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Jüdische Volksstimme · 1914-05-14 · Heft 18 (14.5.1914) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 18 (14.5.1914)
Date
1914-05-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Kette 4. Attische VolkSstt«»e.* den Wein Pflegen, die Fässer beschlagen, einsüllen und Geld darauf zusammenlcgen. Die Hälfte dieser Zahlung macht zu Georg, 3 fl. 6 g und zu St. Wenzel 3 fl. 6 g. Dazu gaben die Juden 2 Pfund Pfeffer. Für das Fleisch zur Fastenzeit (da die Juden zu dieser Zeit kein Fleisch zu liefern brauchcn, sind die Straßnitzcr Juden verpflichtet zu Georgi 12 fl. 15 g, zu Wenzel 12 fl. 15 g zu zahlen. Für Boten zal)len die Juden (da sie früher mit Briefen und Zetteln bis 2 Meilen auf Törfer zu gehen verpflichtet waren) zu Georgi 15 fl. und zu Wenzel 15 fl. Für Haltcndürfcn des Juden Rabbiners sind sic verpflichtet zu Georgi 5 fl., zu Wenzel 5 «fl. zu zahlen. Für jeden jüdischen Schüler zahlen die Straßnitzcr Juden zu Georgi 4 fl. 20 g, zu Wenzel 4 fl. 20. Die Juden sind verpflichtet wöchentlich in das Straßnitzer Schloß 4 Centner guten Fleisches z: liefern, wofür ihnen aus der Cassa Sr. Gnaden für jedes Pfund 2 g gezahlt werden. Die jüdischen Inwohner (podruhovc) haben sich mit Sr. Gnaden zu besprechen, was sie für ein halbes Jahr an Zins zu zahlen haben. Die Reicheren zahlen zu 15 g, die Aermcrcn zu 10 g, die Acrmsicn zu 8 g. Zahlungen von auswärtigen Juden. Sr. Gnaden geruhte zu erlauben, daß diejcnigen Juden, die nach Straßnitz kominen ,hier eine Woche ״Perkung" haben dürfen. Wenn dieselben aber länger als eine Woche sich in der Stadt aufhalten, sollen sic für jeden Kopf für jede Woche dem Hauswirthen, bei dem sic sich aufhalten, 1 g zahlen, welche Zahlung derselbe Hauswirth dem Judenvogte und der Vogt Sr. Gnaden abzuliefern hat. Für jüdische Begräbnisse. Sic zahlen für einen alten Juden zu 8 g, für einen jungen Juden zu 4 <ן. •— Die auswärtigen Juden zahlen doppelt." NIEDERLÄNDISCHE Lebensversicherungs - Gesellschaft, Wien I., ״ Aspernplatz 1 im eigenen Palais, Versichertes Kapital cirka 422 Millionen. Reserve zirka 116 Millionen Kronen. — Billigste Tariie, Mitarbeiter werden überall gerächt — Unser neuester Tarif mit 5°/0 jährlich la lender garantierter Prämie Genaralagentufür Wien I., Arpcrnplatz 1, L-iter: David Nebenzahl. Sub Diirktio!׳ für Prag Ferdmandsstr. 20 neu Leiter Robert Gerstel. Sub Direktion für Lemberg, Szajnocha3, Leiter Löbel Tauber ocnerai-Acentur für Krakau, Moritz Giiffd Krakau, Ringp;atz 9. Genrai-Aeentur für Blelitz, Schlossgraben 9, Leiter Adolf heitlinger. Hauptagenteur für Brünn, Leiter: MAX DEUTSCH. Gummistrümpfe für Krampfaderffiße in allen Qualitäten und zu konkurrenzlosen Preisen nur im GUMMIGESCHÄFT JOS. FlALA sen., Brünn, Krüna 3—5. — MaBkarten postwendend Aufruf! An die jüd. Arbeitsgeber. Der gefertigte Verband gestattet sich, Ihre Aufmerksamkcit auf die von vielen Firmen praktizierte Boykottierung der jüdischen Angestellten zu lenken. Eine grosse Anzahl von Firmen aller Branchen akzcpticrt prinzipiell keinen jüdischen Angestellten. Diese Betätigung des wirtschaftlichen Antisemitismus, vor Fahren bereits von einer Anzahl Unternehmer auSgcübt hat durd) das Anwachsen dcL politischen Antisemitismus gefördert in letzter Zeit nachdcradc bedrohliche Formen angenommen. Die Zahl der Firmen, welche auch vci bester Qualifikation der jüdischen Bewerber diese grundsätzlich nicht bcschnstigcn, ist in stetem Steigen bcgriffen und die Stellenlosigkeit hat deshalb gerade unter den jüdischen Angestellten große Dimensionen angcnommen. Bon keiner Seite wurde gegen dieses Ucbel bisher Stellung genommen und so hat sich denn der Jüdikchc Handlungsgchilfenvcrband u. a. auch den Kampf gegen den Boykott zum Ziele gesetzt. Wir richten daher dashösl. Ersuchen, bei gleicher Qualifikation dem jüdischen Bewerber den Vorzug zu geben. Um Ihnen die Erfüllung unseres Ansuchens zu erleichtern, hat der Jüdische HandlungSgehilfen-Verband eine Stellenvermittlungs-Abteilung ins Leben gerufen, deren JnansMichnahme für beide Teile völlig kostenlos ist. Immer mehr bricht sich die Erkenntnis Bahn, daß die direkte Stellenvermittlung gegenüber dem Zeitungsinscrat bedeutende Vorteile besitzt. Da nun unsere Stcllenvcrmittlung keine gewerbsmäßige ist, die Vermittlung einer Stelle materielle Vorteile für uns nicht zur Folge hat. weisen wir den Firmcninhabern nur solche Bewerber zu, von deren Eignung für den zu besetzenden Posten wir überzeugt zu sein glauben. Unsere Tätigkeit erstreckt sich auf ganz Oesterreich und wird sowohl männliches als auch weibliches Personal zugewiesen. Wir ersuchen daher, sich bei Besetzung einer Stelle in irgend einem Hause unserer Stellenvermittlungs- Abteilung, bei welcher stets bestqualifizierte Bewerber und Bewerberinnen aller Branchen (Bureau- und Laggerpcrsonal, Verkäufer, Geschäftsdicncr usw.) borgemerkt sind, bedienen zu wollen. Hochachtungsvoll Stellenvermittlungs-Abteilung des ״J.-H.-V." Wien, 2. Bez., Taborstraßc 11B. Unsere Leser werden dringend gebetep, bei Einkaufen nur jene Firmen zu berücksichtigen, die in der ״Jüdische Volksstimme" inserieren. Me beste Quelle für den Einkauf von!lim " ist und bleibt Brünn, Ferdinandsgasse 21, I. Stock Kleine Regie! Kleine Preisei Pre’slisten gratis und franko. Hundlcfmii. Emigranten-Fürsorge der Israelitischen Allianz zu Wien. 0 Während des Monates April 1014 wurden von der Zentrale der Jsr. Allianz zu Wien insgesamt 78 Emigranten, davon 52 russische uud 26 rumänische weiterbcfördcrt, u. zw. nach den Vereinigten Staten 44, nach Argentinien 8, nach Canada 2, nach England 4, nach Frankreich 12 und nach anderen Ländern 8. In ihre Heimat zurückbcfördert wurden 8 rusiische und 16 rumänische Rückwanderer. Während des Aufenthaltes in Wien wurden im Monate April für 31 Personcn zusammen 110 Tage Logis und volle Ver- ׳׳flegung bezahlt und an 65 Personen zusammen 271 Speiscmarken für die Israelitische Volksküche ausgcgebcn. Es fuhren zu ihren Männern 8 Frauen mit 21 Kindern, zu Eltern resp. Kindern 12 Personen, zu Geschwistern 15, zu sonstigen Verwandten 18 und ohne nähere Verwandte 4 Personen. Dem Berufe nach waren unter den Wciterbefördertcn: 12 Schneider, bczw. Schneiderinncn, 7 Händler und Handclsangestellte, 3 Tischler, je 2 Schuster, Bierbrauer, Hutmachcr, Kappcnmachcr, je 1 Schlosser, Putzer, Uhrmacher, Faßbinder, Pcrückcnmacher, Lehrer, Chauffcur und Mctalldrehcr^lO konnten einen bcstimmten Beruf nicht angcbcn, meist Frauen. Tic Vrkämpfnng drr ägyptischen Augcnkrankheit in Palästina. Diese! Tage fand in Jerusalem eine von.der jüd. AciztcgestUschast Palästinas cinbcrufcnc Trachomkonfen;1 statt, di-׳ drei Ti^gc dauerte. Die zahlreichen Vorträge in, Verein mit praktischen Vorführungen und den in der Kot scrcnz durchgcführten Operationen gaben den vc.so1׳׳!ncttcn Acrztcn Anregung und Belehrung in Fülle. Vv,1 den Beschlüssen seien folgende erwähnt. 1. Die Trachom-Konferenzen sind jährlich abzuhältcn: 2. cs sollen Kurse zum Studium der Trachom-Krankheit eingerichtet werden.'Diese .Kurse sollen etwa einen 7 ' ־ ־־•,׳■■ '.־;•■״ ־ ׳ Ibü 1fr .־ Monat dauern und den Acrzten soll dabei Gelegenheit geboten werden, sich in der TctHnik der Operationen zu vcrvyllkommneiL Für die Dauer der Kurse sollen die teilnehmenden Aerzte Tagcsgelder erhalten; 8. besondere Heilstationen sollen für die Kinder der Armen, die am meisten der Gefahr der TrachomkrankheitauLgcsctzt sind, errichtet werden; - . ' 4. Schwestern sollen die Häuser der Armen besuchen und jeden Trachümfall der Trachom-Kommission melden, die Sain.einen Arzt zur Heilung entsendet; 5. für Lchi״c,tcrn und Feldscher sind Trachomkursc cinzurichtcn; 6. für trachomkranke Kinder sind besondere Kindergärten cinzurichten. Ferner sprach die Konscrcnz den Wunsch aus, daß* jede Schule einen Schularzt ^anstelle. Die Konferenz >.-r- .beitete auch eine Verordnung aus über die Aufnahme der Schulkinder und deren Behandlung in Fällen von Trachom ^Nach dem Vnrc.nschlag sind für diese großzügige Aktion zirka 100.000 Frcs. notwendig. Die größere Hälfte dieses Betrages erscheint bereits gedeckt. Vifer Predigten verlegen will. Wer Predigten zu kaufen sucht, wende sich an den Jüdischen Buchu. Kunstverlag -.Brünn. ----------- Ein witziger Wohltäter. Aus Budapest wsrd geschrieben: Die große jüdische Gemeinde kann jetzt einer Millionenstiftung gewärtig sein. Sie wird auch in den Besitz dieser immensen Summe gelangen, wenn sie- 350 Jahre warten will. Ein wackeres Gcmeindemitglied, der Sprächmeistcr Josef Derekfi, hat nämlich den Präsidenten der Gckmcinde brieflich verständigt, daß er der Kultusgemeinde eine Spende von 100 Kronen mache, daran bloß die Bedingung knüpfe, daß das Geld samt Zinsen und Zinseszinsen 350 Jahre läng unberührt bleiben müsse, und wenn dann nach Verlauf dieser Zeit das 'Kapital, wie der Sprachmcister ausgerechnet hat, auf viele Millionen angcwachscn sein wird, so sollen die Zinsen desselben dazu verwendet werden, daß sämtliche Mitglieder der Kaposvarcr Kultusgemcindc für ewige Zeiten von jeder Kultusstcucr befreit werden. Der ״freigebige Spender", hat, wie ■cz erklärt, diese munifizente Widmung aus Dankbarkeit dafür gemacht, daß ihm die Kultusstcucr erlassen wurde. Jüdische Kaufleute, Reisende! meidet Lokale in denen die ״Jüdische Volkssiimme" nicht aufliegt. Die Insten in den italienischen Kriegen. - Im Jahre 1848 wurden die Freiwilligen aus Piemont meist von Bergsaglicri zugcteilt; man teilte sic in drei Kompagnien: die Studenten bildeten die 3. Kampagnie des 4. Bataillons, die Juden die 7. Kompagnie und die anderen Freiwilligen die 4. Kompagnie. Die sogenannte Hcbräerkompagnic zeichnete sich ganz bcsonders aus. Sic. war aus der Katastrophe, in welche das picnwntesischc Heer hineingeraten war, unversehrt her- - vorgcgangcn und rettete dann in Mailand Kart Albert aus' großer Gefahr. Als dann im Jahre 1849 der Krieg von neuem begann, überschritt die Hebräcrkompagnic mit der 8. Kompagnie, unter Führung König Albcrts, den Ticino und kämpfte überaus tapfer bei der ״Sforzcsca". Zwei Tage später tat sic bei der ״Bicocca" wahre Wunder von Tapferkeit. Inmitten der Kompagnie wurde General Pcrrone getötet und der heldenhafte Major׳ Lyons durch eine Kanonenkugel schwer verwundet und aus dem Sattel geschleudert. Unter dem Rufe: ״Rächen luir miscrn Major!" stürzte sich die Hcbräerkompagnic dann auf den Feind, den sic mit solchem Ungestüm angriff, daß er in wilder Flucht das Schlachtfeld verließ. Als bic'Hebräer dann erfuhren, daß in ihrer Nähe ein Infanterieregiment von Savona von der feindlichen Ucbcrmacht hart bedrängt werde und seine Fahne bcdroht ssci, wandten sic sich mit großem Elan dem neuen Feinde zu. Hauptmann-Cättaneo, der Führer der Kompagnie, wurde so schwer verwundet, daß er wenige Tage darauf starb; der Leutnant Ritter Radicati, der an seine 59918406

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