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Jüdische Volksstimme · 1913-09-05 · Heft 36 (5.9.1913) · page 4

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Journal
Jüdische Volksstimme
Volume
XIV (1913)
Issue
Heft 36 (5.9.1913)
Date
1913-09-05
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Gelte 4. ״Jüdische BolkSstimme." Nr. 36 begeisterte Huldigung dargebracht hatte, erklärte als erster Tislussionsredner Julius Simon- Mannhcnn seine volle Zustimmung zu dem vom Ätlionslomitce cvftattcteu Bericht. Z-ür seine Ärbcit gebühre dein Aktionskomitee der Dank der Organisation. Wenn man aber mit seinen Arbeitsmethoden übcrcinstimme, so habe mau auch die Verpflichtung, dafür zu sorgen, daß der Leitung diese Arbeit dadurch möglich gemacht wird, daß die finanziellen Machtmittel der Beivegung in einen engeren Zusammenhang mit ibr gebracht würden. ׳׳!deui Böinn-Wicn sprach dann ebenfalls seine freudige Zustimmung zu der von der Leilnng geleisteten Arbeit aus und betonte besau ders, daß das Aktionskomitee die Mitarbeit aller Anhänger zu gewinnen verstanden habe. Wenn er »och Wünsche habe, so seien cs nur solche für die Hebräisicrung der Institutionen der Bcwcgung und die Forderung nach Schaffung einer lltevue. die nach dem Zentralorgan ״Die Welt" der Propaganda der Idee dient. Redner beantragte sodann, dem Aktionskomitee das Vertrauen ausznsprechen. Sodann entspann sich eine Debatte über die Absendung eines Antworttelcgramms aus ein Begrüßungsschreiben Tr. Rordaus, wogegen sich Widerspruch geltend machte, weil Nordau kürzlich in einer Siebe die Leitung der Bewegung sehr heftig angegriffen hatte. Schließlich wurde beschlossen, vorbehaltlich jeder Stellungnahme, ein bloßes Danktclcgramm abzuscnden. YERLOBUNQ5~RINQE BRflUTSCHMUCK - - HOCHZEIT 5QE5CHENK E EHE-RINQE . in hervorragender Auswahl zu besonders billigen Preisen. Berthoid Bachner, k. u. k. Hoflieferant, Juwelen-, Uhren-, Goldu. Silberwarenhandlung Brünn, nur Ferdinandsgasse Nr. 2. •* Provinzaufträge finden sofortige Erledigung. Misrachi-Delegiertentag. Eröffnungssitzung. Ilm 5 Uhr nachmitiagS eröffnet in Vertretung des ertrantte» Tr. F r a n f, Tr. L>t öIlcr die Konferenz und begrüßt olle Delegierte» und Gäste und spricht seinen Tank aus an den Altmeister der Bewegung :Haddiner sti eine s, an Raddincr Jakob Mcir aus Saloniki. Professor Schächter und de» Meister der hebräische» Sprache, an den Dichter Bialik, durch deren Anwesenheit der Konferenz so hohe Ehre bezeugt wird. Prof. Schächter begrüßt hierauf die Koufcrcnz in hebräischer Sprache, im Namen der amcrikanifchen Zionisten. Juden gekommen waren. Heute kamen Juden aus Italic», Deutschland usw. Redakteur Frischmann aus Ungarn bedauert es, nicht, wie seine Vorredner, sich des Hebräischen Ledienen zu können. Anknüpfcnd an den Vers ״Eure Brüder ziehen in den Krieg und ihr wollet da sitzen" spricht er seine heftigste Entrüstung darüber aus, daß Leute, die die ganze Religion gepachtet zu haben vorgebe», in diesem schweren Kampf für das jüdische Neligionsgcsctz die Misrachisten im Stiche lassen. Er veriveist daraus, daß der altcrgraute Rabbiner Reines aus dem fernen Rußland den Weg hierher gefunden hat und Männer aus der Stadt des Kongresses strahlen durch ihre Abwesenheit. Herr Austerlitz-Wien begrüßt die Gäste in seiner Heimatstadt und erklärt, daß die Wiener Misrachisten die Ehre solch hohen Besuches gewiß zu schätzen wissen. Hierauf wird zur Wahl des Bureaus geschritten. Zum Ehrenpräsidenten wird der alte Vorkämpfer Reines vorgcschlagen. Im Saale entsteht ein Minutenlanger, nicht cndenwollcnder Beifall und Händeklatschen Die Anwesenden erheben sich zu Ehren des Gewählten von den Sitzen. Zum Vorsitzenden wird Hermann Struck gewählt. Zu Vizeobmännern Wolf-Antwerpen und Rabbiner Kramer-Wien. Zu Beisitzern Austerlitz- Wien, Hochmann-Stanislau und Groß-London. Zu Sdiriftführcrn Dr. Nacht und Redakteur Berlin. Struck, den Vorsitz übernehmend, dankt für das Vertrauen, verliest ein Bcgrühungstclcgramm vom Rabbiner Schmelkes und erteilt dem Dr. Möller das Wort zum Rechenschaftsbericht. Dr. Möller verweist auf die schwere Krise der Misrachi nach dem zehnten Kongreß. Aus Bedenken für die Religion waren viele ausgetreten und haben durch diesen Schritt, gerade den größten Schaden der Religion zugcsügt. Bei kulturellen Fragen hat immer eine Kommission von drei Misrachisten und drei Nichtmisrachisten zu entscheiden. In schwierigen Problemen ist immer an das Urteil eines autorativcn Rabbiners zu appellieren. Mit solchen Zugcständnisicn kann selbst der religiöseste Jude zufrieden sein. Heute hat der Misrachi 1800 Schckelzahlcr. In diesem Jahre sind 1000 Mark au Maß cingegangcn. In Amerika sind durch die Bemühungen Strucks viele Ortsgruppen entstanden. Dr. Fischmann hat solche in Palästina ins Leben gcruse». In Galizien sind die Gruppen zentralisiert lvorden und in Wien ist eine neue Gruppe entstanden. In Ungarn hat Herr Lehavicz die Arbeit wieder aufgcnominell. Berlin hat in Tcutschland, Holland, Belgien und in der Schweiz Gruppen gegründet. In den letzlen zwei Jahren lvurden 0800 Schckolim abgcsetzt. Der Kolonialfonds hat ein Vermögen von 20.000 Mark erreicht. Tie ״Misrachikorrespondcnz" wurde aufgclassen und dasür der ״Haibri" ins Leben gerufen, der vom A. E. 12.000 Mark Subvention erhielt. Vorsitzender Struck schlägt mit Rücksicht daraus, daß sehr viele Delegierte erst erwartet werden, de» Schluß der Sitzung vor, welcher Vorschlag auch angcuommeu wird. Zweiter Verhandluugstag, einen Weg zu weisen, wie selbst mit bescheidenen Opfern zum Bodenrrwerb in Palästina Nennenswertes bcigetragen werden kann, empfiehlt der Kongreß den Abschluß von Lebensversicherungen zugunsten von Landkauf in Palästina, wie eine solche von einem Wiener׳ Mitglieds des Misrachi soeben ausgenommen wurde. — Hieraus wird eine fünfgliedrige Kommission gewählt: Wolf-Antwerpen, Äustcrlitz-Wicn, Jawromer, Brandstädter- Hochmann. In die Budgctkommiffion lvcrdcn gewählt: Berlin, Cohn, Möller, Basler, Flatto, Adler, Judelowitsch, Brandstädtcr. Nachmittagssitzung. Herr Rabbiner Fischmann- Jaffa referiert über die Palästinarbeit. Herr W ö l f-Antwerpen berichtet über die Taschkemonischule; bespricht die Entwicklung dieses Jnstituts, die Fehler, die hierbei begangen wurden, schlägt Mittel und Wege vor, wie diese Schule auf die richtige Höhe gebracht werden köiintc. Herr Wolf kommt auch aus das jüdische Gymnasium in Jaffa zu sprcchen, hebt besonders hervor, daß Achad Haam, der keinesfalls auf dem Standpunkte der Misrachi stehe, die Leistungen des jüdischen Gymnasiums als Verderblich bezeichnet. Die Misrachi habe den Beschluß gefaßt, die Leitung der Taschkcmonischule zu übernehmen und zu reorganisieren, weiters an die Spitze einen tüchtigen Schulleiter zu stellen. Rabbiner Fischmann beantragt, 100 Dunam Land zu erwerben, um Esrogim pflanzen zu können. Dr. Möller erstattet in ausführlicher Weise das Referat über Organisation und verliest das neue Organisationsstatut. Nach längerer Debatte wird das Statut einstimmig angenommen. Redakteur Berlin spricht über Agitation und Propaganda. Es wurde beschlossen, dieses ausgczcichnctc Referat in Druck zu legen. Dr. Pute-Berlin und Dr. N appapo ri-Lcinbcrg erstatten das Referat über ״Presse". Es wurde beschlossen, ein Jargünivochenblatt zu begründen und entsprechende Agitationsbroschürcn zu edieren. Redakteur Berlin und Rabb. Fischmann tefcricrcn namens der Palästinakommissiön. Es lvcrdcn folgende Anträge gestellt: Der Misrachi möge die Gründung einer Garlcnkolonie ins Leben rufen; zugleich wird eine Ackerbauschule für Erwachsene begründet. Es möge ein Aufruf erlassen lvcrdeu bezüglich Ankauf von koscher Esrogim aus Erez Israel. Die Mitglieder der Misrachi werden aufgefordert, Aktien der Misrachi (hcbr. orth. Literatur) zu kaufen. Die Palästinakommission der Misrachi beantragt, eine Gesellschaft zum Ankauf von Boden in Erez Israel zu begründen. Die Aktien sollen 100 K Nominale betragen. Dr. Rappaport ist mit dem Referate bezüglich der Esrogim einverstanden; man möge dirctt palästinensische Esrogim ans den Markt bringen. Redakteur Berlin beantragt, die Konferenz der Misrachi in den nächsten Tagen fortzusetzc» und die Vorkonferenz für den Kongreß zu crössilcn. Hebräische Konferenz. In seinem Referate führt hieraus Dr. Möller dagegen Beschwerde, daß nur ein Minimum der gesctzeslreuen Juden sich dem Misrachi ai,geschlossen haden, daß den meislen der konservativen Juden das Verständnis für die hohe Ausgabe des Zionismus entgebt. Er betont, daß die Disfcreuzierung im Zionismus — zwischen Zionisten im engeren Sinne und Misrachisten — ein Ehrcnzcugnis für den Zionismus sei, denn diese Tissereuzicrung beweist, daß der Zionismus das ganze Judenvolk in allen geistigen'Schattiernngen repräsentiere. Er meint, daß Männer, die einen Schritt vor dem Taufbecken gestanden und dennoch den Weg zum Judentume zurückgcsuiidcn, die sicherste Garanlie bieten, daß deren Kinder das Judentum in kina׳ gauze» Größe erfassen werde». Neben der Wirtschastliche», soziale» und moralischen Judennot, gibt es auch eine religiöse Judennot. Diese kann nur durch dem Zionismus behoben werden. Nur eine jüdische Gemeinichgsi, die hebräisch denkt und spricht, wird die geisiigei: Produtte unserer Gesetzesgeber richtig einschätze» könne». Der Misrachi kennt seine Ausgabe und lvird sie auch ersiille». Es folgen hieraus Begrüßungen vom Mitglied des E. A. E. Schemarsabu Lewin und Rabbiner Mcir ans Saloniti in hebräischer Sprache. Rabbiner Fischinau» aus Jaffa überbriugt den Misracknsten im Maren׳, deren Herz im Misrachi ist, Vorsitzender S t r u ck-Bcrlin. Der Sekretär verlies! den Einlauf. Der Präsident der Wiener Kultusgemeinde Tr. Alfred Stern begrüßt die Tagung, bcdauert, au derselbe» nicht tcilnchmcn zu können und wünscht von den gefaßten Beschlüssen verständigt zu lverdc». (Beifall.) Herr Struck gibt folgende Erklärung: Die Leiluug der Bi iS rachi habe das A. C. zu den Beratungen geladen. Ais Vertreter des A. C. sei gestern Herr Dr. Sch. L c tv i 11 erschienen. In seiner Begrüßungsrede habe Dr. Lctvin sich kritische Ausfälle gegen die Misrachi erlaubt. Der Vorsitzende müsse dies auf das schärfste zurückwcisen. Es sei selbstverständlich, daß die Misrachi im Zionismus etwas anderes erblicken als Herr Tr. Lcwin. Jur. I u n g begrüßt namens der auf misrachistischein Standpunkte stehenden Akademiker in hebräischer Vom 25. bis 28. August tagten in Wien die ״Histadrot lasafa ultarbis haibrith", an der die hervorragcndsten hebräischen Schriftsteller ieilgeuoinmeu hatten. Ter Geist, der diese Versammlung beherrschte, war ein aus der jüdischen Glanzzeit auferlvachtcr, die ״nischmath-haam", die Volksseele sprach aus derselben. Eröffnet wurde dieselbe durch eine kurze Anspräche von Mozkin. Den Vorsitz führte der hebräische Schriftsteller Zlatopolöki. Jsak Epstein refericrte über die hebräische Sprache in der Erziehung. In einer formvollendeten» voll und ganz lebenden Sprache, empfahl Epstein den modernen Anschauungs« unterricht. Es war ein Vortrag, tvürdig eines Profcffors an einer großen Universität. David Frisch sprach über die ״schöne Literatur". Durchhauchtc auch etwas Pessimismus diese feine, zarte Rede, so hörte man doch heraus, daß selbst Frischmann, dieser verschriccne Zweifler von einem guten ernsten Willen be- Grüge und Glückivüuschc von den Misrachisten des Misracb. spräche die Tagung der Misrachi. Hierauf wurde die Debatte über das Referat Tr. Möllers abgcführt. ES j sprachen: Tr. Nacht, Weinstein, Brandstädtcr, Rosen-1 blatt, Rabb. Reiner. Brandstädtcr hob die Noiwcn-1 digkcit der Schaffung eines Lehrerseminars hervor; Roscnblatt trat für das Jnslcbcnrufcn einer Zentrale, der Misrachi in Rußland ein; Delegierter Dr. Grüne- Wald beantragt, zugunsten der Hinterbliebenen eine t Versicherung cinzugchcn, und zwar derart, daß für den versicherten Betrag in Palästina Grund und Boden! erworben wird. Es wird hierauf eine zehngliedrigc | Kommission gewählt, die das russische Zentralkomitee j Rabbiner Landmaiiu begrüßt i» Vertretung der!zu wählen haben wird. , misrackustische» Koiigreßdclcgicrten. Rabbiner Klein-! Antrag Dr. Gruncwald: Die Delcgiertenvcrstein sprich! im Namen der russischen Misrachisten.. sammlung des Misrachi soll beschließen, daß im Na- Er weist darauf bin, daß bei einer jüdischen Konferenz men des Misrachi bei der Kongrctzlcitung folgende; M>r dem Zionismus immer italienische, deutsche usw. Anträge gestellt werden: Um auch Mindcrbemittcltcu' stclt ist, und wo Wille vorhanden ist, ist kein Platz i skepsis. Der Glanzpunkt der Tagung war das Rcse CH. N. B i a l i k s über das hebräische Buch. Die neue Jesajas des »cucn Hebräisch wünscht ein hebr schcs Buch, in welchem alle Schätze der alten und ner Volkskultnr aufgcspcichert seien. Unser Land hat u einst ein kleines Buch geschenkt, vielleicht bringt u das Buch jetzt unser Land wieder! Meisterhaft, wie nur ein Bialik trifft, ging er zu Gericht mit dem J> gon, welcher hier im Goluth gleich Ruth der Noemi! folgt ist, und Verglich dieses Sprachenmischmasch 1 dem aramcischcn ״Targum". Während von diesem n noch der ״Kadisch" bei uns geblieben ist, ztvcislc sehr, ob dem Jargon auch noch ein solches Ehrengr beschiedcn sein werde. Joses Klausner behände das hebräische Reden. Sch. Lew in sprach in sei!

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