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Jüdische Volksstimme · 1914-01-01 · Heft 1 (1.1.1914) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 1 (1.1.1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 4)
Language
German
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s^pg»*ssp'ag$«£' ״Jüdische Volksstimme." Seite 4. Nr. 1. sich dies- und jenseits des Ozeans gerade in jüngster Zeit zu mächtigen Centrett des jüd. Volkes entwickeln, beweist das Wundervolle an Jsraels Existenz durch Israels prächtige moderne Entwicklung. Im Namen des Komite dankte Herr Tr. Samuel Deutsch dem Vortragenden für seine schöne Leistung, die trotz des ernsten Themas auch seinem jüdischen Humor Raum bot. — Der nächste Bortrag fand am Sonntag, den 28. d. um 6 Uhr, im Sitzungssaale der Äultusgcmeinde, Grabengasse 14, statt. Vortragender: Sr. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. Feuchtwang aus Wien. Thenra: ״Ein Gang durch die jüdische Geschichte." Uug.-Ostra. Sonntag, den 28. Dezember veranstaltete Herr Oberkantor und Rcligionslehrcr M. Eibenschütz eine Chanukahfeier über die alle Anwesenden ihre Belobung freudig aussprachen. Tic Festrede hielt Herr Religionslchrcr Eibcnschütz, in der er den Kindern die hohe und erhabene Bedeutung dieses Festes in sehr schönen Worten erklärte. Die Schüler der hiesigen Volks- und Bürgerschule haben Chanukah-Gedichte Herr-!ich vorgetragen und wurde jedes derselben mit einem starken Applaus von allen Zuhörern begleitet. Mit dem Verteilen schöner Chanukah- Geschenke vom Herrn Kultusvorsleher Diamant, dem Vorträge der Chanukahhymne, welche von den Schülern gesungen wurde, schloß die schöne Feier._ Die beste Quelle für den Einkauf von feiger lerregieäsibe ist und bleibt Fm Ins. litt B ünn, Ferdinandsgasse 21, I. S ock K!!ne kegle! Kleine Preisei f*re sllst״״׳ gratis und franko. Ai iinner Jl« dmditcn. Schaffung von volkswirtschaftlichen Jnstitutionen in Brünn. Sonntag, den 4. Jänner 1914 um halb 10 Uhr vormittags findet in den Lokalitäten des Vereines ״Machsike Hadas", Adlcrgaffe Nr. 12, eine Besprechung statt, welche die Grundlage zur Schaffung Volkswirtschaftlicher Institutionen bieten soll, um den schwächeren Existenzen nicht durch Almosen sondern durch gemeinsames Arbeiten und gegenseitige Förderung aufzuhclfen. Vorläufig sind folgende Jnsututioneii ins Auge gefasst worden: Eine Hilfs- und Sparkassa; Anlegung eines Untersiützungsfondcs für jüdische Kleingewerbetreilende, Hausierer usw. Organisation zur Erwerbsmöglichkcit für jüdische Arbeiter, (Fabriks- und .Heimarbeiter) verbunden mit Arbcitsnachweis und Stellenvermittlung. Unterstützung der Hinterbliebenen in Stcrbefällen, nach Muster der bestehenden Wohlfahrtsvcretne. Krankenunterslützung usw. Es ergeht an alle Glaubensgenossen die dringende Einladung, bei dieser Besprechung zahlreich zu erscheinen. Weiter geeignete Anregungcn sind sehr erwünscht. — Um Mißverständnisscn vorznbeugcn, wird hcrvorgehoben, daß cs sich um rein volkswirtschaftliche Bestrebungen ohne religiöse oder politische Betätigung handelt. Brünn. Sonntag, den 28. Dezember fand das Leichenbegängnis der Frau Helene Kral statt, welche im '07. Lebensjahre verschied. Sie jar eine religiöse Frau, eine ischo chaschuwoh. — Hr. Nab. Dr. Levy hielt einen tiefempfundenen N'achruf und Herr Obcrkantor Heller besorgte die kantoralen Funktionen. — Als Kranzablösut׳,g widmete Herr Rudolf M e i s l K 0.— zugunsten des Vereines ״Machsike Hadas." Chanukafcier in Brünn. Donnerstag, den 25. Tezcinber, abends, fand im Bethause des Vereines ״Machsikc Ha das" eine Chanukahseier statt, an der sich nebst den Schülern und Schülerinnen der Bibelschule ein zahlreiches Publikum beteiligte, Nach dem Anzündeu der Lichter sangen die Schulkinder das ganze ״Moaus zur" mit Verve ab. 'Nach der Festrede wurde das Maariwgebet verrichtet. Sodann wurde den anwesenden Kindern kleine Packetc mit Backwerk und Obst übergeben. Die Vcrcinsräumlichkciten erwiesen sich wieder als zu enge. — Die Beteilnng von circa 80 Knaben und Mädchen mit Winterklei dern, Wäsche usw., wurde ohne jede Schaustcllun und ohne Demütigung der Beschenkten zu ar derer Zeit vorgcnommen. Es war gottscidan eine reichliche Beschcnkung und cs muß den Spcr dern sowie allen jenen, die sich um die Angelegei heit bemühten, nochmals der wohlverdiente Tan öffentlich ausgesprochen werden. Sonntag veranstaltete die Toynbeehal! ebenfalls eine Chanukahseier im großen Nedot tcnsaalc. Herr Tr. Lewy hielt die Festrede nach dem Herr Tr. Brunner einige einleitende Wort gesprochen hatte. Herr Obcrkantor Heller ent zündete die Channkahlichter. Etwa 500 Kinde wurden dann mit Backwerk udgl. beschenkt. Ein Mädchen- und Knaben-Rige des jüd. Turitvereines bot einige gelungene Turnaufführungen. Samstag, den 20. Dezember fand im N doutcnsale die von den jüdisch-nationalen Ve: einen veranstaltete große Makkabäcrfeicr stat Es sprachen die Herren Tr. Sonnenfeld und T Schönhof. Tr. Lehner brachte eigene Dtchtungc׳ zum Vortrage. Tie jüd. Studentenschaft brach׳ eine Szene aus den Makkabäern von Otto Lud wig zur Aufführung. Die Regie hatte der hiesig Schauspieler Herr Eduard Strauß mit Hinge bung und Geschick besorgt. Das Fest war gut be sucht. — Jüdische Tovnbcchalle. Sonntag, 4. Jännc׳ um 5» Uhr nachmittags, hält int Saale des Mäht Gcwcrbcvcrcincs Herr Redakteur Leop. Schwarz einen Vortrag über das Thema: ״Neu-Essenertunt und Zionismus". Israelitischer Krankcnpflcgcvcrciu ״Bikur Eholitn". Die Herren Vcretnsmitglieder Werder aufmerksam gemacht, daß Herr Tr. Julius Wolf Ferdinandsgasse Nr. 8—5 ab 1. Jänner 1914 als Vereinsarzt bestellt wurde. Dr. Rudolf KafbolicKy 8ew. Letter der o l.cdirg.lldtellsog der taadeskrankeitanstilt vw&at: Ecke Jerdlnandsoam und Zodannergarre <.».« «״«•> ordiniert tägucd von 2 bis 4 yhr nacb■. Jeresarecter vr MS. ר Prager Brief. Sehr geehrter Herr Redakteur! Die ״Selbstwehr" wird vom 1. Jänner ab ihr Erscheinen cinstellcn. Ter Schmerz darüber, daß nun niett'and mehr bereit ist, das Jahr für Jahr sich pünktlich einstellende Defizit zu decken, hat ihr das Herz gebrochen. Aber, sie bekommt ein Begräbnis erster Klasse: sie wird mit der ״Wiener Jüdischen Zeitung" ״״fusioniert"". — Doch ernsthaft! Mau mag der Ansicht sein, daß das Blatt schlecht war, daß die redaktionelle Leitung zum großen Teil am Zusammenbruch schuldtragend sei; jedenfalls ist die Angelegenheit schon aus dem Grunde bedauerlich, weil sie, hämischen Gegnern der Anlaß sein wird, auf eine Schwächung des Zionismus in Böhmen Schlüsse zu ziehen. Aber man wird, hoffe ich. beweisen können, daß dem, nicht so ist. Nebrigens ist cs ja klar, daß die ״Telbsttvchr" mit Opfern seitens der Partei zu halten gewesen wäre. Nur schien sie dein E. A. C. eines derartigen Opfers nicht wert, da cs der Ansicht ist, daß ein deutsches offizielles Parteiorgan für Oesterreich vollkommen ansrcichc. Man will nun dem tschechischen Blatt, den ״Ztdovske listh" erhöhte Aufmerksamkeit angedeihen lassen. Es wäre in der Tat verdienstlich, den tschechischen Gegenden eine recht intensive Propaganda zuzuwenden. Tie Aufgabe ist allerdings gar nicht leicht׳, denn zionistische Mitarbeiter tschechischer Zunge sittd rar. Der hiesige ״Jüdische Turnverein" darf auf ein Jahr erfolgreicher Arbeit zurückblicken. Ich betone: erfolgreicher Arbeit. Tenn mehr als irgettdwo bedeutet bei ciuent Turnverein der Erfolg einen Ansporn zu rastloser Weiterarbeit. Es ist uicht viel länger her, als ein Jahr, da versuchten ein paar mutige Jünglinge, den entschlafenen Turnverein von einst zu neuem Leben zu erwecken. Tank ihrer wahrhaft aufopfernden Arbeit, die alle äußeren Schwierigkeiten überwand, gelang der Versuch; und besser als sic selbst cs ervartet hatten. Heute haben wir mehr als hundert üdifche Turner und Turnerinnen in Prag. Kürz- ׳ch führte sich nun der Verein mit einem Schaurrnen vor einem größeren Kreise ein. Man hatte icl Freude. Stabübungen, Turnen am Reck und kram wechselten ab. Von Leuten, denen ich achmännifches Urteil zntraue, ließ ich mir derchern, daß recht gut und diszipliniert geturnt torden sei. Auch überragende Einzclleistungen ekattt man zu sehen. Dem Turnen war ein Vorrag des Herrn Ing. Emmerich Hofmann vorangegangen, der das Thema behandelte: ״Warum ind wir jüdische Turner?" Grz. Die Galizianer. Vor kurzent hatte sich ein Führer der Christichsozialen Dr. Pupovac abfällig über die gasttschcn Juden geäußert. Nun, das ist gewiß ein־ pörend und verdient gegeißelt zu werden, was tuch Hr. I. G. mit vollem Rechte getan, indem .׳r feiner Entrüstung in einem Artikel ״Die Ga-!iziancr" Ausdruck verliehen hatte. Bei dieser Gelegenheit aber unterstes er es nicht auch den Westjudcn in Wiett zum Vorwurf zu machen, daß sie die Ostjudcn mit einem durch nichts begründeten Vorurteil behandeln. ״Welche große Wiener jüdische Korporation hat viele Galizianer in ihrem Vorstande usw.?" fragt er ganz erstaunt. — Ich glaube aber, daß es in der großen Wiener jüd. Gemeinde nicht so arg mit den Pol- Nischen Juden bestellt fein mag. Im Kultusvorstandc besitzen einige Ostjudcn mächtigen Einfluß. Im Rabbinate sitzt ein Ostjn-c, der gewiß keine Ursache hat sich über feine Stellung, die er in der größten jüdischen Gemcinde der Monarchie einnimmt, zu beklagen. Auch unter den anderen Rabbinen und Predigern fehlt es nicht an Ostjudett. Unter den zahlreichen Kantoren muß man lange einen Wcstjuden suchen. Ebenso sind die meisten Religionslehrer- und Beamtenpostett mit Ostjudcn besetzt. Von den Wohltätigkcitsanstalten, die zumeist von Ostjuden in Anspruch genommen werden, will ich gar nicht sprechen. Bezüglich der Humanität, haben sich die Wiener Juden überhaupt zu allen Zeiten vorteil- Haft ausgezeichnet. Besonders unvorsichtig war Herr G-, indem er glaubte das Ostjudentum auf Kosten des Wcstjudcntum dadurch verherrlichen zu können, tvcnn er auf den Fall Einil Altmann — hinweist und dabei tatsächlich ausrnft: ״Eine solche Tat blieb der Kultur des Westjudentums vorbehalten." Was würde aber Herr G:, der in der Geschichte des galizischen Judentunts keinen solch abscheulichen Fall verzeichnet findet, sagen, wenn man auf den polnischen fanatischen Chosid in Lemberg, der vor 65 Jahren dem dortigen frontmen gelehrten deutschen Rabbiner Abraham Kohn vorzeitig ins Paradies expedierte, hinweisen und bemerken würde, daß diese grausame abscheuliche Tat der Kultur des Ostjudentums Vorbehalten blieb? Würde er (Herr G. nämlich) nicht ntit vollem Rechte eine solche Aeußernng als abgeschmacktes Zeug entschieden zurückwetfen? David Feintuch. Wiener Nachrichten. Mitteilung der ״Wiener zionistischen Bercinigung", Men. Tic schon im Vorjahre mit gutem Erfolge eingeführte Institution der Kurse aus jüdischer Geschichte und hebräischer Sprache, hat sich auch Heuer bewährt, «eit November funktionieren die Kurse ntit!einer Teilnehtnerzahl von 80—90 Kindern wöchentlich. Der Unterricht wird in den einzelnen Bezirken erteilt. Die Teilnehmer haben dafür ttichts zu entrichten. Aut Sonntag, den 21. Dezember hat die Vereinigung int Verein mit dem jüdischen Wanderbund eine Makkabäer- Feier für die Jugend veranstaltet. Der Festfaal des Hotel Kontinental war ganz voll von Gästen. Unter den Hatikwahklängcn ntarschirte der Wanderbund auf und trug zwei seiner Lieder vor. Otto Scheck, Führer des Wandcrbundes und Mitglich der ״Wiener zion. Vereinigung" hielt eine herrliche Ansprache an die Jugend, in der er glänzend die Makkabäerzeit der heutigen gleichstelltc. Es folgten nun Rezitationen des Frl. Helldorf, des Herrn Schauspielers Egon Brecher, ein zweiter Auftnarsch des Wanderbundes ntit Chorlie-

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