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Jüdische Volksstimme · 1913-10-30 · Heft 43 (30.10.1913) · page 5

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 43 (30.10.1913)
Date
1913-10-30
Page
– (sequence 5)
Language
German
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״Jüdische Bottsstimme". Seite S. dem Staate, tvelcher einen Mörder verhaften läßt, der zufälligerweise ein ״Jude" ist. Den Satz ״auch bei uns munkelt man von einer geheimen Sekte" im Ausrufe des .Herrn Rabbiners Dr. Ziegler, haben mehrere deutsche und tschechische klerikale Blätter mit Absicht schlecht aufgefaßt und verdreht — sedoch ist kein Blatt so weit gegangen, wie die ״Slovacke nov.", welches die Juden direkt beschuldigt, daß sie sich mit Mördern identifizieren. Derartige Beschuldigungen darf sich das Judentum unter gar keiner Bedingung bieten lassen. Wo ist denn die behördliche Zensur, wenn derartige Artikel durchgehen dürfen?! NIEDERLÄNDISCHE LEBENSVERSICHERUNGS-GESELL- SCHAFT, WIEN, I-, ASPERNPLATZ I. im eigenen Palais. — Versichertes Kapital cirka 400 Millionen Reserven cl>ka 118 Millionen Kronen. — Billigste Tarife, Mitarbeiter werden überall gesucht — Unser neuester Tarif mit 50/0 jährlich fallender garantierte Prämie, Oeneral-Agentur für Wien, 1., Aspernplatz I, Leiter David Nebenzahl, Sub.Direktion für Prag, Ferdinandsstr. 20. neu, Leiter Robert Gerstel Sub. Direktion für Lemberg, Szajoucha 3. Leiter Lvbl Taubes. General-Agentur für Krakau Nathan RSssner, St Sebastfana 10, Generalagentur für Bielitz. Schlossgraben 9, Leiter Adolf Heitling. Hauptagantur für Brünn, Rossitzargassn 4. Leiter: Samuel Reiniger. Mitteilungen des Zentralbüros der Organisation für hebräische Sprache und Kultur (Histadruth Jbrith) 1. Herr I z ch e k E p st e i n aus Saloniki reist im Aufträge des Zentralkomitees als Instruktor für Erziehungsangelegenheiten in Galizien. Herr Epstein besucht die hebräischen Schulen und Lehranstalten aller Art, weist auf die notwendigen Reformen hin, entfaltet ferner eine rege Agitation für das Hebräische durch Borträge und Besprechungen in den verschiedenen Kreisen und gründet überall zweckentsprechende Komitees und Vereine. Zuschriften an das Zentralbureau aus mehreren Städten Galiziens drücken ihre Zufriedenheit über den günstigen Eindruck dieser Tour aus und geben hoffnungsvolle Aussichten auf die weitere Arbeit in diesem Lande. Tie Ergebnisse seiner Reise wird Herr Epstein in einer Broschüre zufanimenfafsen, die durch das Zentralburcau erscheinen wird. Die hebräischen Sprachkurse in Jaffa werden anfangs Marcheschwan (November) eröffnet. Bekanntlich sind diese Kurse bestimmt für die intelligentere, besonders akademische Jugend, die den Wunsch hat, sich die Elementarkenntnisse der hebräischen Sprache und Literatur im Laufe eines halben Jahres anzueignen und diese Zeit in einer hebräischen Umgebung Palästinas zu verbringen. Diejenigen, die an den Kursen teilnehmen wollen und bis nun noch nicht vorgemerkt sind, mögen sich raschest anmelden. Informationen über die Reisebedingungen nach Palästina erteilt das Palästina-Jnforniationsbnrcau in Wien, 2. Bez., Karmeliterplatz 1. In Jaffa wollen die Teilnehmer sich an den Präsidenten des Lehrerverbandes, Herrn Dr. Lurie in Tel-Awiw, wenden. Es sind erschienen: l. Aufruf des Zentralkomitees, 2. Statuten der Histadruth Jbrith. Demnächst erscheinen: 1. Arbeitsplan des Zentralkomitees, 2. Rechenschaftsbericht der Hebräischen Konferenz in Wien. (Sämtliche genannte Publikationen in lfebräischer Sprache.) Das Zentralbureau hat Thrumoth-Blocks für das Jahr .“>(;74 herausgegeben. Diejenigen Mitglieder, die noch im Besitze alter Blocks sind,!vollen dieselben an das Zcntralburean zurückschicken und eventuell die Rechnungen begleichen. Alle Vereine und Institutionen werden ersucht, mit dem Zentralbureau in direkte Verbindüng zu treten. Das Zentralkomitee wendet sich hiermit an alle Gesinnungsgenossen, insbesondere an die Teilnehmer der .Hebräischen Konferenz in Wien, mit der Aufforderung, für die hebräische Idee und die hebräische Organisation einzutreten. Sämtliche Zirkuläre des Zentralkomitees werden auf Verlangen gratis zugesendet. Adresse: Zentralbureau der Histadruth Jbrith, Berlin-Charlottenburg, Knesebeckstraße Nr. So— •St. Berlin, Tischri 5674. Barmizwah. Wir empfehlen für Konfirmanden passende reichhaltige Geschenke: Taüessin in Seide und Wolle. Tcfiüim uud Tcfillinbeutcl. Gebetbücher. Haphtarahbücher in reichster Auswahl. Jüdischer Buchuud .Kunstverlag, Brünn, Adlergasse!>. Emgesenäet Sehr geehrter Herr Redakteur! Gestatten Sie, sehr geehrter Herr Redakteur, Sie um Ihre Wahlmeinung in einer Angelegenheit zu dirten, die uns als Väter, als Juden und als Steuerträger der Qlmützer Kultusgcmeinde gleich unbcrjtändlich ist. Herr Prof. Reiniger, der Religionslehrer der Olmützcr Volks- und Mittelschulen, erkrankte in den Fericn und iourde von den kompetenten Schulbehörden ohne Kürzung seiner Bezüge bis 1. Jänner 1S14 beurlaubt. Sinn sollte man doch meinen, daß der Vorstand der Kultusgemeinde sofort für die Substituierung des erkrankten Lehrers Sorge tragen wird, damit unsere Kinder nicht nahezu ein halbes Schuljahr ohne jeden Religionsunterricht bleiben. Die Direktoren der betrefsenden Lehranstalten dürften gewiß derselben Ansicht sein, um so mehr als es sich um einen gesetzlich obliguten Gegenstand handelt, der einerseits gelehrt, anderseits gehört werden muh, und Ersatzkräste mehrfach bor- Händen sind. Und nun kommt das Unverständliche der ganzen Sache. Ter Vorstand der Olmützer KultuSgemeinde weigert sich, Religionsunterricht erteilen zu lassen, angeblich, weil der beurlaubte Lehrer durch seine mehrmonatliche Substitution sich gekränkt fühlen könnte. Und nun, sehr geehrter Herr Redakteur, bitten wir Sie, uns gütigst aufklären zu wollen, ob ein derartiger -justand gesetzlich zulässig, wer für die Erteilung eines geregelten Religionsunterrichtes veranlvortlich ist, und welche Schritte einzuleiten wären, um diesen unhaltbaren Zustand sofort zu beheben. Im Namen vieler Eltern schulpflichtiger Kinder. Es ist selbstverständlich, daß im Falle einer Verhindernng einer Lehrkraft, die kompetente Stelle für sofortigen Ersatz Sorge zu tragen hat. Tie Redaktion. Frau Jda Barber schreibt uns: Krank lind elend, aller Hilfsmittel entblößt, sah ich im Rothschildspital ein unglückliches Mädchen׳, am 10. d. M. soll sie entlassen werden׳, sie ist aber zu sehr entkräftet, um sich wie früher 11L- Krawattennäherin fortbringen zn können. Hilfe ist dringend nötig, da die Arme sonst dem Hungertode preisgegeben ist. Mitleidige Menscheu haben ihr eine Unterkunft zugesagt. Ihre Adresse ist Eh. B., 0. Bez., Lazarettgasse Nr. .“>, Tür 21. Die B. ist in frühester Jugend vom Wagen gestürzt, seit der Zeit ein Krüppel, wagenkrank, körperlich vollständig herabgekommen, aber geistig so rege, daß man ihre Briefe mit Staunen liest und glauben möchte, eine auf der Höhe des Lebens stehende Dame hätte sie geschrieben. Wer der Armen hilft, ihre letzten Lebenstage sorgenfrei zu verbringen, tut ein gutes Werk. '_ Chanuka. Menaurath sowie passende Chanukageschenke für Kinder und Erwachsene zu beziehen durch den Jüdischen Buch- und Kunstverlag Brünn, Adlergasse Nr. 9. Ausruf. Der letzte Zionistenkongreß hat uns Wieitent deutlich die Notwendigkeit der Kenntnis der hebräischen Sprache vor Augen geführt. Tie hebräische Sprache hat aufgehört bloß als Verständigungsmittel mit Gott zn dienen, hat aber auch aufgehört, n n r Sprache der palästinenfischen Juden zu sein. Wir haben es erlebt, daß man sich tagelang in unserer alten und doch verjüngten Sprache unterhielt, wir konnten beobachten, daß die schönsten Reden in Hebräisch gehalten wurden. Die moderne hebräische Literatur hat in den letzten Jahren an Umfang und Bedeutung außerordeittlich viel zugenommen. Wer heute mit dem geistige» Leben unseres Volkes Schritt halten will, ist nolens volens gezwff»gen Hebräisch zu können. Der ״Herzl-Klub" hat deshalb beschlossen, Hebräischkurse ins Leben zu rufen und lädt alle jene (Damen und Herren«, die Hebräisch lernen oder sich in dieser Sprache vervollkommne» wol-, len, zur Beteiligung ein. Die Kurse, die abendsabgehalten werden, beginnen nächste Woche und sind eingeteilt: 1. in Kurse für Anfänger, 2. in Kurse für Vorgeschrittene und in freie Konversationsabendc. (Konver sation über verschiedene Themata, alte uifd neue Literatur usw.) Anmeldungen sind zu richten an .Hevrn Josef Stet 11, Wien, 8. Bez. Alserstraße 7, Ser a'iutj nähere schriftliche Auskünfte erteilt. Wien, den 17». Oktober 191:1. Das Präsidium des ״Herzl-Klub". vr. RNdoifKatoolicIty l.cMr«. jntüfit to tMtaferMittMMttR ecke Jerdrtandsaasse and Zodauveraarre MUaltft E-Aetz Ni i Mi 4 Uhr nachm. JffMfKCtKT Dr- 603. Korrespondenzen. 5 Brünn. (Jüdisch-akad. Rede- und Lesehalle. » Die Wahlen in den Ausschuß für das Wintersemester 191:;—14 hatten folgendes Ergebnis: cand. ing. Walter Hersch, Präses, cand. ing. Ernst Ullmann, Bizepräses, cand. mech. Mar Wallis. Schriftführer, chem. Moritz Ries» Kasiier. cand. chem. Ludwig Pollak, Bibliothekar. Jüdische Toqubeehalke. Sonntag den 2. 2£a־ vember d. I. eröffnet die Jüdische Toynbeetzalle. ihre beurige Saison mit einem Bortrage des Herrn Redakteurs Leopold Schwarz über: ״Das- Gottesgericht". Die Vorträge finden auch Heuer im Saale des Mährischen Gewerbeveremes nur 7» Uhr abends statt. Brünn. Tie am 18. d. stattgefmidene sr dentl. Generalversammlung des Unterstützungs- Vereines für mittelllose jüd. Techniker wäbltefolgenden Ausschuß: Präses: Joses Spitzer. Bizepräses: Ludwig Pollak. erster Schriftführer: Siegfried Schwarzbart, zweiter Schriftführer: Modche Rosenberg, dritter Schriftführer: Willi. Spindler, Kassier: Ernst Ultmann, Techniker l,ci»1verw.: Walter Hirsch. Beisitzer: Ernst H. Müller: Jur. Beirat: Dr. E. Pollak. Beisitzer: Dr. L. Levp, Stadrat M. Feith: Revisoren: Ernst J-ischl, Siegfried Ticho, Liegfried Spitz. Brünn. Sonntag den 2f>. d. fand die Trauung des Frls. Hedwig 2 ch r c 1) c r, Tochter des Herr» Tr. Philipp Schrener, mit!öerrii Ing. Emil Heß, Troppan, iintt. Unsere veilen Glückwünsche. Tie Red. Brünn. Samstag den 1. Nov. begeht Herr L. Klein die Barmizwahseines Sohnes Ernst. Die besten Glückwünsche. Tie Red. Vibelschule de» Vereines Machsike Haha». Ter regelmäßige Unterricht an der Bibelschulc hat bereits begonnen und findet täglich von 5—7 Uhr, Mittwoch nachmittag bon .׳!—:"> und Sonntag vormittag von I I KT Uhr i» den Lokalitäten des Vereines, Adlergajse IT. statt. Um auch Mittelschülern die Gelegenheit zn gehen, einen Kurs zu hesnchen. hat die Vereinsieitnng einen separaten Kursus eingesührt, der täglich von u—7 Uhr abends abgehalten wird. Sowohl in der- Mädnien als auch Knabenabtcilung finden noch eine beschränkte Anzahl von Schülern Ausnahme. Anmeldungen werden in der Vereinskanzlei cntgegengenommen. Boskowitz. Samstag, Jßru-chag, verschied hier im hohen Alter der pensionierte Schächter und Vorbeter Sns.iian Kurzweil. Das Leichenbegängnis des allseits beliebten und ob seines hervorragenden talmudischen Wissens geachteten VllNvtjtdpK .1AW.1V .W1NN gllvl N.Nl»vdgSIIl,N!V der Gemeindevorsteher und -Mitglieder am Montag statt. Herr Rabbiner Dr. Zunk l,ielt dem verdienstvollen Verblichenen einen Hesped. in dem er die Verdienste. Eliarakter und das Bestreben zum Thorastudintu des Datzingeichiedenen mit beredten Worten schilderte. Die Trauergebete trug Oberkantor Rabinowicz mit dem Ehor in ergreifender Weise vor. Ehre seinein Andenken! Pohrlitz. Unter überaus zahlreicher Beteiligniig wurden Donnerstag nachniittag die irdi-

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