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Jüdische Volksstimme · 1914-01-01 · Heft 1 (1.1.1914) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XV (1914)
Issue
Heft 1 (1.1.1914)
Date
1914-01-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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Am Sabbath - Chanukah abends fand in diesem Hause (2. Bez., Darwingaffe 5) eine herrliche Chanukah-Feier statt, an der die Vorstandsdamen: Frau Hofrat Dr. Rosa Löwner, die Frauen Sidonie Wolf, Anna Brandt, Dr. Berta Hecht, Dr. Ernestine Theumann, Dr. Rosa Antscherlik, Charlotte Neumanu. Pauline Stranski, die Herren Neumann und Winter, sowie zahlreiche Gäste teilnahmen. Frau Hofrat Dr. Löwner begrüßte die Anwesenden namens des Vorstandes in herzlicher Weise, worauf Direktor B. Planer die Chanukah- Lichter anzündete und den Kindern in sinniger und formvollndeter Weise den Kindern die Bedeutung des Festes erklärte und den Damen für ihre aufopfernde, erfolgreiche Tätigkeit im Namen der Schützlinge den wärmsten Dank aussprach. Die Kinder trugen hierauf unter Leitung des Frl. Auguste Willer einige Gedichte vor, sangen einige Lieder und schlossen mit der Volks- Hymne, worauf sie mit Kleidern. Schulrequisiten, Bäckereien und mit Obst reichlich beteilt wurden. Um die Beschaffung der Geschenke hatte sich das Ehepaar Neumann große Verdienste erworben. Der Verein plant die Erweiterung seines Heims nach der Richtung, daß er ein Internat für Mittelstandszöglinge errichten will, um dadurch die schon jetzt segensreich wirkende Anstalt auszugestalteN. Mögen ihm die nötigen Mittel dazu reichlich zufließen! Wien. Am 1. Jänner findet im Teinpel, Tempelgasse 2, die Trauung des Frl. Einma Stößler mit Herrn Robert Adler aus Ung.- Hradisch statt. Die Trauung vollzieht Sr Ekjrw. Hr. Dr. Johann Stößler, Trebitsch. Unsere besten Glückwünsche. Die Redaktion. Offener Brief an Hochwohlgeboren Herrn Samuel Bettelheim Redakteur der,«Nngarländischen Jüd. Zeitung" in Preßburg. Gestatten Sie mir, inein Meister und Freund, daß ich im Gefühle der treuen Anhänglichkeit und Verehrung auf diesen: Wege diese Zeilen an Sie richte. Ick habe diesen Gedanken gefaßt, um ein rechtes Wort zur rechten Zeit zu sprechen. Ein Wort der offenen Wahrheit in Mitten der Verkennung und Verleumdung. Und weil dieses Wort hauptsächlich eine Bltte an Sie, verehrter Meister, enthält, richte ich es an Sie. Wenn man in Ungarn nach Ihnen, als dem bedeutendsten Manne des ungarländischen Judcntums fragt, hört man gewöhnlich die Mauschol-Antwort: Bettell)eim macht nichts, als ״streiten". Ich pflege darauf zu erwidern: Nicht ״streiten" heißt das, was Bettelheim macht, sondern ״kämpfen". Er kämpft für seine und unsere Ideale; er kämpft für die Ehre des jüdischen Volkes. Was kann er dafür, daß ihr ihn nicht verstehet oder genug unehrlich seid ihn nicht verstehen zu wollen? Was kann er dafür, daß er in jüdischer Treue, in jüdischem Gesichtskreise euch zumindest um ein Jahrhundert im Voraus ist? Und schließlich, was kann er dafür, daß bei unserem Volke — durch die Golus-Sklaverei vielleicht noch mehr, als bei anderen Völkern — der unglückselige Fehler so oft hervortritt, daß die Kleinen den Großen angreifen, um selbst als Große zu gelten? Ich und alle, die Gelegenheit hatten die Laufbahn ihres jüdischen Wirkens von der Nähe zu betrachten und ehrlich bestrebt waren die Wahrheit zu erblicken und zu würdigen, bewunderten und verehrten Sie, geschätzten Meister, immer in Ihrem Kampfe. Sie kämpften gegen die Sicherheit, gegen die Einseitigkeit und oft gegen den Bruderhaß der Pseudo-Orthodoxie; gegen Erscheinungen, die viele Kreise der ungarischen Judenheit beherrscheu und die in dem Organismus eines gesunden Judentumes nicht an den Tag treten dürfen. Sie kämpften gegen die sogenannte Neologie, gegen den Mangel des jüdischen Gefühles, des jüdischen Bewußtseins, gegen Feigheit und Verrat, gegen Assimilation und Taufe. Sie kämpften ehrlich und offen mit viel Wissen und großen Fähigkeiten, mit dem hohen Schwünge Ihres Geistes und später dann, mit der Wahrheit und der Kraft des ZionisnuiS.... Und da beginnt, verehrter Meister, eine tragische Wendung in Ihrem Kampfe. Sie begründeten in Ungarn den Zionismus. Sie begründeten ihn auf breiter Basis, mit weiten Zielen. Preßburg, diese alte jüdische Kulturstadt, die auch damals, wie sie niedergebrannt war, — man trauerte auf den Ruinen des einstigen jüdischcn Kulturlebens und kämpfte uin seine letzten Reste — soll der Ausgangspunkt des neueil Lebens werden. Sie schritten dann, wie ein starker Prophet durch die Straßen Preßburgs und es erstrahlte das jungjüdische Licht in allen dumpfen Gassen, in allen düsteren Hallen dieser alten Gemeinde, die wie ein Heiligtum dastanden, in welchem das beständige Licht ausgelöscht zu sein schien. Es waren dies schöne Zeiten, selbst bei Brot und Wasser. Schon lange, hat Preßburg nicht solche jüd. Begeisterung von tiefer Echtheit, solche jüdische Feste von selbstbewußtem Stolze gesehen. Und schon beginnt der Horizont des ganzen ungarländischen Judentunls sich zu äilderil, sich aufzuklären. Neue Worte, neue Begriffe gehen von Gemeinde zu Gemeinde. Sie verkünden das ültneue, natürliche, selbstverständliche, das jüd- Judentum. Neue Gruppierungen bilden sich, denen die Frenlden, nicht jüdischen Parteischlag- Wörter lächerlich werden und die ein Judentum haben wollen, in nichts ärger, nur im Wesen tiefer, wahrer und pflichtbewußter, als es die ungarische Orthodoxie bildet. Das ungarische Judentum verspricht schon eine wichtige Stühe des jüdischen Volkes zu werden ... Da meldete sich plöhlich Budapest. Ich sage absichtlich ״Budapest", denn keiner war aus dem Felde sichtbar, der gleich Ihnen berufen wäre, der Führer des ungarischen Zionismus zu werden. ES waren eine Reihe von jungen Zionisten, deren ehrliche Gesinnung kein Schatten des Zweifels treffen kann, die jedoch jedenfalls viel zn wenig vertiefte und ernste Zionisten sind und vor allein die Lehre, die Psyche und daS Lebeii des jüdischen Volkes viel zu wenig gründlich kennen, um in zionistischen Lager als Führer für Ungarn mit Erfolg dienen zu können. Und trotzdem begann der traurige Kampf, den ich ״den Kampf zwischen Bettelheim und Budapest" nennen möchte. Das Resultat war: Ter Mittelpunkt ver Landesorganisation kam nach Budapest. Diese Landesorganisation, sie ist jetzt, wie ein großer Rahmen mit einem wertlosen Bilde, wie ein Körper ohne Seele... Sehen wir den Jahresbericht der t l. Jahreskonferenz und ich kenne auch die Situation aus eigener Erfahrung: In den größten Zentren des ungarischen JudcntnmeS kennt man nach so viel jähriger Tä tigkeit des Zentralbnreaus kaum das Work ״Zionisiiins", findet nicht die kleinste Spur von deir mächtigen moralischen und kulturellen Wirkuugen und Umgestaltungen, die der Zionismus im Jttdentume Hervorgerufe hat. Für den Nationalfonds leistet Ungarn laut Ausweis der kehlen Statistik nicht mehr, als z. B. Laender, in welchen inan auch mit Mißverständnissen und Schwierigkeiten -zu kämpfen hat und auch nicht entsprechend gearbeilet wird,!vo jedoch der drei ßigste Teil Juden wohnen, als in Ungarn. Männern, die als Führer gelten, genügt jeder persönliche Grund, um ein wichtiges Ehren amt in der ׳,ionistischen Landesorganisatiou niederzulegen ... Ich weiß, sehr geschabter Meister, Ihr Programm war anders und auch die Führung unter Ihnen war eine andere. In der Stimmung dieses t r a n r ig e n Kampfes entglitt gewiß Ihrer Feder ein Friedensbrief... Nicht doch, verehrter Meiner'. Wenn Sie auch Frieden schließen, rver wird i» Ungarn für die n׳ahre. große, höhere Sache des Judentums kämpfen? Nein, Meister! Ihr Mampf i1't ein geschützt licher Kampf, dessen erner Held zu sein Sie berufen sind. Ihr Sieg in sicher, wie der Sieg des Lichtes über die Finsternis, wie der Sieg der Wahrheit über die Lüge. Rabbiner P. Keller. Banjaiuka, Kislew .">(>74. Brün». Sonntag, den 2N. d. M.. fand in, israel. Tempel, Temvelgasse. die Trauung des Frl. Ada Breda mit Herrn Ing. Louis Schuster statt. Unsere besten Glückwünsche. Die Red, Tcpliü-Schönau. Am 2s. De'.ember wnrde hier das Fest der Makkabäer in würdigster Weite gefeiert. Herr MUE. Felix Mandl lMadimah? aus Wien sprach die einleitende Festrede mit seiner echten, freudigen Begeisterung, die auch beim Publikum ihren Widerhall fand. Frl. H. Skall vom Stadttheater las Bibel, Herr Tuhan saug Ghettolieder und Herr Döring rezitierte Geschichtcheu von Schalem Alechem. ein abgeruu detes Programm für einen echljüdischen festlickzen Chanukahabeud. Wie ein herzerquickender Hauch aus Palästina aber wirkten die Leistungen der Musierriege des Prager Turuvereines tuid der Jubel, den sie hervorriefen, das war der Jubel über diese wahrhafte Tat des jüd. Erinnerlings gedankeus, war ein kleiner Nachhall und eine Erinnerung au die Tage des Mougresies. W. Die neuen hebräischen Schule» in Palästina. Der Monilift, der zwischen dem Hilfsverein der deutsche» JuiiSe» und seinen Lehrern in Palä stina wegen der Unterrichtssprache in den Hilfs vereiusschulen ausgebrocheu war und ’,u heftigen Mampfen i» ganz Palästina geführt. Die samt licheu Lehrer der Mittelschule in Haifa, der Mim beiischiile in Jerusalem, oswie die überwiegende Mehrzahl der Lehrer des Lehrerseminars und der Muabeuschule in Jerusalem haben ihre Ämter uiedergelegt und neue Schulen niir ausichließlich hebräischer Unterrichtssprache begründet. Das neue Lehrsemiuar in Jerusalem unter der Lei tuug des früheren Hilrsvereins-Direktors David Sellin zählt bereits 80 von den 95 Zöglingen Böhmische Tndustrial-Bank, Wale Brünn KM?,» Grosser Platz Nr. 26. ™■n■« ... Uerzin$tdie Einlagen auf Büchel und im Konto korrent günstigst

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