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Jüdische Volksstimme · 1914-04-22 · Heft 15 (22.4.1914) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 15 (22.4.1914)
Date
1914-04-22
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seite 4. »,Attische SoIkSsti««e.- Nr. 16 zionistischen Tätigkeit der Jugend bemerkt man wenig, daß man sür unsere historische Heimstätte arbeitet. Mcm Wunder also, das; wir eigentlich liier nur wenig Zionsdichter haben, denn rein gefühlsmäßig ist eben der Zionismus größtenteile׳ noch nicht ersaßt worden. * # * Ter Dichter ist der Sprecher sür den Volksgedanken. Was dieses suhlt, denkt und leidet, gibt ihm ״ein Gott zu sagen". Bei den wenigen Zionsdichtcrn. die wir haben, trifft dies noch nicht zu. diese sind Vorläufer einer kommenden Epoche, in der erst das Tichtcrwort wirklich der Ausdruck sür den zionistischen Volkswillen sein wird. Jetzt sehnen und schreiben sie nur für sich. Ta׳:׳ Volk versteht sie nicht (Ich spreche hier wieder nur vom Westen!) E׳:׳ gibt Charaktere, die durch ihr Empfinden sür ein Ideal jeden eingeschlagcnen Weg verlassen. Bei solchen ideal Veranlagten ist es möglich, daß sie durch da׳:׳ Lesen von Zionsgcdichtcn van dem Idealismus derselben so bewegt werden, daß sie sich nach und nach mit der früher unvcrslandencn Bewegung befreunden oder gar sür dieselbe gewonnen werden. Solcherart ist ein Hanptgebot, Bücher zionistischer Tichtcr zu verbreiten. Zlocistis tief empfundene Gedichte werden viel zu wenig gelesen, sic sollten in keiner zionistischen Bibliothek fehlen, dann aber werden auch unsere Alten und Aeltcs.cn wieder zur Hand genommen werden. Juda Halewi. der große Zionsschwärmer wird wieder gelesen werden. Und unsere Jugend wird allmählich von dem wirk- Ischen Ideal erfocht werden, das Zion heißt und die dichtenden Juden werden jüdische Dichter, Zionsdichter werden!! üummistrümpfe kür KrampfaderiüLe in allen Qualitäten und zu konurrenzloscn Pietsen nur im GUMMIGESCHÄFT JOS. FIALA sen., Brünn, KrSna 3—5. — Maßkarten postwendend NIEDERLÄNDISCHE Lebensversicherungs - Gesellschaft, Wien I., Aspernplatz 1 im eigenen Palais, Versichertes Kapital ciika 422 Millionen. Reserve zirka MG Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht — Unser neuester Tarif mit 5% jährlich fa lender garantierter Prämie Oenaralagcntur für Wien 1.. Aspernplate I, Liiter: David Ncbenzfthl. Sub Ditcktioi■ für Prag Perdirandsstr. 20 neu Leiter Robert Gerstel. Sub Direktion fiir Lemberg. Szajnocha3, Leiter Löbcl Tauber General-Aucntur für Krakau, Moritz Griffel Krakau, Rtngpiatz 9. General-Agentur für bietitz, Schlossgraben 9, Leiter Adolf heitlirger. Hauptagenteur für Brünn, Rossitzergasse 4 Leiter: SAMUEL REINIGER. Orürmer llacfiricfitcn Indische Knltnswiihlcr! Tie am 21. April pattgesnudene Plenar-Versammlung des ״Jübischer Volksverein Theodor Hcrzl" hat den Beschluß gefaßt, sich an den am 2<l. April stattsindendeu Wahlen in den verstärkten Ausschuß uns taktischen Gründen nicht zu beteiligen und empfiehlt deshalb Wahlcnthaltung! Ter Vereins-Ausschuß. Vermählung. Sonntag, den 26. d., findet die Trauung des Irl. Kamilla Hickl. mit Herrn Moriz Eisen, Wien, statt. — Unsere herzlichsten Glückwünsche. Verlobung. Irl. Gina Kleinmann hat sich mit >?errn Jon Ncinhold, Krakau, verlobt. — tlnsere besten Glückwünsche. Tie Red. Oordruckerei « « * Plissieranstalt * « * _fanta, Posiaasse r. Arnold hickl 0000,0 Sattler!!.Tapezierer, Brünn, Kröne 24 Berichte aus Ungarn. Gcncral-Vcrsammlung der Großwardeiner Chcwra-5kadischah. Tie Großwardeiner Chewra-Kadischah hielt ant 16. d.. unter dein Vorsitze des Präses Herrn Josef Zucker, unter großer Beteiligung des Ausschusses und der Mitglieder ihre jährliche General-Versammlung. Nachdem ntan den Jahresbericht vorgelcsen und über die Schulßrechnuugen das Absolutorium erteilte, beschloß man den Friedhof mit einer Mauer zu umgeben, damit dei Sicherheit der Gräber und Grabsteine pietätvoll gewahrt werde. Tie hiesige Chewrah-Äadischah entfaltet in des Wortes edelster BedeuUmg eine jüdisch-charitative Tätigkeit. Sie unterhält ein modern eingerichtetes Spital, in welchem Kranke ohne Unterschied der Konfession gepflegt werden. Wir greifen ans dem, das Spital betreffenden Teil des Jahresberichtes folgende Posten heraus: Gepflegt wurden im verflossenen Jahre 1629 Kranke, deren Verköstigung K 28.940.09 kostete. Tterblichkeitsprozcnt war!>03׳"/«. Nach Konfessioncn waren 55°/״ der Kranken Juden, und 4ä"/״ Nichtjuden. Als sanitäre Jnvcstation sei die neue Röntgen-Abteilung erwähnt. Ferner wurde eine kostenlose Kinderambulantic für unbemittelte Kinderkranke cingesührt, welche 1700 ambulante Kinderkranke mit 2:245 Rezepte in Anspruch nahmen. Tic Ambnlantie leitet in aufopfernder Weise, kostenlos Herr Kinderarzt Dr. Eduard Ansricht. Tie General-Versammlung votiertc auf Antrag des Herrn Salomon Benedck dem Präses Zucker Tank, sür die mustergültige Leitung der Chewrah. Ben Moscheh. Bar-Kochba-Vcrein in Groß-Wardein. Wie bekannt, ist in Budapest, besonders im Kreise der Universitätshörcr eine kräftige zionistischc Bewegung int Zuge. Nun planen die aus Großwardein stammenden zionistischen Univcrsitätshörcr, auch hier einen Bar-Kochba-Derein zu gründen. Vor etwa 15 Jahren war hier mit gleichen Tendenzen ein Jehuda-Halcvi-Verein, welcher zwar aus politischen Gründen nicht unter ausgesprochen zion. Flagge segelte und mangels moralischer Unterstützung seitens der orth. Gemeinde cinging. Ben Moscheh. Giugrsendct. Aus die in der ״Allgemeinen Jüdischen Zcitung", kst'r. 04, von Herrn Obcrrabbiner Rosenbcrg, Wag-Neusladtl, Unterzeichneten Erklärung erachte ich es im Dienste der jüdischen Sache für notwendig folgendes zu erwidern: Tic konservativen Nabbinen der Statusquo-ante-jüdischcn Gemeinden in Ungarn müssen angesichts der tatsächlichen Verhältnisse ganz anderer Gesinnung sein, als Herr Obcrrabbiner Rosenberg. Es ist ganz unrichtig, daß die zu gründende Organisation der Status-quo-antc- Gemeinden für die konservativen Nabbinen und für den konservativen Geist vieler Gemeinden verhängnisvolle Umgestaltung bedeute. Im Gegenteil! Ein jeder Unbefangene, der die Verhält- Nisse mit gesunden Augen durchblickt, muß cs gestehen, daß der konservative Geist in den Stauis-guo-ante-'Geineinden unter den heutigen Verhältnissen im Schwinden begriffen ist, daß die alleinseligmachende Teorie der ungarischen Orthodoxen viele der Frommen unserer Status-guo-ante-Gemcinden 'wankend gemacht, so daß die konservativen Nabbinen der Gefahr entgcgensehen in ihren Gemeinden langsam aber sicher den Boden unter den Füßen zu verlicrcn. Tie einzige Rettung in der zwölften Stunde wäre daher nur — laut Ansicht faßt aller konservativen Nabbinen, mit Ausnahme des Benannten — die je eher zu gründende auf streng jüdisch-traditionstreucr Basis ruhende Organisation. Und indem die orthodoxe Organisation die Gemeinden nicht mögen, die Neologc wir, konservative Rabbiner, nicht und die Unorganisicrtbeit die angedeuteten ungünstigen jüdisch-rcligiöscn Verhältnisse nicht gestatten, so bleibt im wohlverstandenen Interesse des noch in nicht zu unterschätzendem Maße vorhandenen konservativen Geistes in unseren Gemeinden und im Interesse der konservativen Rabbiner nicht Anderes übrig, als die Gründung einer separaten, strengen Konservatismus atmenden Organisation, welche jede weitere Näherung zur Ncologie unmöglich machen und die konservativen Nabbinen vor Vergewaltigung seitens der entjüdischten Elemente schützen würde. Eine Organisation, welche einer gesunden jüdischen Mittel- Partei die Wege ebnet, einer Mittelpartei, die >rora im Derecherez auf ihre Fahne schreibt, die frei von jeder wie immer gearteten Einseitigkeit mit festem Willen und zielbewutzt die Richtung eines S. R. Hirsch, die Richtung einer kulturfreundlichen Orthodoxie in Ungarn, die wir bisher leider vermissen, einzuschlagen vermag. Wer also ehrlich und frei von jeder Parteilichcr und persönlicher Voreingenommenheit nur die reine jüdische Sache fördern will, kann und darf nicht der zu gründenden Organisation seine tatkräftigste Unterstützung entziehen! A'agy-Karoly, im Monate Nissan, 5674. Oberrabbiner Lazar Schönfeld. Dr.Rudolf Katbolicky -rv. Cfütt (kr כ I.cWr*. JIMUMs (kr £«s(ksir«nk(MNtM1t *ob»(: €tlte Ttrdinandsgasstand 301)ätttt£$dd$$t (• Rota Rren•) ordiniert tHgNetz »on 2 Ms 4 ö&r Rietze. ren»1Preetzt1 vr. Vtt. z Wiener Nachrichten. Die Ncür- und Lesehalle jüdischer Hochschiiker in Wien gibt Nachricht von dem Hinschciden ihres langjährigen Ehrenmitgliedes, des Herrn Lucian Brunner, lvelchcr sich durch seine hohen Verdienste um diese Korporation ein dauerndes Andenken bei derselben gesichert hat. Samstag, den 25. d., findet ein Traucrkonvcnt zu Ehren des Verstorbenen statt. Gründung eines neuen israelitischen Wohlsahrtsverbandcs. Am 8. d. fand die konstituierende General- Versammlung des neu gegründeten Vereines unter dem Namen ״Verband der iii Wieii btzstehcndcn Humanitären Vereine der galizischen Juden" statt. — Dem Verbände sind vorläufig nachstehende 6 Vereine beigetrcten: der ״Verein der Brodyer", ״Verein der Kolomeaer", ״Verein der Lcmbergcr", ״Verein der Nzeszower", ״Vorein der Tarnopoler" und der ״Verein der Tarnower". Statutenmäßig war jeder dein Verbände angehörige Verein durch je zwei Delegierte vertreten. Nachdent die Proponenten, die Herren Tr. Bear Jakobsohn Dr. Josef Zipfer, Dr. M. Kahane, Ignatz Platz und I. M. Beer der Versaminlung den Zweck des Verbairdes, bestehend in Wahrung der Interessen der Vcrbandsmitglieder auf hümanitärcm wirtschaftlichem Gebiete, eingehend auseinandcrgcseht hatten. Würde die Wahl des Ausschusses vorgenommen. — Am 15. d. konstituierte sich der Ausschuß und wurden Tr. Jakobsohn zum Präsidenten, die Herren Platz und Beer zu Vize-Präsidenten, Dr. Kahane und Tr. Wolsmann zu Schriftführern, Adolf Hecht und Isidor Willncr zu Kassieren einhellig gewählt. — Allfällige Zuschriften sind zu richten an: Tr. Mar Jakobsohn, 1., Biberstraße 11. Josef Hanus, Brunn Rudolfsgasse Nr. 25. sämtliche Damen mode waren, Bänder, Spitzen, Seiden stoffen, Posamenten und Zugehör für Damenschreider rinnen. Hundfcbau. Deutschradikales Plagiat. In seinen in den siebziger Jahren erschieneneu Kulturbildern aus ״Halbasien" rollt Karl Emil Franzos, der große jüdische Publizist die Frage der Bekämpfung des Mädchenhandels in eindrucksvoller Weise unter dem Titel ״Gouvernanten und Gespielen" auf. Diese Publikation hat diplomatisches Einschreiten seinerzeit zur Folge gehabt. Kürzlich erschien in einem Hetzblüttchcn alldeutscher Kouleur, dem ״Deutschen LÜdmährerblatt" ein Artikel, der die Leiden solcher Gouvernannten in Ungarn (gehört gelegentlich auch nach Halbasien) schildert, ganz nach dem Muster von Franzos, nur werden na-

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