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Jüdische Volksstimme · 1914-01-15 · Heft 3 (15.1.1914) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 3 (15.1.1914)
Date
1914-01-15
Page
– (sequence 4)
Language
German
Belongs to
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^Jüdische Bnlksstimme? Seite 4. sich zu einer Gesaintorganisation unter dem Namen A. J.-Jugcndorganisation Bund gcsctzcstreuer Jugedvereinc Deutschlands und der Schweiz. Der Bund gcsetzestrcucr Jugendvcrcine Deutschlands verpflichtet sich, die ihm unterstell-!ei! Einzclvereine zum Anschluß an die gemeiniame Organisation zu veranlassen, wogegen die bestehenden Jugendgruppen sich ihrerseits derpflichten: 1. An den Orten, an denen Jugendgruppen noch nicht bestehen, aber ein gesetzcstreucr Jugendvercin unter der Aegide des Bundes bereits vorhanden ist, in diesen auf Ausgestaltung nach den! A. J.-Programm zu wirken. 2. Weitere Jugcudgruppcn zunächst nur an den Orten ins Leben zu rufen, an denen noch keine gesctzestrcucn Vereinigungen unter Leitung des Bundes bestellen. Sollten sich bei Turchführnug dieser Beschlüsse Schwierigkeiten ergeben, r erklärt sich der Bund gesetzestrcuer Jugendver- -ne damit einverstanden, das; der geschaftsfüh- ״de Ausschuß an diesen Plätzen besondere A. I.- ׳ <׳,dgruppen ins Leben ruft." ^cr letzte Punkt der Tagesordnung ״Grün- 1 von Viädchengruppen" wurde einer Kamm ' >on überwiesen. Der kurze, trübe Dezember-Freitag ging rasch zur Neige. Man mußte abbrcchen, und auf leisen Schwingen kam der Sabbath heran. Gleich nach dem Gottesdienste füllten sich schon wieder die Räume der Jugendgruppe, wo Direktor Dr. Lange in geistvoller Weise die Sidra erläuterte. Einige Stunden später kommt die Geselligkeit zur Geltung. In den Räumen der Aguda-Jugendgruppe entwickelte sich ein geselliges Leben eigener Art. Dort dominiert die akademische Jugend, die nach gutem akademischem Recht dem Humor freien Lauf läßt, dabei aber auch manches geistreiche Thorawort in die frischfrohe Stimmung zu werfen weiß. Der Sabbathtag bringt dann eine große Reihe von Schiurim. Gegen 6 Uhr abends fand man sich wieder in der Loge Adler zur zweiten Delegierten-Konfcrenz zusammen. Ter arbeitsreiche Abend begann mit dem Referate des Herrn Direktor Dr. Lange über ״Der Lehrbetrieb in den Jugendgruppen". An den Vortrag schloß sich eine freie Ansspräche, in der die vorgeschlageuen Thesen Satz für Satz gründlich besprochen wurden. Alte Leitsätze werden dann mit einigen Zusätzen als Unterlage für den Lehrbetrieb in allen Jugendgruppen einstimmig genehmigt. Es entwickelte sich auch eine Diskussion über die Stellung, die dem hebräischen Sprachunterrichi in dcur Lehrpläne der Jugcndgruppen angewiesen werden soll, die mit dem Beschlüsse cndete: der Frage der Herausgabe eines Lehrbuches sür bebräiswe Sprache näherzutreten. Ebenso 'ollen einer billigen Jugendausgabe der , csauiluelten Schriften von Sainsen Hirsch!. t. die Wege geebnet werden. Als letzter Punkt der Tagesordnung kommt die Finanzfrage zur Beratung. Nach eingehender Diskussion wurde der Antrag angenommen: Eine Mark pro Mitglied an die Organisationen der Gruppe als solche abzuführcn. In der au: Sonntag vormittags slattgefundenen Schluß-Delegicrten-Konferenz wurden die Beschlüsse der Kommissionen verkündet und einstimmig angenommen: Ein aus Mitgliedern der beiden Verbände bestehender Ausschuß wurde gebildet zur Regelung der gemeinsamen Arbeit. Dem Ausschuß gehören an die Herren Dr. Bibcrfeld-Bcrlin, Direktor Dr. Lange, Dr. Moses, Berlin, L. Perlmutter, H. Frankenthal u. Ettlinger-Karlsruhe. In der Kommission zur Gründung von Mädchengruppen wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Um die weibliche jüdische Jugend vor den destruktiven Auswüchsen niodcrncr Kultur zu schützen, ist die Pflege der altüberlieferten jüd. Ideale, im Preise jüdischer junger Mädchen, eine gebieterische Notwendigkeit. Diese Tatsache erlieischt den organisatorischen Zusammenschluß der weiblichen gesetzcstreucu jüdischen Jugend innerhalb der A. J.-Jugendorganisation. Tie Form des Zusammenschlusses der Mädchen richtet sich nach den lokalen Verhältnissen. Die A.-J.Mädchengruppe rechnet auf die Mitarbeit der Mädchen aller Kreise. Als Aufgaben betrachtet die A.-J. Mädchcngruppc: 1. Tie Erziehung der Mitglieder im Geiste der Thauro durch Kurse in Tnach, Dinim, jüd. Geschichte, hebräische Sprache, sowie durch Vor-, Obmann Herrn Dr. I. L. Braun, 2. Bez., Große träge über aktuelle den Kelal bewegendcnFragen. Stadtgutgasse 7, (Tel. 15210), Frau Dr. Helene 2. Orientierung der Mitglieder über Stand! Stein, 1. Bez., Morzinpl. 5, (Tel. 17022), Herrn und Aufgabe der großen sowie der U. J.-Jugend- Leo Heller, Firma S. Schein, 1. Bez., Bauernorganisation. j markt, (Tel. 21201) und Apoteheker Raditz, Bä- 3. Pflege der Palästiuafürsorge im thauro- 'י - treuen Sinne. 4. Gesellige Veranstaltungen zur Förderung des engeren Anschlusses der Mitglieder untereinander. 5. .Kurse im Wirtschaftsleben. 0. Propaganda: a) Heranziehung der Weiblichen Jugend gleich nach ihrer Entlassung aus der Schule, b) Gewinnung der jungen Mädchen, der aus dem Osten eingewanderten, Familien, c) die A. J.-Mädchcugruppen der Großstädte erachtcn es als ihre vornehmste Pflicht mit den jüd. Mädchen der umliegenden kleineren Gemeinden in Fühlung zu treten. Ta bei den jüdischen Mädder kleineren Gemeinden die Beschäftigung mit jüdischen Dingen schon in frühester Jugend aufhört, verlieren sie oft das Verständnis für den Geist und die Aufgaben des jüdischen Lebens. renapotheke 2. Bez., Taborstr. 20, (Tel. 14086). tlordruckcrei « Plis$ieran$talt « « fanta, Postflasse r. Gummistrümpfe \J für Krampfaderfüße in allen Qualitäten und W zu konkurrenzlos•!! Preisen nur im ff GUMMISESCHÄFT JOS. FIALA sen., Brllnn, kröne 3—5. — Maßkarten postwendend. Zum Präsidenten der Schweizer Republik. ääsSMSSSS SläwsBSaSS zum erstenmale ein Jude an die Spitze eines europäischen Staates. In den fünfzig Jahren ihrer Emanzipation haben cs die Schweizer Juden jedenfalls sehr weit gebracht. Ein jüdischer Gouverneur in Palästina. In gut unterichtcteu politischen Kreisen verlautet, daß der Minister des Innern, Talaat Bey. demnächst einen Juden zum Gouverneur einer palästinensischen Stadt ernennen wird. Es soll sich um eine Stadt in Galiläa mit vorwiegend! jüdischer Bewohnerschaft handeln. Das jungtür- Mädchengruppen der Großstädte soll in den klebucreu Gemeinden der Geist des wahren Judentums neu belebt und gckräftigt werden. 7. Soziale Arbeit soll gemeinsam mit den an den Orten bestehenden jüdischen Frauenvereine geleistet werden. Sonntag, 11 Ilhr vormittags, fand bei starker Beteiligung die öffentliche Schlußsitzung statt. Der Vorsitzende eröffnet die Versammlung mit Worten des Tankes an die Referenten, Verbände usw. und konstatiert, daß die Jngendorganisa- £(!tÄZS'ÜP״ii״,i011 damit der jüdische,i Bevöt. b c 1 t eh en de 2 a *1^)01 '0 י^ , a slft ,! fcnma des Reiches seine Anerkennung für ihr י"*"! ^orti patriotisches Verhalten während des zu einem Referate, über: ״DteJugendbcwegung Balkankrieges bekunden. der Agudas Jisroel". Herr Wolf Jacobsou, Hamburg, referiert über ״Unsere Weiterarbeit". In trefflicher Weise versteht es der jugendliche Redner das Publikum zu fesseln und die Jugend für das die Agudaarbeit beseelende Thora-Ideal zu begeistern. Von der Versammlung herzlich begrüßt, richtot nun Herr Adolf Stern im Namen des Provisorischen Komitees ein Paar tiefempfundene Schlußworte au den Jugendtag. Die Jugend möge trotz mannigfacher Widerstünde in der Arbeit nicht erlahmen. Die beste Quelle für den Ein kauf von ist und bleibt Brünn, Ferdinandsgasse 21, I. Stock Kleine Regie! Kleine Preisei Pre’slisten gratis und frarki״ Humlldiau. Wvhltätigkcitsakadcmic des Bcrciucs ״Kiirfürsorge" zur Unterstützung Kurücdürftigcr, Wien, 2. Bez., Große Stadtgutgasse Nr. 7. Samstag, den 31. Jänner 1014, halb!) Uhr abends findet im Festsaale des Hotel Eontinen׳- ial die diesjährige Wohltätigkeitsakademie des Vereines ״Kurfürsorge" verbunden mit anschließcndem Tanzkränzchen unter Mitwirkung folgender Kunstkräfte statt: Frl. Steffi Großmann, Violin-Virtuosin, Geschwister Schwager, Herr Rudolf Bäudler, Mitglied der Volksoper, Frl. Käthe Ehren, Mitglied des k. k. Priv. Carlthcaters, Herr Michael Striks, Sänger der f. f. Hofoper, Frau Rcgine Schwager. Pianistin, Herr Marccll Noe, Mitglied der Volksoper, Frl. Emmy Petko, Mitglied des Wiener Bürgertheaters, Frau Pohl Messer, Mitglied des Wiener Bürgertheaters, Herr Carlo Böhm, Mitglied des Johann Strauß-Theaters. Die artistische Leitung und Clavierbegleitung hat in liebenswürdiger Weise das Vorstandsmitglied Herr Komponist E- Eyslcr übernommen. — Musik: Wiener Tonkünstlcr-Orchcster. -- Karten sind zu haben bei: Orientalische Inden in Newyork. Statistische Erhebungen haben ergeben, daß in A'ewyork 10.000 spanisch sprechende Juden (Sephardim) leben, die aus der Türkei und den anderen Blkanländcrn eingewandert sind. Außerdem gibt cs noch weitere »000 orientalische Juden in Newyork, von denen 2500 griechisch, 2000 arabisch und die restlichen 500 türkisch und persisch spreche». Ju Newyork erscheint auch ein Wochenblatt ״La America" im Idiom der spanischen Inden, dem sogenannten Ladino. Trotz ihrer stattlichen Zahl haben sich die orientalisAn Juden bisher nicht zu einer eigentlichen Gemeinde zusammengeschlossen. Infolgedessen sind bisher die Kinder fast aller dieser Einwanderer ohne Religionsunterricht geblieben, und es fehlte ihnen ferner an einer Zentralstelle sozialer Fürsorge. In einer kürzlich in Newyork von der Förderation der orientalischen Juden einbcrufenen Versammlung, wurde daher beschlossen, eine ״Ladino"-Gcmeiude zu gründen, deren Unterhalt von den Mitgliedern der Gemeinde selbst durch bestimmte Beiträge bestritten werden soll. Die Jahresbeiträge sollen zur Errichtung von Religionsfchttlcn, Vereinshäusern und einem Arbeitsnachweis Vcrlvendct werden. Triltsch-jüdischc Gesellschaftsreise nach Palästina Eine Anzahl jüdischer Herren gesetzcstreucr .Richtung beabsichtigen, zum Teil mit ihren Familien, im Frühjahre eine Gesellschaftsreise nach Palästina zu unternehmen. Die Reise soll am 20. Februar ab Frankfurt, am 27. Februar ab Triest ihren Anfang nehmen und einschließlich der zwölftügigcn Hin- und Rückreise etwa fünf Wochen dauern. Das Montcfiore-Heim in Newyork. (Ein Zehn-Millioncnbau.) Eine jüdische Anstalt, dern Errichtung zehn Millionen Kronen kostete, das neue Montefiore- Heim für chronische Invalide an der 208. Str. i# in festlicher Weise eingeweiht worden. Mehr als dreitausend Menschen wohnten der feierlichen Einweihung des neuen Montefiore-Heimes fm chronische Invalide an Jerome Ave. und 208. Str. bei, das mit einem Kostenaufwande von 2 Millionen Doll:rs errichtet worden ist. Jakob H. Schiff, der Präsident der Anstalt, hielt die Hauptrede׳, außer ihm sprachen Samuel Sachs, der Vorsitzer des Baukomitees, die Vize-Präsidenten Henry Salomon und Leopold Stern, und der- Sekretär Arthur D. Wolf. Die neu errichtete Anstatt besieht ans 7 Gebäuden, die durch gedeckte Korridore verbunden sind, und ist für die Auf-

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