Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 12 (27.3.1914)
- Date
- 1914-03-27
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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״Jüdische BolkSstimme." Nr. 12. Seite 4. nrral-VcrsainmInnil des Jüdischen Vereines ״Einheit" Nitucllc Mensa Aeadcmica und Speischallcn statt. Dem :NcÄcnschaftsbcrichtc dieser eminent wichtigen Jnstitu- >ion entnehmen wir: Der Umsatz des Vereines hat sich von :W1.14S K des Wahres 1909 ans 210.545 K des Iahuc- 1913 gesteigert. Die Zahl der täglichen Bcspcisungcn I,at sich uni 225 dem Vorjahre gegenüber vermehrt und betrug.sin.Berichtsjahre. 11(>5. Iin ganzen ^,ahrc wurden 425.413 Personen bespeist. Fast die gesamten Unkosicii lverdcn durch bc.n Erlös gedeckt. Ter Vorsitzende tonstalicet, dah im Berichtsjahre alte Schulden gedeckt wurden niid sogar ein kleines Ersparnis von mehr als 0000 K gemacht wurde. Obmann Herr Bernhard Hosbaucr gedenkt der verstorbene» Mitglieder und bcgrühi die Erietiieuene», u. ztv. die Herren: Dr. Schreiber, als Vertrcter der .9ultnSge»1einde, Sekretär Fleischer von der Jstaelinschen Union, Gemcindcrat Schwarz, Hillcr, Nabbliier Dr. Grumvald, Rabbiner Owldschlag, Vertreter der .,Jüdischen Volkkstimmc" und der ״Lcstcrrcichischcn Ä'ochenschrist", sotvie viele andere. Zur Erbauung eines eigenen Heimes -sind von ungenannt sein Wollenden cingclaufen 2 Bausteine zu ,009 K und 2 zu 500 K. VIm allgemeinen 5iranke»hause lvird jetzt eine .Ooscher-Vlbteilnng errichtet, die vom Pereine besorgt lvird. Ebenso liefert der Verein die .koscherspeisen in das Polizeigesängnis und in die Strasanstalteu. In vielen Städten!Berlin, Frankfurt, Brünn) wird jetzt die Gründung ähnlicher Iuslitlitione» nach dem Wiener Muster in Vingriff genommen. Vluf Antrag des Revisor Inch-:- lvird der Leitung einstimmig das Vlbsolntorium erteilt. Der Vertreter der .Oultusgcmeinde Dr. Schreiber, betont die sittlichen und moralischen Erfolge, die der Verein durch seine scheinbar materiellen Leistungen eniszniveiseii bat. Durch Ersetzen des IamilientischcS tverde das Ziisaminengebvrigkeitsgefnh! der Jugend gettäelt. Sekretär Ile sicher erinnert, das; der Verein der jübischen Studentenschaft beigesprunge» sei als der Barbarismns der aiidcrSnationaien ihnen die Tore der allgeineitien Vien sei schlos; und die jüd. Jugend geradezu vor einer .Katastrophe stand. Der Verein erleichtere den jitd. Eltern, die durch Opferwilligkeil bekannt sind, ihre Entbehrungen uitd verdiene darum schon besondere Vlusmerl samkeit. Hosrat Dr. Schlag dankt dem Vorstände für daö atisopferungsvolle und segensreiche Wirken und fordert die Versaminlnng ans als;,,liiiitmmtm; zu seinen VluSsübrnngeii sich von den Sitzen zu erbeben. Pros. Vintscherl gedenkt der ivürdevollen Ieiernng des Liier- und SntkotbsesleS sowie des Siiddnsch am Ileitag-VIbend, der die Zntranlichteit besonders erhöbt. Es sprachen noch Prof. Rabbiner :,!eich, Dr. Schreider und andere, Ivoranf die aus dem Vorstände ansgeschiedenen :Mitglieder, die Herren: Dr. Neiningcr, Eiger nitd Schiss einiliittniig iviedcrgewähll lvurden. r'.'JC Prima Mazzoth offeriert für Gemeinden und Wiederverkäufer die seit 38 Jahren bestehende u. bestrenommierte, unter strengster Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der Kuttusgemeinde Wien [stehende Mazzoth-Fabrik des E. Friedmann’s Eidam ADOLF SCHMIEDL Fabrik: Wien, XXI., Kaiserin Elisabethg. 19. Verkaufslokal: I. Augustengasse Nr. 4. Mehl aus der Budapester Walzmühle. הנעשה תרות רדבגהת הרבנים דיגדמדי הרת. Bestellungen auf Mazzes sowie Osterware nimmt entgegen: Frau I. Baran, Brünn ^״--^-ekstrasse «ßriinncr Nachrichten. Trauung. Dienstag. den Ol. Mürz findet in Boden Oie Trauung des Herrn Emanuel Neugasser, tlosetier, mit Frl. Rudi Reif, ons Boden, sion. Unsere denen Glückwünsche. Prüfung ,in der Bibelschulc des Bcrcincs ״Machsikc Hadas". Rn den Ehol-hamoedtagen des Pessachfesies finden 011 der Bi de!schule des Vereines Machsike Hadas die Prüfungen flott. Vereinigung östlicher jüd. Hochschüler. Die zionistische Gruppe bei der Bereinigung der östl. Jüdischen Hochsckstiler in Brünn erlaubt sich das Ergebnis der Ausschustwahlcn für das Sommersemestcr —14 zur Kenntnis zu bringen: cond. mcch. T. Lichtenstein-Präscs, ing. E. Tubinskp-Tchriftführ., mech. N. Korsnnsky-Äassier. Goldene Hochzeit. Herr Jesaias Wellisch beging mit feiner Gattin in voller Rüstigkeit das ׳Heft der Goldenen Hochzet. Wir wünschen dem Jubelpaare ein ad meo wecsrim fchono. Lpciscvcrcin ״Einheit". In Angelegenheit des zu gründenden Tpeiscvereincs ״Einheit" findet in den nächsten Tagen eine allgemeine Befprechnng der Interessenten statt. Personen, dir an den Beratungen tcilzunehmen wünschen, werden gebeten, ihre Adressen Herrn Mar Hickl, Nedoktenr, Ndlergasse 0, mitzuteilcn. Israelitischer Krankcuvcrcin ״Biknr Eholim" in Brünn. Tie diesjährige Gencral-Bcrsammlung findet Tonntag, den 20. März, um 10 Uhr vormittags im Titzungssaale der isr. Kultusgemcindc, Thercsienglacis Nr. 11, statt. Tie Mitglieder werden ersucht, sich zahlreich zu beteiligen. Gencral-Bcrsamntlung des Vereines ״Machfifc Ha da st". Dienstag, den 1-1. April 1014, um S 111,1• abends, findet im Bereinslokale Adlerg. N'r. 12, die diesjährige General-Versammlung statt. 28jährigcs Amtsjubiläum. Am Tamstag, den 1-1. d., feierte der Organist der isr. Kultusgemeinde in Brünn, Herr Tigmnnd Werner, sein 28jähr. Amtsjubiläum. Aus diesem Anlässe wurde zu Ehren des Jubilars ein besonders feierlicher Gottesdienst — unter der Leitung des Hrn. Oberkantor und Chordirektor Josef Heller, veranstaltet. -- Nach dem Gottesdienste versammelken sich, unter Führung des Herrn Oberkantor Heller, das ganze Personal im Titzungssaale des Tempelgebändcs und in Anwesenheit -Tr. Ehrwürden des Herrn Rabbiner Tr. Levh, des Herrn Präsidenten Leopold Bauer und des Obmannes der Kultussektion Herrn Gustav Tandler, sowie zahlreicher Festgäste, hielt Herr Oderkantor Heller an den Jubilar, eine sehr herzliche Ansprache und überreichte ihm einen wertvollen Ring als Zeichen seiner besonderen Wertschäpung. Im N'amen des Chorpersonals überreichte Herr Kantor Goldmann dem Jubilar eine Tilderkasette mit Widmung. Vom Kultusvorsiand erhielt Herr Werner eine sehr ehrende Zuschrift, uedst einer ansehnlichen Ehrengabe. Abend, fand, zu Ehren des Jubilars, eine gesellige Znsanimenknnst, im Restaurant Tonatb statt, wo durch abwechslungsreiche musikalischr Borträge, und der ungemein gelungenen Rede des Herrn Oberkantors Heller, das Fest einen sein׳ schönen und würdigen Abschluß fand. Herrn Werner wird dieser Ehrentag, als eine unvcrlöjchliche und angenehme Erinnerung für immer bleiben. vr. Rudolf KatDoficky gm. Letter der 1. clttrg. JIMeilRttg Ser Etadetkraitkf 1tan»t«lt «Mat: Ecke Jerdinandssasse und lodannergarre <-״«« ordfnfeit tSgUctz von 2 vir 4 Uhr naebv. Fenirpfeeber »r SOS. ג Prager Brief. Sehr geehrter Herr Redakteur! Am tf. März fand das von sämtlichen jüd.- nationalen Organisationen veranstaltete Volksfest ״Frühling in Palästina" statt. Ter Erfolg überlraf noch weit alle Erwartungen, die man nach den großzügigen Vorbereitungen hegen durfte. Das große Tamcn- und Hcrrenkomitc, dem etwa 200 Personen angehörten, sah seine mühevolle Arbeit reichlich gelohnt: Mehr als 2500 K fliesten als Reinerträgnis dem hebräischeu Tchnlwerk zu. Insbesondere׳ gebürt Herrn Pros. Tr. Alfred Engel uneingeschränktes Lob, der als Initiator des Festes wochenlang eine Tätigkeit entfaltete, deren Intensität für jemand, der sie nicht mitangesehen, kaum abzuschätzen ist. Das sei auf die Gefahr hin geschrieben, dast Dr. Engel unwillig wird; denn er mag Lobeserhebungen nicht. Die beiden Säle der Produktenbörse boten ein farbenprächtiges Bild. Da gab es ein Bier-, Wein-, Äaffezelt, Tombola, Glücksrad, Verkaussbuden des Vczalel, des Jüd. Verlags. Den schönsten Effekt aber erzielte diese Menge von gewiß. 1500, sichtlich srohqestimmten Menschen, die zwischen 3 Uhr nachmittags und 2 Uhr nachts unabläsiig durch die Räume flutete. Mit Darbietungen der verschiedensten Art wurde nicht gekargt. Nachmittags hörte man eine niedliche Kindersymphonic, man sah mit viel Freude die strammen, kleinen Zöglinge des jüd. Turnvereines turnen, man ließ sich auch einige harmlose Scherze des Kinetophons gefallen. Abends wurden auch anspruchsvollere Leute befriedigt: ein Prolog des Al. Eharisi; Nosenfeld-Vrchlicky; ein biblisches Festspiel von Felir Seidcmann; Borführungen der Mustcrriege des Jüd. Turnvereines, die brausenden Beifall auslösten. Am 18. Mürz veranstaltete der Jüd. Frauenverein zur Feier des Purim für die Kleinen ein gelungenes Kostümfest. TerChronist ist ein Sklave der Ereignisse; wie sie geschehen, must er sic vermerken. Sehen Tie den Zusammenhang mit dem, was oben bcrichtet ist, nicht anders, als durch die Reihenfolge der Ereignungen gegeben. Wir betrauern den Verlust einer ausgczeichneten Gesinnungsgenossin. Am 10. März verschied Frau Sophie Noubitschek, eine der erstcn Frauen in Prag, die sich mit ihrer ganzen Persönlichkeit in den Dienst des zionistischen Gedankens gestellt hat. Sic war Begründerin des Jüdischen Frauenvereines, lange Jahre Präsidentin, bezw. Ehvenpräsidentin. Die Bestattung erfolgte am 12. März auf dem Straschnitzer Friedhof. Für hie zionistischen Freunde sprach Herr Filipp Lebcnhart Worte ehrenden Gedcnkens. Grz. CARL BUCHTA Brünn Großer Platz Nr. 20 Klavier-Etablissement Größtes und reichhaltigstes Lager von Klavieren! Pianlnos und Harmoniums des In- Auslandes sowohl zum Verkaufe als auch leihweise zu den kulan testen Bedingungen. Beeideter Sachverständiger. Uordruckcrei « « « Plissieranstalt « _fawta, Postgasse 2. Kartell jüd. akad. Rede- und Lesehallen Oesterreichs. Am lo. März fand in Brünn die erste Delegiertentagung statt, bei der die Präsidien der drei Hallen (Brünn, Prag. Wien) anwesend woreu. Den Verhandlungen lagen die Referate: ״Die Aufgabe des Kartells" (cand. chem. Akiwa Büchner, Wien) und ״Erziehungsarbeit der Hallen" zu Grunde. Nach eingehender Aussprache wurde folgende Resolution angenommen (IUC. Moritz Grzyb, Prag): Der Kartelltag konstatiert einen der Hauptsache nach gleichen Charakter der Hallen. Die Wesentlichste Ausgabe der Hallen zielt dahin, eine Verjüdischung des Wesens der Mitglieder herbeizusühren. Die Mittel hiezu sind intensive Arbeit in jüdischer Geschichte, Literatur, umfassende Informationen über die das Judentum beherrschenden Strömungen. An dieser Arbeit teilzunchmen werden die Mitglieder bei der Aufnahme hausordnungsmäßig verpflichtet. In jeder Halle besteht eine zion. Sektion, die der zion. Organisation cingcgliedcrt ist." — Tie weitere Besprechung bezog sich namentlich auf Vorarbeiten für die durch das .Karteil zu begründende Zeitschrift: ״Der jüdische Student".