Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XV (1914)
- Issue
- Heft 3 (15.1.1914)
- Date
- 1914-01-15
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 3. ״Jüdische Bilksstimme" Seite 5. nähme von 250 Angestellten und 450 Patienten eingerichtet, doch kann die Zahl der letzteren durch Aufstellung von inehr Betten bedeutend gesteigert werden. .,Das Hospital", sagte Herr Lrchiff in seiner Rede, ״ist ein Denkmal des Fortschrittes und der Aufklärung unserer, jüdischen Be»ölkerung, es wird für immer den Gedächtnis srüherer großer Uuternehmungne, die mit dem Judeutum Newyorks untrennbar . verknüpft sind, gewidmet fein". Bei der Errichtung der Anstalt sind die allermodernsten Errungenschaften d^e Wissenschaft und der Technik verwertet worden. Eines der Gebäude ist ein 320 Fuß langer und nur zwei Stock hoher Pavillon, der für die Aufnahmen von Lungenkranken bestimmt ist. Dr. Siefried Wachsmann ist Oberarzt und Superintendant der Ansralt. Bei der Feier waren viele hervorragende Persönlichkeiten zugegen, u. a. George B. Bcrheim, Mitchell L. Erlanger, Benedikt I. Grcenhut, Salomon R. Guggenheim usw. ,Rosenbaum Liechteusteing. 1 BRÜNN, Liechtensteing. 1. Äorresponäenzen. Boskowitz. Samstag, beu 10. d. M., verschied hier Frau Jetti Ungar im Alter von!»2 Jahren. Die Verblichene zeichnete sich durch Charakterfestigkeit, Wohltätigkeitssinn und Religiösität aus. Sie legte auch auf die jüdische Erziehung ihrer »linder Gewicht. Das Leichenbegängnis fand Montag unter zahlreicher Beteiligung statt. 'In rührenden Worten schilderte Ehrw. Herr Rabbiner Tr. S. Funk, den mustergiltigen Lebenslauf der Verschiedenen. Herr Ober-Kantor Rabinowicz trug in ergreifender Weise die Trauergebet« vor. OdcrLcrg, Bhf. Am 11. Jänner a. c. fand im Sitzungssaale der hies. israel. Kultusgemeinde ztt Ehren des scheidenden Kultusvorstehers Herrn Viktor Lustig, der viele Jahre auch das Bürgermeisteramt unseres Ortes bekleidete, eine Festsitzung statt. Herr Viktor Lustig, der zu den Gründern der hies. Gemeinde gehört, der ihre Entwicklung durch seine Tatkraft und Energie förderte, verläßt nach 25jähriger überaus segensreicher Tätigkeit Oderberg um sich in Wien niederzulassen. Sein Amtsnachfolger, Herr Utechtsauwalt Dr. F. Goldklang, brachte dem Geseierteu und seiner hochherzigen Gattin den tiefempfundenen Dank des Kultusausschusscs, und der ganzen Gemeinde in einer alle Herzen ergreisenden Ansprache zum Ausdruck, in welcher er die organisatorische Tätigkeit und die unvergänglicheu Verdienste des Herrn Lustig würdigte. Insbesondere betonte er die edle Woltätigekeit des Gefeierten und seiner allseits hochgeschätzten Gattin und dankte auch für die Uebertveisung einer namhaften Summe an die Kultusgemeinde zur Gründung einer ״Viktor u. Malvine Lustig- Stiftung", deren Zinsen zur Unterstützung und Heilung ortsarmer kranker Kinder verwendet lverden soll. Während dieser Rede wurde ein künstlerisch ausgeführtes Bild des Gefeierten, das nunmehr unseren Sitzungssaal schmückt, enthüllt. Tiefgerührt dankte Herr V. Lustig für die ihn, zuteilgewordenen Ehrungen. Nun schilderte Vorsteher-Stellvertreter, Herr Josef Zänker, ein eifriger Mitarbeiter des Gefeierten, das stufenweise Eiitporsieigen der Gemeinde und verkündete, daß Herr V. Lustig zum Ehrenmitgliede unserer Gemeinde ernannt werde. Nach einer geistreichen Ansprache des Kultusrates, .Herrn Tobias, der den Gefeierten als den Bannerträger des Jdealismus pries, dankte Herr Oberkantor Goldmann im Warnen der Kultusbeamteu für das loyale Entgegenkommen des scheidenden Vorstehers, worauf die Festsitzung geschlossen wurde. Anschließend fand im Saale des Hotel Austria eiu Abschiedsdiuer statt, bei welchem zunächst der erste Vorsteher-Stellvertreter, Herr Hermann Immerglück, die Anwesenden begrüßte und in humoristischer Weise die Tätigkeit des Gefeierten, nnt dem ihn jahrelang gemeinsame Arbeit verband, schilderte. Es folgte darauf eine forinvollendete, an Midraschim und Zitaten der deutschen Literatur reiche Rede unseres Herrn Rabbiners Ehrw. Dr. Friediger, in welcher er an Hand einer 'Talmudstelle Herrn V. Lustig als Gründer 111t־ serer Gemeinde und hochhrrzigen Philantropen feierte. Es sprachen noch die Heren Tobias, Goldmann und Rheinisch. Ten scheidenden Kultus- Vorsteher, Herrn Viktor Lustig, geleiten die Herzlichsten Segenswünsche unserer ganzen Gemeinde in seine neue Heimat. Wie». ("Neuwahlen im Kultusvorstand.> Bei den am 0. d., stattgefundenen Neuwahlen wurden die bisherigenFunktionäre, deren Mandate erloschen sind, wiedergewählt, u. zw.: 1. Vize-Präsident: Tr. Gustav Kohn, 2. Vize-Präsident: Hofrat Dr. Rappoport, Mitglieder des Vertreter- Kollegiums: Salo Cohn, Kauders, Dr. Leopold Kohn, Wilhelm Kuffner, Prof. Pollak, Schramek, Dr. Spitzer. Neugewählt: Dr. Katzau. Fiume. (Christenblut brauchen Christen.- In Laibach entdeckte die Polizei eine ״heilige Schwester, namens Jrsusk, die sich Blut abzapfte und au Gläubige verkaufte. Sie wurde zu 10 Mo-!taten Kerker verurteilt . Ausführliches über diesen Fall demnächst. Frankfurt a. M. (Ter Rhein in der jüd. Geschichte.) lieber dieses Thema hielt Rabbiner Tr. Kober-Wiesbaden im Verein für jüd. Geschichte und Literatur einen Vortrag. Der Rhein ist, so begann der Redner, nicht nur ein Sinnbild der deutschen, sondern auch ein Sinnbild der jüd. Geschichte. Auch vom Rhein sind viele jüdische Sagen zu erzählen. Redner erzählte die schönsten dieser Sagen, die von Rabbi Ammon in Mainz, dem Verfasser des ״Unesanu taukef". die von Rabbi Amran usw. Auch verweilte er bei einer Sage, nach der schon zur Zeit Josuas Juden (Benjaminitennach Deutschland gekommen seien. Geschichtliche Nachrichten liegen jedoch erst aus dem 10. Jahrhundert vor. Damals sowie Ende des 12. und des 13. Jahrhunderts zogen große Massen vom Rhein nach Palästina: der Ruf. daß der Messias gekommen sei. hatte sie in Bewegung gesetzt. Heinrich der Vierte gab den Juden die weitgehendste Bewegungsfreiheit für den Handel: auch die Bischöfe schützten die Juden aus materiellen Gründen. Trotzdem kamen häufig furchtbare Judenmetzeleieu vor, so 1350 zur Zeit des schwarzen Todes. Im 12. und im 13 Jahrhundert entstanden neben den alten jüd Gemeinden in Mainz, Worms und Speher solche in Lindau, Basel, Andernach. Königswinter und Bonn. Im 17. Jahrhundert kamen Mannheim und Düsseldorf hinzu. In Düsseldorf machte Bränuell von Geldern, der Alme Heinrich Heines von sich reden. Die Verfolgungen des Mittelalters überstanden die Juden siegreich, um dann 1707 endlich zu menschenwürdigerem Dasein zu erwachen. Noch einmal versuchte 1808 Napoleon die jüdische Freiheit durch ein Dekret zu beschränken, bis dann die neueste Zeit die volle Gleichberechtigung brachte. Karlsruhe. Dr. Salvendi ist in der ganzen jüd. Welt durch seine rege Sammeltätigkeit für alle jüdisch-humanitären Zwecke, besonders für Palästina, bekannt geworden. Sein Name batte deshalb auch da einen guten Klang, wo seine persönlichen Vorzüge unbekannt geblieben sind. Bis in sein hohes Alter, er hat das 77. Jahr erreicht, hat er unermüdlich für sein Palästinawerk gearbeitet. Dr. Salvendi ist 1830 in Waag-Neusradt in Ungarn geboren und empfing von zarter Kindheit an in seinem elterlichen Hause das Beispiel edlen Wohltuns und bei dem Rabbiner seiner Geburtsstadt, Rabbiner Josef Weiße, eine gründliche talmudische Vorbildung. 10 Jahre alt bezog er die Preßburger Jeschiwoh, wo er sein taimudisches Wissen vertiefte. Nachdem er noch andere Jeschiwoth besucht hatte, bildete er sich i.n Breslau zum Rabbiner aus. Noch ein junger Mann, wurde er Rabbiner in Dürkheim a. H. Da er dort nicht das ihm erwünschte Arbeitsfeld fand, widmete er sich in weitumfasseuder Weise der Wohltätigkeit. Bei allen Hilfsorganisationen griff er tätig ein, mochte es sich um die bedrängteu Inden in Rußland oder Marokko, in Persien oder Galizien handeln. Ganz besondere anfmerksame Liebe aber widmete er dem Werke für Palästiua. In seiner mehrere Jarhzelmte umspannenden Tätigkeit hat er eineinhalb Millionen Mark geiamelt. Mit regem Eifer betätigte er sich im Verein ״Lemaan Zion" und im ״Verein zur Erziehung jüdischer Waisen in Palästina". Als ihm seine Freunde zu seinem 70. Geburtstag eine Ehrengabe überreichten, bestimmte er diese zur Salvendi-Kolouie, auf der das Waisenhaus im Neubau errichtet und mit einem Lehrgute für dessen Zöglinge verbunden lverden sollte. Auch eine Synagoge mit Beth-Hamidrasch wird auf der Salveudi-Kolouie erbaut. Er selbst hat die Statuten der Kolonie anfgesiellt und festgesetzt, daß stets alle Angelegenheiten im Sinne des jüdischen Religionsgeieves geregelt werden sollen. Die Beteiligung bei seinem Leichenbegängnisse war eine große. Da er letzwillig verfügt harte, daß keine Trauerrede gehalten werden sollte! mußten sich Rabbiner Dr. Schiffer-Karlsruhe u. der Sekretär der Alliance Jsraelite Universelle. Jacques Bigart auf einige kurze Worte beschränken. Wilna. (Wegen Augehörung der Poale Zion. 1 Das hies. Gericht verurteilte Hin. ״Maier Ger", lvegen -einer Augehörung der zion. sozialistischen Partei ״Poale Zion" und lvegen dessen Beteiligung bei der ,verausgabe der Journale ״Ter Gedanke" und ״Itzt" «jetzt! zur Verschickung nach Sibirien. Petersburg. «Konfiskation jüd. Vermögens.» Tagtäglich kommen hier Konfiskationen von jüd. Hab und Gut vor. Wenn ein Erzeuger sich nicht ausweisen kann, daß alle am Lager vorrätige Ware seiner eigenen Werkslätte entstammt, werden die in Frage flehenden Objekte von der Polizi konfisziert. Die der konfiszierten jüdischen Waren soll schon über 2 Millionen ausiiiachen. Eine approbierte Methode zur Verarmung der Juden:Rußlands. London. In aller nächster Zeit wird Cl-ifrabi Dr. Herz öffentlich gegen die deutschländische Politik des ״Hilfsvereines" in Palästina auftreten. Ebenso gebt Dr. Herz daran, das Schul wesen!11 England zu reorganisieren und es auf nationaler und religiöser Basis auszngeslalten. Newyork. Das hebräische Tagblatt ״Hajom", welches das Erscheinen eingestellt hatte. l!ai wieder zu erscheinen begonnen. Die .Redaktion er lies einen Aufruf, in welchem sie um Spenden zur Gründung eines Foudes eriucht. Zahlreiche Spenden sind bereits eingelausen. Unter den Fürsprechet׳!! und Spendern befindet sich ein katholischer Priester, der ein guter Hebräer ist und in einem offenen hebräischen Brief die Juden Amerikas auffordert, seinem Beispiel zu folgen und die Eristenz des in Amerika einzigen hebräischen Tageblattes zu sichern. M. Weißkirche». Herr Dr. S. Friedmann, Rabbiner in Troppau. hatte am I. Jänner die Liebenswürdigkeit in Leipnik und M.-Weißkirchen zivei Vorträge über den 11. Kongreß zu l-alten. Der zahlreiche Besuch in beiden Orten be wies das große Interesse, das dem (Gegenstände und insbesondere dem Redner enlgegengebrachl wurde. Der Vortragende wies in geist- und tem peramentvollen Worten ans die Bedeutung der Kongresse als Parlament des jüd. Volkes im Sinne der nationalen Einheit hin, stellte die Entivicklung der zionistischen Parteien samt ihm! Widerstreite auf dem Kongresse dar. hob die er hebenden Momente desselben hervor und kam am Schlüsse seiner inballreichen Ausführung auf den gegenwärtigen Sprachenstreit in Palästina zu rück. Mit überzeugenden Worten n-ußte er das Publikum für das palästinensische Schulwerk zu stimmen. Nicht blos die jüd.-akad. Ferialverbiudüng ״Massada". sondern auch die jüdischen Bürger haben allen Anlaß Sr. El-riv. für den schönen Abend zu danken. Jüd. Wohlfahrts- und Selbsthilfe-Verein. In Angelegenheit die-'er zp begründenden, den für den jüd. Mittelstand hochwichtigen Organ! tat ton, findet Sonntag, den ix. d.. halb l> lll-r vormittags in den Lokalltäteu des Vereines ״Machiike Hadaß", Adlergane >7. eine wichtige Besprechung statt. Interessenten «vollen bei dieser B e s p r e ch u u g e r i ch e i n e n. tampiglien sowie samlflclic erzeugt Franz Smejkol fZrüna. narttmaltengaasc L (neben dort ■MMknouNM■*• ר