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Jüdische Volksstimme · 1914-03-12 · Heft 10 (12.3.1914) · page 3

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 10 (12.3.1914)
Date
1914-03-12
Page
– (sequence 3)
Language
German
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Seite S. Sk. 10 *all»•tarne - Des Armen Zugthier und des Hauses Wächter?" Großmaul fällt ein mit höhnischem Gelächter, Beim ״Goldnen Fuchs" ein viel umjohlter Sprecher, Doch hier nur ein bezahlter Unterbrecher: ״Was will", schreit er, ״der kynophohe Hase, Der Jud' mit der in sich gekehrten Nase? Das nenn' ich dankbar sein! Weil in Aegypten Die Hunde seine Ahnen nicht betrübten. Die Jung' nicht reckten wider Israel — Er macht aus der Geschichte selbst kein Hehl — Als cs mit vollem Sack davon sich schlich. Dem Juden bangt's, er zittert sicherlich Schon vor den bösen Hunden auf den Gassen, Er will sie darum nicht besteuern lassen." Mit ruhiger Beherrschung jener d'rauf: ״Tie Dankbarkeit, ich nchm' sie in den Kauf-, Doch was die Furcht betrifft, so seid Ihr mehr Zu scheuen als ein böses Hundeheer. Mit diesem habt das Schlechte Ihr gemein: Ten Schmutz von! Speichellecker, Nagebein, Die Schäbigkeit und die moral'sche Räude, An allem Schlamin und Unflat Helle Freude, Die Flöhe, blödem Plebs ins Ohr zu setzen. Die Bissigkeit, die Lust am Jagen, Hetzen. Wie leicht seid Ihr zur Tollwuth disponiert Und wasserscheu, deß freut sich jeder Wirt. Weil keinen Vorteil Ihr, nur Schaden bringet. Seit unter Lurushunde Ihr rangiert. Mein Antrag geht, wie seltsam er auch klinget: Besteuern wollen wir anstatt der Hunde Weilt eher die von Eurem Kläfferbunde". ״Genugtuung, wir müssen sie nun heischen Für unerhörte Schmach vom Judenwicht, Mit Waffen, nein, das war' geheuer nicht׳ Den Ordnungsruf, sofort. Herr Präsident, Verlangen wir, sonst werden wir zu Schanden." Er brummt in sich hinein: ״kein Grund vor- Händen! Wozu an jenem Euer Müthchen kühlen? Beleidigt können sich die Hunde fühlen. Die er mit Euch in einem Athen! nennt." So sollte rufen er vor manchem Jahr, Als noch nicht judenrein der Landtag war. Ist obsolet es schon? Warum nicht gar? An allen Ecken knarrt wie nie zuvor lind ächzt die. Steuerschraube ohne Ende. . Im rasend.aufgepcitschten Streberchor. O. das; der Herr es nur zum Guten wende! Ben Jomo. Die beste Quelle für den Einkauf von itlier Rerrenuisile ist und bleibt Brünn, Ferdinandsgasse 21, I. Stock Kleine Reglet Kleine Preise! Pre'slisten gratis and franko. Krünner Nachrichten CARL BUCHTA Brünn Großer Platz Nr. 20 Purim-KostümbaL. Samstag, den 7. d. fand in den städt. Redoutensälen der diesjährige Purim-Kostümball, unter einer äußerst starken Beteiligung statt, Ueber 600 Personen wohnten demselben bei. Ter Saal war blau-weiß dekorirt. Die Stimmung war eine sehr animierte. Der Reinertrag erreichte die Höhe von cca 600 K, der dein Turnbauhallenfonde zugeführt wurde. Jüdische Toynbeehalle. Wie bereits mitgeteilt, veranstaltet die Jüdische Toynbeehalle am Sonntag, den 15. März d. I., um 5 Uhr nachm., im Festsaale der Höheren Töchterschule eine Purimfeier, bei der u. a. das Estherfragment von Grillparzer durch hervorragende Äunstkräfte zum Portrage gelangt. Den musikalischen Teil bestreiten die Damen: Frl. Martha Kollek, die zum erstenmale ihre prächtigen Stimmmittel vor einem größeren Publikum zu Gehör bringen wird, Frl. Wally Hartenstein, die ein herrliches Kunstwerk auf dem Klavier vorträgt, sowie Hx. Jaques Ehrlich und Hr.-Heinrich Fischer, der einige Jargonlieder singen wird. Ten poetischen Purimgruß entbietet das'-jugendliche Frl. Rosa Nosenthal. Eintrittskarten zum Preise von :'<0 h samt Programm sind bei Hrn. Corn. Strach. Brünn, Ferdinandsgasse, erhältlich. Berufsjubiläum. Am Samstag, den l t. d feiert der Organist der Israel. Knltusgemeinde in Brünn, Herr Siegmund Werner, sein Zöjähriges Amtsjubiläum. Herr Werner, ein verständnisvoller und feinfühliger Musiker, war Zögling des Blindeninstituies auf der Hohen Warte in Wien und im Orgelspiel, sowie Musiktheorie ein Schüler des bekannten Orgelvirtuo sen Labor. conscquent zu vertreten versteht. Wir werden sz. noch daraus vor bezw. nach den Wahlen zurückkommen. Bor einiger Zeit wurde der berühmte Rechtsgelehrte Professor Roscnblatt zum Vize-Präsidenten der hiesigen städtischen Sparkassa gewählt. Ta dieser Professor zufällig ein Jude ist, obzwar er ein Assimilant und mit dem Judentum in äußerst loser Verbindung steht wird seit seiner Wahl zum Vize-Präsidenten in der anlisemitischen Presse ein heftiger Kampf gegen die Sparkassa geführt, indem es ihr die Antisemiten nicht verzeihen können, daß sie einen Anden — und wenn auch eine so hervorragende Persönlichkeit, wie es Prof. Rosenblatt ist — in ihre Leitung aufgenoinmen hat. Zufolge dieser Agitation haben viele polnischen Einleger ihre Sparinlagen zurückgezogen und die Leitung der Sparkass« gibt leise Winke, daß Prof. R. nur für ein Jahr geivählt sei. Ueber den Ausgang dieser Aehde werde» wir berichten. 5» der Sitzung vom 20. ,cebruar machte der hics. Gemeinderat bekannt, daß die galizische Statthalterei den Betrag von 105.000 K zur Unterstützung hiesiger Arbeitsloser zur Versügung gestellt hat. Zwecks Verteilung dieses Betrages wurde eine Eommission gewählt, welcher auch die Juden Tr. Landau Rafael, Wafferbcrg, Tr. Landau Agnaz angchören. Hoffentlich werden sie die jüdischen Wünsche genügend berücksichtigen. Der hies. Kaufmännische Verein verlautbart de» Bericht über seine Tätigkeit pro 1013. Bermögensjtand 1110 K. Eingang in diesem stahre -1421 K 74 h. Ausgaben 3512 K 77 h, daher Eajsaüberschug 908 K 07 h. Ter Unterslützungsfonds hatte Einkünste 2052 K 0Mi. Ausgänge 280 K 50 11. Tic Milgliederzahl ist 411. Klavier-Etablissement Größtes und reichhaltigstes Lager von Klavieren, Pianlnos und Harmoniums des In- Auslandes sowohl zum Verkaufe als auch -leihweise zu den kulantesten Bedingungen. Beeideter Sachverständiger. Marcellus zu Bette. Herr Marcellus blieb der glückliche Sieger. Margita war endlich erlöst, sie streichelte den lieben Vater und bat ihn alles Unangenehme zu vergessen. ״Fein Hab ich das Jüngelchen, der nicht einmal einen Schnurrbart hat, gepatterr", sagte er fachend. — ״Laßt das Mäusele laufen", sagte unsere liebe Mutter, scherzend. ״Aus" deill ganzen Gerede mit ״Ihm" ersah ich nichts, als ״leeres Stroh", sagte Papa. — ״Tie Zeit bis zum nächsten Zuge, kam auch zu rasch", meinte Herr Marcellus. Ter Abschied kam. Beim Perron erblickte plötzlich Bruder Josef Herrn Sohle. Erschrocken wandte er demselben den Rücken und ״Adjeu Herr Marcellus!" sagend, nahm er die Flucht indem er vorgab, er hätte einige Instrumente vom Hause abzuholen, er müsse mit dem Spätzuge nach dar Großstad' fahren. Ucbrigens ist alles nach Wunsch Herr Marcellus, und ich könnte Ihnen schon gratuliercn, leben Sie wohl! Schon war er ihm vor den Augen verschwunden. Margitta hatte noch lange Zeit mit dem armen Teufel Mitleid, oft hatte sic mit nassen Augen von ״Ihm" gesprochen — und wir machten Glossen bis sie lachen mußte. — Fortsetzung des zweiten Teiles, wenn cs die Zeit und Umstände erlauben, nächstens. Dankend küßte inich Franzi und bat um den richtigen Namen. ״Nun, wirst du wohl erraten haben, Liebchen, daß cs Minna war. deine gute Mama!?"-׳ — מצות Prima Mazzoth offeriert für Bemeinden und Wiederverkäufer die seit 38 Jahren bestehende u. bestrenommierte, unter strengster Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der Kultusgemeinde Wien stehende Mazzoth-Fabrik des E. Friedmann’s Eidam ADOLF SCHMIEDL Fabrik: Wien, XXI, Kaiserin Elisabathg. 19. Verkaufslokal 5 l. Augustengasse Nr. 4. Mehl aus der Budapester Walzmilhle. הנעשה תחת השגהת הי־בנים דשו־מרי הית. Josef hi. us, Brünn Rudoifsg sse Nr. 25. sinnliche Damenmodewaren, Bänder, Spitzen, Seidenstoffen, Posamenten und Zugehör fflr< Damenschneiderrinne׳ Dr; Rudolf Katbolicky -«W. Dttet <kr l.cblfg. flWdlwfi derXJadnkrasRtsassiait webst: Ecke?erdinandtassse Md üodaaaeraarre .»»1 ordiniert tX-Ncb «et 2 Ms 4 Obr aacba. 7<rasffccbtr Dr •03.; Krakauer Chronik. י. ־ •7 <Die kommenden Gemeinderatswahlen. — Der Kampf gegen die städtische Sparkaffa. — -Hilfe für die arme Bevölkerung. — Bilanz des Kaufmännnischen Vereines.- Am kommenden Monat sollen die Wahlen in den hies. Gemeinderat stattfinden. Es werden bereits viele Prchstimmen laut, die von verschiedenen Parteien ihren Ausgang haben, welche ihre Stellung zu diesen Wahlen kennzeichnen. Die Partei ״der unabhängigen Juden", die bei den vorigen Wahlen die meisten Mandate bei den hies. Juden erobert haben, rüsten sich, auch jetzt stark zum Kamps und suchen die öffentliche Meinung aufzurütteln, daß mit dem alten Kurialsystem. welches im Parlament und auch letztens im, Landtag einer demokratischercn Aenderung unterzogen Ivurde, auch im Magistrat aufgeräumt werde. Die Wahlresorm stellt diese Partei also an die Spitze ihrer Wahlkampagne. Tagegen verlangen die kaufmännischen Kreise, eine stärkere Berücksichtigung des kaufmännischen Elements im Gemeinderate, da ihrer Meinung nach, nur der Kaufmann, der die läuternde Schule des täglichen Daseinskampfes durchkostet, die Interessen seines Standes würdig und Glimm im rümpfe für KrampfaderiuOt m allen Qualitäten und zu konkurrenzlosen Preisen nur im SUMMI6ESCBÄFT JOS. FIaLA sen., Brünn, KrBna 3—5. — Maflkarten postwendend. jener Nachrichten. Die Barmizwahfeier in der Familie des Herrn Mar Schwager, Administrator der ״Oesterreichischen Wochenschrift" und seiner Gattin Regine, geb. .M o h 11, die ihre künsllerischeu musikalischen Leistungen immer in den Dienst der Allgemeinheit bei jüdischen Veranstaltnngen stellt, zeigte von der Beliebtheit des Elternpaares, dem Beweise von Sympathie und Anhänglichkeit von allen Seiten reichlich zukamen. Ter junge ״Barmizwah" Karl Schwager trug am verflossenen Sabbat im Leopoldstädter Tempel die vorgeschriebenen Benediktionen und die Haftora kräftig und melodiös mit traditioneller Betonung prächtig vor. Herr Rabbiner Dr. Grunwald hielt eine ungemein geistvolle Ansprache an den Konfirmanden und Lberkantor Morgensterns ״Mischeberach" war eine Prachtlei!lung. Viele .Kultnsvorsteher, Tempel- Vorstände. Beamte unserer Gemeinde und viele Freunde der Familie ans alleil Bezirken waren nicht nur zur Tempelfeier, sondern auch in die Wohnung des Herrn Schwager gekommen, der sich überall großer Beliebtheit erfreut. Schon als Knabe sang Herr Schwager im Tempelchor unter Oberkantor Singer beim allgemeinen und beim

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