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Jüdische Volksstimme · 1914-04-02 · Heft 13 (2.4.1914) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 13 (2.4.1914)
Date
1914-04-02
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seit- 4. ״JSVische »olkssti««-.- Nr. 13 Uebcr die Vcrbandlniigcn an und für sich wäre nicht viel zu berichten. Tie Herern Telegierten bekamen diesmal vom Herrn Vorsitzenden nichts schmeichelhaftes zu hören. Es wurde ihnen znin Vorwurf gemacht, das; die Angaben der (Gemeinden in oe» meisten Fällen nicht den Tatsachen entsprechen, ja das; direkt unwahre Angaben geinacht werden, um das .gnraiorinm;n beeinslnsten, die Tnbventionen eventuell zu erhöhen. Es lvnrde auch viel von einer Diener- »!oral" gesprochen. Tonst ging es so ziemlich nach der alten Dchablane zu. Tie kleine Tebatte, die sich bei einzelnen Punkten ergab, verantaßte den Herrn Vorsitzenden;11 der Bemerkung. das; es bisher eine derartige Tebatie nicht gegeben l,abe. Ans dem Rechenschasrsberichtc ist zu entnehmen, das; die Art und Weise der Verwaltung des (Geldes keine gute ist. Tas Vermögen des Landesmassasondes betrügt K 2,284.0;78 .ה. Nach dem Fonds-Erträgniskonio trügt dieses Kapital eca 1"/״. Wir glaubei, denn doch, das; bei einer halbwegs rationellen Wirtschaft in einem Satire, mit einem so ho- Iie» Iiussnße, wie es das verflossene war, ein ganz anderes Erträgnis erzielt Hütte werden Ein Tchmerzenskind des Landes Massasondes ist die unter der Aegide des Herrn Hafrates Tpiher und Veiziehnng des Herrn Onezin! als Tachverslündigen geschaffene Pensions-Versichernng der Hiiltnsbeamten. Wir liaben seinerzeit diese Versiebernng ans das allerhestigste belampst, haben nachgewiesen, das; noch nie ein derartig schlechter Vertrag geschlossen wurde. Leider liaben wir in jeder Beziehung Nccht bebalten. Immer mehr und mehr bricht sich bei den Delegierten die Erkenntnis Palm, das; die Ko- 1'ten der Versicherung, die der Landes-Maisasond tiltusgeineinden zu bezahlen baben, in ׳rbnltnis zu den Be über diesen sehr i uter ten :f demnächst von ei ieckmik inen Artikel bringe noch zu einem Pu :!in. Knliiisge e bat vor 10 Jabren in d, ein Hans!!»1 den Betrag von 70.000 K an gekaust. Durch Jalire >'!,1d tausende Kronen insolae vorgenominener Neparainren und Adaptierungen investier! Warden. Tnrch viele Jabre hindurch nvrden tausende >i rauen abgeschrieben. Im Henrigen Jalire allein wurde der Beschluß gesasst, 2200 K ab;!.schreiben. Tas Haus Iiäite nun einen biiebermüstigen Wert von l2.00!> K.;K'achdem j״ Brünn lsrnnd und Baden seit 17 wahren um .״/"100 0«־ gestiegen in. sollte man glauben, das; das Hans mit Leichiigkeii, zu einem bedeutend höheren Werte, an Mann zu bringen ist. Aber weil geseblt. Herr Tr. Tpitzer!eilte mit, das; man um das Hans tu dem sebigen Buchwerte zu verkanren. noch gröstere Investitionen sür Reparaturen machen miisie. Nach dem Aiisgesübrten lvnrde das Hans vom Kuratorium des mäbr. Landes-Massafondes ״in 20 -27.001, K beim Kaufe überzablt.Wir ,ragen, kann man zu einem Kuratorium, das in dieser Weise vorgeht, das notwendige Vertrauen haben? Es wäre unbedingt noitvendig zu wissen inner tvelchen Bedingungen Hnpothekardarleben ver!selten wurden. Wir werden noch Gelegenbeit nehmen, aut den Reckmtmgsabschlnß im allaemeinen, sowie ans die einzelnen Punkte im Ges ü; ä s l s b e r i ch t e z u r ü ck; u k o m m e n. מערת Prima Mazzoth offeriert für Gemeinden und Wiederverkäufer die seil 38 Jahren bestehende u. beslrenonmiierte, unter strengster Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der Kultusgemeinde Wien;stehende Mazzoth-Fabrik E. Friedmann’s Eidam ADOLF SCHMIEDL Fabrik: Wien, XXI, Kaiserin Elisabethg. 19. Verkaufslokal: I. Augustengasse Nr. 4. Mehl aus der Budapester Walzmühle. תעשה תחת השנהת הי־־בני־ם דשומרי היית. Oie beste Quelle für den Einkauf von feiner flerrenniäeilie ist und bleibt Brünn, Ferdinandsgasse 21, I. Stock Kleine Regie! Kleine Preisei Preislisten gratis und franko. Das jüdische Wien. Und wieder die Gemeinderatswahlen! Die Liberalen ״unter sich" sind uneinig. Tie Altliberaten unter Führung des Hofrates Kuranda sind inil der radikalen Kampfesweise gegen die Ehrisilichsozialen nicht ,zufrieden und'verlanglen überdies eine Vertretung ״ihrer Konfession". Ta hat sich auch die jüdische Presse der Gemeinderatswahlen erinnert und jammert über die Uneinigkeit im Lager des Freisinnes und über die Inrücksetzung der Juden in der Partei. Auch die Iioniften ruhten nicht. Tie Wahlen im ersten Wahlkörpcr überraschten uns mit der Kandidatnr des, freilich oft deutsch-schillerdcn, Gg. j Börsenrat Adolf Brecher. Am Aufrufe für diescn Kandidaten prangte die Unterschrift des ״Kiiltnsvorsteli^es" Tr. Jakob Ehrlich. Tr. Ehrlich ist Obmann des jüdischen Nationalvereines sür Oesterreich. Ob nicht dieser Verein den Gemeinderatstvahlen näher steht als der Kultus- Vorstand wollen wir beiseite lassen. Aber, das; die Iioniften sich i» de» ersten Wahlkörper! flüchteten' ist charakteristisch für die Wiener. Donnerstag, den 20. v. Ni., fand die Haupt- Versammlung der ״Zentralstelle für jüdisches Armenwesen" statt. Tie Zentralstelle hat die!Ausgabe sür die Zentralisierung und Thsteinisie- |ן)111ת der Wohltätigkeits-Organisationen zu sor-! Tie jüdische Wohltätigkeit betrifft in Wien!mehrere Millionen jährlich und hat ungeheuere! Ausgaben vor sich. Wien ist die dem Osten nächst- > liegende tvesiliche Großstadt. Tiefer Umstand sowie auch, das; hier ein sehr großes Judenzentrnm besteht, fördert und erleichtert die Inwandernng jüdischer Armen und Kranken aus den östlichen Ländern, obwohl das Elend in der Wiener Fudenschaft schon durch ihre merkwürdige Ttellung im Wirtschaftsleben eine unglanb-!!che Ausdehnung bat. Eine shstematische von sozialpolitischen Prinzipien geleitete Plmlantropie könnte sich hier unsterbliche Verdienste um das ganze jüdische Volk Tarmn bin ich in bester Erwartung zu dieser Versammlung gegangen. Obtvohl ich von Vorurteilen gänzlich frei bin und der Wohltätigkeit der Westjnden volle Anerkennung weiß, bin ich bitter enttäuscht worden. Nicht das mindeste Verständnis für die Ursachen und Ausbreitung des Massenelends unter den Juden haben die Vertreter der 20 der Ientralstelle angeschlossenen Vereine gezeigt. Nicht ein Wort haben die Tamen und Herren dort zugunsten der verschämten und verborgenen Armen gesunden. ״Tic lästigen 'Bettler und Tckmorrer ans den Osten" das war der Ton der Versammlung, ״wie wird man dieser Tchnorrcr los" war der Refrain aller Reden vom Präsidenten Tr. Gustav Kahn bis auf die Vertreter der israelitischen Union und die der anderen Vereine. ״Ten ga^izischen ärztlichen und Armntszcngnissen dürfe nicht der mindeste Glaube geschenkt werden." Tiefe schreckliche Verläumdnng Vonseiten fast aller Redner blieb unwiederwrochen. Nur der Vertreter der ״Ein- Ihm';", ich glaube, Herr Hofbaner jun.. lispelte seiner Nachbarin zu: ״Pfui, das ist nicht jüdisch. To wird ja nicht einmal der Weißkirchner sprceben". Tantit hat er ein nur allzu richtiges Urteil über diese ״Wohltäter" gefällt. Freilich hat er nicht den Mut gesunden es den Herren öffentlich zu sage». Wenn wir auch nicht verkennen, daß die jüd. Wohltätigkeit in Wien überlastet ist und oft minbrancht wird, konnte der Ton der Nersammlnng in uns nur Empörung und Verachtung gegen diese Art Wohltäter wachrufen. Ter jüdische Handlungsgehilfen - Verband hielt Sonntag, den 20. v. M., seine diesjährige Telegierten-Versammlung ab. Der Versammlung, die von!> Uhr früh bis spät in den Mend dauerte, wohnten 38 Delegierte, Vertreter der Presse, sowie ein zahlreiches Auditorium bei. Es waren Delegierte aus.Wien, Brünn, Graz, Mäbr.-Ostran, Göding, Proßnitz. Boskowitz, Hradisch. Tombrau, Orlau, Freistadt, Bielitz u. Teschcn erschienen. Der Bericht konstatiert ein allmachickies Anwachsen des Verbandes auf 700 Mitglieder. Im Berichtsjahre sind 0 neue Grup- Pen begründet worden, sowie die Gründung mehrerer, die erst in nächster Zeit zustande kennmen wird, in Angriff genommen. In Freistadt verfügt der Verband über die Majorität jn der .Krankenkassa sowie im Gehilfen-Grcmium. _ Ter Stellenvermittlung waren 180 offene Oteilen gegen 228 Bewerber gemeldet. 00 Vermittlnngen wurden erfolgreich durchgeführt. Tie Re-^'chutz-S-ektionen haben recht zahlreiche Erfolge aufzuweiscn. Ebenso wurden in einzelnen Ttädten wirtschaftliche Aktionen, wie 7 Uhrsperre, Urlaub u. a. erfolgreich durchgeführt. 08 Versammlungen, zahlreiche Vorträge'und Kurse sorgten für die Aufklärung und Bildung der Mitglieder. Mehrere Flugschriften sowie das Monatsorgan unterstützten die Ngitationsarbeit des Verbandes. Ucbcrdics wurde eine besondere Jngendscktwn zur Ausbildung der Praktikanten begründet, die bereits mehrere Gruppen zählt. Jn Wien hat der Verband bei den Grcmial- Wahlen einen verhältnißmäßig schönen Erfolg aufzuweiscn. Jn der Debatte wurde das Verhalten der Wiener jüdischen und zionistischen Organisationeu dem Verbände gegenüber besonders getadelt und die Ansklärung dieser Organisationen über die Bedeutung und Wichtigkeit des jüdischen Handlnngsgehilfeuverbandes, sowie eine nähere Verbindung mit diesen Organisationen gcforder!. Auch wurde über Vorbereitnngsarbeitcn in Olmüv, Ung.-Brod, Gaha und Troppau berichtet. Dem abtretenden Vorstände, sowie der Kassavcrwaltung und Redaktion wurde einstimmig das Absolutorium erteilt. Nach dem Referate des Gg. Grünhnt über Stcllnngsvermittlung wurde die Reorganisation dieser Institution beschlossen. Tem Erlernen der Landessprachen (besonders Böhmisch) sowie dem Boßkotte jüdischer Handclsangeftcllter auch durch jüdische Firmen wird besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden. Beim Punkte Organisation über den die Gg. Fried und Tkraus; referierten, wurde eine Kreiseintcilung für Mähren festgelegt sowie die Organisierung der weiblichen Angestellten beschlossen, lieber ״Agitation" referiert Herr Gg. Loewensolm, über ״Presse" Gg. Deutsch. Das Verbandsorgan (״Der jüd. Handlungsgehilfe") soll durch eine Rubrik für die Jugendbewegung bereichert werden. Zum Obmaiine des Perbandes lvnrde Herr Keßler (zum l. Male) wiedergelvählt. Tonntag, den 21. v. M.. feierte der ״Verein jüdische, jugendlicher Arbeiter" seine 11jährige Gründungsfeier. Jn diesen 11 Jahren hat der Verein, obgleich ans eigene Kräfte angelviescn, eine fruchtbare Tätigkeit auf dem Gebiete der Bildung und Erziehung jüd. Lehrlinge und Praktikanten entfaltet. Die Feier verlief sehr würdig und die Darbietungen der jungen Tänger und Rezitatoren erfreuten sich eines besondereu Beifalles. Ter ״Verein jüd. Ttndenten ans Rußland" veranstaltete am Tamstag, den 28. v. M., einen musikalischen deklamatorischen Abend. Unter den zahlreich Erschienenen bemerkte man auch Herrn Kohan Bernstein ans Petersburg. Die musikalischcn Darbietungen des Frl Lola Thesi (Violin), Frl. Kokurcskn (Klavier), sowie die Volkslieber des Herrn Miloslawski übertrafen alle künstlerischen Erwartungen. Frau Weinstein (Jüd. Bühne) rezitierte Bialiks ״Grininke Boif 4 f i, X

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