Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 18 (14.5.1914)
- Date
- 1914-05-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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Nr. 18. ,Lüdische «olkSstnmae«. Stelle trat, wurde getötet; von der ganzen Kompagnie kehrten nur etwa vierzig Bersaglieri unter der Führung des Unterleutnants Dr. Modena heim; aber'die Fahne war gerettet! -! Dr. RudolfKatbolicky ge«. Dtttt <Ur ר I.cWtg. JfWrtlwfl der Casdetfranlunauttalt »OÖBlJ Ecke Terdlnandsaasst Bad KnH•) «!diniert IHgNcd wn r Ms 4 vdr »»cd«.?tnwtcfctf Dr- •09. ג Adas Jisroel tSchiffsqnagoge), Wien, 2.» Große Schiffgasse 8. Mit Bezug auf eine Meldung eines hies. jüdischen Blattes sicht sich der Vorstand der ״Adas Jisroct" iSchissschul) veranlatzt, die nachfolgende bestimmte Erklärung abzugebcn: Der Vorstand der ״Adas Jisroel" hat auf die Entwicklung oder die Erörterung der, jüngsten Affäre, die das öffentliche jüdische Leben Wiens in der letzten Zeit so unangenehm beschäftigte, in keiner Weise einen Einfluß zu nehmen versucht und wird auch weiterhin aus -dieser seiner Passivität nicht heraustretcn, weil für die ״Adas Jisroel" als selbständigen Verein die Lösung der Frage ans bekannten Gründen, zumal in ritueller Beziehung, vollkommen belanglos ist. Es ist sichcrgestellt, daß der ״Haussournalist" der Schifsschul der Veröffentlichung im ״Israelit" scrnsteht. ' Ganz entschieden muß überdies noch die verhetzende Bemerkung zurückgewiesen werden, als ob die Zugehörigkcit zum ״polnisch-jüdischen" Ritus bei der Schiffschul von Nachteil wäre. Für uns kommt nur in Betracht, ob jemand ein ehrlicher, überzeugter Anhänger des thoratreuen Judentums ist, nicht aber dessen pol!- tische oder nationale Parteizugehörigkeit. Alle kulturellen und Humanitären Anstalten der ״Adas Jisroel" kommen allen Juden in gleicher Weise zustatten. Von diesem objektiven, wahrhaft jüdischen Standpunkt wird sich die ״Adas Jisrocl" nie und nimmer abdrängen lassen. Wolf Pappenheim Schriftführer, PH. Back Obm. An unsere Leser! Der heutigen Nummer liegen Posterlagscheine bei und werden die P. T. Empfänger «m gest. umgehende Bezahlung des Abonnementsbetrages ersucht. Die Admiuistratioy. Direktoriumsitzung des jüdischen; Nationalfondes. Am Sonntag, den 3. Mai fand im Zionisrischen Zentralbnreau in Berlin eine Direktorsums-Sitzung statt, an der folgende Herren teilnahmen: Justizrat Dr. Bodenheimer, Dr. Hantke, Tr. Tschlenow, Prof. Dr. Warburg, die Sekretäre Groß und Ing. Kaplansky, ferner als Gast Herr Agronom Oettinger, der aus der Reise von Brasilien nach Palästina befindlich, in Berlin Aufenthalt nahm. Die Sitzung dauerte mit einer kurzen Mittagspause von morgens bis spät abends und beschäftigte sich mit einer Reihe aktueller Fragen, die teils die Kolonisationsarbc'it in Palästina, teils die Propaganda und Organisation in derschiedcnen Ländern betrafen. Ausgestaltung des^ Palästinaamtes. Infolge der fortwährend zunehmenden Agenden des Palästinaamtes sowohl für den Naiionalfonds wie für andere Institutionen und Gesellschaften hat sich die Notwendigkeit, einer Erweiterung nach Ressorts ergeben. Für das landwirtschaftliche.Ressort, insbesondere die Betriebe und kolonisatorischen Unternehmungen des Nationalfondes ist glücklicherweise Herr j Agronom Oettinger gewonnen worden, der viele Jahre eine hervorragende Stellung in den überseeischen Kolonien der Jca bekleidet hat und dessen reiche Erfahrungen nunmehr Palästina zugute kommen werden. Boden für die Tachkemouischule in Jaffa. Tie Verhandlungen über diesen Gegenstand, die sich seit längerer Zeit hinzogen, fanden in der letzten Sitzung, welcher die Herren Doktor Meller, Hamburg und Maler Struck, Berlin, als Vertreter des Tachkemoni-Komites beiwohnten; ihren Abschluß. Ter Nationalfonds erwirbt den für die Tachkemonischule bestimmten Boden im Werre von Frcs. 45.000 und gibt itzn dem Tachkenwni-Komite unter den üblichen Bedingungen für 40 Jahre in Erbpacht. Erbauung neuer Arbeiterfamilienhäuser aus dem Arbeiterheimstättenfonds. Ter Sitzung lagen ausführliche Exposes des Palästinaamtes und des Hauptbureaus über die in diesem Jahre zu erbauenden Arbeiterhäuser für Jeineniten und Aschkenasim vor. Es wurde eingehend über die Art der Vergabe der Häuserbauten an Unternehmer sowie über den Standort in privaten Kolonien und auf N.-F.-Gütern beraten und entsprechende Beschlüsse gefaßr. Wie allseits hervorgehoben wird, ist stellenweise ein Bedürfnis nach einem starkem und größer gebauten Typus von Arbeiterfamilienhäusern vor- Händen. Es wurde deshalb in Aussicht genommen, bei der nächsten General-Versammlnng einen Beschluß ans die Schaffung einer größeren Arbeiterhaus-Spende, etwa in der doppelten Höhe der bisherigen, herbeizuführeu. Gleichzeilig wurde dem Wunsche Ausdruck gegeben, daß mit Rücksicht auf die fortdauernde und in den nächsten Jahren zu erwartende verstärkte Einwanderung der Jemeniten sowie der Notwendigkeit der Ansiedlung von aschkenasischcn Arbeitern mit Hilfe des Arbeiterheimftättensondä die Propaganda für letzteren ungeschwächt fortgeführt werde. Zu diesem Zwecke ist die Herausgabe einer neuen Werbeschrift über diesen wichtigen Spenden,zweig des Nationalfonds geplant. In diesem Zusammenhang sei mitgeteilt, daß auch eine Reihe von Aufklärungs- und Werbeschriften über den zu erweiternden Genossenschaftsfonds für Siedlungs- Okkupations- und Pachtgenossenschaften (letztere nach italienischem und rumänischem Muster) in den nächsten Monaten, erscheinen sollen. Schließlich wurde über Arrondierung von Nationalfondsbesitzungen beraten und deren Realisierung teilweise von den zu erwartenden Einnahmen des Nationalfonds abhängig gemacht. Im Hinblick auf die weittragende Bedentung der. geplanten Aktionen in Palästina ist zu hoffen, daß die Freunde und Vertrauensmänner des Nationalfonds durch erhöhten Eifer in der Werbearbeit eine rasche Verwirklichung emöglichen werden. Das Interesse, das die verstärkte Popaganda für Palästina der lebten Zeit, in im mer weiteren Kreisen wachruft, läßt eine erheb liche Vermehrung der Nationalfonds-Einnahmen auch in diesem Jahre erwarten. Josef Hanus, Brünn Rudolfsgasse Nr. 28. sämtliche Damenmodewaren, kander, Spitzen, Seiden stoffen, Posamenten und Zugehör für Damenschneider rinnen. Korrespondenzen. Jüdischer Handlungsgehilfen - Verband, Ortsgruppe Brünn. Tagesausflug: Sonntag. 17., Abfahrt l> Uhr 3!» Min. früh nach Zinsen darf, ׳Marsch Lelekowitz-Babylon-Wranan- Adamstal. Zusammenkunft mit der Nachmittag- Partie. Abfahrt Brünn 1.30. Marsch nach Babitz- Bilowitz. Führer: Koll.Reich. — Gäste will kommen Jiid. Handlungsgehilfenverband Wien. Unabh. Organisation der jüdischen Handels- und Privatangcstellten. Dienstag, den Ist. d. M., S Uhr abends sinder im Verbandsiokalc eine Vorlesung des Herrn Tr. Map Präger >a׳!s neuen ji1disck.cn Dichtungen) statt. — Gäste willkommen! Berlin. Tie Gesellschaft .zur Förderung der Wissenschaft des Judentums tritt ain 3. Juni d. 1., in Frankfurt a. M., zu einer Tagung zusaminen. Tie Verhandlungen beginnen morgens Seite 5. mit einer Sitzung des Ausschusses, der sich am Nachmittag die öffentliche Mitgliederversammlang anschlicßt׳, in dieser werden u. a. die Herren Rabb. Prof. Tr. Guttinann-Breßlau. Oberlehrer Prof. Tr. Krakaner-Frankfurt a. M. und Universitäls-Professor Tr. Martin Philippson-Berlin, ^der Gefchäftsführende Vorsitzende der Gesellschaft, das Wort ergreifen. In Frankfurt ist ans diesem Anlaß ein größeres Lokalkomite zusammengetreten, um durch eine Reihe von Peransraltungen die Tagung, der Bedeutung der Gesellschaft entsprechend, besonders eindrucksvoll zu gestalten. Am Juni zwischen der Sitzung des Ausschusses und der Mitgliederversammlung findet unter der sachkundigen Führung des bekannten Herrn Pros. Tr. I. Hülsen-Frankfurt a. M., eine Besichtigung Alt-Frankfurts statt, bei welcher den jüdischen Altertümern besondere Ansmerksamkeit gewidmet wird. Am 4. Juni vormittags erfolgt gemeinsame Fahrt der Teilnebmer der Versammlung nach Worms, wo sie von der Gemeinde und den städtischen Behörden einpfangen werden. Tie Gemeinde veranstaltet eine Fützrung durch die indischen Altertümer und eine Besichtignng des Friedhofes, aus dem bekanntlich eine Reibe bedeutender jüdischer Männer rnbt. während die Stadt bei eine!» offiziellen Empfang im Rathause in einer besonderen Ausstellung die ans die Wormser Inden bezüglichen Urkunden vorführt. Mit Rücksicht aus die günslige Zeit rechne! man in Frankfurt mit einer großen Beteiligung aiich auswärtiger Gäste, zumal die Teilnahme von Nichtmitgliedern der Gesellschaft zugelassen ist. Aus Wunsch versendet die Gesellschaft (Berlin. Gr. Hainbnrgerstr. :!!») ans jährliche Programme. Uordruckerei « « « Pli$$ieran$talt « « _fanta, Postgasse r. Aus der Agudas-Jsroel- Bewegung. Gießen, 11. Mai. Tie Idee der Ansbreiiung der Agudas Jisroel-Organisarion ans die Landgemeinden hat einen weiteren Fortschritt zu verzeichnen. Herr Großh. Provinzialrabbiner Tr. Hirschseld in Gießen versainmelie gestern die Lehrer seines Rabbinatsbezirks in seinem Haute, um die Vorbereitung zur Gründung von Jugendgruppen in den kleineren und größeren Landgemeinden zu besprechen. Seitens der Zentrale ii! Frankfurt a. M. waren die Herren Sekretär I. I. Braun, Joel Sänger und Hugo Weingaten erschienen. Herr Rabbiner Tr. Hirschseid begrüßte die Eschienenen, woraus Herr Braun die Tendenzen der Agudas Jisroel darlegte. In der hieraus einsetzenden regen Diskussion, an der säst all Anwesenden sich beteiligten, zeigte es sich, daß auch im Rabbinatsbzirk Gießen der G.ednnke der Sammlung der Heranwachsenden Jugend unter dein Banner der Agudoh ans srnchtbaren Boden aefallen ist. Es wurde beschlossen, während der nächsten Wochen in einer Anzahl Landgeraeindeii Jugendgrnppen zu gründen. Tie erste Provagandaversammlung findet voraussichtlich am LI. d. in Nidda und Huugetl statt. Lanzut, •־>. Mai. Gestern besuchte unsere Stadt Herr M. Schmelkes aus Krakau. Seine Anwesenheit wurde dazu benutzt, um in Eile eine Versammlung zu veranstalten. Herr Schmelkes entwickelte i» einem eindrucksvollen Vortrag die Bestrebungen der Agudas Jisroel und san'd, trotzdem anfänglich die in großer Zahl in die Versammlung eingedrungenen Zionisten durch "-!!den Lärtn Störungen Hervorriesen, reichen Bcisall lind erntete guten Ersolg. Es wurde ein Konnte zur Fortsetzung der Propaganda gebil det. au dessen Spitze die Herren Wals Kristenseid und Melech Perlmutter stehen. Tarnopol, <!. Mai. Zur Gründung einer Agudas Jisroel-Ortsgruppe und zur Porbereitung einer größeren Propaganoaversainmlnng hat sich heute hier ein Komitee gebildet, dem die Herren Juda Lwow, I. B. Seidemann. Jakob Breinnann, Moses Rapaport, Lipe Türke! und Maser Wanda angehören. Juden! verkehret nur in Lokalen in denen die ״Jüdische Bolkstimme" aufliegt.