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Jüdische Volksstimme · 1914-03-27 · Heft 12 (27.3.1914) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 12 (27.3.1914)
Date
1914-03-27
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Nr. 12. Wiener JUacftricfitcn. Schönlatern-Bethaus-Berein 1., Schönlatorncjafic 0. Sonntag, den 20. März, um 10 Uhr vormittags findet die ordentliche General-Verfammlung im Sihungssaale der isr. Kultusgemeinde, Wien,1 ׳., Seitenstettengasse 2, statt. — Tagesordnung: 1. Eröffnung und Begrüßung. 2. Rechenschaftsbericht des Vorstandes. 8. Kassabericht. 4. Bericht der Revisoren. 5. Neuwahlen. Es gelangt der gesamte Vorstand zur Neliwahl. Ebenso gelangt die Stelle der zwei Revisoren zux Wahl. 6. Diskussion über eventuelle Anträge und Anfragen.. Schantnrneu des Jüdischen Turnvereines Favoriten. Das diesjährige Schauturnen des Jüdischen Turnvereines Favoriten wurde am 14. März 1014 (10. Adar 5704) im großen Saale des Arbciterheimes abgehalten. An tausend Personen füllten die festlich geschmückten Räum- und begleiteten den Fortgang des Festes mit freudiger Anteilnahme. Dre junge Verein hatte sich nickst getäuscht, wenn er für seine schönen Bestrebungen allgemeines Interesse voranssctzte. Was gut jüdisch fühlte in unserem Bezirke war gekommen und so vereinigte dieser Abend die ältere und jüngere Generation in gleicher Begeisterung für die jüdische Sache. Und wer da ans den Znschauertribüneu nachdenken mochte, was denn aus dieser Schar turnender Juden, so stramme jüdische Turner gemacht habe, dem wird die Antwort, wenn er die Augen zum Bilde Theodor Hcrzls hob, das von der Stirnwand des Saales herabblickte. Diese Stimmung kam beredt zum Ausdrucke in einer begeisterten Ansprache die Herr Rabbiner Dr. A. L. Mandl, an die Turner und Turnerinnen richtete. Er gedachte mit Anerkennung des guten jüdischen Geistes, der unsere Turnerschast beseelt, der ihr Werk in den Dienst idealsten Strebens in den Dienst der nationalen Wiedergeburt stellte. Diese Worte unseres verehrten Rabbiners klangen wie eine Ausführung der älteren Generation mit dem Judentum, wie wir cs meinen und cs lag darin auch eine Anerkennung jener Ideen, die die Heranwachsende Generation znm Judentumc zurückgeführt haben. Tie turnerischen Darbietungen des Festes standen auf hohem Niveau. Was der unermüdliche Tnrnleiter dieses Vereines, cand. mcd. Ad. da zeigte, was er in den kurzen 8 Iahreu, die der Turnverein besteht, geschaffen hat, daran läßt sich ermessen, was geleistet werden kann, wenn Begeisterung und Selbstverleugnung sich in den Dienst der guten Sache stellen. Da marschierten an 80 Kinder im Alter von 0—14 Jabren hebräische Lieder singend in den Saal und zeigten in wohldiszipliniertem Zusammenwirken an Geräten und in Freiübungen bewundernswerte Leistungen. Die erwachsenen Turner und Turnerinnen vollsührten zu den Klängen des Scham ba-arez" kombinierte Hebungen mit Keule» und Fahnen. Und unermüdlicher Beifall begleitete dann auch ihre Darbietungen an den Geräten. Aufmerksamkeit erregten auch die Leistnngen der alten Hcrrenriege, die sowohl an den Freiübungen als am Geräteturnen Anteil nahm. Es war fast 1 Uhr nachts, als das schöne e^trnfest zu Ende ging. Ein fröhlicher Tanz schloß sich an, der die Turnerschaft mit ihren Gästen bis zum Morgen znsammenhielt. St. Dränung. Sonntag, den 22. März fand in Wien die Trauung unseres Gg. Ing. Dominik Wiesner mit Frl. Amalie Kaufmann, Tochter der Frau Tr. Rosa Kaufmann in Wien statt. — Unsere besten Glückwünsche. Die Red. Verlobung. Unser Gg. Herr Ing. Wilhelm Singer aus Ung.-Brod, hat sich mit Frl. Grete Lölvy, Tochter des Herrn Bernhard Löwy von der Firma Gestaettner und Comp., verlobt. — Unsere besten Glückwünsche. Jugendbund Misrachi. Am Pnrimabend veranstaltete der Jngeudbnnd Misrachi einen Festabend, der einen schönen Verlauf nahm und sich eines zahlreichen Besuches erfreute . Dr. Grunwald und Rabbiner Kramer hielten Anstachen. Herr Ober-Kontor Morgenstern . und Hr. Oberkantor Müller erfreuten das Pnblikmn duck! schöne Gesangsvorträge. Vollstes Lob gebürt Herrn Pinkas für das Arrangement. ״Jüdische ®olfsfttrame". Seite 5. Emanucl Frankel Ober-Kantor des polnischeu Tempels. Nu Stelle des verstorbenen Ober- Kantors Mayer Scharr wurde Herr Emanucl Fränkl, Tyrnau, zunr Ober-Kantor der Synagoge Beth Israel, einstimmig gewählt. Herr Fränkl verfügt über eine erstklassige, klangvolle Tcnorstimme, hat einen ausgezeichneten Vortrag. Ter neue Ober-Kantor ist 20 Jahre alt, ein Hörer der Preßbnrger Jeschiwa. Vorige Woche am Freitag, Abend wurde Herr Fränkl in sein neues Amt in feierlicher Weise eingeführt. Ter Obmann Herr Jolles und Herr Rabbiner Mayersohn hielten im Festsaale in Anwesenheit des gesamten Tempelvorstandes Ansprachen. Hieraus geleitete der Vorstand den neuen Scheliach-Zibur in׳ die hellerleuchtete Synagoge. Die Gebete verrichtete der neue Ober-Kantor in direkt meister- Hafter Weise und war das Publikum von seinem künstlerischen Vorträge begeistert. Josef Hanu§, Brunn Rudolfsgasse Nr. 28. sämtliche Damenmodtwaren, Bänder, Spitzen, Seiden stoffen, Posamenten und Zugehör für Damenschneider rinnen. Jtomjponden^n. Marienbad. Samstag, den 14. d., fand über Anregung Sr. Ehrw. des Herrn Rabbiner Dr. Diamant im großen Variete-Saal des Hotel Kontinental eine überaus gelungene Purimfeier statt, welche dem Regisseur Herrn Ernst Stingl zur besonderen Ehre gereichte. Die aufgeführte Einakter fanden ungeteilten Beifall und die Darbietnngen hätten jedem Berufsschauspieler zur Ehre gereicht. An dieser Feier schloß sich Sonntag nachmittags ein großes Purim-Kinderfest, dessen Arrangement in den Händen des Herrn Rabbiners stand. Tie überaus zahlreich Erschieneuen waren von den Darbietungen, hnmoristischeu Duetten, und TlMterspiel entzückt und lohnten die Leistungen der Kinder mit stürmischeu Beifall. Buketts und Torten. Mehr als 80 Kinder erhielten sodann an der langen Tafel eine Gratisjanse und vergnügten sich bis in später Abendstunde bei Spiel, ^anz und Tombola. Von dem beträchtlichen Reingewinn erhielten die Armen des Ortes und der Umgebung einige hundert Kronen und 104 Kronen wurden der Jngendbibliothek zngeführt. — Vergangene Woche spendeten Herr Tempelvorsteher Franz Beck und Frau Gemahlin, ferner Herr und Frau A. Holub je ein herrliches Thoramäntelchen für unser Gotteshaus, nachdem vor kurzem Herr u. Frau Emil Baruch einen reizenden Silberschmuck Herr und Frau Direktor Levi einen prächtigen, goldgestickten Tischpolster. Herr Hugo Holub eine Tischdecke und Frau Rosa Holub ein sehr kostbares, särbiges Doppelfenster unserem Tempel widmeten. Weitere Spenden solle ndeiniiächst folgen. Gott lohne allen Spendern ihr gottgefällst ges Wirken. — In den lebten Tagen fand hier unter Beteiligung aller Gemeindemitglieder, wie alljährlich, eine öffentliche NeligionSprüfung statt. Die Kinder überraschten sehr angenehm mit ihren vortrefflichen Antworten und Kultus- Vorsteher Herr Otto Wolfner dankte dem Herrn Rabbiner in warmen Worten für die schöne Erfolge seines Unterrichtes und ermahnte die Kin der zum Festhalten an den erhabenen Lehren unserer heil. Religion, wie sie ihnen vom Herrn Rabbiner gelehrt werden, aus daß sie einst dem Judentum zur Ehre gereichen. In, Namen des Vorstandes wurde allen Kindern zur aitgench men Erinnerung an diese Prüfung je c: Buch überreicht. Taruwar.?(nt 22. b., wurde unser allbeliebter und allgemein verehrter Rabbiner Herr Dr. Moriz Frankfurter per Acclaniation zum Oberabbiner der Vinkovcier isr. Knltnsgemeinde gewählt. Herr Tr. Frankfurter wirkt seit fast sieben Iahen in konservativem Sinne und sind die traditionellen Einrichtungen unserer Ge meinde hauptsächlich seinem mutvollen Eintreten für das unverfälschte Jndentnm zu verdanken. Sein nnetgennübiges. prinzipientrenes Wirken hat Herrn Dr. Frankfurter die Achtung aller abgerungen und die anfängliche Gegnerschaft in treue Anhänger und Freunde umgewandelt. In allen Kreisen der hieß Gesellschaft — bei Juden und Nichtjuden — wird der Abgang des Herrn Tr. Frankfurter lebhaft bedauert und die besten Wünsche aller geleiten ihn für seinen neuen vergrößerten Wirkungskreis. Wir rufen ihm ans vollen Herzen zu: •חזק ואמץ KAFFEEGESCHAEFT Rosenbaum Liechtensteins. 1 BRÜNNy Liecntensteing. 1. Jtundfcftau. Die Kammcrwahlen in der Türkei. Die Wahlen in die Deputiertenkamnier sind in der Hauptstadt zu Ende. In der zweiten Wahlkurie wurde der frühere Vertreter von Saloniki. Cutanuel Earasso Efsendi, fast einstimmig znm Abgeordneten von Konstantinopel gewählt. Nach einem Telegramm aus Smyrna ist dort die Wie derwahl Nissim Mazliuch Essendis gesichert. Außer diesen beiden jüdischen Abgeordneten dürste die neue Kammer nur noch ein jüdisck Mitglied zählen, nämlich einen Vertreter der jüdischen Bevölkerung in Bagdad, dessen Name jedoch »och nicht seststeht. Ursprünglich hatte man aitgenommen, daß auch Syrien einen jüdischen Vertreter in die Kammer entsenden werde, doch läßt der dort geltende Wahlzensus die Wahl eines jüdischen Kandidaten als sehr zweifelhaft erscheinen. Jüdische Stadträte in Alexandrien. Bei den Wahlen in die Munizipalität, die A-stang März hier stattfanden, wttrden die Inden Dr. Palensin Bey und Bankier Alfred Eampos zu Stadträten gewählt. Valensin Bey gehörte dent Stadtrat schon früher an und hat ׳ uw die Entwicklung der Stadt Alexandrien »amhafte Verdienste erworben. Alfred Eainpos erfreut sich als großherziger Förderer aller Wohlfalirtsbestrebungen auch in christlichen und mohamntedanischen Kreisen allgemeiner Wertschäbung. Ein hebräischer Sprachverein in Ungarn. Hier ist dieser Tage ein Landesverband zur Pflege der hebräischen Sprache und Litera tur ins Leben gerufen worden. Der Verband hat am 10. d.. den ersten hebräischen sprachknr sns in Budapest eröffnet, der vont Religionslehrer M. Wachsberger geleitet wird. Der Um terricht erfolgt nach dent Berlib-Ststtein (Jbrith B'Jbrith), und zwar wird das Hebräische nach sephardischer A»-:׳spräche gelehrt. Die Leitung des Verbandes gedenkt auch in mehreren Provi zstädten hebräische Sprachkurse einzurichten. Voykvttüewcgnng gegen die Inden in Rnmänien Nachdem die Nationalisten im Dezember r-. I., zweimal hintereinander versucht hatton gegen die jüdische Bevölkerung Pogrome nach russischem Muster ins Werk zu sehen, haben sie es neuerdings den raffinierteren Polen des Königreiches und Galiziens abgeguckt und bedienen sich in ihrem Vernichtungskampse gegen de Inden dieser ״zivilisierteren" Methoden, wobei sie sicher sind, iit ihrer Tätigtet von den Behörden nicht gestört zu werden. In einem Ausrufe, der dieser Tage in Jassv gedruckt in einer Massenauflage verbreitet nun׳- de, werden die Rumänen jeden Standes und Alters. darunter die Schüler der Volks- 11. Mittelschuleu, ansgesordert. die Inden aus der gauzeit Linie zu boykottieren. Tie sozialistische Bewegnng im Lande sei das Werk der Juden, an derArmut des rumänischen Volkes seien die Inden schuld usw. ״Jedes Krümchen Brot aus der Hand eines Rumänen muß wieder in den Mund eines Rumänen gelangen, da wir sonst ein Volk n i'iren, das uns wie eine böse Schlange zu verschlingen droht." Jahrhundertfeier der Entanzipativ» der dänischen Juden. Die Juden Dänemarks rüsten sich, die hu» dertste Jahreswende ihrer Emanzipation seiet׳ lich zu begehen,?(in 20. März werden es nämlich

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