Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 50 (18.12.1913)
- Date
- 1913-12-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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leihen ihnen dadurch einen höheren Glanz. Eine un» ferer alten Sitten, die Ehanukah begleiten, ist die die Chanuka-Spende. ' Jeder Vater pflegte den Lehrer, der im Herzen seiner Kinder Licht uyd Liebe zu ihrem Bolle anfachte, zu beschenken. Auch diese alte Sitte wollen und müssen wir umgestatten. _• Es soll eine große Organisation geschaffen und ausgebaut werden, die allen Bedürfnissen der hebräisch«» Kindererziehung dienen soll. Der hebräische Schulverein für Galizien und Bukowina ist im Begriffe, sich zu einer solchen großen Schulorganisation heranzubilden. Hebräische Schulen, in-lritischen Zeiten erhatten, in günstigen Momenten neue gründen. Armen und Aermsten den Besuch derselben errnöglichen. die Existenz der Schrei, sichern, deren Anschen in der jüdischen B»> sellschafd. heben, ihre Bildungsmöglichkeit« erweitern, jede Schule in ein Zentrum hebräischen Lebens verwandeln, frische, kerngesunde Generationen heranbilden — dies find die schweren, aber erhaücnen Lufgaben der einzigen hebräischen Schulorganisation für Galizien und die Bukowina — wollen wir also am Ehanukah - Feste beweisen, daß die hebräische Kin» dcrerzichung, der uns«e Väter Hab und Tut geopfert haben, uns ebenso nahe am Herzen liege. Durch Tat und nicht durch Wort. Es sollen wieder reichlich Spenden gesammelt werden, wie wir eS vor zwei Jahren anläßlich de» schönsten TageS in unserem galizischen, hebräischen L«. den. des .Jom-Haiwrim" getan haben. Damals genügte ein Aufruf und unsere Gesellschaft spendete 3000 K, die den Grundstein für das hebräische Lehrerseminar gelegt haben. Ohne jede organisierte Sämmlung, zu. fällig ohne jedwede Vorbereitung brachten wir da» Geld auf. Jetzt, wo das Verlangen nach einem zweiten Hebräertag wach geworden ist, weuden wir un» an alle organisiert« und Nichtorganisierten Hebräer, an alle zionistischen Vereine und Vertrauensmänner, an alle diejenigen, in denen die Liebe zur hebräischen Sprache lebendig ist, an alle ernsten Juden mit dem flammen» den Aufrufe: Gebet Shanuka-Geld für di« hebräische Kinderrrziehunzl In jeder Stadt soll der hebräische Lehrer, der zionistische׳ BretrauenSmqnn oder.auch jeder ehrliche Zionist'und Jude ein Sammettomitee bilden, das von HauS zu Haüs gehen und von jedem J»»den eine Spende fordern. Wenn jeder Jude-seine Pflicht erfüllt, wird von den kkeinsten-'rSpenden 'ein imposanter Fonds zusammcngebracht werden, der die Sache der hebräischen Kin dcrerziehung um ein große» Stück vorwärts bringt. Ein wenig guten Willens und da» Volk hat dje feste Dafis für unsere Arbeit geschaffen. Aber e» soll mit der Arbeit schon begonnen werden, denn Chanukah naht heran. Die Chanuka-Spende wird eine hebräische Volkszählung sein. Ermutigt durch den günstigen Erfolg werden wir zur Vorbereitung des zweiten HebräertagtS schreiten, worauf die ׳ regelmäßige hebräische Arbeit beginnen wird. - . Möge das Eahnukah-Bolksgefchenk einen markan ten Beweis der Stärke de» Volkes und seiner Liebe für die hebräische Sprache geben.' Für de» hebräische» Schulverein für Galizie» «ad die Bukowina: Dr. David Schreib e r» Vorsitzender. i;'£umerfung: Geldspenden find zu senden an Herrn Dr. David Sch r e i b e r, Adresse in Lemberg, BrajevonSka 7, oder an die Administration diese» Blattes. halten. Sin Prager Brief demnach überflüssig. Daß e» trotzdem über die» und da» etwa» zu sagen gibt, daß ede dieser zahlreichen Veranstaltungen hinreichmdem jeden Protest eine derartige Bri^tierung seiten» de» YERLOBUNQ5'RINQE W BRflUT5CI1nUCK * » HOCHZEIT 6QE5CHENKE EHE-RINQE. ln hanrorragaminr Annrabl za baaandara dilll»ea pralaan. Berthold B&chncr, k. u. k. Hoflieferant, Juwel«-, Uhren-, Gold• a. Si(berw»renh%pdlang Brönn, nur Ferdlnandsgass• Hr. 2. Mt- Provinzauftrlge finden sofortige Erledigung. aber gut gemeint waren) üb« die Jugenderziehung nicht genug Zeter und Rordic» schreien konnten, sich ahne Interesse begegnet,' ist ein Beweis für die Erstarkung des jüdischen Leben» in Prag. Rehmen Sie mir nicht übel, sehr geehrt« Herr, daß ich diese Tatsache zu wiederhottem Male feststelle. Aber sie ist so wichtig und erfveulich, daß sie mir auch einer ׳wiederholten Kontatierung wert erscheint. Allerdings sollte man jetzt etwa» zurückhaltend« werden, um da» Publikum nicht zu übersättigen. Da» Bestreben derverschiedenen Organifation und Organisatiönchen» mit möglichst vielen Veranstaltung« por d« Oeffentlichkeit z» panuken, ist;:« menschlich und zu begreifen; ab« man sei vorsichtig! Ich muß mich , darauf beschränken, aufzuzählen: Georg Hermann hielt-alS Gaft de» »Bar Kochba" einen Vertrag üb« Lieberounm. Die Poale Zion veranftaltet« am 1. Dezember eine Versammlung, in der Leon Ehaanowitsch und der tschechische Sozialist» Reichsrat»- abgeordneter Dr. Smeral für eine Revision de» HilSner-Pryzesse» plädierten. Am Tage darauf referierte EhasanMvitsch iu «garem Kreis« über da» Thema .Die nationale Frage, da» Lgaaepmbk« und der SozialiS» mqS". Am L, Dezember sprach Rabbiner Dr. Thon au» Krakau; d« VeÜstwwr». .Zion" hatte ihn hierher ge» beten. Sie bringen de«: BprtsaE an and«« Stelle in extenso ׳^eS genügen also ein paar Wartender den Ein» druck. So sehr eS mtr widerstrebt-, mich tSuvatz« Worte zu bedien«: diesmal wird überschwengliche». Lobeb« gerecht. E» gibt Höhepunkte de» Leben»; dies« Psatzcag brachte mir einen. Und ich weiß eS: auch manch andere« Die enthusiastische DankeSkundgebung nach dem Vortrag bewies, daß die Einladung zum Wtederkommm mehr als konventionell war. Auch anläßlich de» West» österreichisch« ZionistentageS fand am Sonntag, den 7. Dezemb« ein Meeting statt. Man bekam zunächst Oberrngeniear Robert Stricker (Wien) zu hören. Ein sympathischer Redner mit erfrischend radikalen Ansicht«/ Immerhin, eine sehr grob« Aeuherung über die österreichische Regierung hätte wegbleiben dürfen. Sie war offenbar auf den Effekt berechnet, den sie tatsächlich hatte: dem staunenden Publikum in einer Verwarnung eit«» de» RegittungSyertreter» eine pikante Episode vorzuführ«. Dr. Artur tzantke vom E. A. T. besprach sehr gründlich die Angelegenheit de» Technikum». Kurt Blumenfeld ist immer geistvoll und weiß einen neuen Gedanken geschmackvoll zu formen. Den Beschluß machte Dr. Margulir» (Leikmeritz). Vom ParteitötzD' weiß ich kaum ein gute» Wort zu .sag«. Sin deratetig« kleiner Kongreß bedarf ein« grünjütchMi Botberektnng: '^dkrsmal erschöpfte sich die Vorbereitung darin, ^datz mir» ein«' Saal mietete. Da oh denn doch dir Brünn« Tagung ganz anders au». Das' böhmische D.׳»K. wird diesbezüglich von Schuld nicht loSzusprech« sein; ich meine, man wird sich hüten, nach Prag so bald wieder einen Parteitag einzuberufen. Der Vorbereitung entsprach die Beschickung durch die Ortsgruppen: nicht ganz 90 Delegierte waren anwesend. Die Verhandlung stand auf nicht sonderlich hohem Ni» veau; die böhmischen Delegiert« nahm« von ihrem Distriktstag einen bedeutend günstiger!« Etnd«ck mit als vom Parteitag; Der im D«ck vorgelegene Rech«- schastsbericht beS Z. K. war recht dürftig; « «thielt nicht viel mehr als die Begründung, weshalb da» Z. K, so wenig arbeitete. Einzelne Ref«ate» insbesondere da» über die »geistige und körperliche Erziehung der In gend" halten einer Kritik überhaupt nicht stand: die» wurde von fast sämtlichen Redne« in d« Debatte b« tont. Aber die Erklä«ng seiten» de» Z. K., daß da» Referat ihm nicht Vorgelegen sei. ist keineswegs eine Entschuldigung. Bezeichnend ist. daß die Tagung, die nach dem Programm bi» Montag abends hätte dauern sollen, bereits nach 4 Uhr nachmittags geschloss« wurde. Zu allem Mißgeschick trat hinzu, daß der Präfid«t seiner Aufgabe gay..nicht gewachsen war. Srz. A. K. gefall« ließen. Auch der Besuch de» Parteitage» ließ viel zu wünsch« übrig. D« Grund für diese ®t*'! scheinung sehe ich nicht, wie Tg. Dr. Marstun«» »«int». ׳ in ein« .Kongreßmüdigkeit". sondern einzig und allein darin, daß Ser Zeitpunkt ein verfehlt« war; S» ist für ein« Kaufmann g«adezu eine Unmöglichkeit, drei׳ Wochen vor Weihnacht«, auf zwei Tage abzubrmmen: dies« Umstand hätte sich da» A jk. vor Aug« halt« müff«. Hann wäre sicherlich hie ^radezu beschämende Teilnahmslosigkeit »«hindert worden. Vieles, ja sehr viele», da» zu »in» Kritik g«adezu herausfordert, wäre noch.zu besprechen. Ist e» z. B. üb« Hst Frag« d« Jugenderziehung zu führen, »äh. rend so einschneidende und dringende Angelegenheiten, wie Presse, Propaganda usw. mit keinem Wort« de. rührt werden? Ich wäre Ihn« sehr dankbar. w«n Sie» geehrt« Herr Redakteur, dies« Brief wenigst«» teilweise ver» ösfenllichen würden, damit die H«r« vom Z. K. einmal von d« tief« Mißstimmung «fahren, die in wet. ten gefinnungSgenössisch« Kreisen über ihr System herrscht. Genehmig« Sir. geehrter Herr Redakteur den Ausdruck mein« voll« Hochachtung al» d« ich zeichne als Ihr ganz ergeb«« Otto Lustig. Geehrt« Herr Redakteur! In der letzt« Rumm« Ihre» Msch. Blatte» war über da» Vorgeh« de» Generalsekretär« Blumfeld am letzt« weftästerreichisch« zionistisch« Parteitage die wahlberechtigte Unzufriedenheit auSgedrückt. Run gestatt« Sie Mir noch einige andere Kunststücke de» Hrn. Generalsekretär» »itzuteil«. Bor dem Kongresse hat Herr Mumenfeld wieder» holt in öffentlich« Versammlung« referiert. Diese Gelegenheit schien chm geeignet, üb«! Rordau und Jean Fisch« ganz geschmacklose Bemerkung« zu mach«. So konnte man einmal bei einer öffenttichen Rede hör«: .Ist bez .Paris«" überhaupt noch «in Zionist?"' Sin andere» Mal: .Ra, Jean Fisch« ist ja eigentlich ein ganz gescheiter Mann." Auf dem letzt« inneröst«» reichischen DistriktStage, bei dem H«r Blumenfeld da» E. A. L. vertrat, ward» diese» Borgeh« von eine« Delegiert« gerügt. Her» Blumenfeld entgegnet« hi«- auf, daß die BareinignnH die^diefckn Delegierten gef«» ' det hat. .eine gemeine Bande" fei. Diese» hat i« Saale einen riesigen Sturm entfesselt. Al» er sich zum Worte meldete, erhob sich ein .AbzugSruf". Manche Delegi«- t« riefen: .Einen solchen Menschen woll« wir nicht anhören" He« Dr. Pollak. der Z.-K.-Obmann konnte erst die erhitzten Gemüt« beruhig« und Herrn Blumen selb da» Wort verschaff«. Seine Rede war eine Fülle von Schimpfereien. So konnte man folgende Worte hören: .Diese Leute find Chaserjm", Chaserei«, Kehillageist, Assimilationspolitik usw/ Sine solch« Antwort gab der Teneralsekretär einer zionistischen Bereinigung. Nicht unerwähnt will ich e» lassen, daß ex vom Boritzend« des DistriktStage» zur Ordnung geruf« wurde. In Anbetracht solche» Vorgehen» könnte man bald glauden. daß He« Blumenseld dem Zionismus nicht Agi» tations», sondern Provokationsred« hält. Ich bitte Sie, diese Zeit« abzudrucken. Hoffentlich werden sie zu rin« Besserung führ«. Hochachtend Aron Schwertfing« Di«, 2.» Leopoldsgasse 31. Sprecfifaaf. Prager Brief. Sehr geehrt« He« Redakt«rl Die diesmalige Folge Ihres geschätzt« Blattes wird ohnhin durch die Berichte üb« die hier stattgefunden« Tagungen, die im Rahm« eines Brieses, keine Berücksichtigung find« können, ihr Gepräge er^über die vielleicht etwa» phrasenhaft« Referate (die Geehrter H«r Redakteur! Ihre Kritik über den letzten westösterraichisch« Jionistentag war mir und vielen meiner GefinnungS» genossen aus der Seele gesprochen. Jed«, d« wie ich als nicht direkt Beteiligt« dem Verlaufe und den Ver- Handlung« diese» sogenannten ״Parteitages" bei wohnte, mußte ein-Gefühl der tiefsten Erbitterung be schleichen über die geradezu unverantwortliche Sorg losigkeit. mit der dieser .Parteitag" von dem westöster reichischen Z. K. vorbereitet wurde Charakteristisch und das ganze System bezeichn nend, ist die Tatsache, daß d« Rechenschaftsbericht erst in der letzt« Rumm« der .Jüdisch« Zeitung", die erst am Tage des Parteitages erschi«, abgedruckt war, so daß die Delegierten erst im letzten Augenblicke davon K«ntniS «hielten. Es ist nur zu verwundern, daß die Herren, die ftoftelpoitikit&ci». Straßnitz. Sabbath Wajischlach am 13. d. M. fand hier eine schöne und befand«» imposante Baamizwah» feier statt. Beim Muffaf-GottrSdienft wurde der Konftrmand Gymnafiatschül« Heinrich Auchs zur Thora aufgerusen. Rach der "von ihm mtt religiös« Begeiste» rung gesprochenen üblich« Benediktion, richtete Se. Ehrw. He« Rabbiner Tr. Freifeld an chn eine fchwungvolle inhaltsreiche Ansprache und «teilte ihm -um- Schluffe den Segen. Nachmittag» bei dem im. Hause bet Areudeneltern veranstalteten, dies« würdig«, religiös« Feier angemess««, schön« Barmizwah-Rahle, hielt Konfirmand an seine EIt«n und die zahlreich erschie» nen« vornehmen Gäste eine vom Geiste inniger und warmer Frömmigkeit beseelte Ansprache, die faSzinierend wirkte und der« Geist ihn durchs ganze Leb« al» wachender Schutzengel begleit« möge. Hamwass«. Prag. H«r Albert Mell«, Mitglied d« Lese- und Redehalle jüdischer Hochschül« in Prag, wurde Dam»« tag den L d. M. zum Dottor der gesamten Heilkunde prmoviert.