Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 13 (2.4.1914)
- Date
- 1914-04-02
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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׳• ׳!״ *■4'™•^■.,‘<־י*.'^־??יז^ך Nr. 13. ״Jüdische BokfSstimme". Seite 5. malicf!" und ״Surifge'fimcn" von Asch. Auf stürmisches Verlangen des Publikums las Frau Weinstein als Zugabe eine Humoreske von Schulim-Aleichem (S'a'ligen). Ada. CARL BUCHTA Brünn Großer Platz Nr. 20 Klavier-Etablissement Größtes und reichhaltigstes Lager von Klavieren, Planlnos und Harmoniums des In- Auslandes sowohl zum Verkaufe als auch leihweise zu den kuian testen Bedingungen. Beeideter Sachverständiger. Das aktive u. passive Gemeinde- Wahlrecht der Frauen. In der kleinen schlesischen Stadt Kattowitz Habels sich die steuerzahlenden Frauen das Recht ilire Stimme bei den Rcpräsentantenwahlen der Gemeinde abzugeben, bereits erkämpft. Das Majtoiuiüer Beispiel fordert zur Nachahmung auf: der preußische Landesverein für Frauenstimmrecht beabsichtigt gemeinsam mit dem jüdt'^en Frauenbund der Berliner Gemeinde einen Antrag zu unterbreiten/ welcher das volle Gemeinde-Wahlrecht für die stenerzahlcnden grauen anstrebt. Die Zahl der letzteren beträgt in Berlin die Berliner Vertvaltungsgemeiude hat bereits vor längerer Zeit eine Statnten-Aendernng der Gemeinde-Verfassung be- Manen, um Frauen in die Verlvaltungs-Com- Mission wählen zu können. L_Eine Umfrgge, die kürzlich im Amtsblatt der Berliner jüdischen Gemeinde verlautbart wurde: ״Wie ist eine regere Teilnahme der Frauen am Gemeindeleben zu fördern?" hat bervorragende Männer der Wissenschaft angeregt, Partei für die Sache der Frauen zu nehmen. So schreibt Justizrat D. H. Veit Simon, (Mitglied der :)!epräsentanten-Versammlung): ״Wir müssen, wollen wir nicht ungerecht sein, aus der so glänzend bewährten Wirksamkeit der Frauen den Schluß ziehen, daß cs ein Gebot der Pflicht fei, den Frauen in der jiidischeu Gemeinde das Stimmrecht zu verleihen." Was Frauen bei uns in Wien auf dem Gebiete der Armen- und Waisenpflege, der Fürsorge- Erziehung, der Wohnungs- und Schulpflcgc, der Ferienkolonien, usw.. leisten, ist bekannt. Es wäre von großem Werte, wenn, da nun einmal im deutschen Reich für die Et'langung des Wahlrechtes agitiert wird, sich auch bei uns Männer und Frauen von Erfahrung zu der Frage des Frauen-Stimmrechtes in der Gemeinde äußern würden. In Nieder-Lesterreich haben steuerzahlende Frauen schon seit Jahren das Politische Recht ihre! Stimmen abzugeben: wir in der Haupt- 11. Residenzstadt Wien, wo so viele Hunderte begabtcr, unermüdet tätiger Frauen für das Gemciudewahl wirken, wir stehen hinter den einfachen Landsrauen zurück, denen das politische Recht es gestattet, sich an den Wahlen zu beteiligcn. Wenn erst die Bewegung der Wahlbarkeii der Frau ins Rollen kommt, dürfte die Zeit nicht fern sein, in der Wiens stenerzahlende Frauen dahin streben werden, ihr aktives und passives Wahlrecht in der Gemeinde auszuüben Wie viele jetzt brach liegende Kräfte, die sich gern in den Dienst der Allgemeinheit stellen, würden zu segensreicher Tätigkeit angespornt, dann viel gutes leisten! Josef Hanu§, Brunn Rudolfsgasse Nr. 25. sämtliche Damenmodewaren, Bänder, Spitzen, Seiden stoffen, Posamenten und Zugehör für Damenschneider rinnen. Oordruckerei « * PII$$Iera1t$talt « « « _fawta, Po$tga$$e r. KAFFEEGESCHAEFT Rosenbaum Liechtensteing. 1 BRÜNNy Liechtensteing. l. Itorrcfpomlcnjen. Overberg. (Bhof). Auf Einladung des Literaturvereines sprach Sonntag abends im dichtgefüllten Saale des Hotel Austria Sr. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Mar Dienemann aus Ratibor über ״R. Jochanan bcn Sakkai". In geistrecher Wese ließ er diese wichtige Persönlichkeit der jüdischen Geschichte an der Hand einiger markanten Aussprüche vor den Augen der Zuhörer erstehen. Es war ein genußreicher Abend, wofür dem Vortragenden das zahlreich erschienene Publikum am Schlüsse seines Vorträges durch herzliche Beifallskundgebung dankte. Trebitsch. Dem Jüd. Volksvereine gelang es Herrn Dr. Albert Schönhof ans Brünn für einen Vortrag zu gewinnen, der ain 2!>. März über das Tema: ״Die Zukunft des Judentums" abgehalten wurde. Lange vor Beginn war der Saal schon voll, es verdient mit besonderer Anerkennung verzeichnet zu werden, daß unsere Damen den größeren Teil des Publikums bildeten und so bewiesen, daß sie für das Judentum und seine Forderungen Interesse und Verstandnis besitzen. Herr Präs. Bodascher eröffnete die Versammlung mit ein paar einleitenden Worten und stellte den Redner vor. Beifällig begrüßt, begann Herr Tr. Albert Schönhof seine AuSführungen und wußte von allem Anfänge an, das Publikum zu fesseln und zu begeistern. Es gab wohl niemanden im Saale, der seinen trefflichen leichtfaßlichen Ausführungen über die Lage des Judentums, seine wirtschaftliche und moralische Not, über den Zionismus als einzig richtige Lösung der Judenfrage und einzig mögliche Sicherung der Judenzuknnft nicht beigepslichtet hätte. Frenetischer Beifall schloß sich an den Dank des Präsidenten für den meisterhaften Redner, der unsere Idee hier viel weiter gebracht und eine Verbindung mit unseren Brünner Gesinnungsgenossen angebahnt hat, die hoffentlich immer inniger sich gestalten wird. Glimm!Strümpfe für Krampfaderfüße in allen Qualitäten und zu konkurrenzlosen Preisen nur im GUMMIGESCHÄFT JOS. FIALA sen., Brünn, Kröne 3—5. — Maßkarten postwendend. 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Um seine zahlreiche Familie auch weiterhin redlich ernähren zu können errichtete er in Brünn. >trapfengasse Nr. 2l, eine ״Schuhreparatnr-Werkstätte" und stelle somit an die geehrten Glaubensgenosjen das höfliche Ansuchen, mich in der Weise zu unterstützen, daß Sie mir die Neparatnrcn Ihrer Schuhware übertragen. - Auf Wunsch lasse ick durch mein Personal die Schuhe holen und ins Hans ,zustellen. Hochachtungsvoll Adolf Haas, Brünn, Schnhreparatur-Werkstätte Krapfengasse 2-1. Jlundfcfiait. Ei» Bortrag über Rabbi Akiba Egcr. Im Verein für jüdische Geschichte und Literatur sprach am verg. M. Rabbiner Tr. Werner aus München über: Akiba Eger. Redner schilderte den entwickelungsgang dieses talmudischen Heroen in leuchtenden Farben. Frühzeitig kam dieser in die Jeschiba nach Breslau. Achtzehnjärig ehelichte er die Tochter eines sehr wohlhabenden Mannes aus Lifsa. Bei den früher wegen ihrer Geldgier so verschrienen reichen Juden war es Brauch, die Tochter nicht an einen reichen oder vornehmen Mann, sondern an einen mittellosen Talmudgelehrten zu verheiraten, damit er von Sorgen ungedrückt sich dem Studium des Talmud hingebe. Dieses Riesenwerk war jahrhundertelang nicht nur der Niederschlag der religiösen Lehre, sondern auch des Rechts, der Heilkunde usw. für die Judeuhejt. und die hingebende Beschäftigung damit hat sie in trüber Zeit aufgerichtet und lebensfrisch erhalten. Lernen, daß heißt dem unerschöpflichen Talmudstudium obliegen, war die stetige Losung von Akiba Eger. Darum sträubte er sich lauge zur Annahme eines RabbinateS. Seine a ll e r e r st e V e r w e n d u!1 g ervielt er in Märkisch-Friedland, danlt kam er nach Posen. An ir.00 Schüler, später mitunter andere Wege wandelnd haben zu seinen Füßen gesessen. Weit wurde sein Rat verlangt. Buchstäblich Tag und N'acht betrieb Akiba Eger das Talmudstudium. selbst bei den vielen Besuchen der Armen und ,U ranken studierte er mährend der Pausen in einer handlichen Ausgabe eines Talmudtraktes. Nicht nur Gegenstand der Seelenfreude, sondern auch großer Schmerzen war dieß für ihn geworden. In seiner Ehe, zahlreichen Familie, und auch sonst suchten Akiba Eger die Leiden bäusig auf. Aber er blieb aufrecht, unermüdlich als Gesevesforscher, im Wohltuu und als Richter bei Streitigkeiten unter Glaubensgenossen idenn unter sich hatten die Juden damals ihre eigene, auf dem rabbinischen Schriftium beruhende Gerichtsbarkeit >. Sein weiser Rat wurde auch oft von Ebristen in Anspruch genommen. Dieser Mann, von seltener sittlicher Reinheit, erfreute sich auch bei den Bebörden seltener Hochachtung. Der wunderbare Rabbiner, von der zeitgenössischeu htultur ganz unberührt, sogar des Hochdentschen und Polnischen nicht mächtig, übte einen dem heutigen Geschlecht fast unverständlichen Einfluß in der östlichen Judenbeit aus. Ebemalige Schüler, selbst wenn ganz anders gerichtet, haben auch als Greise mit lenchienden Augen des seltenen Lehrers in dankbarer Verehrung gedacht. Noch auf dem Sterbebett beschäftigte den Unermüdlichen ein Talmud traktat. Akiba wollte nichts als ein Talmndjnde sein, und bat in dieser Eigenschaft eine ieltene sittliche Piräße erreicht, welche diejenigen, die in Bosheit und Unwissenheit den Talmud schmäben, zu begreifen unfähig sind. Redner verstand es ausgezeichnet, in seiner temperamentvollen anschaulichen Weite das Bild eines Mannes zu geben, der für uns trotz des Abstandes der modernen Multiiv doch noch ein leuchtendes Vorbild sittlichen Ringens und sittlicher Größe sein kann. Das alte Sichen! wicdcrcntdeckt. Es wird be richtet: Dem österreichischen Forscher -ellu, ist es gelungen, in Palästina die statte der ->adt Sichen! zu entdecken, die in der ^biblischen Ge schichte eine große :!tolle spielt, ^ellin machte Funde aus der kanaanitiichen und svälisraelitischen und der helenistischen Zeit. Tic Kammermahlen in der Türkei. Die Wahlen in die Deputiertenkammer sind in der .rpauptstadt zu Ende. In der zweiten Wahlkurie wurde der frühere Vertreter von Saloniki. Emanuel Earasso Effendi. fast einstimmig 11111<׳ Abgeordneten von ätonstantinopel gewählt. Nach einem Telegramm aus Snmrna ist dort die Wieder- Wahl Nissim Mazliach Effendis gesichert. Außer diesen beiden jüdischen Abgeordneten dürfte die neue .Kammer nur noch ein jüdisches Mitglied zählen, nämlich einen Vertreter der jüdischen Bevölkerung in Bagdad, dessen :!tarne noch nicht feststeht. Ursprünglich hatte man angenoinnien, daß auch Shricn einen jüdischen Vertreter in die Kammer entsenden werde, doch löst der dort geltende WahlzensuS die Wahl eines jüdischen Kandidaten als sehr zweifelhaft erscheinen.