Jüdische Volksstimme
- Journal
- Jüdische Volksstimme
- Volume
- XIV (1913)
- Issue
- Heft 48 (4.12.1913)
- Date
- 1913-12-04
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Seile 4. ״Jüdische Bolksstimme." Sir. 48 in Paris die Jahrcssitzung des Zentralkomitees teil Zionistcnkongerß in deutscher Sprache Herr der Alliance statt. — Der erste Michael-Bccr- Tr. Maser Ebner, Frl. Klara Klinger und Dr. Preis der königl. Akademie der bildenden Künste M. Krämer und in hebräischer Sprache Herr in Berlin wurde dem Bildhauer Arnold Zadikow Großberg referierten. Diese vier Delegierten der verliehen. Der Künstler ist ein Sohn des Kan- Stadt Czcrnowitz haben vor einem sehr zahlreiin Treptow. - In Tornow wurde eine chcn Publikum ihren Rechenschaftsbericht achal- 'st Zum ordentlichen Professor an der Universität! Josef Nosenfeld ״Blutbcschuldigung Tokio ernannt worden. — Der Znioe ^-r. Spiegel wurde zum Major von Cincinnati ge-' wählt. — In einem der Londoner vorzüglichsten j Theater wird ein Theaterstück gespielt, dessen Sujet sich im Alten Testament vorfindet, u. zw. Josef und seine Brüder. — Montag den 10. Novcmber fand die Delegiertenvcrsammlnng des Deutschen Verbandes jüdischer Krankenpflegerinncnvercine in Berlin statt. Es waren 40 Delegierte anwesend. — Der Rabbiner Tr. Hirsch Aschkenasy ans Buenos Aires wurde in der jüd. Kolonie Moiseville plötzlich vom Tode überrascht. In der Kolnidrenacht wurde er vom Herzschläge getroffen. Die Leiche ivnrde nach Berlin gebracht und ans dem Friedhofe der Adas Jisrocl beigesetzt. — Der Verband der jüd. Lchrcrvercine im Deutschen Reiche hält vom 28. bis 00. Tczemder in Breslau seinen Vcrbandstag ab. — In Ouotshoorn (Südafrikaist zum erstenmal ein Jude, namens Artur Jakobsohn, als Bürgermeister gewählt worden. — Zum Direktor des slädt. Laboratoriums in Paris wurde der Doktor der Physik Emil Kohn, ein Enkel des Oberkantors Sulzer, ernannt. — In Holitz (Böhmen) verschied am Roveinber Rabbiner Moritz Pick. Herr Rabbiner Dr. Wolf ist von Raudnitz nach Strakonitz übersiedclt. — Herr Religionslebrer Dr. D. Löwy wurde von der Prager isr. Kultusgemcinde zum Prüfer ans der Religion für Volks- und Bürgerschulen ernannt. — Ter Königs von Italien hat Tr. Bcllam Pascarolo und Signor Gabriele Pinckerlc zu Senatoren des Königreiches ernannt. — Samuel Effendi Israel ist zum politischen Leiter des Tepartements für öffentliche Sicherheit im ottomanischcn- Reiche ernannt worden. — In der Ortschaft Iamnischki bei Wilna fanden Banditen, die aus 12 Personen bestehende Familie des jüdischen Kaufmannes Mouczcwski ermordet. - In Nagyvarad ivnrde dieser Tage die neucrbaute Talmud-Tbora-Schule eingeweilst. Bei dem jähr- Uchen Meeting der jüdischen Gemeinde in Phitaoclpbia erklärte Präsident Dr. Adler, daß von!!.'«> jüdischen Schulkindern über 00.000 Kinder keinen jüdischen Unterricht erlialten. - Rabbiner Dr. Austerliy-Epcrjes ist im 81. Lebensjalire gestorben. Das Iewish-Komitee in 'N'ctvyork bat für die jemenitischen Juden 2ä.000 Kronen gespendet. Herr Rabb. Dr. S. Wink Der Jude Fr. S. vor einem zahlreichen Publikum in meisterhafter | Neutra. Mit Beginn des Wintersemesters! hat die Arbeit des מחזיקי הדת Distriktes begon- 111:11. Unter Vorsitz unseres ehemaligen Oberrabbincrs M. Katz und bei Beteiligung des weiteren Ausschusses wurde beschlossen: Für die Sektion ישיבות,“i תמיכת eine eifrige Agitation bei zielbewußter Propaganda zu entfalten. Aus Antrag H. Friedmann, Bresona. ergeht ein Ausruf an sämtliche Rabbiner, für diesen Zweck in ihrem Kreise zu sammeln, um so den materiellen Grund der ישיבות zu befestigen. Für die Talmud-Thora- Institute in Nagy Turany, Koltha und Aranyos Marot wurden größere Subventionen flüssig gemacht. Beschlossen wurde ferner, energisch dem 11 מבשול!it dein unter falscher בשח -Etikette in den Handel gebrachten Wein entgegenzuarbeiten und weiter für die Errichtung von Friedensgerichten zur Schlichtung strittiger Fragen innerhalb der orthodoren Organisation ein festes Projckt auszuarbeiten. Tie jetzigen Zustände führen durch ihre demoralisierende Kraft zur völligen Anarchie. Joses M. Bernseld, N. Tapolcsany, übernahm das Mandat des Vereines, in Tapolcsany ein Patronagcnasyl in orthodoren! Geiste cinzurichtcn und es in wenigen Wochen der Bestiminung zu übergeben. Zagreb. ״Judäa", jüdisch-akademischer Kulturklub, Zagreb, lvählte in der am 25. Oktober stattgcfundcucn ordentlichen Generalversammlung folgenden Ausschuß: Präses eaud. phil. Julius Wiener, Sekretär eand. jur. Otto Braun, Kassier sind. jur. Rudolf Pollak, Bibliothckar stud. jur. R. Veith, Revisoren cand. pharm. Jakob Strauß und Schlesinger. Tein scheidenden Präsidcntcn, eand jur, Njemirovsk», wurde für seine 1111־ crmüdlickc Tätigkeit der protokollarische Tank ausgesprochen. Tie Gcncralvcrsaminluug faßte den einslimiuigen Beschluß, im t?i»vrrnehmcn mit den jüdischen Handelsangcjtclltcn ebcslens die Gründung eines jüdischen Turn- und Sportklubs zu bewerkstelligen und lvählte einen besonderen Ausschuß für die vorbereitenden Arbeiten. Weiters ivurdc beschlossen, an die in Betracht kommenden Z-aktorcn hcrauzutretcn, um sie zu vcranlassen, in allen größeren Ortschaften hebräische Kurse cinzuführcn. Ter Antrag, den zionistischen Hochschülcr- und Abiturieutenkongrctz im Jahre 1914 aus Anlaß des zehnscmcsirigen Bestandes der ״Judäa" in Zagreb abzuhaltcn, ivurde gleichfalls mir Tiimmencin- Helligkeit angcnommci!. Berlin, Sonntag den 1. Kislcw (00. November) feiert der rühmlichst bekannte Rektor des Rabbiner-Seminars zu Berlin Tr. David Hofsmann ׳: seinen 70. Geburtstag. Herr Dr. Hossmann, ein gebürtiger Ungar, war Schüler des ״Maharan Schick ״זיל und seines unmittelbaren Vorgängers im Rektorat des nnvergeßlichen Dr.'Esrael Hildesheimer s. A. in Eisensladt und ist einer der größten Talmndistcn der Jetztzeit. Ans wissenschaftlichem Gebiete versagen ihm auch seine Gegner die Anerkennung nicht und hat er insbesondere aus dem Gebiete der Bibelsorschung der modernen Bibelkritik wuchtige Schläge beigcbracht. Schüler und Verehrer des Jubilars rüsten sich in würdiger Weise zu dieser Feier. Des Jubilars bahnbrechendes Werk i ״Die erste Mischnah" wurde von einem Schüler! ins Hebräische übersetzt und soll in 000 Ercmdem Jubilar als Ehrengeschenk von den vieler Gemcindemiiglieder statt. Ter Barmizwah- Schülern übergeben werden. Für Tonerstag vortrug die דבב—ח mit großer Präzision verständ-! wittag ist der Empfang der verschiedenen Denisvoll vor, daß alle Anwesenden ganz entzückt vulatioiien festgesetzt, nachmittags findet eine ivaren. Nachm itwgs vereinigte die Gäste ein so-! Feier des Kuratoriums des Rablnncrsemimtrs׳ Tschebiriakcw zum Mord nachgewiesen wird. Tie Polizei wurde beauftragt, eine genaue Aussorschung einzuleiten. , 1!er. Wiesbaden, wurde zum Rabbiner des Pereines Machsike Hadas, Kopenhagen, gewählt. Dr; Rudolf KaMky gew. Ceftei 4er 1. cWrg. ftbteilaig Ser L»»Serilr«nlrensnrt»ll »»dar: kcire Terdfnat1d$aas$« und Zsdännergs5;r 7.»«« crdlr.!ert täglich 06a r dir 4 Qbr nach»,?ensprecber vr 603. 1> tff au/1a in allen Sy atemen, mit Mat morplattea nllldlllS samt Zugehör sind stets am Lager. ”■■1*יי ■י“ Auch überspielte Billards s. vorrätig Anton Sediak & Sohn, Billardhandlung, Brünn Zeile Nr. 7. Die Delegationen. Wir entnehmen der Neuen Nationalzeitung folgende Zeilen: In die österreichische Delegation ist, wie wir cs ja schon seit Jahren gewohnt sind, kein jüdisches Mitglied des Abgeordnetenhauses entsendet worden. Selbst der Polcnklub, in dem die jüdischen Mitglieder zu den tüchtigsten, aber auch zu den ergebensten Mitgliedern gehören, hat keineu JMen delegiert; das ist wohl für die Position der ״Hausjuden" im Polenklnb sehr charakteristisch. Dagegen hat diesmal das Herrenhaus ein jüdisches Mitglied, und zwar den Handelskammcrpräsidenten von Reichenberg, Herrn Alois׳ Neumann, in die Delegationen entsandt. Auf ungarischer Seite gehören den Delegatiouen zwei Juden an: vom Magnatenhaus Dr. Chorin und vom Reichstag Tr. Vaszony. Vom Standpunkt der jüdischen Interessen erwarten wir von allen diesen drei Herren gar nichts. Es gibt zahlreiche jüdische brennende Fragen. die aus die Tagesordnung der Delegationen gehören, wie die Zurücksetzung jüdischer Staatsbürger aus Oesterreich-Ungarn in Rußland, resp. die Paßchikanen derselben seitens der russischen Behörden, sowie die Verletzung des Betliner Vertrages durch die rumänische Oiegierung resp.׳ die Verfolgungen der Juden in Rumänien. Essteht allerdings nicht zu erwarten, daß Gras. Berchtold sich für jüdische Interessen echauffieren könnte, allein die genannten Probleme schreien geradezu nach der parlamentarischen Tribüne der Delegationen. In der letzten N'ummer der ״Volkswehr" wird an leitender Stelle die Prätericrung Tr. Strauchers bei der Wahl eines Delegierten der Bukowina eingehend erörtert. Es wird dabei bemerkt, baß der sich sonst als Iudensreund geriercndc Herr Wasilko die Wahl des Dr. Straucher in die Delegationen damit zu Hintertreiben suchte, daß derselbe die Absicht habe, in den Delegationen bei! Beiliß-Prozeß zur Sprache zu bringen. Immerhin ist es bezeichnend für die ״Allmacht" des Judentums, daß in der österrcichischeu und in der ungarischen Delegation über die vitalsten politischen und sozialen Fragen des Gesamtjudentums kein Menschen ein Wort vcrlieren wird. Korrespondenzen. Austerlitz. Am vorigen Samstag fand im hiesitze» Teuipcl die .ב־ מצוד bes Gymnasiauni ,vranz, ^ohn der Elieleute Arnold und Erlenine Engelsrath lgeb. Plaschkes) im Beisein' plaren Mahl im Hause des Fcstgebers, bei wel-ü^st und schließlich veranstaltet der seminarileune chem der Konfirmand eine 'schöne schwungvolle! Üische Verein Tibbeck Chawerim am 1. Dezent Rede hielt. ' j der zu Ehren des Rektors einen Festabend mit Oliiuitz. Herr Artur Winter, Konzipist der gemütlichem Beisammensein. Möge der Jubilar 1.!. Staatsbalnien Wien, verlobte sich mit Frl. noch lange Jahre in körperlicher und geistiger Cüa Spitzer, Olmütz-Bleich. Unsere besten Glück- Frische seinen: Anstalt vorstehen, zur Ehre des wünsche. Die Red. konservativen Judentums, Ad meoh wesrim Czcrnowitz. Sonntag den 20. November ichonoh! Talinid inuwhak, fand in der Toimbeehallc eine große zionistische Petersburg. Das Justizministerium erhielt Volksversammlung statt. bei der über den eiseine Zuschrift, in welcher die Zugehörigkeit der Abg. Pros. Masaryk für die Revisim des Hilsner-Prozcsses. Abg. Prof. Masaryk veröffentlicht im ״Cas" eine Serie von t'lrtikeln über das Ritnalmordmärchen, das er in schärfster Weise verurteilt. Im heutigen Artikel bespricht er ausführlich den Hilsner-Prozeß und kommt zu der Ueberzeugung. daß in Pisek weder die Juristen noch das Gericht Hilsner nachgewiesen habe», der Mörder oder an dem Morde beteiligt gewesen zu sein. Es sei seiner Ansicht nach die Pflicht der österreichischen Justiz, diese Schande wettzumachen. Es handle sich dabei, sagte Pros. Masaryk, nicht um Hilsner, nicht um das Judentum, sondern um die Christen und um die Intelligenz. Es sei für ihn ein böses Gefühl, daß gerade in der Intelligenz dieser Aberglaube erhalten bleibt, daß auch diese es nicht beiiierkt, wie die reaktionären Elemente diesen Aberglauben ausnützen und die Intelligenz für ihre Zwecke mißbrauchen. Eine interessante Taufe. Die Ocstecreichische Wochenschrift schreibt: Am 10. Juni d. I. hat. Herr Markus Rotter. Direktor der Länderbank, zu Baden bei Wien den Glauben seiner Väter verlassen und ist zum Katholizismus übergetreten. Eine begreifliche Anwandlung von Schamgefühl scheint ihn verl anlaßt zu haben, diese ״Konvertierung" nicht an ' seinen, Wohnsitze, .sondern offenbar aus Furcht