeit vom 1. der Gewinn der Gesellschaft b. ' 4013 870 L, in der Oktober 1912 bis 30. Jun, nber 1913 1435 L, Zeit vom 1. Juli bis 31. Dczc,. 1 fünfzehn Monaso datz sich das Defizit innerhalb vo. ׳m 31. Dezcmtcn um 2305 L verringert hat und 1. Zeit hat die ber 450 L betrug. In der letzten von Boden PLDC. eine größere Anleihe zum Ankauf erhalten. ׳mS zu Es war für uns andererseits notwendig, . , die überzeugen, intvicfcrn die Kapitalwcrbung fiu yn* PLDC. jetzt auf Erfolg rechnen könnte. Schon von A fang an ist sic auf große Gegnerschaft gestoßen. Einige Gegner haben dann ihre Ansichten geändert; andere aber sind bei ihrer Gegnerschaft und aktiven Bekämpfung unverändert geblieben und haben cs für ihre Pflicht gehalten, bei jeder Gelegenheit ihr Mißtraue» gegen die PLDC. zu äußern. Wir hielten daher einen Sondicrungsvcrsuch für notwendig, den wir in Moslau machten, tvo man gerade in der letzten Zeit auch für Zcntralfonds und Schultvcrk gegen 25.000 Mark aufgebracht hat. Es lvurdcn bis jetzt 1040 L gezeichnet und die erste Anzahlung bereits geleistet. Mau wird allein in dieser Stadt bis 2000 L aufbringen. Sodann berichtete Dr. Tschlcnow über die Ncorganisatio» des ״Bczalel". Il- Kulturelle Tätigkeit. , a) Das hebräische Schulwerk. Das innere Leb-eu rmscrcr Schulen verläuft ״ormalcn Bahnen. Es Men zwar noch einige Lehrer ״n Seminar und cs fehlt auch ein paffendes Gebaudc für die Realschule in Haifa. Die Zahl der Schülcr an unseren Lchranstalten hat sich stark vermehrt. Wir erhielten am 5. Mai eine Mitteilung von Herrn JcHin, nach welcher cs gelungen ist, nnscrc Schulen als ottomanische Institutionen zu legalisieren D i e s i n a u z i c l l c L a g c. Wie Sic aus ״m icrcn Publlkatwiicn ersehen konnten, haben wir bis letzt für das Schulwerk zirka 210.000 Mark ansgegeben. Das Neincrgcbnis bis zuni Schluß unseres ,l.uanziahrcs (30. Juni) wird »ns die Möglichkeit geben, sämtliche Kosten der Einrichtung und das Budget un,er-r Schulen für dieses Jahr sowie ei» Teil der Ausgaben für das nächste Jahr zu decken. Wir .verdeu >n der nächsten ^eit dafür sorgen müssen, eine bcständige und so zu sagen mechanisch tvirkcnde finanzielle Sichcrung des Schuletats zu schaffen. Wir denken in er- ]1er. *״?.'׳ dabei an beständige Jahresbeiträge. rf k v• f "an?fra0c u״s keine Schwierigkeiten machen wird, dürfen w»:daraus schließen, daß z. B. der Bezadurch,chnittlich 40—00.000 Francs jährlich und in n Jahren auch bis 80.000 Francs aufbringt. Cs lc. dürfte u'.scrc^ Organisation ein lcichtes"sciü?jährUch crrste ache dieses Betrages zu beschaffen. ״ iw ^1'־ ^färcnoiu berichtet über die Einzelheitc» der Ve fl“1r bic ""'bcrsität Jcrusalcm. insbcsondc. '% *c 50r*ftfjri‘tc der Kapital- Werbung und übe * ew.bcz llmvcrsitätSbibiiothek. ’ ,,Kcdem". Wir sind daher der Ansicht, daß im Laufe eines Jahres eine Million Francs aufgebracht lvcrden kann. 2. Bodcnkäufc. Wie wir i» unserem Berichte bereits mittciltc», haben die Pcssachbcsuchc diesmal eine gaiize Reihe ernjlcr Rcslcktantcn für Bodenkäufe nach Palästina gebracht. Einige Käufe sind bereits von ihnen abgcschlosscu. Tic Entlvickluiig des A ch u s a-G c d a u k c u schreitet vorwärts, hauptsächlich in Amerika und Rußland und England. Lridcr nehmen mit dem Anwachsen unseres Podcubcsitzcs auch die Schivicrigkeitcii der Arbeiterfrage zu. Worin diese Schwierigkeiten besiehe», brauchen wir hier wohl nicht zu erörtern. In letzter Zeit haben sic zu einem schwere» Kouflitt, nämlich zu monatclangcm Streik in Scdjera geführt. Die Beziehungen spitzen sich immer mehr zu und in verschiedenen Kreisen im Lande herrscht jetzt die llcberzcugung, daß unbedingt etwas geschehe» muß, um diese Komplikationen zu mildern. Wir stehen nicht auf dem Staudpuiikte des Ausschlusses jeder »ichtjüdischcn Arbeit. Wen» unsere Organisation in ihren Besitzungen ausschließlich jüdische Arbeiter verwendet, wen» ebenso die Arbeiterschaft auf einer solchen extremen Forderung besteht, so ist dies nur als Folge des bcstchcudcn Zustandes, der uns vollkoliimcn unhaltbar erscheint, zu betrachten, daß nämlich in manchen großen Kolonien kaum 10 Prozent der Arbeiter Juden sind. Da der Bodenkanf sich immer mehr entwickelt und zlvar hauptsächlich durch Privatinitiative, so ist cs klar, daß der jetzige abnormale Zusiaud sich zu besestigcu drolst. Unsere Aufgabe ist cS, die Lösung der Arbeiterfrage durch unser Eiugreifcu zu beschleunige». In unserem Berichte vom 3. Mai!nachte» wir Ihnen von unscrcn Befürchtungen ivcgcn eines müglichcrwcisc ciutretendcu allzu großen Andranges von unbemittelten Elementen Mitteilung. Wie wir erfahren, dauern die Anfxagcn an den entsprechenden Stellen zlvar noch a», lvic uns z. B. letztens vom Jnformationsburcau der JEA. in Rußland beslätigi wurde: doch treten die Folgen in Palästina nur in ganz kleinem Ilmfaiigc zu Tage. Dies beweist, daß man in der Organisation eine genaue Kenntnis der palästiucnsischen Verhältnisse erworben hat; man handelt nicht mehr ins Blaue hinein. Die Menge der Anfragen andererseits hat uns aber die Notwendigkeit von gut funktionierenden Jnforinatioiisburcaux noch stärker als früher bewiesen. Wir haben cs daher als notwendig erachtet, die in Wien und in Triest seit einigen Jahren eingerichteten Jiiformatioiisburcaux in entsprechender Weise zu reorganisieren. Selbstverständlich ist cs aber unsere Aufgabe, mit dieser großen Strömung nach Palästina, die an und für sich unbedingt erfreulich ist, zu rechnen und die Möglichkeit der Einwanderung zu erweitern. . Der ״SVcbcui“ hat sia, ' d׳ ״es Bureau eingerichtet und ist an seine ^ogel mäßige p raktische Arl'cit^herangetrctcn.Er strebt setz ollem danach den so Icbhast empfundenen Mangel c. ״ Lehrbüch er» für die hebräischen Schulen abzuhclfc». Z> * Lesern Avcckc ist er mit dem Mcrkas Hamorim und d- 'זז aiiöLrr ‘>1 in Bcträcht kommenden Körperschaften in P. Estin, i» Verbindung getreten. . . . Der ״Kcdcin" entwickelt eine intensivV DL tigkcit, um die zur Verwirklichung seiner Bestreb»tffiwn erforderlichen Mittel zu erlangen. Seine Einnahmen betrugen insgesamt bis.׳ zw. '» l. Juni 47.334 Mark, darunter 4287 Mark für Sh« hebräischc Sdiullvci^. Ilt. Organisation und Propaganda. a> Die Reisen der Mitglieder und Sekretäre des EM - lvurdcn in den letzte« drei Monaten energisch fortgesetzt, ganz besonders tzat-N) an ihnen Dr. Lcvin betciligi, der Oesterreich, Holland,' Belgien, Paris uuib England besuchte. Einzelne Reisen machten auch die Herren Tschl-nolv, Hantle und Jacobson. Herr Sokolow. beteiligt sich an den Arbeiten der Zlvcckrcvision. >,) Revue und Broschüren. Ein lveitcres Bedürfnis der Propaganda scheint uns eine monatliche Revue zu sein, in der Fragen der Zionislischcn Theorie und Praxis ausführlich und ernst diskniiert lverdcn, solvie die periodische Herausgabe vo» Broschüren und Einzethestcn. Sodann erstattet Herr Dr. V. Jacobson einen - ausführlichen Bericht über die politischen Arbeiten der. Zionistischen Organisation. niederländische Le{!8nsverslchen1ngs - Sasellschaft, Wien I., Aspernplatz 1 Im eigenen Palais, Versichertes Kapital cirka 422 Millionen. Reserve zirka 116 Millionen Kronen. - Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht — Unser neuester Tarif mit SV« jährlich lallender garantierter Prämie Genaralagentur für Wien I., Aspernplatz 1, Weiler. UavTd Nebenzahl. Sub Direktion für Prag Ferdinandsstr. 20 neu Leiter Robert Gerstel. Sud Direktion für Lemberg. 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